Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
Lukas Sieper | Deutschland DEU | Fraktionslose Mitglieder (NI) | 390 |
| 2 |
|
Juan Fernando López Aguilar | Spanien ESP | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 354 |
| 3 |
|
Sebastian Tynkkynen | Finnland FIN | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 331 |
| 4 |
|
João Oliveira | Portugal PRT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 232 |
| 5 |
|
Vytenis Povilas Andriukaitis | Litauen LTU | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 227 |
Alle Beiträge (357)
Beseitigung der Gewalt gegen Frauen (Aussprache)
Damit kommen wir nun zu der Aussprache über die Erklärungen des Rates und der Kommission zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen (2022/2951(RSP)).
Geschlechtsspezifisches Lohn- und Rentengefälle in der EU: aktueller Stand, Herausforderungen und weiteres Vorgehen sowie Entwicklung von Leitlinien für eine höhere Wertschätzung und gerechtere Entlohnung der Arbeit in von Frauen dominierten Branchen (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrter Herr Kommissar! Damit wir Frauen wirklich frei sein können, müssen wir auch finanziell frei sein – finanziell unabhängig. Doch die Lohnschere, der Gender-Pay-Gap und der daraus resultierende Gender-Pension-Gap machen uns noch immer einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Deswegen brauchen wir keine Glückwünsche zum 8. März. Wir brauchen verbindliche Maßnahmen, die konsequent und gewissenhaft umgesetzt werden. Superwichtig dabei ist die Lohntransparenz-Richtlinie. Doch schon jetzt wollen manche von Arbeitgeberseite sie verwässern. Sie meinen, das sei Bürokratie und führe zu Unzufriedenheit in Unternehmen, weil Frauen dann vielleicht einmal endlich wissen, dass sie für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden. Aber wir sagen: Genau diesen Zorn brauchen wir. Es ist einfach ungerecht, und wir nehmen das nicht länger hin. Der Gender-Pay-Gap zeigt eben die strukturelle Ungleichheit. Das sieht man besonders in Berufen, die unsere Gesellschaft tragen, wie Pflege, Bildung, soziale Dienstleistungen. Gleichzeitig leisten Frauen weiterhin den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit. Nur 7,7 Prozent der Männer arbeiten in Teilzeit – fast 28 Prozent der Frauen. Und die Folgen reichen bis ins Alter. Fast 17 Prozent der pensionierten Frauen sind von Armut bedroht. Und das ist kein individuelles, das ist ein gesellschaftliches Problem. Und deshalb fordert unser Bericht klare Schritte: faire Bezahlung, bessere Betreuungsstrukturen, gerechtere Verteilung von Care-Arbeit und vor allem die konsequente Umsetzung der Lohntransparenz‑Richtlinie.
Umgang mit Unterauftragsketten und der Rolle von Vermittlern zum Schutz der Arbeitnehmerrechte (Aussprache)
Herr Präsident, sehr geehrte Frau Vizepräsidentin der Kommission! In diesen Tagen reden wir viel von Wettbewerbsfähigkeit – dann bitteschön auch von fairem Wettbewerb! Sollten wir nicht unsere Unternehmen, unsere KMUs vor unfairem Wettbewerb durch Sub‑Sub‑Sub‑Vergabe der Konkurrenten besser schützen? Gerade in Hochrisikosektoren wie dem Bau werden Arbeiten systematisch weiter ausgelagert. Die Verantwortung, die wandert die Kette hinunter, und am Ende haftet schließlich niemand für unbezahlte Löhne oder Arbeitsunfälle. Diese Struktur ist kein Zufall; das ist ein bewusst eingesetztes, unfaires Geschäftsmodell, das Steuern sowie Sozialversicherungsbeiträge umgeht. Damit muss Schluss sein! Im Kern fordern wir deshalb: Hauptunternehmen müssen gesamtschuldnerisch haften, lange Subketten müssen begrenzt werden, Arbeitsvermittlerinnen und ‑vermittler brauchen verbindliche Mindeststandards und Lizenzen, und wir müssen direkte Beschäftigung stärken, statt sie auszulagern. Unser Appell daher an die Kommission ist klar: Gute Arbeit braucht klare Regeln, und sie braucht klare Verantwortliche.
