Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
Lukas Sieper | Deutschland DEU | Fraktionslose Mitglieder (NI) | 390 |
| 2 |
|
Juan Fernando López Aguilar | Spanien ESP | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 354 |
| 3 |
|
Sebastian Tynkkynen | Finnland FIN | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 331 |
| 4 |
|
João Oliveira | Portugal PRT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 232 |
| 5 |
|
Vytenis Povilas Andriukaitis | Litauen LTU | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 227 |
Alle Beiträge (46)
Binnenmarktstrategie (Aussprache)
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kollegen! Die neue Binnenmarkt-Strategie der EU-Kommission verspricht einen „einfacheren, nahtlosen Markt“, doch sie wirft kritische Fragen auf. Erstens: Die Kommission will die zehn größten Handelsbarrieren abbauen – etwa unterschiedliche Verpackungs- und Labellingregeln, langwierige Anerkennungsverfahren für Berufsabschlüsse und komplizierte Unternehmensgründungen. Doch viele dieser Hindernisse bestehen seit Jahrzehnten, trotz zahlloser Initiativen. Warum sollte es diesmal gelingen? Zweitens: Die Strategie setzt stark auf Digitalisierung – von Produktpässen bis zu papierlosen Verfahren. Das klingt modern, birgt aber Risiken: Kleine und mittlere Unternehmen könnten durch neue digitale Pflichten und Kosten zusätzlich belastet werden, statt wirklich entlastet zu werden. Drittens: Die Kommission fordert mehr nationale „Ownership“ und will Sherpas in den Regierungen installieren, um die Umsetzung zu überwachen. Das kann helfen, birgt aber die Gefahr, nationale Spielräume weiter einzuschränken. Viertens: Die Vereinfachung von Regeln ist dringend nötig, doch der angekündigte „Omnibus“ bleibt vage darüber, wie konkret Bürokratie tatsächlich abgebaut werden soll. Die Herausforderungen sind erkannt – weniger Fragmentierung, mehr Wettbewerbsfähigkeit, bessere Chancen für Unternehmen und Verbraucher. Aber die Strategie bleibt in vielen Punkten unkonkret und riskiert, alte Probleme nur neu zu verpacken, statt sie wirklich zu lösen. Das alte Problem dieser EU.
Wirksamere Gestaltung des Schutzes von Reisenden und Vereinfachung und Klarstellung bestimmter Aspekte im Hinblick auf Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen (Aussprache)
Frau Präsidentin! Der Trilog hat zu einem guten Ergebnis geführt: Es gibt einfachere Definitionen, keine automatischen Rechtsfolgen bei Reisewarnungen, keine überzogenen Anzahlungsregeln. Das sind substanzielle Verbesserungen gegenüber dem ursprünglichen Kommissionsvorschlag. Ich danke allen Berichterstattern, auch den Schattenberichterstattern, im Speziellen auch meiner Kollegin. Die neuen Regeln zu Gutscheinen und Insolvenzabsicherungen waren überfällig. Verbraucher brauchen Klarheit darüber, was im Ernstfall mit ihrem Geld passiert. Und diese Einigung liefert das in den wesentlichen Punkten. Trotzdem bleibt ein Thema ungelöst: Die 14-tägige Erstattungsfrist gilt weiterhin ohne Ausnahme, auch in systemischen Krisen. In der COVID-Pandemie wurden innerhalb weniger Wochen Millionen Buchungen gleichzeitig storniert. Anbieter standen vor der Situation, Rückzahlungen leisten zu müssen für Gelder, die im normalen Geschäftsbetrieb längst weitergereicht waren, auf die sie somit keinen Zugriff mehr hatten. Das war einer der Gründe für eine massive Insolvenzwelle, die die gesamte Branche erfasst hatte. Eine Krisenklausel hätte das zwar nicht verhindert, aber zumindest in geordnete Bahnen gelenkt. Vergessen wir diese Frage nicht. Sie wird früher oder später zurückkommen.
