Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
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Lukas Sieper | Deutschland DE | Renew Europe (Renew) | 494 |
| 2 |
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Juan Fernando López Aguilar | Spanien ES | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 463 |
| 3 |
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Sebastian Tynkkynen | Finnland FI | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 460 |
| 4 |
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João Oliveira | Portugal PT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 290 |
| 5 |
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Vytenis Povilas Andriukaitis | Litauen LT | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 276 |
Alle Reden (75)
Gefährdung der Souveränität der EU aufgrund strategischer Abhängigkeiten in der Kommunikationsinfrastruktur (Aussprache)
Datum:
13.02.2025 11:51
| Sprache: DE
Reden
Herr Präsident! Herr Kommissar! Kommunikation ist nicht nur ein zutiefst menschliches Bedürfnis mit gesellschaftlicher Wirkung. Kommunikationsfähigkeit in Krisenzeiten ist wesentlich für die Aufrechterhaltung staatlicher und gesellschaftlicher Ordnung. Dafür braucht es verlässliche Strukturen und Mittel. Das gilt im Kontext nationaler Sicherheit ebenso wie im europäischen. Informations- und Kommunikationsflüsse gewährleisten zu können, Lagebilder herzustellen und Führungsfähigkeit bereitstellen zu können, hat entscheidenden Einfluss auf den Verlauf unterschiedlicher Szenarien und auf unsere Fähigkeit, sie zu bewältigen. Der Niinistö-Bericht zur Preparedness Union schreibt uns nicht ohne Grund viele Dinge ins Stammbuch, unter anderem auch den beschleunigten Roll-out eines sicheren, autonomen, interoperablen Systems für Kommunikation und Informationsaustausch; die Beschleunigung und den Ausbau des European Critical Communication System auf der zivilen und der militärischen Seite; die Abhängigkeiten in Lieferketten zu vermeiden; Forschung, Entwicklung, Produktion sicherheitsrelevanter Produkte in Europa; Komponenten und Dienstleistungen so attraktiv zu machen, dass wir sie nutzen können. Preparedness, liebe Kollegen, braucht einen umfassenden Ansatz, der aus den üblichen Silos auch ein Stück weit rausgeht. Deswegen werden ITRE, SEDE, LIBE, IMCO, TRAN, INTA, SANT – wir alle werden unseren Beitrag leisten müssen. Und deswegen schließe ich vielleicht mit der, neben der Priorisierung von Haushaltsmitteln, wichtigsten Forderung von Niinistö: Sicherheitsvorbehalte und Auswirkungsüberprüfung in allen Gesetzgebungsverfahren, die wir hier im Haus haben.
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, gestern hat die Münchner Sicherheitskonferenz ihren jährlichen Sicherheitsindex veröffentlicht. Im Vergleich zu den Vorjahren gibt es bemerkenswerte, wenn auch nicht überraschende Veränderungen. Migration als Folge von Klimawandel und Krieg steht nach wie vor an erster Stelle, gefolgt von zunehmenden Sorgen um Russland, gefolgt von Angst vor Terroranschlägen, Sorgen um Cyberangriffe und Bedrohungen durch die internationale organisierte Kriminalität. Neben anderen Sorgen haben die Wahrnehmung von Desinformationskampagnen und die Besorgnis über Handelskriege stark zugenommen. Dies ist natürlich eine Momentaufnahme, aber es ist nicht die erste und es ist eine, die eine klare, mutige und einheitliche Antwort erfordert. Sicherheit ist eine kollektive Anstrengung – sie erfordert eine ganze Regierung, einen gesamten gesellschaftlichen Ansatz, sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene, in Bezug auf die Verteidigung, die innere Sicherheit und die Vorsorge. Glücklicherweise sind diese drei Politikbereiche ein wesentlicher Bestandteil des Arbeitsprogramms, und sie müssen so gut wie möglich miteinander verbunden werden. Es steht viel auf dem Spiel, aber dieses Haus, diese Union hat sich immer der Herausforderung gestellt, und ich bitte uns, das noch einmal zu tun. Wir haben die Werkzeuge und wir haben die Mittel, die Dinge besser zu machen, aber wir müssen mutig sein und wir müssen ehrgeizig sein. Es ist eine Testzeit, aber wir haben es in unserer Hand, für ein starkes, wohlhabendes und sicheres Europa zu arbeiten.
Eskalation der Bandengewalt in Schweden und verstärkte Bekämpfung der organisierten Kriminalität (Aussprache)
Datum:
10.02.2025 19:39
| Sprache: DE
Reden
Frau Präsidentin! Frau Kommissarin! Über 70 % der kriminellen Netze arbeiten grenzüberschreitend. Sie verdingen sich in Menschenhandel, Drogenhandel, Geldwäsche – zunehmend gewaltbereiter und brutal. Sieben der zehn gefährlichsten Netzwerke in Europa – im Übrigen 55 insgesamt an der Zahl – umfassen mehrere Nationalitäten. Acht von zehn arbeiten unter dem Deckmantel legaler Unternehmen. Organisierte Kriminalität war und ist immer eine immense Gefahr für unsere Ordnung, unseren Rechtsstaat, für unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft. Genauso wie diese Netzwerke jedes Schlupfloch, jede Möglichkeit nutzen, müssen auch wir das tun. Unsere Antwort muss koordiniert, unmissverständlich und vor allen Dingen unnachgiebig sein. Entziehen wir ihnen über die Arbeit der AMLA mit der Beweislastumkehr und der Konfiszierung von Vermögen endlich die finanzielle Grundlage. Unsere Sicherheitsbehörden müssen alle verfügbaren Instrumente zur effizienten Datenanalyse und -verknüpfung an die Hand bekommen. Zoll, Polizei, Dienste, Justiz, unsere Joint Investigation Teams brauchen Zugang zu allen für sie relevanten Informationen und Datenbanken. Sie sind nicht nur integraler Bestandteil einer Sicherheitsunion, sie stehen zugleich an vorderster Stelle, um unser Leben und unser Eigentum zu schützen. Wir müssen ihnen im Gegenzug Schutz gewährleisten. Das allein wird aber nicht reichen. Mit der Internal Security Strategy, mit der Preparedness Strategy, dem Whitepaper on Defence werden wir die nächsten Schritte gehen müssen, um diese, unsere Europäische Union gegen Bedrohungen und hybride Attacken von innen und außen abzusichern. Eine widerstandsfähige Demokratie wartet nicht auf Angriffe. Sie antizipiert sie, passt sich an und antwortet entschlossen. Das und nicht weniger müssen wir leisten. Ein letzter Kommentar zu meinem Vorredner: Am 23.2. wird jede Stimme für die AfD in Deutschland eine verlorene Stimme sein. Es wird keine Koalition geben.
