15
Feb
2022
Ansehen
Stärkung Europas im Kampf gegen Krebserkrankungen(Aussprache)
Sehr geehrte Präsidentin, sehr geehrte Frau Kommissarin, sehr geehrte Veronica, Europa muss zunächst bei der Lösung von Problemen, die für seine Bürger wichtig sind, wirksam sein, daher freue ich mich sehr, dass das Europäische Parlament mit seinem Bericht zu einer gemeinsamen europäischen Krebsinitiative beitragen kann. Und dies ist eine Diagnose, die jedes Jahr mehr als eine Million Europäer ins Grab bringt, und diese Zahl kann durch Prävention, Screening, Früherkennung und Behandlung erheblich reduziert werden. Überall wird Geld gebraucht, aber natürlich auch der politische Wille, gemeinsam zu handeln. Allerdings möchte ich hier heute auf einen Aspekt hinweisen, nämlich die Ungleichheit bei der Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen zwischen den europäischen Ländern. Seien wir ehrlich, es gibt jetzt große Unterschiede zwischen den Ländern in Europa in Bezug auf Früherkennung, Zugang zu modernen Medikamenten und Behandlungen und hochwertige Nachsorge. Und ich denke, dass dieser Aspekt der Ungleichheit tatsächlich im Mittelpunkt des europäischen Krebsplans stehen muss. Und keine europäische Initiative wird erfolgreich sein, wenn nur die Bürger einiger weniger Mitgliedstaaten davon profitieren. Durch gemeinsames Handeln und Organisieren vieler Dinge können wir eine bessere Krebsversorgung für alle Patienten in allen Mitgliedstaaten erreichen. Ich möchte daher die Initiativen im Plan hervorheben, die diesen Aspekt der Ungleichheit am unmittelbarsten betreffen. Zunächst einmal muss in allen Mitgliedstaaten ein gleichberechtigter Zugang zum Screening erreicht werden, da sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern heute sogar verzehnfachen, z. B. bei der Brustkrebsvorsorge. Darüber hinaus sollten gleichwertige Qualitätsstandards für das Screening eingeführt werden. Zweitens muss die Europäische Kommission aktiv mit den Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um einen gleichberechtigten Zugang zu innovativen Arzneimitteln zu erreichen. Es bedarf eines wirksamen Wettbewerbs zwischen den Arzneimittelherstellern, um die Kosten zu senken und den Zugang zu Arzneimitteln zu verbessern, und einer gemeinsamen europäischen Beschaffung. Deshalb betont unser Bericht auch, dass Patienten das Recht auf eine optimale Behandlung haben, unabhängig von ihrer Zahlungsfähigkeit, Herkunftsland, Alter und Geschlecht. Schließlich müssen umfassende Krebszentren in den Mitgliedstaaten ein Netzwerk auf europäischer Ebene einrichten, das sowohl der Verbreitung medizinischer Daten als auch dem Zugang der Patienten zu den besten Diagnostika und dem besten Fachwissen dient. Diese Zentren müssen natürlich auch als Grundlage für gemeinsame Forschung dienen. Und schließlich wird das geplante Register für Ungleichheiten bei Krebs nur dann relevant sein, wenn wir es als Leitlinie für gemeinsame Arbeit und gemeinsame Ergebnisse betrachten.