20
Mai
2026
Ansehen
Rechte, Unterstützung und Schutz von Opfern von Straftaten (Aussprache)
Frau Präsidentin! Schwer traumatisiert bewältigen sie ihren mühevollen Alltag und finden doch keine Ruhe. Die Rede ist von Überlebenden schwerer Straftaten. Allzu oft werden sie mit den physischen, psychischen und finanziellen Folgen allein gelassen. Und immer wieder werden sie sogar direkt von Tätern kontaktiert. Unangekündigt. Unerwartet. Legal? Leider ja. Und das wird so bleiben, wenn wir jetzt nicht handeln. Mit der Abstimmung morgen setzen wir den Fokus auf die Bedürfnisse der Opfer. Wir schließen Schutzlücken, schützen persönliche Daten der Opfer vor dem Zugriff der Täter. Wir erleichtern den Zugang zu Beratung, Betreuung, Unterstützung und Entschädigung. Wir sorgen für bessere Sensibilisierung von Richterinnen, Polizistinnen und anderen. Und dieser Schutz soll gelten, unabhängig davon, wo in der EU ein Mensch Opfer einer Straftat wurde, damit Betroffene nicht noch mehr Leid ertragen müssen als bereits bei der Tat selbst. Und Kolleginnen und Kollegen, wenn ich hier im Hause hören muss, dass Gewalt nur existiert, weil es Migration gibt, dann ist das ein Schlag ins Gesicht aller Opfer. Und ich möchte mich bei allen Opfern für solche Aussagen entschuldigen. (Die Rednerin lehnt Fragen nach dem Verfahren der „blauen Karte“ von Lukas Sieper und Arkadiusz Mularczyk ab.)