27
Feb
2024
Ansehen
Empfehlung an den Rat, die Kommission und den EAD zur Lage in Syrien (Aussprache)
Frau Präsidentin! Der Bericht zur Lage in Syrien ist leider ein Musterbeispiel für die Fehleinschätzung in der Außenpolitik in der EU. Fakt ist, dass sich Assad im Gegensatz zu europäischen Politikern frei und ungeschützt im Volk bewegen kann, weiter an der Macht ist. Das ist Fakt, auch wenn Sie lachen. Angesichts der Entwicklung in Libyen muss man das sehr positiv bewerten. Dieser Realität gilt es Rechnung zu tragen, statt den Wiederaufbau Syriens durch Sanktionen zu verhindern und das Land in bitterer Armut zu halten. Frau Loiseau, warum werden die tragende Rolle der USA und ihrer Verbündeten in diesem Krieg, ihre Finanzierung von Terrororganisationen, von islamistischen Terrororganisationen und die völkerrechtswidrige Besetzung von Ölfeldern in Ihrem Bericht komplett ignoriert? Warum? Erst durch den gescheiterten Versuch eines regime change wurde das durchaus westlich orientierte Syrien, dessen multiethnisches System vor Kriegsbeginn noch in deutschen Universitäten als – ich zitiere – „Modell friedlicher Koexistenz von Muslimen, von Juden und Christen“ gelobt wurde, weiter in die Arme Russlands und Irans getrieben. Das hat nicht nur fatale Folgen für die Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten, sondern auch für ganz Europa. Die Empfehlungen müssten daher lauten: Sanktionen endlich beenden, die Realität Assad anerkennen und diplomatische Beziehungen wiedereinführen. Damit hätten Millionen Syrer aus Europa und den umliegenden Ländern die Chance, wieder in ihre längst überwiegend befriedete Heimat zurückzukehren.