7
Jun
2022
Ansehen
Die Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU nach der Invasion der Ukraine durch Russland (Aussprache)
Herr Präsident! Die EU will im Ukrainekonflikt eine gemeinsame Linie erzwingen, die aber den nationalen Interessen zahlreicher Mitgliedstaaten komplett zuwiderläuft. Die Sanktionen sind völlig sinnbefreit und schaden eigentlich nur uns selbst. Gerade die massiv gestiegenen Energiepreise sorgen in Deutschland dafür, dass die sowieso schon enorm hohen Kosten der völlig fehlgeleiteten Energiewende noch deutlich höher ausfallen. Gleichzeitig sorgen die Sanktionen nicht nur dafür, dass die Zustimmung für Putin sowohl unter der Bevölkerung als auch unter den Oligarchen so stark wie nie zuvor ist. Und laut CNN und Bloomberg verdient Russland mittlerweile sogar mehr Geld durch Rohstoffe als vor dem Krieg. Wer diese absurden Sanktionen unterstützt, schadet unseren Bürgern und stärkt Putin. Wir Kritiker der Maßnahmen werden dadurch genauso bestätigt wie durch den Verlauf des Krieges. Was haben die Waffenlieferungen bisher gebracht? Mehr Tod und Zerstörung und sonst nichts. Die ukrainischen Bürger sind die Opfer eines russischen Angriffskrieges, der durch die Maßnahmen des Westens unnötig in die Länge gezogen wurde und eskaliert ist. Alle diese Fakten auszusprechen, macht einen noch lange nicht zum Putin-Versteher. Ganz sicher nicht. Die Waffenlieferungen drohen laut Interpol auch für uns zur Gefahr zu werden. Im Darknet werden zwischenzeitlich schon US-Waffen aus der Ukraine verkauft. Die EU täte also gut daran, ihre katastrophale Außen- und Sicherheitspolitik komplett zu überdenken und sie in Zukunft generell wieder den Nationalstaaten zu überlassen. (Der Redner ist damit einverstanden, eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“ zu beantworten.)