29
Apr
2026
Ansehen
Inanspruchnahme des Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung zugunsten entlassener Arbeitnehmer: Antrag EGF/2025/008 BE/Liberty – Belgien (A10-0084/2026 - Matthias Ecke) (Abstimmung)
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In Lüttich in Belgien haben über 500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach der Insolvenz des Stahlunternehmens Liberty Steel ihren Arbeitsplatz verloren. Wir stimmen gleich über die Freigabe von 2 Millionen EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung ab, um diese Beschäftigten zu unterstützen. Der Globalisierungsfonds ist natürlich Ausdruck europäischer Solidarität angesichts der Auswirkungen des Strukturwandels. Er unterstützt die betroffenen Menschen bei Umschulung, Weiterbildung, damit sie ihre Fähigkeiten, ihre Erfahrungen, ihre Leidenschaft an anderer Stelle im Arbeitsmarkt wieder einbringen können. Aber seien wir ganz ehrlich: Das ersetzt natürlich keine vorausschauende Wirtschafts-, Industrie- und Arbeitsmarktpolitik. Europa muss seine heimische Stahlindustrie entschlossener schützen. Angesichts globaler Überkapazitäten und unfairer Konkurrenz sind Handelsschutzmaßnahmen unverzichtbar, um Produktion und Arbeitsplätze hier auch in Europa zu sichern. Schutz allein reicht aber nicht aus. Wir müssen mit dem gezielten Einsatz öffentlicher Beschaffung und öffentlicher Investitionen, etwa über die Verordnung zur industriellen Beschleunigung, die Transformation zu grünem Stahl unterstützen, also beides zusammendenken: Schutz und Modernisierung. So sichern wir langfristig Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb sollten wir heute erstens die Mittel schnell freigeben, um die betroffenen Menschen zu unterstützen, und zweitens die richtigen Lehren ziehen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze hier bei uns in Europa.