16
Mär
2023
Ansehen
Langfristiger Einsatz für den Tierschutz (Aussprache)
– Herr Präsident, verehrte Abgeordnete, seit mehr als 40 Jahren ist die Europäische Union bestrebt, das Wohlergehen der Tiere durch Rechtsvorschriften und andere Maßnahmen zu verbessern. Ein Beispiel ist das Verbot von nicht ausgestalteten Käfigen. Sie hat die Bedingungen für 360 Millionen Legehennen in der Europäischen Union verbessert. Ebenso haben wir die Bedingungen für den Tiertransport und den Umgang mit Tieren in Schlachthöfen verbessert. Es bleibt jedoch noch viel zu tun. Die Wissenschaft hat uns gezeigt, dass wir mehr tun können, und auch die gesellschaftlichen Forderungen nach besseren Tierschutzvorschriften sind gestiegen. Wir können und werden uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Im Laufe dieses Jahres wird die Kommission ein ehrgeiziges, ausgewogenes Paket von Legislativvorschlägen vorschlagen. Ziel wird es sein, unsere Rechtsvorschriften besser an die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger anzupassen. Als Beispiel möchte die Kommission im Einklang mit der Antwort auf die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ die schrittweise Abschaffung der Käfighaltung für bestimmte Nutztiere vorschlagen. Ziel der Kommission ist es, ehrgeizige Rechtsvorschriften vorzuschlagen, die einen breiteren Anwendungsbereich haben und leichter umzusetzen und durchzusetzen sind. Gleichzeitig müssen die Rechtsvorschriften eine langfristige Perspektive einnehmen. Sie muss ausgewogen sein und den sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten sowie der Ernährungssicherheit Rechnung tragen. Die Kommission ist entschlossen, Rechtsvorschriften zu erlassen, die einen großen Fortschritt für die Tiere und die Gesellschaft insgesamt darstellen. Aber die Gesellschaft entwickelt sich weiter, und wir müssen Schritt halten. Mit anderen Worten, wir müssen schon jetzt vorausdenken und noch mehr Tierarten besser schützen. Vor diesem Hintergrund gibt es einen Plan für weitere Stellungnahmen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zum Tierschutz. Sie umfasst beispielsweise das Wohlergehen von Truthühnern, Rindern und Zuchtfischen. Ziel ist es, den künftigen Rahmen so flexibel zu gestalten, dass er sich leicht an neue wissenschaftliche Erkenntnisse anpassen und durch tertiäre Rechtsvorschriften spezifischere Vorschriften für zusätzliche Arten einführen kann. Darüber hinaus müssen die EU-Tierschutzvorschriften weiterentwickelt werden, um der ethischen Dimension und den wachsenden Anforderungen unserer Bürgerinnen und Bürger besser Rechnung zu tragen. Da sich die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger auch auf das Wohlergehen von Tieren über die EU-Grenzen hinaus erstrecken, prüft die Kommission derzeit die Möglichkeit, Einfuhrvorschriften vorzuschlagen. Schließlich wird das Paket innovativ sein. Vorbehaltlich der Ergebnisse der Folgenabschätzung beabsichtigt die Kommission, einen EU-Rahmen für die Tierschutzkennzeichnung vorzuschlagen, um die Verbraucher in die Lage zu versetzen, tierschutzfreundliche Entscheidungen zu treffen und eine bessere Kapitalrendite für Erzeuger zu ermöglichen, die in den Tierschutz investieren. Herr Abgeordneter, der Tierschutz ist ein Eckpfeiler einer nachhaltigen und widerstandsfähigen Lebensmittelerzeugung. Sie trägt auch dazu bei, die antimikrobielle Resistenz, die stille Pandemie, die weltweit eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellt, zu bekämpfen. Daher müssen die hohen Ambitionen für den Tierschutz in der EU in den kommenden Jahren hoch bleiben. Die Europäische Union hat eine stolze Tradition in der Verteidigung des Tierschutzes und spielt eine Schlüsselrolle bei der Festlegung globaler Standards. Ich denke, wir sollten dafür sorgen, dass wir diese Tradition auch in Zukunft am Leben erhalten.