Internationaler Tag der Bildung - Bekämpfung von Ungleichheiten beim Zugang zu Bildung (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Als ehemalige Lehrerin habe ich mir die Vorredner wirklich aufmerksam angehört und sage: Ja, man sieht, wie realitätsfern auch Sie oft sprechen, denn die Realität schaut ganz anders aus. Ich möchte einen Punkt, weil mir leider nur eine Minute Redezeit zugestanden wurde, herausnehmen: Alle oder viele Vorredner haben von Chancengleichheit gesprochen. Dann fangen wir an bei einem Programm, das Chancengleichheit eigentlich über Jahrzehnte hätte vermitteln können, nämlich dem Programm Erasmus+. Was passiert? Man schließt sogar die Ungarn aus diesem Programm aus. So sieht Ihre Chancengleichheit wohl aus, das ist die Realität. Was aber dazukommt: Vielen wird diese Möglichkeit gar nicht mehr geboten, denn glauben Sie mir – ich bin noch immer mit vielen meiner Kollegen in Kontakt –, was hier zu erledigen ist für Lehrkräfte – und dafür bin ich jetzt auch eine Sprecherin, dass das endlich abgeschafft wird –, all dieser Papierwahnsinn, diese Antragsformulare, Zwischenberichte – wertvolle Zeit, die die Kolleginnen und Kollegen besser verbringen könnten damit, dass sie bei den Schülern sind, dass sie sich fortbilden und dass es da weitergeht. Reden wir nicht ständig hier von irgendwelchen Begriffen, die wir gern hätten, sondern setzen wir Taten!
Erläuterung des Aktionsplans gegen Cybermobbing (Aussprache)
Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Niemand bestreitet, dass Cybermobbing oder cyberbullying eine Bedrohung darstellt. Doch mit dem neuen Aktionsplan gegen eben dieses Mobbing zeigt die Kommission wieder einmal, welche Schwerpunkte ihr ganz besonders am Herzen liegen. Der Aktionsplan spricht zwar in großen Worten vom Schutz junger Menschen, aber zum zu schützenden Personenkreis zählt die Kommission in erster Linie LGBTQ-Personen, Migranten und Angehörige von Minderheiten. Wozu diese Einschränkung? Warum nicht einfach alle Kinder und jungen Menschen? Da kann ich nur fragen: Was ist mit dem französischen Mädchen, das in der WhatsApp-Gruppe seiner Klasse gehänselt wird, weil es kein Kopftuch trägt? Mit dem spanischen Buben, der auf Instagram aufgrund seines christlichen Glaubens gemobbt wird? Einen Kinderschutz, der wegschaut, wo es politisch nicht opportun ist, brauchen wir nicht. Einen Kinderschutz, der die Mehrheit unserer Kinder aus Gründen der politischen Korrektheit im Regen stehen lässt, brauchen wir nicht. Was wir brauchen, ist ein realistischer Blick auf die Dinge, eine klare Benennung der Probleme und eine Politik, die das reflektiert. Kinderschutz muss für alle Kinder gelten.
Verbraucheragenda 2030 (Aussprache)
Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! In der vorliegenden Verbraucheragenda lässt sich ein grundlegender Richtungswechsel in der europäischen Verbraucherpolitik erkennen. Jedoch wird Konsum nicht mehr als Ausdruck individueller Entscheidungen verstanden, sondern als politisches Steuerungsfeld. Kaufentscheidungen, Mobilität, digitale Nutzung und Zahlungsformen werden hier von der Kommission bewertet und reguliert. Es folgen einige Beispiele. Im digitalen Bereich zeigt sich das besonders deutlich. Unter dem Begriff der digitalen Fairness werden neue Tatbestände geschaffen, die auf unbestimmten Kategorien wie problematischen Designs, unerwünschter Beeinflussung oder angeblich unfairer Personalisierung von Angeboten im digitalen Raum beruhen. Diese ungenauen Definitionen erzeugen Rechtsunsicherheit und erhöhen den Druck auf Unternehmen, Inhalte und Geschäftsmodelle vorsorglich anzupassen. Die Folgen betreffen nicht nur Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, sondern – ganz wichtig – die Freiheit der Kommunikation im digitalen Raum. Gleichzeitig steht der Anspruch, die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, im Widerspruch zu den vorgeschlagenen Maßnahmen. Neue Transparenzpflichten, Produktpässe, Nachhaltigkeitsvorgaben und zusätzliche Kontrollmechanismen erhöhen Kosten und Komplexität für europäische Unternehmen, insbesondere für kleine und mittlere Betriebe. Es würde sich noch eine Reihe von Beispielen finden. Und natürlich wird auch die Tendenz zur Zentralisierung immer stärker. Trotz wiederholter Verweise auf Vereinfachung führt diese Agenda in der Praxis zu mehr Regulierung, mehr Vorgaben und mehr administrativem Aufwand. Sie stellt politische Zielsetzungen über individuelle Konsumentscheidungen und unternehmerische Freiheit.
