20
Mai
2026
Ansehen
Überprüfung des EHS-Systems zur Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit Europas (Aussprache über ein aktuelles Thema)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Die Energiekrise ist nicht vorbei. Im Gegenteil, die Lage bleibt unsicher und sie bleibt unberechenbar. Die Kommission hat mit ihrem Werkzeugkasten schnell und zielgerichtet reagiert. Aber die Maßnahmen reichen nicht aus, um unsere heimische Industrie wegen der steigenden Kosten zu unterstützen. Deshalb ist es mehr als wichtig, dass die Revision des ETS endlich kommt. Sie ist eine Chance, unsere Industrie gerade in diesen herausfordernden Zeiten mittelfristig zu entlasten. Fakt ist, und viele Kolleginnen und Kollegen haben ja schon darauf hingewiesen: Europa ist weltweit die einzige Region mit einem signifikanten CO2-Preis. Der liegt heute pro emittierte CO2-Tonne bei rund 75 Euro, in China liegt er unter 10 Euro. Das ist kein level playing field, das ist ein Wettbewerbsnachteil für die europäische Industrie. Das ETS läuft in ein strukturelles Problem: Der Absenkungspfad ist zu steil, lange bevor technische Alternativen verfügbar sind. Die Marktstabilitätsreserve schöpft Zertifikate künstlich ab und schafft Verknappung im Voraus. Vor allem in Zeiten von externen Schocks, wie wir sie aktuell erleben, stellt das große Probleme dar. Die Folge ist: Die Unternehmen sichern sich ab, sie halten Zertifikate zurück, sie hedgen. Damit wird genau das Kapital gebunden, was ja eigentlich notwendig ist, um die Transformation erfolgreich durchzuführen. Ich denke, dass ein langsameres Abschmelzen der freien Zuteilungen unabdingbar ist. Auch der CBAM-Prozess, der ja mit großen bürokratischen Hürden derzeit noch verbunden ist, muss erst noch optimiert werden, damit letztlich hier auch der Außengrenzschutz effektiv ist und wir das ETS entsprechend nachjustieren können.