Entwicklung einer neuen Strategie der EU zur Bekämpfung der Armut (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrte Frau Vizepräsidentin! Armut macht oft einsam. Armut erzeugt Scham bei den Betroffenen – vollkommen ungerechtfertigt. Armut ist ungerecht. Und selbst Arbeit schützt nicht immer vor Armut. Dabei sind es Millionen working poor, darunter viele Frauen – vor allem alleinerziehende –, die unseren Binnenmarkt am Laufen halten. Uns wird oft verkauft, dass es doch eine große – oft unternehmerische – Freiheit sei, wenn Arbeiter und Arbeiterinnen für mehrere Unternehmen gleichzeitig tätig sein können. Doch in Wahrheit bedeutet das oft nur: kein stabiles Einkommen, keine Planungssicherheit, keine echte soziale Absicherung – Armut. Diese scheinbare Freiheit ist nichts anderes als organisierte Unsicherheit und Ausbeutung. Deshalb muss die künftige Anti‑Armut‑Strategie der Europäischen Union auch verbindlich sein. Wir brauchen europäische Mindeststandards. Dazu gehören auch Mindestsicherung, Arbeitslosenversicherung, faire Löhne und starke Arbeitnehmerrechte, denn wir müssen immer das ganze Bild sehen.
Europäische Zentralbank – Jahresbericht 2025 (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar! Preisstabilität ist wichtig, sie ist aber kein Selbstzweck. Sie muss den Menschen dienen, sicheren Arbeitsplätzen, stabilen Löhnen, sozialem Zusammenhalt. Die Inflationskrise hat gezeigt, wie verletzlich unsere Wirtschaft und Gesellschaft sind, wenn Energiepreise und globale Schocks außer Kontrolle geraten. Deshalb braucht es eine Geldpolitik, die Stabilität mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Der digitale Euro ist dabei eine zentrale Chance für Europa. Er stärkt unsere finanzielle Souveränität im digitalen Zeitalter, gerade vor dem Hintergrund einer sich neu ordnenden internationalen Welt. Entscheidend ist, dass der digitale Euro den Bürgerinnen und Bürgern dient: mit starkem Datenschutz, einfacher Nutzung und als Ergänzung zum Bargeld, nicht als Ersatz. Eine unabhängige Europäische Zentralbank ist stark. Eine EZB, die Europa sicher ins digitale Zeitalter führt, ist noch stärker. Und schön, Frau Präsidentin, dass Sie sich immer wieder im Ausschuss und im Plenum diesen Debatten stellen und diesen regen Austausch fördern.
Das 28. Regime: Ein neuer Rechtsrahmen für innovative Unternehmen (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrter Herr Kommissar! Demokratie beginnt im Betrieb. Wir wissen schon lange: Mitbestimmung stärkt Unternehmen, und Beteiligung macht Entscheidungen einfach besser – für das Unternehmen, für den globalen Wettbewerb und natürlich auch für die Beschäftigten. Wenn wir der Kommission jetzt auf den Weg geben, was sie bei ihrem Vorschlag für eine neue rein europäische Unternehmensform – dem 28. Regime – jedenfalls berücksichtigen sollte, ist es genau das: Mitbestimmung. Das ist insofern wichtig, als der Missbrauch einer solchen neuen europäischen Unternehmensform verhindert werden muss. Es sollte keine Umgehungsstruktur geben können, um Arbeitsrecht aushebeln zu können. Also, Arbeitnehmerrechte sollen auf alle Fälle berücksichtigt werden. Das kennen wir schon von früheren Versuchen, und gerade jetzt, mit den geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen wäre es fatal, wenn Beschäftigte auf der Strecke bleiben. Und daher, sehr geehrter Herr Kommissar: Der Bericht von Herrn Repasi enthält sehr viel Wertvolles, was wir Ihnen auf den Weg geben möchten und im Kommissionsvorschlag dann auch sehen möchten.
Verhinderung von sexueller Belästigung in öffentlichen Institutionen: jüngste Enthüllungen und Rücktritte in Spanien sowie Reaktionen der Institutionen (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, Belästigung, sexuelle Belästigung kann jeden treffen, überall. Im Wesentlichen ist es das, was danach passiert. Wird das Opfer ernst genommen? Sind die Systeme vorhanden? Übernehmen die Machthaber die Verantwortung? Im Europäischen Parlament beschäftigen wir uns seit Jahren mit diesen Fragen, konnten aber nur einige Verbesserungen erzielen. Und warum? Denn vor allem die extreme Rechte und auch viele aus der EVP leugnen bereits die Existenz von Belästigung als solche, es sei denn, sie können sie nutzen, um politische Gegner zu verleumden. Aber wenn es um tatsächliche Verbesserungen geht, finden sie immer Ausreden. Zum Beispiel haben wir immer noch keine externe Prüfung, die wir so dringend benötigen, oder eine Professionalisierung der Verfahren innerhalb des Europäischen Parlaments. Verantwortung zu übernehmen bedeutet also auch, zu erkennen, wann das System nicht so gut funktioniert wie erwartet. Als Sozialisten übernehmen wir immer diese Verantwortung, nicht nur, wenn wir dazu gezwungen werden. Daher, liebe Kolleginnen und Kollegen von der PPE, werden wir erst dann glauben, wenn Sie die Veränderungen unterstützen, die wir in diesem Haus brauchen, dass Ihnen die Opfer von Belästigung wirklich wichtig sind.