Herr Präsident, Herr Kommissar, ich möchte das heutige Thema auf zwei Ebenen ansprechen: zu einem Verfahren und zu einem Inhalt. In Bezug auf das Verfahren muss ich als Vertreter dieses Hauses natürlich auch die Forderung an die Kommission unterstreichen, die Fristen einzuhalten und natürlich die Fristen einzuhalten. Es gibt einen Grund, warum wir Zeitpläne für die Beantwortung der Fragen festlegen, und ich denke, dass wir tatsächlich mehr tun können, um auch zusammenzuarbeiten, um in diesem Sinne wieder näher zu kommen. Was den Inhalt betrifft, da es hauptsächlich um Instrumentalismus geht – wo übrigens die ECR in der vorherigen Wahlperiode die Berichterstattung hatte –, denke ich, dass die hier auf dem Spiel stehende Frage nicht unbedingt die Dynamik im politischen Bereich widerspiegelt. Die Kommission, der Kommissionspräsident, sie befinden sich in einer engen Debatte mit den betroffenen Mitgliedstaaten. Es liegen Vorschläge auf dem Tisch, sowohl mit finanzieller Unterstützung als auch mit zusätzlichem Geld, aber auch in Bezug auf die Anpassung der politischen Reaktion. Als allgemeine Bemerkung gilt, dass Europa am stärksten ist, wenn wir gemeinsam handeln, und wir als EVP werden dafür sorgen, dass dies weiter unten geschieht. Und während ich sage, dass einige hier im Haus akzeptieren müssen, dass es so etwas wie Instrumentalismus gibt – dass es Teil hybrider Angriffe ist, und es muss im geopolitischen Kontext gesehen werden –, müssen auch andere Teile hier im Haus das akzeptieren, denn genau der gleiche Grund, warum wir über dieses zynische, staatlich geförderte und staatlich akzeptierte Schmuggelgeschäft sprechen, ist, dass Moskau und Minsk die Europäische Union angreifen – versuchen, Druck auszuüben. So wollen sich zumindest Schauspieler, einige hier im Haus, näher aneinander ausrichten. Ich würde das kognitive Dissonanz nennen, aber lösen Sie das auf eigene Faust. Seien Sie versichert, dass wir als EVP weiter an einer gemeinsamen Lösung als Europäische Union arbeiten werden, die stark und stolz auf ihre Wurzeln und Werte ist.
Zusammenhänge zwischen organisierter Kriminalität und Schleusung von Migranten im Lichte der kürzlich erschienenen Berichte der Vereinten Nationen (Aussprache)
Datum:
22.01.2025 17:11
| Sprache: EN
Reden
Frau Präsidentin, liebe Kommissarin, die Berichte über die ausgeklügelten Zusammenhänge zwischen Migrantenschmuggel und anderen illegalen Aktivitäten sind zahlreich, sei es unser SOCTA-Bericht oder die Berichte des UNHCR, der IOM, des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung. 80 % der kriminellen Netze sind unter anderem am Drogenhandel und an der Schleusung von Migranten beteiligt; für letztere, wobei die Gewinne zwischen 20 Mio. auf einer Strecke und 90 Mio. auf einer anderen Strecke liegen. Es gibt Organisatoren, es gibt Werbetreibende, es gibt Transportanbieter von Menschenschmuggel und Menschenhandel. Sie nutzen Menschen in Bewegung aus, indem sie sie in Drogenschmuggel und andere Verbrechen einbeziehen. Sie sind immer aggressiver und gewalttätiger geworden. Das bedeutet, dass wir durch die Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Schmuggelgeschäfts nicht nur die Europäische Union schützen, sondern auch die Menschen. Logischerweise müssen wir den Kampf gegen die organisierte Kriminalität mit den richtigen Instrumenten und Techniken für die Strafverfolgung verstärken, indem wir unsere Agenturen wie Frontex und Europol ausreichend ausstatten und personell ausstatten, indem wir ihre Mandate zweckmäßig gestalten, indem wir das Geschäftsmodell der organisierten Kriminalität durch wirksame Einziehungsregeln und die umgekehrte Beweislast zerstören, indem wir die AMLA in vollem Umfang nutzen. Schließlich – und dies ist auch eine Reaktion auf soeben vorgebrachte Kommentare – durch die vollständige Umsetzung des Pakts, denn durch den Pakt brechen wir das Geschäftsmodell der Schleuser, indem wir wirksame Rückkehrregeln einführen und die Zusammenarbeit mit Drittländern intensivieren. Dies ist der Weg nach vorn, und ich freue mich darauf, mit der Kommission an einer Sicherheitsunion zu arbeiten, die Ergebnisse liefert.
Anfälligkeit der kritischen Infrastrukturen und hybride Bedrohungen in der Ostsee (Aussprache)
Datum:
27.11.2024 15:00
| Sprache: EN
Reden
Frau Präsidentin, Frau Kommissarin, Desinformation, Täuschung, Störung, Destabilisierung, Zerstörung – das Spielbuch ist inzwischen bekannt. Sie ist am helllichten Tag deutlich sichtbar. Wir sehen GPS-Störungen, wir sehen Cyberangriffe, wir sehen Desinformationskampagnen, Angriffe auf Logistikketten und Dienstleister, kritische Infrastrukturen an Land und auf See werden angegriffen, und es gibt besorgniserregende Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Wir sehen die Schattenflotte neben kritischen Infrastrukturen und sensiblen Gebieten segeln und von Zeit zu Zeit sogar mit hochexplosivem Ammoniumnitrat gefüllt sein. Die jüngsten Ereignisse sind nur ein reichliches Beispiel und ein Beweis dafür. Mitten im Spielbuch stehen wir – die Europäische Union, unsere Verbündeten und Freunde –, denn was unsere Gegner teilen, ist die Verweigerung unserer Werte, unserer Demokratie und unserer Freiheit. Man kann nicht allzu oft sagen: Wir sind bereits dabei, wir werden angegriffen und wir müssen der Herausforderung gerecht werden. Ursula von der Leyen hat heute Morgen den Ton für das nächste Kollegium vorgegeben. Die Einsätze sind hoch, und die Freiheit wird nicht umsonst kommen. Wir müssen mutig und ehrgeizig sein. Die Instrumente liegen auf dem Tisch. Wir haben einen ersten Bericht über die Vorbereitung. Wir werden die Strategie der inneren Sicherheit haben. Wir werden über das Weißbuch zur Verteidigung verfügen, um die Fragmentierung zwischen der EU und den Mitgliedstaaten, innerhalb der Mitgliedstaaten, der EU und der NATO, zwischen zivilen und militärischen Akteuren auf der Grundlage einer gemeinsamen Bedrohungsbewertung und Risikowahrnehmung zu überwinden und den Informationsaustausch zu verstärken, damit wir zuverlässige, leistungsfähige und belastbare Reaktionsstrukturen aufbauen können, die sich an den Grundsätzen der Abschreckung durch Verweigerung und Abschreckung durch Bestrafung orientieren. Wir haben alle Instrumente zur Hand, und die Antwort lautet: mehr Europa, nicht weniger.
