27
Feb
2024
Ansehen
Krieg im Gazastreifen und das Erfordernis einer Waffenruhe, einschließlich der jüngsten Entwicklungen in der Region (Aussprache)
Herr Präsident! Plenarsitzung um Plenarsitzung diskutieren wir über die Situation in Gaza, doch Masse macht leider keine Klasse. Ich habe den Eindruck, es werden lediglich die bekannten Positionen zur eigenen Befriedigung ausgetauscht, anstatt endlich mal im Sinne einer stärkeren außenpolitischen Rolle der EU zu arbeiten. Zwei Dinge finde ich hierbei zunehmend unerträglich: Erstens, das Schicksal der Geiseln tritt immer mehr in den Hintergrund. Davor habe ich schon vor Wochen hier gewarnt. Die Familien von rund 130 gefangen genommenen Israelis haben seit Monaten kein Lebenszeichen mehr von ihren Liebsten, von ihren Kindern und ihren Babys. Was tun wir Abgeordnete? Was tun Sie, Herr Borrell, wenn Sie zuhören, persönlich dafür, dass die Geiseln nicht vergessen, nicht zum Kollateralschaden im großen Nahostkonflikt werden? Ausgangspunkt des aktuellen Kriegs waren ein brutaler Massenmord und die Entführung von Zivilisten. Wir dürfen nicht zulassen, dass dieses Mittel erfolgreich ist – von keiner Seite. Zweitens: die Rolle unseres Hohen Vertreters, Herrn Borrell. Er hat sich ja gestern in einem Generalangriff auf die Kommissionspräsidentin gefallen. Dazu Folgendes: Anders als Herr Borrell kann Ursula von der Leyen Krise. Das hat sie in den letzten fünf Jahren mehrfach bewiesen. Anders als Herr Borrell hat Ursula von der Leyen international enormes Vertrauen aufgebaut. Ursula von der Leyens Entscheidungen basieren auf einem klaren Wertefundament, und sie denkt richtigerweise Europasicherheit über den Tag hinaus. Wo sind die Erfolge von Herrn Borrell? Glaubt er ernsthaft, dass man in Nahost mit Polemik statt mit Diplomatie etwas erreichen kann? Nein, Herrn Borrells Bilanz ist unzureichend und seine Herangehensweise ungeeignet. Gut, dass wir Ursula von der Leyen haben, die international das Gesicht der EU prägt, und nicht er. Frohen Ruhestand, Herr Borrell! (Die Rednerin ist damit einverstanden, eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“ zu beantworten.)