21
Mai
2026
Ansehen
Europäische Bürgerinitiative „Stop Destroying Videogames (Videospielzerstörung stoppen)“ (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn Sie, sagen wir, einen Toaster kaufen und er bricht, können Sie ihn oft nicht reparieren. Ersatzteile sind nicht verfügbar, Handbücher sind nicht zugänglich und notwendige Updates, Software-Updates werden nicht bereitgestellt. Das Ergebnis? Verbraucher sind gezwungen, ein Produkt wegzuwerfen, das sie leicht länger hätten verwenden können. Das ist so ärgerlich, und viele Bürger beschweren sich bei uns. Ich bin so stolz darauf, dass wir eine legislative Lösung dafür gefunden haben – das Recht auf Reparatur, das die Hersteller verpflichtet, ihre eigenen Produkte zu reparieren, und das den Verbrauchern mehrere Instrumente an die Hand gibt, um ihre Einkäufe selbst zu reparieren. Aber diese Logik der Verlängerung der Lebensdauer physischer Produkte gilt nicht für Videospiele. Das ist der Kern der Europäischen Bürgerinitiative, über die wir heute sprechen. Wenn Sie ein Videospiel kaufen, das mit dem Publisher online verbunden ist, kaufen Sie tatsächlich eine Lizenz für die Nutzung, eine vom Publisher definierte Lizenz, die aus irgendeinem Grund jederzeit enden kann, nur dass Sie es nicht kennen. Wenn der Publisher ein Videospiel nach der Benachrichtigung trennt, endet nicht nur der Support – er ist buchstäblich tot und für Sie nicht reparierbar und für den Verbraucher nicht mehr spielbar. Über 1,2 Millionen Europäer fordern von uns, diesem erzwungenen und vorzeitigen Tod von Videospielen ein Ende zu setzen. Ich gratuliere allen Bürgerinnen und Bürgern, die so aktiv waren, und auch den Organisatoren dieser großen Europäischen Bürgerinitiative. Als Binnenmarktausschuss arbeiten wir hart daran, eine Praxis aus dem Binnenmarkt zu verbannen, die die Verbraucher zwingt, neue Produkte zum Nachteil ihrer Brieftaschen und des Planeten zu kaufen – geplante Obsoleszenz. Geplante Obsoleszenz ist definiert als das bewusste Design eines Produkts mit einer künstlich begrenzten Nutzungsdauer. Diese Logik muss auch für Videospiele im EU-Verbraucherrecht gelten. Ich hoffe aufrichtig und fordere die Europäische Kommission nachdrücklich auf, eine Lösung zu finden, wie die spezifische Situation eines Lizenzmodells das gleiche Verbraucherschutzniveau für Spieler gewährleisten kann. Eine Lösung, um das unbekannte, willkürliche Ende des Spielspaßes und ein langes Leben zu vermeiden, was längst zu einem Teil unserer Kultur geworden ist.