20
Mai
2026
Ansehen
Höchste Zeit, den Binnenmarkt zu verwirklichen und für Sicherheit und Vorhersehbarkeit für die Unternehmen in der EU sowie für hochwertige Arbeitsplätze zu sorgen (Aussprache)
Frau Präsidentin und Herr Vizepräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, seit seiner Gründung im Jahr 1993 hat der europäische Binnenmarkt Europa enormen Wohlstand gebracht. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank hat sie unser BIP um 12 % bis 22 % erhöht. Das sind 12 % und 22 %. Aber seine wahre Stärke ist nicht nur wirtschaftlich. Der Binnenmarkt hat die europäische Integration vorangebracht, indem er gemeinsame Werte geschaffen und geschützt hat. Der Binnenmarkt steht für Vertrauen. Das Vertrauen der Verbraucher in der gesamten Europäischen Union, online und offline, für Fairness gegenüber den Arbeitnehmern, für Gerechtigkeit, für künftige Generationen, denen wir einen lebenswerten Planeten verdanken, und natürlich für Freiheit, von der Bürger und Unternehmen gleichermaßen profitieren. Aber heute möchte ich betonen, dass der Binnenmarkt auch für die europäische Sicherheit steht, weil er der Europäischen Union die Kraft gibt, unsere eigene Zukunft zu gestalten. Die Vollendung des Binnenmarktes ist unsere Antwort. Unsere Antwort auf die Sicherheitspolitik in der Europäischen Union, auf die amerikanische Verrücktheit, auf die russische Aggression und die chinesische Konkurrenz. Den Ehrgeiz zu senken und die nationalen Interessen gegenüber der gemeinsamen europäischen Stärke zu verteidigen, ist einfach der falsche Weg. Die Europäische Union braucht jetzt mutige neue Schritte. Lassen Sie mich zwei Prioritäten für meine Fraktion hervorheben. Erstens brauchen wir eine echte Kreislaufwirtschaft im Binnenmarkt, um Rohstoffabhängigkeiten zu verringern, die Klimaneutralität voranzutreiben und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen. Zweitens müssen wir unsere Abhängigkeit von US-Technologiegiganten für digitale Infrastruktur verringern. Dabei geht es nicht nur um Wirtschaft und Sicherheit, sondern auch um das Risikomanagement. Es geht um den Schutz der europäischen Demokratie. Was die Europäische Union und der Binnenmarkt nicht brauchen, ist Deregulierung auf Kosten der Verbraucher, Umwelt- oder Sozialstandards. Das sind unsere Stärken, nicht unsere Schwächen. Eine Schwächung dieser Standards bedeutet, dass das Fundament des Binnenmarktes selbst geschwächt wird. Lassen Sie uns also den Binnenmarkt in die Lage versetzen, weiterhin das zu tun, was er seit 1993 getan hat, um die Europäische Union stärker und geeinter zu machen.