Die dringende Notwendigkeit der Aufhebung der Kontrollen an den Binnengrenzen angesichts des vollständigen Beitritts Bulgariens und Rumäniens zum Schengen-Raum (Aussprache)
Datum:
26.11.2024 18:46
| Sprache: EN
Reden
Mr President, Commissioner, soon we will see three days in one. One will be a day to celebrate. Finally, after long years of negotiations, after fulfilling the criteria since 2011, after going through the gradual approach, finally Romania and Bulgaria will be members of the Schengen Area – hopefully as of next year. By saying so, we leave no space for the Council. The decision needs to be approved, and we will not and cannot accept any other outcome. It will not only mean a significant boost for business and travel, for trade and free movement; most importantly, for Romanians and Bulgarians it means 'welcome to the family of Schengen countries'. Second, it is a day to take stock. Critically, it's safe to say Schengen has been in better shape. By now, nine Member States have introduced, or will introduce, internal border checks for various reasons. But Schengen is not under threat because of the decision of the Member States, because of the reasons to take that decision. The rise of migrant smuggling, organised crime groups exploiting the Schengen Area, terrorist threats we are facing, the challenging geopolitical landscape and the security picture: it is a call to action. And this leads me to the third day. It is a day to restart and to continue the work of strengthening Schengen: by working and delivering on a true European strategy for internal security; by implementing and further developing the Asylum and Migration Pact in all its facets; by taking up the fight against organised crime; by boosting the capacities and the competences of our security agencies, both at national and European level; by allowing them and finally trusting them to do their work, especially in these times; by finally understanding customs as part of our security architecture; and by preparing ourselves for a dynamic and rapidly changing security landscape. That will require strength. It will require capabilities and flexibility. But it's time that we deliver on a European Union internal security strategy that is worth its name. So we celebrate, but we also roll up our sleeves. It's time for more Europe, not less.
Verbesserung der zivilen Vorsorge und der Verteidigungsbereitschaft Europas (Aussprache)
Datum:
14.11.2024 09:28
| Sprache: EN
Reden
Frau Präsidentin, lieber Herr Niinistö, Störung kritischer Dienstleistungen der Lieferketten durch Pandemie, Sabotage, hybride Bedrohungen, Cyberangriffe oder Naturkatastrophen. Die Gründe für die Vorbereitung sind vielfältig, und ich danke Herrn Niinistö ausdrücklich für den rechtzeitigen Bericht, seine Überlegungen und seine Ideen. Ich habe es schon einmal gesagt und werde es so oft sagen, wie es nötig ist: Die Sicherheitslage in Europa hat sich verschlechtert, und wir müssen unsere Vorsorge verbessern. Der Bericht konzentriert sich also zu Recht auf die gesamte Regierung, die gesamte Gesellschaft und alle Gefahren. Und ich würde sogar hinzufügen, dass wir einen ganzen Ansatz der Europäischen Union und einen ganzen europäischen Ansatz brauchen. Verteidigung und Zivilschutz sind also nur zwei Seiten einer Medaille: Was bedeutet das? Kurzfristig müssen wir zu einer gemeinsamen Risikowahrnehmung und einem gemeinsamen Risikoverständnis kommen. Wir müssen die geografischen Unterschiede zwischen Naturkatastrophen und von Menschen verursachten Krisen überbrücken und die Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten und der EU, zwischen der EU und der NATO, zwischen der zivilen und der militärischen Seite, zwischen Gesellschaft und Politik verbessern. Wir müssen die Vorratshaltung neben der Risikowahrnehmung weiterentwickeln und Menschen, Material und Strukturen der Krisenreaktion zusammenbringen. Wir können auf der Erfahrung aufbauen, die wir bereits haben, und wir müssen bereit sein, zu trainieren, zu trainieren, zu trainieren. Wir müssen unsere Bürger über Kommunikation, über Bildung, durch Sensibilisierung vorbereiten, denn mittelfristig müssen wir bürokratische und administrative Hürden beseitigen, wir müssen die Institutionen darauf vorbereiten, in der Lage zu sein, insbesondere in Krisenzeiten den Informationsaustausch zu verbessern, wo immer dies notwendig und möglich ist, wir müssen Notfallprotokolle entwickeln. Wir müssen die Ausrüstung und das Material für diejenigen, die in Krisenzeiten eine große Verantwortung tragen werden, verstärken und modernisieren, denn langfristig ist es unerlässlich, dass wir zu einer besser vorbereiteten Europäischen Union kommen, dass wir die europäische Solidarität bewahren und dass wir mit denen mit einem umfassenden Ansatz auf militärischer und ziviler Seite stark stehen. Am wichtigsten ist, dass wir dankbar und unterstützend für diejenigen sein müssen, die wirklich eine große Verantwortung tragen, wenn eine Krise eintritt: Den Verteidigern, den Ersthelfern, den Rettern, Polizisten, Feuerwehrleuten und den Freiwilligen sind wir es schuldig.
