18
Jun
2026
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Gemeinsame Erklärung mit dem Titel „Europa für Kultur – Kultur für Europa“ (Aussprache)
Herr Präsident! Was ist Kultur, und wer kann eigentlich daran teilhaben? Ich bin im ländlichen Raum von Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen. Mein Vater ist Maler, meine Mutter arbeitet als Reinigungskraft. Für mich war es nicht selbstverständlich, ins Theater, ins Museum oder zu einem Konzert zu gehen; oft fehlte schlichtweg das Geld. Gerade wenn die eigenen Eltern diese Zugänge nicht haben, dann ist die Hürde noch größer. Deshalb sage ich ganz klar: Kultur darf kein Privileg sein. Nicht der Geldbeutel, nicht der Wohnort, nicht das Elternhaus dürfen entscheiden, wer Kultur erleben, gestalten oder mitreden darf. Gerade jetzt, wo uns zahlreiche Herausforderungen begegnen, brauchen wir Kultur mehr denn je. Kultur bringt Menschen zusammen. Sie schafft Begegnung, Zugehörigkeit, Vertrauen. Sie hilft uns, andere Lebensrealitäten zu verstehen, neue Perspektiven einzunehmen. Wir müssen kulturelle Teilhabe stärken, besonders für junge Menschen, für Menschen mit wenig Einkommen, für ländliche und strukturschwache Regionen. Wir brauchen Kulturorte vor Ort, faire Bezahlung und soziale Sicherheit für Kulturschaffende. Wir müssen kulturelle Bildung fest verankern in der Schule, in der Ausbildung und im lebenslangen Lernen. Denn Kultur ist kein Luxus; Kultur ist ein öffentliches Gut. Sie stärkt kritisches Denken, Zusammenhalt und unsere Demokratie, unser Europa.