EU-Strategie für die Rechte von Menschen mit Behinderungen nach 2024 (Aussprache)
Frau Präsidentin, Frau Vizepräsidentin! Wie will ich wohnen? Wo und wie will ich arbeiten? Diese Entscheidungen dürfen nicht für Menschen getroffen werden, sondern von ihnen selbst. Menschen mit Behinderungen stoßen gerade bei diesen Fragen immer auf große Hindernisse beim Zugang zu Wohnraum, zu Bildung, zu guter Ausbildung und zu echter Beschäftigung. Werkstätten für Menschen mit Behinderungen dürfen nicht mehr die reguläre Sackgasse sein. Wir sollten diese Werkstätten auslaufen lassen. Menschen mit Behinderungen haben ein Recht darauf, echter Arbeit nachzugehen und für diese Arbeit auch fair bezahlt zu werden. Sie haben ein Recht darauf, am Arbeitsmarkt teilzunehmen. Wir müssen auf die Potenziale von Menschen schauen, nicht auf die Einschränkungen. Menschen mit Behinderungen haben ein Recht darauf, selbstbestimmt zu sein, selbstbestimmt zu leben. Es geht um echte Wahlfreiheit, um gleiche Rechte, um ein Leben in Würde und Selbstbestimmung für alle.
Schaffung eines Rahmens für die Unternehmensbesteuerung in Europa (BEFIT) (kurze Darstellung)
Herr Präsident, sehr geehrte Frau Virkkunen! Steuerfairness – das klingt technisch, aber im Kern geht es um etwas ganz Menschliches: um Gerechtigkeit. Darum, dass große Konzerne einen fairen Beitrag leisten, dass kleine und mittlere Betriebe nicht benachteiligt werden und dass Erfolg in Europa auf Innovation beruht, nicht auf Steuertricks. Denn seien wir ehrlich – unser derzeitiges Steuersystem ist zersplittert, kompliziert, unfair. Unternehmen, die in mehreren Mitgliedstaaten tätig sind, müssen sich durch 27 verschiedene Steuersysteme kämpfen. Ein Dickicht aus Regeln, aus Ausnahmen und Berechnungen. Das schafft Bürokratie, Unsicherheit, Wettbewerbsnachteile und kostet vor allem viel Geld. Vor allem für jene, die ehrlich wirtschaften. Mit BEFIT – dem Rahmen für die Unternehmensbesteuerung in Europa – wollen wir das ändern. BEFIT ist unser Vorschlag für eine gemeinsame und moderne Bemessungsgrundlage für die größten Unternehmen der Europäischen Union. Das Ziel: weniger Komplexität, weniger Schlupflöcher, weniger Steuervermeidung, also ein faireres, ein einfacheres Spielfeld für alle. Ein weiteres zentrales Prinzip bei BEFIT ist dabei die Regel der signifikanten wirtschaftlichen Präsenz. Sie stellt sicher, dass Gewinne dort besteuert werden, wo sie tatsächlich entstehen, auch, wenn Unternehmen digital oder dienstleistungsbasiert arbeiten, also ohne physische Präsenz, ohne Büros, ohne Fabriken, ohne Menschen. So verhindern wir, dass Konzerne ihre Gewinne nicht einfach in Niedrigsteuerländer verschieben. So passen wir das Steuersystem an das 21. Jahrhundert an. Wir haben außerdem durchgesetzt, dass nach der Übergangszeit auch große mittlere Unternehmensgruppen, wie sie in der Rechnungslegungsrichtlinie definiert sind, unter BEFIT fallen sollen. Denn Steuerfairness darf, soll nicht nur für die allergrößten Konzerne gelten. Ein weiterer wichtiger Punkt sind unsere Inklusion der Regeln zur Bekämpfung aggressiver Steuerplanung. Wir schließen Schlupflöcher bei Lizenzgebühren und konzerninternen Zahlungen, damit Gewinne nicht künstlich verschoben werden. Und wir stärken die Vorschriften für beherrschte ausländische Unternehmen, also den controlled foreign companies, um Gewinnverlagerungen in Steuersümpfe zu verhindern. Gleichzeitig schaffen wir Anreize für Investitionen, die unsere gemeinsame Zukunft sichern in den Bereichen Klima, Soziales und Sicherheit. Unternehmen, die in diese Projekte investieren, sollen diese Ausgaben schneller abschreiben können, also ein Anreiz für Zukunftsinvestitionen statt für Steuervermeidung. Und schließlich haben wir im Parlament eine klare Position zur Verteilung der Steuer-Bemessungsgrundlage gefunden. Nach der Übergangszeit soll eine Formel gelten, die reale wirtschaftliche Aktivität widerspiegelt, also Vermögen, Arbeit und Umsatz. So stellen wir sicher, dass Steuern dorthin fließen, wo tatsächlich Wert geschaffen wird. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Mit dieser Einigung hat das Europäische Parlament gezeigt, dass eine faire und gemeinsame Steuerpolitik möglich ist. Wir hier im Europäischen Parlament haben gezeigt, dass wir in Sachen Steuerpolitik europäisch vorankommen müssen. Es gibt schlichtweg keinen anderen Weg, um einen echten Binnenmarkt zu sichern und auf dem globalen Markt mithalten zu können. Mit unserem Bericht fordern wir Struktur für ein System, das über Jahre gewachsen, aber nie wirklich zusammengewachsen ist. Das sehen wir hier im Haus klar, und wir sehen auch klar, dass es hier Veränderung braucht. Jetzt liegt der Ball beim Rat, jetzt sind die Mitgliedstaaten an der Reihe. Wir brauchen Fortschritt für ein gerechtes, für ein einfaches, für ein zukunftsfähiges Steuersystem. Darum geht es bei BEFIT. Wir können Wirtschaftskraft und Gerechtigkeit verbinden. Deshalb möchte ich mich bei allen Schattenberichterstatterinnen und Schattenberichterstattern für die konstruktive Zusammenarbeit in diesem Dossier bedanken.
Relevanz einfacher Steuervorschriften und der Steuerfragmentierung für die europäische Wettbewerbsfähigkeit (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar! Danke schön an den Berichterstatter für diesen Bericht, Herrn Hadjipantela. Steuern sind unser gemeinsamer Beitrag zu einer gerechten und solidarischen Gesellschaft. Wenn Konzerne immer neue Schlupflöcher suchen und sie leider auch finden, aber kleine und mittlere Betriebe an Formularen oft scheitern, dann läuft etwas gewaltig schief. Wir brauchen ein Steuersystem, das einfach ist, gerecht und solidarisch – ein Steuersystem für Menschen, nicht für Konzerne, für die Pflegerin in einem Pflegeheim, für einen Handwerker, für die Gründerin eines coolen Start-ups. Denn Innovation entsteht dort, wo Chancen gerecht verteilt sind. Statt Steuerschlupflöchern für wenige brauchen wir Investitionen in das, was wirklich zählt: in Bildung, in gute Arbeit, in den Schutz unseres Planeten, in digitale Gleichstellung. Lassen wir deshalb nicht zu, dass Steuerpolitik zu einem Werkzeug der Ungleichheit wird. Machen wir sie zu einem Instrument der Gerechtigkeit. Machen wir unser Steuersystem fair.
Einsetzung und Arbeitsweise Europäischer Betriebsräte – wirksame Durchsetzung (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar! Ein Unternehmen ohne Beschäftigte, das ist nichts anderes als eine leere Fabrikhalle, ein Großraumbüro ohne Menschen, ein toter Standort, Stillstand. Es sind die Beschäftigten, die den Unterschied machen – ihre Ideen, ihre tägliche Arbeit. Das ist der Motor von wirtschaftlichem Erfolg. Und Betriebsräte sind die Stimme der Beschäftigten. Europäische Betriebsräte sorgen dafür, dass Mitbestimmung nicht an der Grenze endet. Mit der Überarbeitung der Richtlinie zu den Europäischen Betriebsräten sorgen wir dafür, dass die Beschäftigten rechtzeitig umfassend sinnvoll eingebunden werden und dass Unternehmen mit finanziellen Strafen zu rechnen haben, wenn sie ihre Pflichten nicht beachten, wenn sie diese ignorieren. Mitbestimmung heißt aber auch, die Vielfalt der Beschäftigten mitdenken, Gleichstellung mitdenken. Und deshalb freue ich mich besonders, dass es nun auch eine Frauenquote bei den Europäischen Betriebsräten gibt. Deshalb mein Dank an Gabi Bischoff, die sich dafür sehr eingesetzt hat, aber vor allem an alle Schattenberichterstatterinnen und Schattenberichterstatter und an Dennis Radtke, der hier sehr viel auf den Weg gebracht hat, um hier auch eine Einigkeit und Kompromisse zu erzielen.