Einflussnahme aus dem Ausland und hybride Angriffe: Notwendigkeit der Stärkung der Widerstandsfähigkeit und der inneren Sicherheit der EU (Aussprache)
Datum:
23.10.2024 19:18
| Sprache: DE
Reden
Herr Präsident, Herr Kommissar! Seit drei Jahren kämpfen Ukrainer um ihr Leben, ihr Land, ihre Souveränität. Dank ihres Kampfes kommt Russland mit seinen Zielen bisher nicht voran und reagiert mit immer heftigeren Angriffen auf zivile Einrichtungen. Weil sie nicht vorankommen, setzen sie auch auf hybride Attacken in der EU – hybride Attacken gegen alle, die die Ukraine unterstützen, gegen alle, die freiheitliche Werte vertreten, gegen alle, die den demokratischen europäischen Weg gehen wollen, innerhalb und außerhalb der EU, mit Verbündeten anderer Regime, die ihre Ablehnung von Freiheit und Demokratie teilen. Wie sich das äußert? Im GPS-Jamming, das den zivilen Luftverkehr gefährdet, über Nacht verschobene Grenzbojen, nur um mal die Reaktionen zu testen, Doppelgängerkampagnen als Teil des Informationskrieges; wir sehen diese so zynische und ausgeklügelte Instrumentalisierung von Migration, das Nutzen der Strukturen organisierter Kriminalität entweder als Proxys oder für Dienstleistungen; wir sehen Angriffe auf Logistikdienstleister, auf Bahninfrastruktur, auf Trinkwasserversorgung, Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, Unternehmen und Verwaltung; wir sehen Desinformationskampagnen, die auf das Herz unserer Gesellschaft zielen: den Zusammenhalt und demokratische Prozesse. All das geht nahezu lehrbuchmäßig entlang der Kriterien Desinformation, Täuschung, Störung, Destabilisierung und Zerstörung. So let's face it, folks: Wir sind bereits mittendrin, wir sind auch angegriffen. Wir müssen dagegen aufstehen und uns verteidigen. Wie? Indem wir die Ukraine endlich konsequent unterstützen; indem wir unseren Worten konsequent Taten folgen lassen; indem wir unsere Sicherheitsbehörden national und europäisch in die Lage versetzen, rechtlich und mit ausreichenden Ressourcen Sicherheit zu gewährleisten; indem wir unsere Infrastruktur schützen; indem wir die zivil-militärische Zusammenarbeit straffen, ausbauen und besser miteinander verzahnen; indem wir all diejenigen, die im Katastrophen-, im Zivil- und Bevölkerungsschutz eine Verantwortung tragen, stützen, sie schützen und sie bestmöglichst ausstatten; indem wir uns als Gesellschaft, als Individuen schützen und unsere Resilienz hochfahren. Denn am Ende steht: Better safe than sorry.
Wirksame und ganzheitliche Steuerung der Migration durch verstärkte Rückführungen (Aussprache)
Datum:
23.10.2024 09:49
| Sprache: EN
Antworten
Wenn Sie Teil des Verhandlungsteams des Pakts gewesen wären, hätten Sie wohl gewusst, dass wir eine Lösung für die Frage der Umsiedlung, für die Frage der Solidarität und für die Frage der Solidarität gefunden haben, die die Mitgliedstaaten beitragen müssen, was die Antwort auf Ihre Frage ist.
Wirksame und ganzheitliche Steuerung der Migration durch verstärkte Rückführungen (Aussprache)
Datum:
23.10.2024 09:47
| Sprache: EN
Reden
Frau Präsidentin, Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie uns für eine Sekunde daran erinnern, was der Ausgangspunkt der letzten Wahlperiode war. Die Mitgliedstaaten waren nicht in der Lage, den vorherigen Pakt abzuschließen. Das Haus war in zahlreichen Diskussionen über den Pakt gehalten worden und konnte auch nicht abschließen. Wir haben lange Verhandlungen über ein komplexes Paket gebraucht und schließlich sind wir letztes Jahr mit einer Lösung angekommen. Ist es eine silberne Kugel? Wie kann es sein? Es war immer klar, dass es sich um ein Basissystem für die innere Dimension der Europäischen Union handelt. Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir es nicht dort lassen können, dass wir uns verbessern müssen und dass wir uns verstärken müssen. Und dank der EVP war die externe Dimension bereits Teil davon. Daher, und wir haben die Zahlen gehört, werden nur 20 % derjenigen, die kein Recht haben, in der Europäischen Union zu bleiben, tatsächlich zurückgegeben, was bedeutet, dass wir die Rückkehr auf verschiedene Weise erhöhen müssen. Wir brauchen eine wirksame und sinnvolle Zusammenarbeit mit Drittländern mit einem europäischen Ansatz. Wir müssen die volle Hebelwirkung des Visakodexes nutzen, der seit geraumer Zeit in den Händen der Mitgliedstaaten liegt, wir müssen den Menschenhandel und die Schleusernetze mit allen Mitteln bekämpfen, und wir müssen es zulassen, dass Frontex eine größere Rolle bei der Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Rückkehr und bei der Zusammenarbeit mit Drittländern übernimmt. Und natürlich müssen wir die Instrumentalisierung als hybride Bedrohung angehen, weil sie hochentwickelt, höchst zynisch, aber auch sehr vorteilhaft für die Organisatoren ist – nun, es handelt sich hier um nichts anderes als staatlich geförderte kriminelle Netzwerke. Die EVP wird immer die konstruktive Kraft sein, und wir werden immer diejenigen sein, die die Asyl- und Migrationspolitik vorantreiben.
Von der Islamischen Republik Iran geförderter Terrorismus vor dem Hintergrund der jüngsten Anschläge in Europa (Aussprache)
Datum:
22.10.2024 20:20
| Sprache: DE
Reden
Frau Präsidentin, Frau Kommissarin! Diese Debatte heute ist nicht nur eine außenpolitische. Sie ist eine innenpolitische, weil wir zu wenig getan haben. Zu wenig gegen einen Akteur, der unsere freie europäische Welt fundamental infrage stellt, zu wenig für die mutigen Frauen im Iran selbst, zu wenig, um unsere Bürgerinnen und Bürger in Europa zu schützen. Denn das Bild auf unseren Straßen sind Demonstrationen, die zunehmend gewalttätiger werden gegenüber Gegendemonstranten, gegenüber Journalisten, gegenüber Polizisten. Wir sehen das Ausspähen und Beobachten iranischer Dissidenten, Angriffe auf Israels Botschaften oder jüdische Einrichtungen, das Ganze verstärkt durch einen höchst alarmierenden Trend: die Verbindung zwischen organisierter Kriminalität und radikalisierten und terroristischen Gruppierungen oder Einzelpersonen. Deswegen: Machen wir in Europa endlich die Schultern gerade! Treten wir ein für und verteidigen wir unsere freie europäische Gesellschaft; sie ist es wert, verteidigt zu werden. Die Revolutionsgarden gehören auf die Terrorliste, die Sanktionen ausgeweitet und verschärft. Unsere europäischen, aber viel mehr noch auch die nationalen Sicherheitsagenturen und Behörden brauchen alle Instrumente an der Hand, um effektiv gegen die Terrorgefahr, gegen organisierte Kriminalität und die Verbindung von beidem vorzugehen, denn im Übrigen kann auch nur dann der Informationsaustausch sinnvoll und effektiv sein. Wenn ich keine Informationen habe, kann ich sie auch nicht austauschen. Zu guter Letzt: Die Mitgliedstaaten können und müssen die bisherige Arbeit an der gemeinsamen Gefährderdatenbank wieder aufnehmen. Ein Kompendium, eine Verständigung ist gut, aber es reicht bei Weitem nicht aus, um der aktuellen Gefahr entgegenzutreten.
