18
Jun
2026
Ansehen
Gemeinsame Erklärung mit dem Titel „Europa für Kultur – Kultur für Europa“ (Aussprache)
Herr Präsident! Kultur darf kein Instrument für politische Zwecke werden; sie ist Ausdruck der Kreativität und Geistesart eines Volkes. Herr Micallef, Ihre Rede hat gezeigt: Culture for Europe vereinnahmt Kultur offenbar nicht nur für Klima-Ideologie und politisch verordnete Diversität, sondern auch für Kriegsgetrommel gegen Russland. Was passiert denn mit Künstlern, die sich für solche Zwecke nicht einspannen lassen wollen? Wahrscheinlich dürfen sie nicht mehr mit EU-Förderung rechnen. Denn machen wir uns nichts vor: Mit wachsender Abhängigkeit von den Brüsseler Mitteln wächst auch die Gestaltungsmacht der EU, und damit geschieht jedenfalls eine schleichende Gleichmacherei. Zwar beschwören Sie ständig die europäische Vielfalt, aber de facto wollen Sie doch eine einheitliche europäische Leitkultur, politisch konstruiert statt organisch gewachsen. Die vielbeschworene Kunstfreiheit bleibt so auf der Strecke, aus Förderung droht Umerziehung zu werden. Ich will nicht verhehlen, es gibt auch Positives, die Heritage-Programme zum kulturellen Erbe oder die europäischen Kulturhauptstädte, die sich bewährt haben; aber sie dürfen nicht zum Feigenblatt für ideologische Vereinnahmung werden.