Europäische Bürgerinitiative mit dem Titel ‘My Voice, My Choice: Für einen Zugang zu sicheren Abtreibungen’ (Aussprache)
Es tut mir jetzt sehr leid, aber ich habe keine einzige Frage hier verstanden. Das waren wieder einmal nur Vorwürfe gegenüber uns, die sich auch nicht als wahr herausstellen. Denn ich sage Ihnen eines, ich stehe hier als Mutter, als Frau, und diese Stimme werde ich immer hier erheben.
Europäische Bürgerinitiative mit dem Titel „My Voice, My Choice: Für einen Zugang zu sicheren Abtreibungen“ (Aussprache)
Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Freiheit und Unabhängigkeit der Mitgliedstaaten sind Grundpfeiler der Europäischen Union. Doch genau diese Grundpfeiler werden immer wieder untergraben, insbesondere bei sensiblen ethischen Fragen wie der Abtreibung und dem Schutz des Lebens der Mutter und des ungeborenen Kindes. Diese Fragen gehören eindeutig in die Zuständigkeit der Nationalstaaten, so wie es auch die EU-Verträge klar vorsehen. Die Initiative „My Voice, My Choice“ stellt sich als Unterstützung für Frauen dar, verfolgt jedoch tatsächlich das politische Ziel, ein europaweites Abtreibungsrecht durchzusetzen. Sie bietet keinerlei Unterstützung für Frauen in Konfliktschwangerschaften, keine Hilfe für Familien und schon gar keine Perspektiven für Mutter und Kind. Genau das wäre jedoch dringend notwendig. Sie hilft einzig und allein dem internationalen Geschäft mit der Abtreibung. Ein EU-weiter Fonds, der Frauen gezielt in Länder mit liberaleren Regelungen schickt, ist kein Akt der Solidarität, sondern ein direkter Angriff auf nationale Rechtsordnungen und ein bewusstes Druckmittel gegen Staaten, die sich diesem ideologischen Kurs nicht unterwerfen wollen. Ich möchte auf keinen Fall, dass mit hart erarbeitetem Geld unserer Steuerzahler ein europaweiter Abtreibungstourismus finanziert wird. Wenn wir uns den Umgang der EU mit solchen Initiativen ansehen, wird eine klare Schlagseite deutlich: Die Lebensschutz-Initiative „One of us“, die weit mehr Unterschriften gesammelt hat als diese hier, wurde von der Kommission schlicht ignoriert. Stattdessen werden links regierte oder initiierte Projekte – maßgeblich getragen von staatlich finanzierten NGOs – mit voller Kraft vorangetrieben. Diesen ideologischen Machtmissbrauch auf EU-Ebene werden wir nicht akzeptieren. Eine Normalisierung und Ausweitung von Abtreibung auf europäischer Ebene lehne ich mit aller Entschiedenheit ab.
Schutz von Minderjährigen im Internet (Aussprache)
Frau Präsidentin! Kinder- und Jugendschutz im täglichen Leben sollen im Mittelpunkt unserer Diskussion und unserer Überlegungen stehen – und das Ganze, ohne unsere Freiheitsrechte einzuschränken. Es soll auch der Schwerpunkt weiterhin bei den Eltern bleiben, und die Eltern sollen die Betreuung und die Supervision weiterhin in ihrer Hand haben. Gerade das macht mich nachdenklich, stimmt mich nachdenklich, insbesondere der Vorschlag, die Kontrolle zentralisiert in Form einer EU-Digital-ID durchzuführen. Das lässt mich an den guten Absichten, die hinter diesem Entschließungsantrag stehen, zweifeln. Ein zentralisiertes, von der EU entwickeltes Werkzeug, mit dem diese Identifikationsvorgänge durchgeführt werden sollen, um zu entscheiden, ob Staatsbürger auf Informationen zugreifen dürfen oder nicht, hinterlässt einen durchaus fahlen Beigeschmack. Alle regulatorischen Nebenwirkungen haben wir in den Diskussionen aufgezeigt, und haben auch immer wieder betont, dass die Eltern die Werkzeuge weiterhin in der Hand behalten sollen. Leider wurden sie nicht berücksichtigt.
Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder, einschließlich der Ausbeutung der Mutterschaft (Aussprache)
Ich hätte ja jetzt ganz gerne die Frage noch genauer verstanden. Nein, meine Mutter hat keine Gewalt erlebt – Gott sei Dank – und dafür bin ich froh. Doch was sie sieht, was es für ihre Enkeltochter, für ihre Tochter, was es auch für alle anderen rundherum in dieser zukünftigen Generation bedeutet, das sieht sie, das spricht sie auch klar an. Und auch das sage ich Ihnen: Sie wird immer wieder dafür verurteilt, dass ihre Tochter angeblich bei den Rechten mit dabei ist. Aber sie erhebt die Stimme und sagt: Nein, die stehen auf und sagen die Wahrheit.
Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder, einschließlich der Ausbeutung der Mutterschaft (Aussprache)
Frau Präsidentin! 51 Jahre alt und eine stolze österreichische Frau, seit 26 Jahren selbst Mutter, und an dieser Stelle auch herzlichen Glückwunsch an meine Mutter, die heute Geburtstag feiert. Und eine Minute reicht überhaupt nicht dafür, für dieses große Thema, über das wir heute sprechen – Gewalt an Frauen. Aber eines sage ich Ihnen auch: In der letzten Zeit hat sich das Stadtbild verändert. Unser gesamtes Leben als Frau hat sich verändert. Aber nicht, weil unsere Männer zurückkehren zu irgendwelchen patriarchalischen Strukturen, sondern weil diese importiert wurden und diese importiert sind und hier in Europa ausgelebt werden. Hier sind Sie immer mit dabei und unterstützen es, indem Sie unsere Diskussionen zu diesem Thema kritisieren und gar nicht darauf eingehen. Aber zu dem Thema, das ich auch noch ansprechen möchte: die Leihmutterschaft. Wir wissen, dass hier sehr viele physische, psychische und vor allem wirtschaftliche Gewalt ausgeübt wird. Eine Not, die ausgenutzt wird, um die Wünsche anderer zu erfüllen. Auch in Ländern gerade wie in der Ukraine oder Indien tragen Frauen Kinder für fremde Auftraggeber aus, oft ohne ausreichende medizinische Betreuung, rechtliche Absicherung oder echte Wahlfreiheit. Europa sollte sich an dieser Stelle eindeutig gegen diese Form von Gewalt aussprechen.
Erklärung der Grundsätze für eine geschlechtergerechte Gesellschaft (Aussprache)
Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Ja, hier sind wir bei den beiden Begriffen – es gibt zwei Geschlechter. Wir alle teilen die Grundsätze wie Freiheit, Gewaltprävention, ja mittlerweile Gewaltverhinderung. Wir brauchen sichere Räume, den Schutz von Frauen und Mädchen und die Schaffung eben dieser sicheren Räume. Das alles sind Ziele, die unsere Unterstützung verdienen. Doch leider opfert die Kommission sie auf dem Altar der vermeintlichen inklusiven Sprache. Die vorliegende Erklärung vermeidet klare Begriffe. Sie benutzt Schlagworte wie „Diversität“ und „intersektionale Diskriminierung“, verzichtet darauf, die klaren Worte zu verwenden: Frau und Mann. Ohne diese rechtliche Klarheit besteht die Gefahr, dass Schutzräume und Sicherheitsstandards nicht nur tatsächlich Frauen zugutekommen. Lassen Sie mich das an einem Beispiel konkretisieren: Im Frauensport treten Frauen gegeneinander an, weil sie biologische Gemeinsamkeiten teilen. Dadurch entstehen faire Wettbewerbsbedingungen. Wenn nicht mehr klar ist oder es überhaupt nicht mehr definiert ist, ob das Kriterium die Biologie oder eine Selbsteinschätzung ist, gerät dieses Prinzip ins Wanken. Unter dem Schlagwort der Geschlechtergerechtigkeit entstehen bereits Regelungen, die auch Personen mit männlicher Biologie den Zugang zu Frauenwettbewerben ermöglichen. Damit wird genau das untergraben, was die Erklärung selbst anstrebt, nämlich Fairness, Sicherheit und Schutz für Frauen.