Bekämpfung von gezielten Falschmeldungen, Populismus und Desinformation in der EU – die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, des Medienpluralismus und des unabhängigen Journalismus (Aussprache)
Datum:
07.10.2024 21:29
| Sprache: DE
Reden
Frau Präsidentin! Fake News, Populismus, Desinformation sind zentrale Herausforderungen für demokratische Gesellschaften. Das gilt nicht nur für die EU, aber uns muss klar sein, dass die Auseinandersetzung zwischen Autokratien und Demokratien gerade bei uns stattfindet. Aktuelle Desinformationskampagnen zielen auf zentrale europäische demokratische Werte, produktive Debatten, demokratischer Austausch, die Akzeptanz von Kompromissen, das Vertrauen in Staat und Journalismus sollen und werden untergraben. Mithin zielen sie auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der gerade jetzt eigentlich so bitter nötig ist. Die Mechanismen dabei sind immer die gleichen: ein Freund-Feind-Dualismus, ein Oben-gegen-Unten, ein Wir-gegen-Die, eine Täter-Opfer-Umkehr, eine unzulässige Verkürzung – thematisch: Whatever floats the boat. Das Ziel der Akteure dabei ist nicht „Glaube mir“, sondern das Ziel der Akteure dabei ist „Glaube niemandem“. Damit geht es tief an die Vertrauensbasis, den Kitt, den gesellschaftlichen Zusammenhalt dieser Demokratien, dieser Europäischen Union. Sind wir dem ausgeliefert? Weiß Gott nicht. Medienvielfalt, freier Journalismus – eine starke vierte Gewalt ist ein wesentlicher Grundpfeiler freier und demokratischer Gesellschaften. Journalisten tragen damit – genauso wie im Übrigen alle anderen in dieser Gesellschaft auch – eine enorme Verantwortung für diese unsere Demokratie. Schützen wir sie, stärken wir sie, wo es nötig ist. Gleichzeitig muss uns aber auch klar sein: Auch wir tragen eine Verantwortung. Üben wir als Gesellschaft Resilienz gegenüber Desinformation, gegenüber Populismus. Nicht jede Kritik ist Desinformation, nicht jede Überspitzung ist Populismus. Denn am Ende können Demokratien nur so gut sein wie diejenigen, die sich dafür einsetzen.
Die Wiedereinführung von Kontrollen an den Binnengrenzen in einer Reihe von Mitgliedstaaten und ihre Auswirkungen auf den Schengen-Raum (Aussprache)
Datum:
07.10.2024 19:15
| Sprache: DE
Reden
Frau Präsidentin, Frau Kommissarin! Zu Beginn der letzten Legislaturperiode stand Schengen schon einmal enorm unter Druck. Die Auswirkungen der Pandemie, Lieferkettenengpässe, aber auch seitdem: irreguläre Migration auf unvermindert hohem Niveau. Dieses Haus hier hat enorm investiert, nicht nur in den Asyl- und Migrationspakt, auch in die Reform des Schengener Grenzkodex, in zahlreiche Initiativen zur Stärkung des Schutzes der Außengrenzen, in die Sicherheit der Europäischen Union. Beim Pakt war aber immer klar: Die Wirkung wird zeitverzögert sein, denn die Mitgliedstaaten müssen umsetzen. Die Krise aktuell zeigt das mehr als deutlich. Wir brauchen einen neuen Push für Schengen, für die Sicherheit innerhalb der Europäischen Union. Jetzt ist es vor allen Dingen an den Mitgliedstaaten, zu liefern, was die schnelle – gerne auch schnellere – rechtliche Umsetzung des Paktes angeht, beispielsweise auch mit der Möglichkeit, mit Pilotprojekten zur Unterbringung für das Grenzverfahren an der Außengrenze voranzugehen. Diese Möglichkeiten haben die Mitgliedstaaten. Sie müssten sie nur nutzen. Was wir hier machen können, was wir hier machen werden, ist, dass wir vor allen Dingen auf die Umsetzung des Paktes drängen werden, dass wir die Stärkung von Frontex in den Mittelpunkt stellen. Dank der EVP haben wir diese Woche auch eine Debatte dazu. Wir müssen bei der Rückführung und im Kampf gegen smuggling und trafficking dringend vorangehen. Wir brauchen eine echte externe Dimension des Paktes, damit wir eine stärkere, eine sichere Europäische Union schaffen können. Und, meine Damen und Herren, die aktuelle Krise zeigt auch eines ganz deutlich: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation unter den Mitgliedstaaten! Es kann nicht sein, dass die Nachbarn von Deutschland aus der Presse erfahren, dass die Grenzen temporär geschlossen werden.
Das ungarische System der „Nationalen Karte“ und seine Auswirkungen auf den Schengen-Raum und den Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts (Aussprache)
Datum:
18.09.2024 15:12
| Sprache: EN
Antworten
Nun, dann, lieber Kollege, erlauben Sie mir, eine Frage zurückzusenden. Wenn es nur etwa fünf Anfragen sind, warum ist dann hier eine spezielle Schemakarte erforderlich? Es geht also um Sicherheitskontrollen und darum, dass wir wissen, wer an der Spitze der Europäischen Union steht. Es geht nur darum.
Das ungarische System der „Nationalen Karte“ und seine Auswirkungen auf den Schengen-Raum und den Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts (Aussprache)
Datum:
18.09.2024 15:10
| Sprache: DE
Antworten
Insofern vielen Dank für die Nichtfrage in dem Kontext. Aber sehr wohl habe ich darauf hingewiesen, dass man Möglichkeiten schaffen kann, dann aber die Sicherheitsüberprüfung hochfahren muss, wie das im Übrigen auch einige andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union gemacht haben; insofern ist das kein Widerspruch.
