7
Mai
2025
Ansehen
Wettbewerbspolitik – Jahresbericht 2024 (Aussprache)
Herr Präsident, Frau Vizepräsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Zunächst einmal möchte ich der Berichterstatterin für die gute Zusammenarbeit bei dem Jahresbericht zur Wettbewerbspolitik danken. Dieser Jahresbericht ist dieses Jahr besonders, weil sein geopolitischer Kontext ihn besonders macht. Weltweit werden gemeinsam entwickelte Regeln infrage gestellt, Systeme der künstlichen Intelligenz stellen etablierte Gewissheiten infrage, und selbst in manchen westlichen Staaten wird die Unberechenbarkeit und die Unsicherheit zum Prinzip. Wir lassen uns davon in Europa aber nicht Bange machen, denn wir sind uns sicher: Dadurch entstehen neue Chancen für Europa. Eine verlässliche Wettbewerbspolitik nützt, Frau Vizepräsidentin, den Verbrauchern weltweit, und Innovation kann dort entstehen, wo Märkte nicht durch dominante Player verriegelt werden. Die Nervosität an den Märkten rückt Europa in die Rolle eines Nettogewinners, denn viele talentierte Mitarbeiter und auch weitere Investitionen kommen in diesen Tagen nach Europa, weil sie die Stärke und die Stabilität unserer Institutionen schätzen. Der Wettbewerbsbericht weist deshalb zu Recht darauf hin, dass auch das Wettbewerbsrecht der wachsenden Komplexität des weltweiten Wettbewerbs gerecht werden muss. Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union ist eine Aufgabe der Politik auf nationaler und europäischer Ebene. Denn wir wollen Europas Platz im globalen Wettbewerb sichern. Dafür brauchen wir Mut und zugleich Investitionsanreize für neue Technologien. Die Durchsetzung des Wettbewerbsrechts hingegen ist die Aufgabe der EU‑Kommission als Behörde, die robuste Spielregeln für fairen Wettbewerb, gerade im digitalen Umfeld, auch weiter durchsetzen muss. Deswegen sind die jüngsten Angriffe auf den DMA, auf das Gesetz über digitale Märkte, eine Gefahr, der wir gemeinsam begegnen müssen mit einer sehr überzeugten und überzeugenden Anwendung unseres gemeinsamen Rechts.