Eine neue Zukunftsstrategie für die Allianzen der Initiative „Europäische Hochschulen“ (Aussprache)
Geschätzte Kollegin, Sie haben Ihre Rede begonnen, indem Sie Amerika vernadert haben; nun machen Sie dasselbe mit Ungarn. Ich habe davon gesprochen und werde das auch betonen, wie es Kant einst schon gesagt hat: Geben wir den Universitäten ihre Freiheiten, lassen wir dort Menschen selbst entscheiden und bevormunden wir sie niemals!
Eine neue Zukunftsstrategie für die Allianzen der Initiative „Europäische Hochschulen“ (Aussprache)
Herr Präsident! Die Anerkennung von Studienabschlüssen innerhalb von Europa eröffnet natürlich immer Chancen für Studierende. Doch sollte die Vereinheitlichung keine Bevormundung bedeuten und die nationale Souveränität im Bildungsbereich stets respektiert werden. Ungarn unter Ministerpräsident Viktor Orbán demonstriert dies mit Nachdruck. Trotz erheblicher Schwierigkeiten durch EU-Sanktionen und politischen Druck setzt Ungarns Regierung weiterhin auf die Stärkung ihrer Bildungseinrichtungen. Eine eigenständige und von Ideologien unabhängige Bildungspolitik zu verfolgen, ist für die jungen Menschen wichtig. Die Einschränkungen der ungarischen Studierenden, etwa durch vorübergehendes Aussetzen von Erasmus+-Programmen aufgrund politischer Spannungen, sind eine große Herausforderung. Doch Ungarn zeigt, dass man auch unter Druck eigenverantwortlich und erfolgreich bildungspolitische Wege gestalten kann, die die kulturelle Identität und nationale Interessen schützen. Wir sollten daher bei der Vereinheitlichung von Abschlüssen sicherstellen, dass kein Land zu einer grauen Einheit zwangsvereinheitlicht wird, sondern jedes Land seine Bildungsautonomie bewahren kann. Eine europäische Lösung muss Vielfalt und Eigenständigkeit vereinen; darauf ist bei der Umsetzung besonders zu achten.
Wirksamere Gestaltung des Schutzes von Reisenden und Vereinfachung und Klarstellung bestimmter Aspekte im Hinblick auf Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Die geplante Neuregelung der Pauschalreiserichtlinie mag auf den ersten Blick Verbesserungen beim Verbraucherschutz bringen. Doch ihre Tücken für Bürger und Unternehmen sind da: Obwohl die Erfahrungen aus der Thomas-Cook-Pleite und der Coronakrise wichtige Lehren bereithalten, droht die Praxis durch neue Bürokratie, starre Zahlungsgrenzen und ein Übermaß an Informationspflichten gerade unsere kleinen und mittelständischen Reiseveranstalter unverhältnismäßig zu belasten. Die Streichung der verbundenen Reiseleistungen nimmt Reisenden flexible Gestaltung abseits starrer Pauschalen und sorgt für Unsicherheit statt Klarheit. Anstatt die Reisefreiheit zu stärken, riskieren wir, Angebote zu verteuern und die Auswahl in Österreich und Europa zu beschneiden. Es braucht praxistauglichen Verbraucherschutz, der Mittelstand fördert, statt ihn abzuwürgen, und der dem Recht auf freie Gestaltung der Reise Rechnung trägt – nicht eine weitere Vorschrift aus Brüssel, die unsere Bürger zu bloßen Konsumenten und Unternehmen zu reinen Erfüllungsgehilfen degradiert. Unsere Tourismuswirtschaft verdient Vertrauen statt immer neuer Ketten und Formulare.
Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern sowie von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie Ersetzung des Rahmenbeschlusses 2004/68/JI des Rates (Neufassung) (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Die Zahlen erschüttern, und sie wurden schon genannt. Es ist daher zweifellos unsere Pflicht, Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen. Doch wenn es dann zu einem Einschnitt kommt, einer ideologischen Bevormundung, zur Aushöhlung von nationalen Kompetenzen und teilweise zur Entmachtung der Eltern, ja, dann sagen wir Nein dazu. Es passiert immer wieder und immer mehr, dass die Kinder herausgenommen werden aus ihrer realen Welt, in virtuelle Situationen, aber nicht nur in virtuelle, sondern in reale Situationen gebracht werden durch die Frühsexualisierung in den Schulen, durch sexualpädagogische Programme, die hier stattfinden. Glauben Sie mir, ich war bis vor Kurzem in einer Schule, und ich habe auch Kinder in diesem Alter in meiner Verwandtschaft, die davon erzählen, was dort passiert. Deswegen, ja, wir sagen immer Ja zu einem Schutz der Kinder, aber mit Augenmaß, mit Hausverstand und vor allem im Respekt vor nationaler Souveränität. Schluss mit einer Umerziehung, auch was ihre Geschlechter betrifft! Der Schutz kann nicht mehr als genug stattfinden und kann hier und heute beginnen.
Bestehende Herausforderungen und neue Geschäftspraktiken im Binnenmarkt (Aussprache)
Sehr geehrter Kollege, wenn Sie sich so sehen, dann sei Ihnen das überlassen. Ich gehöre zu jenen, die immer noch Volksvertreter sind und sich auch so empfinden.
Bestehende Herausforderungen und neue Geschäftspraktiken im Binnenmarkt (Aussprache)
Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Wieder einmal erleben wir, wie die EU mit ihrem Entschließungsantrag zum Binnenmarkt große Worte schwingt, aber an den eigentlichen Problemen unserer Wirtschaft und unserer Bürger vorbeigeht. Seit Jahren hören wir Versprechen über Bürokratieabbau und weniger Belastung für unsere Unternehmen. Doch die Realität sieht anders aus: immer neue Vorschriften, immer mehr Regulierung, immer weniger Freiheit für unsere heimischen Betriebe. Der Binnenmarkt soll ein Motor für Wohlstand und Wachstum sein, doch stattdessen werden unsere kleinen und mittleren Unternehmen durch eine zu große Anzahl an EU‑Regeln und Berichtsanforderungen ausgebremst. Die Kommission redet von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Aber in Wahrheit profitieren vor allem die Großkonzerne, während unsere regionalen Betriebe mit immer neuen Hürden kämpfen müssen. Wir fordern: Schluss mit der Überregulierung und den realitätsfernen Vorgaben aus Brüssel! Der Binnenmarkt muss endlich wieder den Menschen und Unternehmen dienen, die hier arbeiten und Steuern zahlen, nicht den Interessen globaler Konzerne oder den ideologischen Träumereien einer EU‑Elite. Weniger Bürokratie, mehr Eigenverantwortung und echte Wettbewerbsfähigkeit – das ist unser Weg für einen starken Binnenmarkt.
Die gegen TikTok verhängte Geldstrafe und die Notwendigkeit, den Schutz der Bürgerrechte auf Social-Media-Plattformen zu stärken (Aussprache)
Frau Präsidentin, werte Kollegen! Ich stehe hier als Frau der rechten Seite, als eine Frau, die Vertrauen in die Demokratie hat. Und ich sage Ihnen: Datenschutz darf nicht zur Ausrede werden, um die freie Meinung der Bürger zu unterdrücken. Es ist schon bemerkenswert, dass dieses Thema gerade in einem Moment hochgezogen wird, wo sich gerade TikTok, das immer beliebter wird, auch damit beschäftigt oder nicht damit beschäftigt und wo auch patriotische Präsidentschaftskandidaten und patriotische Parteien immer stärker werden. Ja, wir brauchen eine klare Kante. Ja zu harten Regeln gegen Datenmissbrauch. Damit bin ich einverstanden. Aber genauso ein Ja zur freien Rede. Jeder Bürger muss sagen dürfen, was er denkt, ohne Angst vor Sperren, digitalem Pranger oder ideologischer Zensur. Das traue ich auch unserer Jugend zu. Wir stehen für ein freies, sicheres Internet, eines, in dem Datenschutz und Meinungsfreiheit gemeinsam gelten. Auch für ein selbstbestimmtes Österreich, das sich nicht von China, von Amerika und schon gar nicht von Brüssel vorschreiben lässt, was gesagt und getan werden darf.