Das ungarische System der „Nationalen Karte“ und seine Auswirkungen auf den Schengen-Raum und den Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts (Aussprache)
Datum:
18.09.2024 15:07
| Sprache: EN
Reden
Frau Präsidentin, Frau Kommissarin, Vertreter des Rates, Kolleginnen und Kollegen, ich halte es für sinnvoll, die Voraussetzungen für die heutige Aussprache zu schaffen. Russland startete einen brutalen Angriffskrieg gegen ein souveränes Land, zielte mit Bomben auf Zivilisten und attackierte täglich kritische Infrastrukturen. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der Europäischen Union sehen wir hybride Kriegsführung, die unsere eigenen Bürger und unsere Widerstandsfähigkeit angreift. Erst im letzten Monat wurden wir Zeuge zahlreicher Sabotagevorfälle in ganz Europa, verfolgten die russische Schattenflotte auf dem Weg um kritische maritime Infrastrukturen und entdeckten hochentwickelte Social-Media-Kampagnen, die Populismus und Radikalisierung anheizten. Warum ist das wichtig für die heutige Debatte? Denn der ungarische Ratsvorsitz selbst und seine Programme müssen an einem sicheren Europa arbeiten, das bereit ist, sich zu verteidigen, was irgendwie in der Erklärung ein krasser Gegensatz zur jüngsten Initiative ist. Denn das fragliche Programm wurde zufällig kurz nachdem die Regierung Russland einen hochrangigen Besuch abgestattet hatte, ins Leben gerufen. Denn die Unterstützung russischer und belarussischer Bürger bei der Einreise in die Europäische Union auf der Grundlage eines Arbeitsvisums ist nicht genau das, was ich als gemeinsames Verständnis von Sicherheit verstehen würde – insbesondere nicht, wenn Sie irgendwie keine verstärkten Sicherheitskontrollen verlangen, die die geopolitische Situation widerspiegeln, sondern nur minimalistische Kontrollen bei der Ankunft. Oder wenn Sie argumentieren, dass Sie plötzlich eine große Anzahl von Arbeitskräften benötigen, eine große Anzahl von Arbeitnehmern mit sehr spezifischen Qualifikationen, aber keine Quote rechtfertigen oder spezifische Qualifikationsanforderungen festlegen, die erfüllt werden müssen. Daher möchte ich wirklich, dass nicht nur die Kommission die Sicherheitsrisiken, die sich aus diesem System ergeben, weiter bewertet, sondern auch den Rat auffordert, weitere Reaktionsmöglichkeiten zu nutzen.
Organisiertes Verbrechen als große Bedrohung für die innere Sicherheit der Europäischen Union und ihrer Bürger (Aussprache über ein aktuelles Thema)
Datum:
18.09.2024 12:55
| Sprache: DE
Reden
Frau Präsidentin, werte Kollegen! Der Europol-Bericht über serious organised crime ist schon angesprochen worden. Er alleine listet 55 der gefährlichsten kriminellen Netzwerke in der Europäischen Union auf. Die Strukturen zwischen legalen und illegalen Tätigkeiten verschwinden zusehends, die Bereitschaft, Gewalt anzuwenden, ist signifikant gestiegen. Hinzu kommen alarmierende Verbindungen zwischen Strukturen der organisierten Kriminalität und radikalisierten, teilweise sogar terroristischen Kräften. Der Bericht macht also mehr als klar: Wir müssen besser sein als die kriminellen Netzwerke. Wir brauchen eine Sicherheitsunion, die den Namen auch verdient. Was brauchen wir dazu? Vor allen Dingen die tools and techniques. KI für law enforcement darf kein Einhorn sein, sondern es muss ein Standardinstrument sein. Wir brauchen eine rechtssichere Möglichkeit, auf Verbindungs- und Verkehrsdaten zuzugreifen. Wir brauchen effektive und abschreckende Regeln zur Konfiszierung und zur Beweislastumkehr. Wir brauchen eine Stärkung der praktischen polizeilichen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Wir haben so hervorragende Beispiele wie die deutsch‑französische Einsatzeinheit, die Binome an vielen Binnengrenzen der Europäischen Union, die joint investigation teams. Wir haben die verstärkte Einbindung und wir brauchen die verstärkte Einbindung der Zollbehörden, denn der Erfolgsfaktor hier ist immer die gemeinsame Sprache, gemeinsame Übungen, gemeinsame action days und vor allen Dingen eine anschlussfähige Ausstattung. Wir brauchen die Stärkung unserer eigenen Agenturen mit Personal, mit Finanzen, mit technischen und vor allen Dingen praktischen Möglichkeiten. Wir müssen von vornherein mitdenken. Going local ist eine Ausweichstrategie der organisierten Kriminalität, das heißt, auch die lokale Ebene muss in der Lage sein, zusammenzuarbeiten; dabei müssen wir sie unterstützen. Zu guter Letzt: Das alles hilft nicht, wenn die Justiz nicht hinterherkommen kann. Das heißt, wir brauchen auch hier mehr Ressourcen in den Hauptstädten, aber auch auf der europäischen Ebene mit unseren Agenturen, beispielsweise Eurojust, der EPPO – aber eben auch die Frage, wie wir eigentlich die JITs weiterentwickeln können zu standing JITs für bestimmte Phänomenbereiche. Sie sehen, wir haben einiges zu tun. Ich glaube, dass wir es unseren Bürgern schuldig sind, dass wir in dieser Legislaturperiode hier gut vorankommen.
