17
Okt
2022
Ansehen
Nachhaltige Schiffskraftstoffe (Initiative „FuelEU Maritime“) - Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (Aussprache)
Herr Präsident! Es gibt an der aktuellen Verkehrspolitik der EU so viel zu kritisieren, dass ich in Wahrheit gar nicht weiß, wo ich überhaupt anfangen soll. Darum zum wesentlichen Problem gleich zu Beginn: Die Pläne zur Abschaffung fossiler Kraftstoffe bedeuten für die Wirtschaft und den Alltag der Bürger eine regelrechte Katastrophe. Und der Ausbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe ist völlig sinnlos, solange ein grundlegendes Problem nicht gelöst ist: Woher soll der Strom für die Millionen E-Autos kommen? Straße, Schiene, Luftfahrt, Schifffahrt – alle Bereiche des Transportwesens sollen ja auf alternative Kraftstoffe umgestellt werden. Allein um den unrealistischen Zeitplan einzuhalten und die völlig überzogenen Ziele dieses Vorschlags zu erreichen, werden Milliarden an Investitionen nötig sein – und all das, ohne vorher eine leistbare und zuverlässige Stromversorgung sicherzustellen. Eine leistbare und zuverlässige Versorgung der hochindustrialisierten Mitgliedstaaten der EU ist mit Wind und Solarparks technisch nicht machbar. Wir werden also weiterhin zu einem gewissen Ausmaß von fossilen Brennstoffen abhängig sein. Die Regeln der Physik und der Technik lassen sich halt nicht durch ideologische Träumereien ersetzen. Und von den ganzen anderen Problemen, die diese Phantastereien mit sich bringen – dem Verlust von Arbeitsplätzen, dem Verlust der Mobilität, dem Verlust von Know-how oder der zunehmenden Abhängigkeit bei kritischen Rohstoffen, Lithium oder seltenen Erden oder den Problemen bei der Entsorgung und beim Recycling und so weiter –, davon rede ich da noch nicht einmal. Und nicht zu vergessen, dass wir uns aktuell auch in einer dramatischen Energie- und Versorgungskrise befinden. Schauen Sie endlich den Tatsachen ins Gesicht! Mit diesen Vorhaben treibt man die Verkehrsarmut weiter voran. Mobilität wird zum Luxusgut, vor allem im ländlichen Bereich. Legen Sie endlich realistische und auch technisch umsetzbare Pläne zur Energieversorgung in den EU-Staaten vor. Dann und nur dann können wir darüber reden, wie es mit dem Ausbau der Infrastruktur für E-Autos ausschaut.