Investitionen und Reformen für die europäische Wettbewerbsfähigkeit und Schaffung einer Kapitalmarktunion (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrte Kommissarin! Gratulation an die Berichterstatterin Aurore Lalucq, der ein ausgewogener Bericht zur Investitions- und Kapitalmarktunion gelungen ist, unter sicherlich nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen. Der Bericht zeigt klar: Wenn Europa stark bleiben will – und das wollen wir ja alle –, dann müssen wir einen Zahn zulegen. Wir brauchen Investitionen; Investitionen, von denen auch alle profitieren, eine echte Kapitalmarktunion. Die privaten Ersparnisse der Menschen, privates Geld der Menschen in Europa soll in produktive Investitionen fließen. Start-ups und innovative Unternehmen brauchen einen viel einfacheren, einen echten Zugang zu Kapital. Dafür brauchen wir klare Regeln, eine starke Aufsicht und sichere europäische Anlageprodukte. Doch ohne öffentliche Impulse wird es nicht gelingen. Europa muss gemeinsam investieren – mutig, entschlossen und strategisch.
Endometriose: Ein Weckruf für Europa hinsichtlich des geschlechtsspezifischen Gesundheitsgefälles (Aussprache)
Wo ist die Frage? Ich meine, ich werde versuchen, die Frage herauszufinden, aber wenn ich es verstehe, brauchen wir eine echte Gleichbehandlung aller in der Medizin. Unsere Situation ist so: Wir leben im Patriarchat und deshalb wird die Gesundheit von Frauen nicht ernst genug genommen. Daran müssen wir arbeiten, und das gilt natürlich für alle – jede einzelne Person in der Gesellschaft.
Endometriose: Ein Weckruf für Europa hinsichtlich des geschlechtsspezifischen Gesundheitsgefälles (Aussprache)
Wo ist die Frage? Ich meine, ich werde versuchen, die Frage herauszufinden, aber wenn ich es verstehe, brauchen wir eine echte Gleichbehandlung aller in der Medizin. Unsere Situation ist so: Wir leben im Patriarchat und deshalb wird die Gesundheit von Frauen nicht ernst genug genommen. Daran müssen wir arbeiten, und das gilt natürlich für alle – jede einzelne Person in der Gesellschaft.
Endometriose: Ein Weckruf für Europa hinsichtlich des geschlechtsspezifischen Gesundheitsgefälles (Aussprache)
Herr Präsident, Frau Kommissarin! Stell dir vor, du hast jeden Monat so starke Schmerzen, dass sie dein Leben bestimmen, und niemand nimmt dich so richtig ernst. So geht es Millionen von Frauen mit Endometriose. 10 % aller Frauen im gebärfähigen Alter sind davon betroffen. Dennoch kennen viele Menschen nicht einmal den Begriff. Der Weg zur Endometriose-Diagnose dauert durchschnittlich sechs Jahre, begleitet von Schmerzen, von Falschdiagnosen und dem Gefühl, nicht so richtig ernst genommen zu werden. Starke Schmerzen während der Periode gelten oftmals als normal. Als Gesellschaft müssen wir umdenken. Schmerzen sind nie normal. Dazu kommt, dass Endometriose einen Kinderwunsch gefährden kann. Einen Lebenstraum, der wie eine Seifenblase platzen kann. All das zeigt ein strukturelles Problem. Frauen und ihre Beschwerden werden im Gesundheitssystem oft nicht ernst genommen. Das ist der Gender Health Gap. Es ist Zeit, ihn zu schließen – mit Forschung, Aufklärungskampagnen und mit echter Gleichstellung in der Medizin.
Endometriose: Ein Weckruf für Europa hinsichtlich des geschlechtsspezifischen Gesundheitsgefälles (Aussprache)
Herr Präsident, Frau Kommissarin! Stell dir vor, du hast jeden Monat so starke Schmerzen, dass sie dein Leben bestimmen, und niemand nimmt dich so richtig ernst. So geht es Millionen von Frauen mit Endometriose. 10 % aller Frauen im gebärfähigen Alter sind davon betroffen. Dennoch kennen viele Menschen nicht einmal den Begriff. Der Weg zur Endometriose-Diagnose dauert durchschnittlich sechs Jahre, begleitet von Schmerzen, von Falschdiagnosen und dem Gefühl, nicht so richtig ernst genommen zu werden. Starke Schmerzen während der Periode gelten oftmals als normal. Als Gesellschaft müssen wir umdenken. Schmerzen sind nie normal. Dazu kommt, dass Endometriose einen Kinderwunsch gefährden kann. Einen Lebenstraum, der wie eine Seifenblase platzen kann. All das zeigt ein strukturelles Problem. Frauen und ihre Beschwerden werden im Gesundheitssystem oft nicht ernst genommen. Das ist der Gender Health Gap. Es ist Zeit, ihn zu schließen – mit Forschung, Aufklärungskampagnen und mit echter Gleichstellung in der Medizin.