Die verheerenden Überschwemmungen in Mittel- und Osteuropa, der Verlust von Menschenleben und die Bereitschaft der EU, auf solche durch den Klimawandel verschlimmerten Katastrophen zu reagieren (Aussprache)
Datum:
18.09.2024 11:56
| Sprache: DE
Reden
Herr Präsident, werte Kollegen! Wir alle haben die Bilder der letzten Tage noch vor Augen: die zerstörerische Flut, gleichzeitig die Waldbrände in Portugal. Deswegen zuallererst natürlich der Dank an alle Helfer und Einsatzkräfte – sie leisten gerade Übermenschliches. Wir stehen an der Seite der Betroffenen, wir stehen noch mehr an der Seite derer, die einen Verlust zu betrauern haben. Die Debatte heute hat gezeigt: Wir haben viele Instrumente aufseiten der Europäischen Union an der Hand – das ist alles gut und richtig –, aber ich möchte noch einmal einen Aspekt betonen, den wir, glaube ich, noch stärker ausbauen können, und das ist der Zivilschutzmechanismus, und das ist rescEU. Er ist nicht nur Ausdruck europäischer Solidarität, des Zusammenstehens in Anbetracht von Katastrophen und Krisen, sondern das ist auch ein Mechanismus, über den wir bereits viel Erfahrung gesammelt haben. Bei Waldbränden ist es nahezu normal geworden, dass er aktiviert wird; im Bereich der Flutbekämpfung kann das auch so sein. Deswegen trete ich dafür ein, dass wir uns für eine ambitionierte Weiterentwicklung dieses Mechanismus einsetzen, dass wir die strategische Reserve voranbringen, dass wir Material, Personal, gemeinsame Übungen verstärken, denn der Effekt ist nicht nur europäische Solidarität, sondern auch eine Stärkung und Modernisierung unserer Zivilschutzkräfte.
Änderung der Richtlinie 2011/36/EU zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer (Aussprache)
Datum:
22.04.2024 20:35
| Sprache: DE
Reden
Frau Präsidentin, Frau Kommissarin, werte Kolleginnen und Kollegen, liebe Berichterstatterin! Mehr als die Hälfte der Opfer von Menschenhandel in der EU sind EU-Bürger – Opfer im eigenen Land. Gleichzeitig hat die Zahl der Nicht-EU-Bürger in den letzten Jahren zugenommen. Sie übersteigt mancherorts bereits die Zahlen der inländischen oder innereuropäischen Opfer. Die Mehrheit der Opfer sind Frauen und Mädchen, das Ziel: sexuelle Ausbeutung. Der Anteil der männlichen Opfer, hauptsächlich zum Zwecke der Arbeitsausbeutung, nimmt ebenfalls zu. Etwa jedes vierte Opfer ist ein Kind. Die meisten Menschenhändler in der EU sind EU-Bürger. Nahezu drei Viertel der Täter sind Männer. Der letzte Europol-Bericht zu den gefährlichsten kriminellen Netzwerken in der EU listet alleine 55 dieser Netzwerke, deren Hauptaktivität der Menschenhandel ist. Die Grenzen zwischen legalen Unternehmensstrukturen als Tarnung und illegaler Geschäftstätigkeit verschwimmen zusehends. Menschenhandel ist und bleibt leider weiterhin eines der stabilsten und lukrativsten Kriminalitätsphänomene in der EU. Daran hat leider auch die bisherige Richtlinie zum Kampf gegen Menschenhandel aus dem Jahr 2001 nichts geändert. Warum? Aus zwei einfachen, aber umso frustrierenderen Gründen: Erstens: Sie ist bisher von der überwiegenden Anzahl der Mitgliedstaaten nicht oder nur unzureichend umgesetzt worden. Zweitens: Der Kriminalitätsbereich hat sich, nicht zuletzt durch das Internet, entscheidend weiterentwickelt. Die Neufassung konzentriert sich daher genau darauf, Strafermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden stärkere Instrumente an die Hand zu geben, um alte und neue Formen wie Zwangsheirat und illegale Adoption in den Blick zu nehmen, Ermittlungs- und Sanktionierungsinstrumente gegen Personen, die Menschenhandel betreiben oder die die Dienste von Opfern wissentlich in Anspruch nehmen, zu verbessern, den zynischen Möglichkeiten der Online-Dimension konsequenter entgegenzutreten und die Verfahren zur frühzeitigen Identifizierung und Unterstützung der Opfer zu verbessern. Der fast wichtigste Punkt – finde ich – die Zusammenarbeit zwischen allen europäischen Stellen, wie den Anti-Trafficking-Koordinatoren, Europol, Frontex, einerseits und den nationalen Koordinierungs-, Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden andererseits zu stärken. Dafür gebührt den Kollegen, den gesamten Teams, die daran gearbeitet haben, der herzliche Dank. Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen, das kann nur dann zum Erfolg führen, wenn die Mitgliedstaaten die Instrumente auch umsetzen und anwenden. Das gilt für die vorliegende Richtlinie, das gilt für den verbesserten polizeilichen Informationsaustausch, für den gestärkten Kampf gegen Geldwäsche oder den Einsatz von KI. Wir werden gegen dieses menschenverachtende Geschäft nur ankommen, wenn unsere Strafverfolgungs- und Ermittlungsbehörden alle Instrumente an der Hand haben, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgabe brauchen.
Herr Präsident! Für mich sind und waren in der Debatte drei Überzeugungen leitend: Asyl und Migration nimmt jede Ebene in die Verantwortung: Europa, Mitgliedstaaten, Bundesländer oder Regionen. Daraus ergibt sich: Was wir europäisch liefern können, das müssen wir liefern. Und drittens der Grundsatz „Human with those in need of protection, firm with those who are not.“ 2019 standen wir vor dem frischen Scherbenhaufen des alten, des gescheiterten Paktes. Keine gemeinsame Politik, stattdessen fünf Jahre weiter Notlösung nach Notlösung. Wir haben hier in diesem Haus gerungen, wir haben gestritten, wir haben debattiert, wir haben zugehört und ausgelotet, wir haben immer wieder zusammengeholt. Wir waren so oft festgefahren, haben Verhandlungsräume verlassen und haben gerade dann, wenn es schwierig wurde, immer weiter gesucht nach der delicate balance, die der Pakt am Ende mit sich bringt. Das ist die Stärke dieses Hauses, das so viel mehr kann, als es zwischenzeitlich zeigt. Heute stehen wir hier und entscheiden, ob all diese Mühen, all diese Debatten sich gelohnt haben, ob sie richtig oder umsonst waren. Es geht um nicht weniger als um die Frage der Handlungsfähigkeit der Europäischen Union. Es geht darum, ob wir in der Mitte des Hauses in der Lage sind, uns gegen Populisten, Demagogen und Hetzer zur Wehr zu setzen und für die Bürgerinnen und Bürger dieser Union zu liefern. Es geht darum, dass wir Schutzberechtigten ein Versprechen geben, das wir halten. Es geht darum, dass wir Autokraten und unfreundlichen Nachbarn die Instrumente aus der Hand schlagen, unsere Gesellschaften zu destabilisieren. Es geht darum, dass wir nicht weiter kriminellen Netzwerken und Schleusern die Hoheit darüber lassen, wer zu uns kommt und wer nicht. Es geht darum, dass wir 2019 korrigieren. Der Pakt ist nicht perfekt – Sie haben es heute an vielen Stellen schon gehört –, aber er ist das entscheidende Mittel, um gemeinsam europäisch voranzukommen, um gemeinsam besser aufgestellt zu sein, um Lösungen zu liefern und das Heft des Handelns zurückzuholen.