Vorbereitung des Gipfeltreffens EU-Vereinigtes Königreich (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, geschätzte Bürger! Ich begrüße es ausdrücklich, dass die Vertreter der Europäischen Union sich nun anders verhalten als in der letzten Zeit, ja vielleicht – bildlich gesprochen – auch von ihrem hohen Ross herabsteigen und auch persönliche Befindlichkeiten hintanstellen. Man erkennt wohl nun, dass Großbritannien auch nach dem EU-Austritt keineswegs so geschwächt dasteht, wie man es sich vielleicht auch erhofft hat, und dass europäische Unternehmen sowie besonders junge EU‑Bürger weiterhin nach England streben. Ein Grund dafür: Vier der zehn besten Universitäten der Welt stehen im Vereinigten Königreich, keine einzige davon in der EU. Für EU‑Bürger sind die Studiengebühren dort inzwischen zwei- bis dreimal so hoch wie vor dem Brexit, und in der EU gibt es kaum gleichwertige Alternativen. Doch es geht nicht nur um Studienplätze. Junge Menschen aus Europa möchten im Vereinigten Königreich leben, lernen, arbeiten – und stoßen auf Visapflicht, Sponsorship‑Systeme und einen Dschungel aus Bürokratie. Die EU hat hier einen wesentlichen Teil ihrer Jugendpolitik preisgegeben. Es gilt daher nun, den Brexit als Realität anzusehen, als demokratische Realität. Unsere Antworten sollten daher nicht in der Vergangenheit sein, sondern auf die Zukunft ausgerichtet.
Verwirklichung der Ziele der EU-Strategie für die Roma und der Bekämpfung von Diskriminierung in der EU (Aussprache)
Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte beim eigentlichen Thema bleiben und nicht zu weit ausholen. Die EU-Roma-Strategie ist der Versuch eines Rahmenwerks, das mit ambitionierten Zielen für Gleichheit, Inklusion und Teilhabe der Roma bis 2030 aufwartet. Doch erlauben Sie mir eine durchaus auch kritische Betrachtung dieser Politik. Während die EU Millionen in Antidiskriminierungsprogramme investiert und quantifizierbare Ziele in den Bereichen Bildung, Beschäftigung, Wohnen und Gesundheit festigt, bleibt die Realität vor Ort oft unberücksichtigt. Ich möchte ein Beispiel aus meiner Heimatstadt, nämlich aus Villach Warmbad, bringen. Dort werden Wohnmobilstellplätze streng reguliert und kostenpflichtig betrieben. Touristen zahlen brav ihre Gebühren. Gleichzeitig wird wilderndes Campen bestimmter Gruppen oft mit kultureller Sensibilität entschuldigt. In italienischen Gemeinden sehen wir ähnliche Herausforderungen. Die Einseitigkeit der EU-Politik wird besonders deutlich, wenn ich auch an die Kärntner Minderheit in Slowenien denke. Wo sind hier die messbaren Ziele und Förderprogramme? Wo ist die gleiche Aufmerksamkeit für ihre Rechte und ihre kulturelle Identität? Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Antidiskriminierung ist wichtig, aber sie muss für alle gelten, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit. Eine wahrhaft integrative Politik muss lokale Realitäten berücksichtigen und darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Die EU sollte einen ausgewogenen Ansatz verfolgen, der sowohl die Rechte der Roma als auch die Interessen der lokalen Gemeinschaften respektiert und Minderheitenrechte universell schützt, nicht selektiv nach populistischer Opportunität.
Förderung der beruflichen Bildung in Zeiten von Arbeitsmarktübergängen (Aussprache)
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, die Berufsausbildung ist ein zentraler Bestandteil der europäischen Arbeitsmarktstrategie. Österreich hat hier eine selbstständig und lange entwickelte Tradition. In einer Zeit, in der der EU-Arbeitsmarkt mit einem Mangel an Fachkräften konfrontiert ist, ist es wichtig, nun aufzuzeigen, wie man durch die Stärkung der Lehre und der beruflichen Weiterbildung auf den sich wandelnden Arbeitsmarkt reagieren kann. Ja, Österreich hat eine duale Ausbildung. Ja, wir haben sogar ein Modell, das sich Lehre mit Matura nennt, die sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Erfahrung im Unternehmen vermittelt. Statt ständig darauf zu setzen, dass es darum geht, Fachkräfte aus dem Ausland zu importieren, muss man auf die Weiterentwicklung in der eigenen Bevölkerung achten. In den eigenen Mitgliedstaaten und in Österreich ist dies so gestaltet, dass man darauf auch relativ flexibel reagieren kann. Darum brauchen wir eine Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen, den Unternehmungen und vor allem Regierungen, die dafür bereit sind, dass Leistung auch wieder anerkannt wird.