Wahrung der Rechtstaatlichkeit in Spanien und Sicherstellung einer unabhängigen und autonomen Staatsanwaltschaft zum Zwecke der Bekämpfung von Kriminalität und Korruption (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir erleben wieder einmal eine Debatte, die von nationalen Interessen entführt wurde, die das Europäische Parlament für parteiische Zwecke missbrauchen. Ehrlich gesagt, es ist irritierend, die Spanier zu beobachten Partido Beliebt Zeigen Sie mit den Fingern, während Sie sich weigern, sich ihren eigenen Aufzeichnungen zu stellen. Von Gürtel bis Bárcenas hat Spanien unter konservativer Führung einen institutionellen Verfall erlebt. Angeblich nutzte die PP sogar das Innenministerium, um die Justiz zu behindern und Staatsanwälte zu blockieren. Unterdessen handelt die derzeitige Regierung von Sánchez schnell und übernimmt Verantwortung. Lassen Sie uns also klarstellen: Transparenz ist nicht optional, sie ist der Sauerstoff der Demokratie. Ohne sie eitert die Korruption und die Verantwortlichkeit verwelkt. Und deshalb hat die derzeitige sozialistische Regierung in die Justizreform investiert, die Aufsicht gestärkt und sich der Europäischen Staatsanwaltschaft angeschlossen. So sieht echtes Engagement für Transparenz aus. Unabhängige Staatsanwälte schützen die Demokratie – etwas, das die EVP, einschließlich der spanischen Mitglieder, auf Ebene der Europäischen Union tatsächlich unterstützt hat. Doch die spanische PPE blockiert Reformen zu Hause. Die EU-Aufsicht zu unterstützen und sie im Inland zu blockieren, ist so, als würde man Brandschutz predigen und gleichzeitig Brände in seinem eigenen Hinterhof setzen. Es ist einfach heuchlerisch. Bei der Korruptionsbekämpfung geht es nicht um Slogans, sondern um starke Institutionen. Zu viele in der EVP vergessen das in ihrem Machtkampf. Aber die Geschichte zeigt, dass, wenn Konservative die Institutionen – und damit die Demokratie – für ihren kurzfristigen Gewinn schwächen, die extreme Rechte die Stücke aufgreift. Beenden wir also die Scharade und kehren wir zum Tisch zurück. Nicht mit Fingerspitzengefühl, sondern mit einem gemeinsamen Engagement für die Verteidigung der Demokratie zu Hause und in ganz Europa.
Umsetzungsbericht über die Aufbau- und Resilienzfazilität (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! In Zeiten größter Unsicherheit hat Europa Mut gezeigt. Mit dem Wiederaufbau- und Resilienzfonds, also dem RRF, haben wir auf die Pandemie und auf die Energiekrise nicht nur reagiert, wir haben mit Milliarden investiert. Zusammenhalt und Zukunft wurden in Zahlen gegossen, in ein Investitionsinstrument. Wo Märkte wieder mal versagten, hat Europa gehandelt. Wo Menschen ihre Jobs verloren, hat der RRF geholfen. Wo Staaten Unterstützung gebraucht haben, hat der RRF investiert, in Schulen, in Spitäler, Bahnen, Windräder und in vieles mehr. Er hat nicht nur Arbeitsplätze gesichert, er hat Zukunft geschaffen, soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Stabilität, ökologische Erneuerung – das alles in einem Investitionsinstrument. Ein Erfolg, der nicht auslaufen, sondern weiterentwickelt werden soll, natürlich verbessert, natürlich gut kontrolliert. Denn was in der Krise trägt, kann auch in Zukunft stärken. Ein Vorbild für eine echte Investitionsunion – darum geht es. Für ein soziales, widerstandsfähiges Europa. Mehr Europa wagen heißt, mehr in Zukunft investieren, und daher ein Dankeschön an die beiden Berichterstatter.
80 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs – Freiheit, Demokratie und Sicherheit als Erbe Europas (Aussprache)
Frau Präsidentin! Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Europa lag in Trümmern. Vor 80 Jahren wurde der Grundstein für ein Europa des Friedens gelegt. Dank der Europäischen Union arbeiten wir seitdem zusammen. „In Vielfalt geeint“ – unser EU‑Motto geht auch zurück auf den Geist der Lagerstraße in Österreich. Damit nie wieder Millionen von uns Europäerinnen und Europäern in Lagern, im eigenen Zuhause, auf Schlachtfeldern sterben. Dafür müssen viele alte Gegensätze beiseitegelegt werden, und wir müssen zusammenarbeiten, Kompromisse finden, Demokratie aufbauen, damit der Frieden hält. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Demokratie kann zerstört werden. Das hat uns der Zweite Weltkrieg gezeigt, und daher müssen wir diese große Errungenschaft verteidigen. Demokratie braucht uns alle. Wir müssen das Ende dieses schrecklichen Krieges und den Anfang unserer Europäischen Union feiern – feiern und hochhalten. Denn gerade jetzt braucht es das „Nie wieder“, braucht es Haltung, braucht es Europa.