Ein einheitliches Verfahren zur Beantragung einer kombinierten Erlaubnis für Drittstaatsangehörige, sich im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats aufzuhalten und zu arbeiten, sowie über ein gemeinsames Bündel von Rechten für Drittstaatsarbeitnehmer, die sich rechtmäßig in einem Mitgliedstaat aufhalten (Neufassung) (Aussprache)
Datum:
12.03.2024 18:22
| Sprache: DE
Reden
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kommissarin, werte Kollegen! Energiesicherheit, Digitalisierung, fragile Wirtschaftsperspektiven – die kommenden Jahre werden nicht einfacher für unsere Wirtschaft. An vorderster Stelle muss daher der dringend nötige Abbau von Überregulierung und die Rückkehr zu den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft stehen – im Übrigen genau das, was den Binnenmarkt 30 Jahre lang erfolgreich gemacht hat. Unmittelbar danach – und die Kommissarin hat es angesprochen, der Kollege Moreno Sánchez hat es angesprochen – folgt aber bereits der Fachkräftemangel, der sich immer deutlicher zum Hemmschuh von wirtschaftlicher Entwicklung entwickelt hat; er wird in den nächsten Jahren noch viel stärker zu Buche schlagen. Bereits jetzt ist jeder Fünfte innerhalb der Europäischen Union über 65, der Anteil der Arbeitnehmer an der Bevölkerung wird absehbar weiter sinken. Darauf braucht Europa eine Antwort, und die vorliegende Einigung ist ein weiterer Mosaikstein dafür. Dabei waren uns drei Dinge in den Verhandlungen wichtig. Der Ausgangspunkt liegt im legalen, geprüften Aufenthalts- und Arbeitsstatus. Der Mitgliedstaat entscheidet über die Art und den Umfang der Zuwanderung. Der Arbeitsmarkt und die Arbeitsmarktprüfung geben die Kriterien und den Bedarf vor. Wir konzentrieren uns mit der Neufassung daher auf effizientere und gestraffte Verfahren für die Erteilung dieser kombinierten Erlaubnis, dabei auf ambitionierte Fristen, die gleichzeitig aber den Mitgliedstaaten Flexibilitäten einräumen, wenn sie gerechtfertigt sind, auf eine Reihe von gemeinsamen Rechten und Pflichten für die Drittstaatsangehörigen, die vor allem die Bereiche Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern werden, auf die Möglichkeit und die Bedingung für einen Wechsel des Arbeitgebers nach Prüfung durch den Mitgliedstaat und auf die Möglichkeit, bei Arbeitsplatzverlust und -wechsel zeitlich begrenzt im Mitgliedstaat zu verbleiben, sofern der Lebensunterhalt eigenständig gesichert werden kann. Wir stellen damit einen neuen Ausgleich zwischen den Interessen der Unternehmen, der Bewerber und den Mitgliedstaaten her. Und mit Blick auf die noch laufenden oder anstehenden Verhandlungen werden weitere Instrumente zur Verfügung stehen. Angebot und Nachfrage können über den Talent-Pool noch besser in Einklang gebracht werden. Die Zusammenarbeit mit Drittstaaten muss über die Talent-Partnerschaften koordiniert werden. Wenn wir unseren Wohlstand, unsere Innovationskraft erhalten wollen, müssen wir uns dem Wettbewerb insbesondere mit den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien stellen, denn noch sind sie im Werben um die klügsten und talentiertesten Köpfe vor uns. Mit der vor uns liegenden Einigung schließen wir aber deutlich zu ihnen auf. Und deswegen möchte ich schließen mit dem Dank an den Berichterstatter, an das gesamte Team, an die technische Ebene, die dahinterstehen und dafür gearbeitet haben, dass wir zu dieser Einigung gekommen sind.
Frau Präsidentin! Ich möchte gar nicht generell dagegen sprechen, weil in der Tat ja der Hinweis gekommen ist, dass es ein sehr wichtiges Thema ist, das hier aus dem Haus heraus auch immer wieder adressiert worden ist. Ich möchte allerdings einen alternativen Titel vorschlagen, in dem wir die Referenz zu Thessaloniki herausnehmen, nicht, weil wir es inhaltlich machen wollen, sondern schlicht und ergreifend, weil wir die Hintergründe der Tat noch nicht gänzlich aufklären konnten – die Untersuchungen laufen noch. Und als Zweites möchte ich darauf hinweisen, dass insbesondere in den letzten Wochen in Griechenland gerade die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften über die Bühne gegangen ist, gesetzlich verankert worden ist. Wir sollten nicht das Spiel derer mitspielen, die sich gegen diese Gesetzgebung und das Gesetz an sich stellen, sondern wir sollten hier im Haus das generelle Thema ansprechen.
Frontex auf der Grundlage der Untersuchung der Frontex-Kontrollgruppe des LIBE-Ausschusses (B9-0499/2023) (Abstimmung)
Datum:
14.12.2023 12:31
| Sprache: EN
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Herr Präsident, nach dem jüngsten Urteil möchte ich einen neuen Satz nach Erwägungsgrund G, Erwägungsgrund ga (neu) hinzufügen: „Am 13. Dezember wies das Gericht eine weitere Klage gegen die Agentur als offensichtlich unbegründet ab.“
Frontex auf der Grundlage der Untersuchung der Frontex-Kontrollgruppe des LIBE-Ausschusses (B9-0499/2023) (Abstimmung)
Datum:
14.12.2023 12:30
| Sprache: EN
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Herr Präsident, nach dem jüngsten Urteil von gestern möchte ich im Namen der EVP-Fraktion folgenden mündlichen Änderungsantrag einbringen, in dem der letzte Satz von Erwägungsgrund G wie folgt geändert wird: „Für Klagen im Zusammenhang mit angeblichen Pushbacks sind gegen Frontex Klagen vor dem Gericht der Europäischen Union erhoben worden, von denen zwei für unzulässig erklärt wurden und zwei anhängig sind.“