21
Mai
2026
Ansehen
Notwendigkeit einer Anpassung des EU-Rechtsrahmens für nachhaltige Biokraftstoffe (Aussprache)
Herr Präsident! Commissioner! Kolleginnen und Kollegen! Teller, Trog, Tank – diese Debatte haben wir in der Vergangenheit viel zu einseitig betrieben. Als ob das eine das andere vollkommen ausschließen würde. Aber wenn wir an Innovation und an Fortschritt glauben, dann müssen wir auch schauen, ob es eine integrierte Nutzung dieser drei Säulen geben kann. Andere machen es vor. Was soll schlecht daran sein, zum Beispiel aus Hirse zuerst Bioethanol zu entziehen und sie dann zu verfüttern? Und ich glaube, dass wir auch bei Überproduktion, die wir in Europa haben und die wir am Markt halt immer wieder haben und die den Markt belastet – dass auch dort energetische Nutzung gut sein kann. Welchen Sinn hatte es zum Beispiel in der letzten Saison, dass wir viel zu viele Kartoffeln hatten, die zum Teil nicht einmal geerntet wurden, also im Boden gelassen wurden? Es wäre viel gescheiter gewesen, sie energetisch zu verwenden. Deshalb: Wir brauchen diese Integration. Und deswegen müssen wir Einschränkungen in der RED III auch aufbrechen und dürfen sie nicht weiter verschärfen. Und deshalb glaube ich, dass der delegierte Rechtsakt, der in der Kommission vorgelegt worden ist, in die vollkommen falsche Richtung geht. Wir zerstören damit Soja-Wertschöpfungsketten in Europa. Und ich denke, es ist doch absurd, wenn wir Proteinpläne für diesen Kontinent schreiben und gleichzeitig dann eine energetische und sinnvolle Nutzung von Soja verhindern. Da weiß in der Kommission offensichtlich manchmal die rechte Hand nicht, was die linke tut. Es wäre besser, wenn man das wüsste.