Maltas Regelung der „goldenen Pässe“ und die Umgehung der EU-Sanktionen gegen Russland (Aussprache)
Herr Präsident, sehr geehrter Herr Kommissar! Was ist der Wert des EU-Passes? Ist er ein Versprechen auf Rechtsstaat, auf Frieden, auf Freiheit? Oder ein dubioses Geschäftsmodell, ein Spezialrecht für Oligarchen? Wenn einzelne Mitgliedstaaten EU-Pässe verkaufen, dann verkaufen sie nicht nur ein Dokument, sie verkaufen den Schutz unserer Werte und das Vertrauen in Europa. Während wir Sanktionen gegen Russland verhängen, finden genau diejenigen, die wir sanktionieren wollen, Wege ins Herz Europas – durch Schlupflöcher, durch sogenannte Investorenprogramme, durch gekaufte goldene Pässe. Deshalb: keine Deals mit Despoten, keine Pässe für Putins Handlanger. Und der Europäische Gerichtshof hat nun auch klar gesprochen: Der Verkauf von EU-Pässen verstößt gegen EU-Recht. Staatsbürgerschaft darf nicht käuflich sein – denn wer Europa zu Geld macht, verspielt Europas Glaubwürdigkeit. Wer Sanktionen umgeht, stärkt den Aggressor. Europa ist kein Geschäftsmodell.
Union der Kompetenzen: Schaffung zusätzlicher und besserer Möglichkeiten, in der EU zu studieren, eine Ausbildung zu machen oder zu arbeiten und Talente zurückzuholen (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrte Frau Vizepräsidentin Mînzatu! Die Union of Skills, die Union der Kompetenzen, das ist ein guter Anfang; wir wollen Sie darin unterstützen, aber wir wollen weitergehen. Wir brauchen ein europäisches Recht auf Weiterbildung, ein Recht, das Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen die Möglichkeit gibt, ihre Arbeitszeit ohne Lohneinbußen und Kostenaufwand dazu zu verwenden, ihre Kompetenzen zu erweitern. Wir befinden uns mitten in einem Wandel des Arbeitsmarktes, es fehlen hinten und vorne die Fachkräfte. Wir müssen den Menschen in den Mittelpunkt stellen, und vor allem müssen wir allen dieselben Chancen geben, um von diesem Wandel zu profitieren. Der ökonomische Erfolg eines Unternehmens steht und fällt mit qualifizierten, mit gut ausgebildeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, und betriebsinterne Weiterbildungen binden die Mitarbeiter an das Unternehmen. Ich wiederhole: Betriebsinterne Weiterbildungen sind ganz besonders wichtig, es profitieren also die Unternehmen. Es ist eine Win‑win‑Situation.
Bürokratieabbau und Vereinfachung der Unternehmenstätigkeit in der EU: die ersten Omnibus-Vorschläge (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrte Frau Kommissarin! Das Lieferkettengesetz hat einen Paradigmenwechsel eingeleitet. Es stellt klar: Unternehmen müssen dafür haften, wenn sie einen Schaden anrichten, so wie Privatpersonen auch. Sie müssen das Arbeitsrecht, das Umweltrecht, fundamentale Menschenrechte respektieren. Das Omnibuspaket der Kommission ist ein Synonym für Verantwortungsflucht. Es ist ein Kniefall der Kommissionspräsidentin vor einigen wenigen großen Konzernen, auf deren Druck hin beschlossene Gesetze wieder aufgemacht werden. Was bedeutet das: Unternehmen haften nicht mehr. Es wird nahezu unmöglich, die Mutterfirma zur Verantwortung zu ziehen, wenn bei einer Tochterfirma Probleme identifiziert wurden. Strafzahlungen werden gestrichen. Unser Wettbewerbsvorteil in der Europäischen Union ist, dass die Europäische Union für Qualität steht, dass Investorinnen und Investoren, dass Konsumentinnen und Konsumenten, dass Unternehmen und Staaten weltweit darauf zählen können, dass bei uns hohe Standards eingehalten werden – und das dürfen wir nicht aufgeben.
