3
Okt
2023
Ansehen
Beziehungen EU-Schweiz (Aussprache)
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Zunächst einmal gilt natürlich auch mein Dank Lukas Mandl, der exzellente Arbeit geleistet hat und der uns wieder in Erinnerung ruft – es ist ja schon viel gesagt worden –, dass 2021 sich der Schweizer Bundesrat unerfreulicherweise dazu entschlossen hatte, einseitig die Verhandlungen über ein umfassendes Abkommen, ein horizontales Abkommen mit der Europäischen Union, zu beenden. Bedauernswert deshalb, weil damit die Fragen einer vertieften Kooperation zwischen der Europäischen Union einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits nicht gelöst, sondern nur in die Zukunft verschoben wurden. Wir wollen enger mit den Schweizern zusammenarbeiten, auf Augenhöhe, im Respekt der gegenseitigen Souveränität, aber eben auch auf einer fairen und gesetzlich, vertraglich geregelten Basis. Das gilt zunächst einmal für den Strom, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, wir müssen sicherstellen, dass im Bereich der Elektrizität kein neuer Röstigraben zwischen der Europäischen Union und der Schweizerischen Eidgenossenschaft entstehen kann, denn ein einheitlicher Binnenmarkt für Elektrizität und Netze schafft Resilienz und Sicherheit für beide Partner. Dabei wäre das Zeitfenster für ein EU-Schweiz-Abkommen derzeit so günstig wie nie zuvor. In Europa tobt – es ist schon erwähnt worden – der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Europäische Union hat daher ein großes Interesse an noch engeren Beziehungen mit ihren demokratischen Nachbarstaaten. Auch der Schweizer Nationalrat, das Parlament, und der Ständerat, die Regionenkammer, haben das gleiche Vorhaben. Zweitens gilt es natürlich auch für den Schweizer Beitrag zur Kohäsion, der noch nicht angesprochen wurde. Im Vergleich zu den EWR-Staaten ist der Schweizer Beitrag nach wie vor einfach zu gering, zumal die Schweiz wirtschaftlich und politisch stark von der Stabilität im Umfeld der Europäischen Union profitiert. Man ist versucht, als Europäer zu rufen: Hopp, Schwyz! Deswegen, liebe Kolleginnen und Kollegen, glaube ich, dass wir den Bericht annehmen sollten und weiterverhandeln, bis wir am Ziel sind: einer engeren Zusammenarbeit.