15
Sep
2021
Ansehen
Der Skandal um die Spähsoftware „Pegasus“ (Aussprache)
Frau Präsidentin, der Pegasus-Skandal ist zutiefst beunruhigend. Er fordert ein europäisches Handeln auf mehreren Ebenen. Erstens müssen wir unsere gemeinsamen Anstrengungen viel stärker auf eine sichere Kommunikation konzentrieren. Wir müssen uns an die neuen technologischen Gegebenheiten anpassen und sicherstellen, dass Journalisten, Politiker und Aktivisten in der gesamten Europäischen Union über zuverlässige Mittel für einen sicheren Informationsaustausch verfügen. Demokratische Politik und freie und unabhängige Medien können nicht gedeihen, wenn sowohl zwischenmenschliche als auch berufliche Beziehungen mit Hilfe böswilliger Aktivitäten massiv in Mitleidenschaft gezogen werden. Erinnern wir uns: Wenn Journalisten sich nicht auf eine sichere Kommunikation verlassen können, kann ihr Leben in Gefahr sein. In der Slowakei lernten wir am härtesten, als Ján Kuciak ermordet wurde. Zweitens müssen wir die Europäische Kommission auffordern, gründliche Folgemaßnahmen zu ergreifen und sowohl den potenziellen als auch den mutmaßlichen Missbrauch digitaler Überwachungstechnologien durch bestimmte Mitgliedstaaten zu untersuchen. Es ist inakzeptabel, dass moderne Technologien in Europa missbraucht werden, um unsere Freiheit und Demokratie zu untergraben. Es ist gut, dass wir uns nach unserer Diskussion über den Pegasus-Skandal im INGE-Ausschuss heute im Plenum mit diesem Thema befassen. Ein anschließendes europäisches Handeln in dieser Angelegenheit wird jedoch von entscheidender Bedeutung sein. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn wir zulassen, dass Diktaturen wie China zu ständigen technologischen Vorreitern werden, wird die europäische Demokratie in großer Gefahr sein. Es ist noch Zeit, die Kräfte zu bündeln, um dieses düstere Bild unserer eigenen Zukunft zu verhindern.