17
Jan
2023
Ansehen
Binnenmarktkonzept für den Verbraucherschutz in Online-Videospielen (Aussprache)
Herr Präsident, vor 20 Jahren haben Gaming-Studios versucht, ein Spiel zu entwickeln, das so lustig und herausfordernd wie möglich war, also haben Sie es gekauft. Aber jetzt versuchen sie hauptsächlich, ein Spiel so süchtig wie möglich zu machen. Innovation führt nicht immer zu Verbesserungen für die Verbraucher. Das sehen wir in der Gaming-Branche. Denn wo ich in der Vergangenheit nach langen Ersparnissen endlich Rollercoaster Tycoon kaufen und dann endlos spielen konnte, verdienen die Spielstudios jetzt viel Geld, indem sie ein Spiel so süchtig machen wie möglich. Und die Spielemacher sind auch sehr gut darin. Im Moment hat jeder zwanzigste Junge in der Schule Merkmale einer Spielsucht. Das ist nicht verwunderlich, denn diese Unternehmen wissen genau, welche psychologischen Tricks sie anwenden müssen, damit Sie so lange wie möglich spielen und so viel Geld wie möglich ausgeben können. So kamen sie auf digitale Schatztruhen, die man im Spiel kaufen kann, ohne zu wissen, was drin ist. Der Inhalt kann manchmal sehr wertvoll sein oder auch nicht. Weil diese ihnen das gleiche gefühl wie glücksspiel geben, können die leute eine menge geld dafür verschwenden und sie arbeiten süchtig. Andere Tricks für mehr Gewinne sind wahrscheinlicher zu gewinnen, wenn Sie Gegenstände im Spiel bezahlen oder kaufen; Bezahlen Sie im Spiel mit einer anderen Münze, so dass Sie tatsächlich keine Ahnung haben, wie viel Geld Sie ausgeben; Wenn Sie etwas kaufen, müssen Sie ein Abonnement abschließen, an das Sie dann angeschlossen sind; oder heimlich Ihre Daten sammeln und dann weiterverkaufen. Wir haben strenge Regeln für Suchtmittel oder Dienstleistungen wie Tabak und Glücksspiel. Aber die Gaming-Branche ist seit Jahren in vollem Gange, während Jugendliche und Kinder eine so wichtige Zielgruppe sind. Das ist nicht mehr möglich, und deshalb bin ich stolz darauf, dass das Europäische Parlament heute auf neue Regeln und einen stärkeren Schutz bei Online-Spielen drängt. Und eine Untersuchung über ein europäisches Verbot von Lootboxen. Für mich ist das erst der Anfang. Europa muss auch die süchtig machende Gestaltung der sozialen Medien bekämpfen, und ich werde weiterhin dafür kämpfen. Junge Menschen sollten in der Lage sein, sich online wohl, sicher und ehrlich zu fühlen, ohne manipuliert, irregeführt oder süchtig zu werden.