Bewältigung der demografischen Herausforderungen der EU und Schritte zur Umsetzung des Instrumentariums zur Bewältigung des demografischen Wandels aus dem Jahr 2023 (Aussprache)
Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Die vorliegende Demography Toolbox lässt viele Fragen offen und gibt auch ganz viele nur vage Formulierungen. Dieser Ansatz überbewertet administrative Lösungen, anstatt sich mit den grundlegenden strukturellen Problemen auseinanderzusetzen. Die eigentlichen Ursachen der demografischen Krise wie wirtschaftliche Unsicherheit und mangelnde Zukunftsperspektiven für junge Menschen werden nicht ausreichend adressiert. Auch die Bedeutung des klassischen Familienbildes für die gesellschaftliche Stabilität wird nicht angemessen berücksichtigt. Gezielte Anreize zur Steigerung der Geburtenrate und finanzielle Unterstützung für Familien mit mehreren Kindern fehlen weitgehend. Und wie viele meiner Vorredner sehe ich auch nicht die Lösung in der Zuwanderung, und ohne dabei nur in eine Richtung zu zeigen, sondern es kamen auch – wenn Sie zugehört haben – Wortmeldungen aus anderen Richtungen. Ja, die Strategie greift potenziell in Bereiche ein, die traditionell in der Kompetenz der Mitgliedstaaten liegen, wie Familienpolitik und Sozialgesetzgebung. Diese Bevormundung lehnen wir strikt ab. Wir benötigen dringend einen ganzheitlicheren und mutigeren Ansatz, der die Komplexität der demografischen Herausforderungen Europas wirklich erfasst und angeht.
Notwendige Durchsetzung des Gesetzes über digitale Dienste zum Schutz der Demokratie auf Plattformen der sozialen Medien, auch gegen Einmischung aus dem Ausland und algorithmische Verzerrung (Aussprache)
Die Frage fehlt mir jetzt, um eine Antwort zu geben, aber hören Sie sich und Ihren Kollegen hier heute zu. Sie sind ein Beispiel dafür, wie Sie Angst haben vor Meinungsfreiheit – und daran ändere ich auch meine Meinung nicht.
Notwendige Durchsetzung des Gesetzes über digitale Dienste zum Schutz der Demokratie auf Plattformen der sozialen Medien, auch gegen Einmischung aus dem Ausland und algorithmische Verzerrung (Aussprache)
Frau Präsidentin, geschätzte Kollegen! Im Besonderen grüße ich all jene Menschen, die bisher imstande waren, sich selbst eine Meinung zu bilden, und dies auch in Zukunft tun wollen. Denn der Digital Services Act ist wahrlich ein besonders besorgniserregender Eingriff in unsere digitale Freiheit. Unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes wurde hier ein Zensurapparat geschaffen, der unsere Meinungsfreiheit bedroht. Dass der DSA nun sogar verschärft werden soll, weil sich Technologiekonzerne gegen die auferlegte Zensur wehren, ist alarmierend. Die EU versucht hier, Kontrolle über den digitalen Raum auszuweiten und kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Der DSA greift in die Geschäftsmodelle von Plattformen ein, zwingt sie, Inhalte zu löschen oder zu blockieren – das ist nichts anderes als eine verordnete Zensur. Wir wollen nicht zulassen, dass die EU bestimmt, was wir im Internet sehen oder lesen dürfen. Der freie Informationsfluss ist die Informationsgrundlage in einer Demokratie. Lasst uns also gemeinsam für ein freies Internet kämpfen, in dem Meinungsvielfalt und Innovation gedeihen können – ohne bevormundende Regulierung.
Internationaler Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen (Aussprache)
Lesen Sie gerne auch die Statistiken. Ich kenne diese Aussagen nur zur Genüge, auch aus den regionalen Parlamenten. Wir haben in den Kriminalstatistiken, die auch veröffentlicht sind, durchaus gute Beweise.