18
Dez
2024
Ansehen
Dringend erforderliche Maßnahmen der EU zur Erhaltung der Natur und zum Schutz der biologischen Vielfalt, um ein Artensterben zu verhindern (Aussprache)
Herr Präsident! Frau Kommissarin! Meine Damen und Herren! Vor leider ziemlich leeren Reihen rede ich heute über eine der dramatischsten Krisen, die uns als Menschheit bedroht: das Artensterben. Denn ohne Artenvielfalt gibt es kein trinkbares Wasser, keine saubere Luft und keine fruchtbaren Böden. Das letzte große Massenaussterben vor 66 Millionen Jahren wurde durch einen Meteoriten ausgelöst und 75 % aller Tierarten, darunter die meisten Dinosaurier, verschwanden von der Erde. Heute befinden wir uns im sechsten großen Massenaussterben, und dieses Mal sind wir es, die Menschheit – der Meteorit, der sozusagen in Zeitlupe einschlägt. Jeden Tag verlieren wir bis zu 150 Arten. Der Rückgang der Artenvielfalt ist auf diesem Fächer gut visualisiert, das ist der Living Planet Index. Das sind Arten, die oft noch gar nicht erforscht sind, deren Rolle im Ökosystem noch gar nicht bekannt ist. Und wem das egal ist, der würde sich auch in ein Flugzeug setzen, aus dem ab und zu mal hier und da eine Schraube rausfällt. Ich sage mal konkret, was das mit uns zu tun hat. Die Bienen sterben, der Obstbaum trägt keine Früchte, die Ernte fällt aus, Nahrungsmittel werden knapp und die Preise steigen. Das heißt, die Auswirkungen des Artensterbens betreffen uns ganz unmittelbar – wir bezahlen sie mit unserer Gesundheit und mit unserer Ernährungssicherheit. Und deshalb fordert uns der Weltbiodiversitätsrat in seinem Nexus-Bericht auf: Wir müssen diese vernetzten Probleme mit vernetztem Denken lösen. Raus aus dem Silodenken! Artensterben, Klimakrise, Wasserkrise – das alles hat miteinander zu tun. Und wir müssen verstehen: Wir sind Teil der Natur. Wenn wir sie schädigen, schädigen wir auch uns. Das schlägt direkt auf uns zurück. Deswegen müssen wir diese Debatten besser früher als später führen. Auch und gerade hier im Parlament.