Notwendigkeit, im Gesundheitswesen dem akuten Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken und hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen (Aussprache)
Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Exekutiv-Vizepräsidentin! Eine große Überzeugung, ein ausgezeichnetes Arbeitsethos, eine Berufung, sich um andere zu kümmern – das nehme ich im Gesundheitssektor bei Ärztinnen wahr, bei Krankenpflegern, Hebammen, Altenpflegern, und das muss so bleiben. Diese Pflegekräfte arbeiten gerne in der Branche, wenn sie ausreichend Zeit haben, ihre Arbeit gut zu machen. In Österreich – und jetzt kommt der Schnitt nur allein für das Land, das ich am besten kenne, – fehlen bis 2030 76 000 und bis 2050 sogar 200 000 Pflegekräfte. Was bedeutet das jetzt schon im Alltag für die, die in der ersten Reihe stehen? Viele machen die Arbeit für zwei. Das heißt, sie sind psychosozial im Stress und unter Druck. 30 % von ihnen sind bereits über 50 Jahre alt. Das heißt, Pensionierungen stehen bevor. Wir müssen uns um die jungen Leute kümmern, vor allem aber auch um die Männer, die wir für den Pflegesektor gewinnen müssen. Egal ob Mann oder Frau: Jeder, jede kann Pflege lernen. Mann, mit zwei N, und damit einer der wichtigsten Jobs, soll diesen Job natürlich genauso gut erfüllen.
Europäische Zentralbank – Jahresbericht 2024 (Aussprache)
Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Präsidentin Lagarde! Sehr geehrte Frau Kommissarin Albuquerque! Die Europäische Zentralbank ist viel mehr als nur eine Bank: Sie ist das Rückgrat unserer Wirtschaftspolitik, Stütze der Europäischen Union. Ihre Geldpolitik bestimmt unsere wirtschaftliche Zukunft, und wer ihr die Hände bindet, blockiert den Fortschritt, gefährdet den sozialen Frieden und stellt sich gegen die gemeinsame Verantwortung. Preisstabilität ist der Kern, um nicht zu sagen die heilige Kuh der Geldpolitik. Doch Geldpolitik geht weit über die bloße Preisstabilität hinaus. Daher hat die Europäische Zentralbank auch zwei Mandate, und das zweite Mandat umfasst die Verantwortung für den Wohlstand der Menschen, für Arbeitsplätze, Innovation und auch für Chancengleichheit. In einer Zeit, in der der Klimawandel und soziale Ungleichheit immer mehr auf die Menschen niederprasseln, ist das zweite Mandat der Europäischen Zentralbank dadurch dringlicher denn je. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen fest an der Seite der EZB, denn ihre Rolle ist unverzichtbar – auch im Kampf gegen den Klimawandel. Tatsächlich: Preisstabilität und Klimaschutz sind untrennbar miteinander verbunden. Denn die Klimakrise bedroht Menschen, bedroht unseren Planeten und die Wirtschaft gleichermaßen, und wer das nicht begreift, der lebt in einer Illusion. Leider gibt es noch immer Kräfte in diesem Haus, die die EZB auf eine marktneutrale Linie zwingen wollen, als ob dies ein unantastbares Dogma wäre. Aber wir wissen: Marktneutralität ist kein Naturgesetz, sondern maximal ein von Menschen erdachtes Konzept, das uns im Klimakampf im Stich lässt. Diese Politik der Marktneutralität würde die Probleme der Menschen und des Planeten verschärfen, statt Lösungen zu bringen. Die Erkenntnis also, dass Klimawandel, soziale Gerechtigkeit und Preisstabilität eng miteinander verknüpft sind, muss uns den Leitfaden geben, wie Geldpolitik zu gestalten ist. Denn nur eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft kann langfristige Stabilität für uns alle gewährleisten.
Die Notwendigkeit einer Aktualisierung der europäischen Strategie für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Aussprache)
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Kommissarin. In Vielfalt geeint – das ist das Motto unserer Union. Nur die Hälfte der Menschen mit Behinderung in der Europäischen Union geht einer Beschäftigung nach – oft sind sie in Teilzeit beschäftigt oder in Niedriglohnjobs. In Vielfalt geeint – das heißt für mich aber auch, dass wir diese Vielfalt schätzen müssen. Wir müssen auf die Potenziale der Menschen schauen und nicht nur auf die Behinderung oder auf ihre Erkrankung. Menschen mit Behinderung, die können so viel zu unserer Gemeinschaft beitragen. Aber wir müssen sie auch beitragen lassen und die passenden Rahmenbedingungen schaffen – und die beginnen früh. Menschen mit Behinderungen müssen den gleichen Zugang zu allgemeiner und beruflicher Bildung haben, den gleichen Zugang zum Arbeitsmarkt. Und sie wollen vor allem nicht mit Arbeit, die vollkommen unter ihren Kompetenzen liegt, sich irgendwie die Zeit vertreiben. Inklusion und Wertschätzung am Arbeitsmarkt – darauf müssen wir in den nächsten fünf Jahren ganz genau schauen.