7
Jul
2025
Ansehen
Von der Betreuungseinrichtung zur Inklusion: EU-Aktionsplan für den Übergang von institutioneller Betreuung zu hochwertiger Familien- und Gemeinschaftsbetreuung (Aussprache)
Herr Präsident! Ich habe mir vor einiger Zeit gesagt: Menschenrechte sind nicht der heiße Scheiß in diesem Haus oder auch in der Europäischen Union. Wenn ich mir die Reden hier angucke und anhöre, ist das alles sehr gut gemeint, aber dann kickt doch im nächsten Moment der Ableismus wieder eiskalt zu. Das ist Wording von Helfen, Gutes tun, die Armen, irgendwie müssen wir sie ja ... Auch ich höre dann immer, wenn ich Kritik an diesen Einrichtungen und Werkstätten äußere: Ja, wo kommen die Menschen dann hin? Frau Kommissarin, Sie haben es richtig gesagt, es ist nicht Sinn der Sache, dass man sie von einer Butze in die nächste schafft. Wir sind kurz vor den Sommerferien, dann wohin mit Oma oder wohin mit dem Hund? So ein bisschen höre ich gerade so eine Diskussionstonalität raus. Was machen wir denn mit dem Kind? Was machen wir denn nach der Schule mit dem Kind? Wohin denn? Da wird vom Ende gedacht. Da werden diese Kinder aufs Alter und auf den Tod vorbereitet, aber nicht aufs Leben. Die Frage muss man sich immer stellen: Möchte ich unter diesen Bedingungen leben und arbeiten? Wenn die Antwort nein ist, warum dann behinderte Menschen? Warum dann Jugendliche? Als ich 16 war, da haben alle in meiner Klasse eine Berufsberatung bekommen. Da konnte jeder äußern, was er mal werden will. Für mich ging die Berufsberatung gleich in die Einrichtungsberatung und ich brauchte auch gar keinen Schulabschluss, weil, das war ja nicht nötig. Die haben ja das Geld bekommen und deswegen rufe ich auf: Wir behandeln ja jetzt den langjährigen Haushalt. Wo fließen diese Gelder rein, wo landen EU‑Mittel? Wenn wir immer noch mit EU‑Mitteln diese Einrichtungen finanzieren, möchte ich nichts mehr in diesem Haus hören von: Wir sind schon so weit und wir haben Guidelines. Am Ende des Tages spielt es eine Rolle, was machen wir mit der Kohle und finanzieren wir die Inklusion oder doch Exklusion?