20
Mai
2026
Ansehen
Höchste Zeit, den Binnenmarkt zu verwirklichen und für Sicherheit und Vorhersehbarkeit für die Unternehmen in der EU sowie für hochwertige Arbeitsplätze zu sorgen (Fortsetzung der Aussprache)
Frau Präsidentin! In einer Welt, die geopolitisch immer unsicherer wird, kann Europa sich nicht länger auf andere verlassen. Unsere wirtschaftliche und geopolitische Stärke beginnt hier in unserem eigenen Binnenmarkt. Wir brauchen einen echten gesamteuropäischen Heimatmarkt für unsere Unternehmen. Aber noch immer erleben Unternehmen in Europa jeden Tag regulatorische Kleinstaaterei – von Entsendung bis Verpackung. Viele nationale Gesetze sind darauf angelegt, es Unternehmen aus anderen EU-Ländern schwer zu machen. 27 unterschiedliche Regeln, 27 unterschiedliche Verfahren, 27 Bremsklötze für Innovation. Es muss doch gelten: ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Regelwerk. Und: Wir müssen endlich radikal Bürokratie abbauen. Jedes Binnenmarktgesetz gehört auf den Prüfstand: Was kann weg? Was kann einfacher machen? Was gefährdet Arbeitsplätze? Denn Wettbewerbsfähigkeit entsteht durch Wettbewerb, nicht durch staatlich gelenkte Leitmärkte und politische Wunschprodukte. Europa darf nicht anfangen, Innovation zentral zu planen. Jetzt ist doch die Zeit, mutig zu sein und groß zu denken! Wenn die Kommission es ernst meint mit einer starken europäischen Wirtschaft, dann muss sie den Binnenmarkt endlich vollenden. Wir sehen gute Vorschläge, aber die Kommission braucht auch den Mut, sich gegen den nationalen Protektionismus der Mitgliedsländer zu stellen. Denn eines ist klar: Wer den Binnenmarkt stärkt, macht Europa stärker in der Welt. Wer ihn weiter blockiert, schwächt Europa, wenn wir diese Stärke am dringendsten brauchen.