Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
Lukas Sieper | Deutschland DEU | Fraktionslose Mitglieder (NI) | 390 |
| 2 |
|
Juan Fernando López Aguilar | Spanien ESP | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 354 |
| 3 |
|
Sebastian Tynkkynen | Finnland FIN | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 331 |
| 4 |
|
João Oliveira | Portugal PRT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 232 |
| 5 |
|
Vytenis Povilas Andriukaitis | Litauen LTU | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 227 |
Alle Beiträge (50)
Multilaterale Verhandlungen mit Blick auf die 13. WTO-Ministerkonferenz vom 26. bis 29. Februar 2024 in Abu Dhabi (Aussprache)
Herr Präsident! Schön, dass ich Sie in dieser Funktion jetzt hier sehe. Frau Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn ich mit Menschen über die WTO rede, dann sagen sie immer: Da bewegt sich ja kaum was, das ist doch irgendwie von gestern. Liebe Kolleginnen und Kollegen, das stimmt nicht – 75 % des globalen Handels wird nach wie vor über die Regeln der WTO abgewickelt. Die Europäische Union ist extrem verwoben in In- und Export. Ohne die stabilen Regeln der WTO wären wir in unserer Wohlstandsentwicklung gefährdet. Deswegen lohnt es sich, darum zu ringen, dass die WTO eine Zukunft hat. Und ich finde es klasse, Herr Warborn, dass wir gemeinsam eine Entschließung vorgelegt haben, in der wir die zentralen Zukunftsaufgaben beschrieben haben, sowohl im Interesse der weniger entwickelten Länder als auch im Interesse der Industrieländer. Und das müssen wir einbringen und dafür ringen, damit die 13. WTO-Ministerkonferenz genauso ein Erfolg wird wie die 12.
Freihandelsabkommen zwischen der EU und Neuseeland (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen, Sie sehen heute einen wirklich stolzen Vorsitzenden des Ausschusses für internationalen Handel, denn in dieser globalen Welt der Zersplitterung, der vielen unruhigen Gewässer, ist es uns gelungen, uns auf das fortschrittlichste und nachhaltigste Handelsabkommen der Europäischen Union zu einigen. Das ist ein großer Erfolg. Vielen Dank an die Kommission, an den Verhandlungsführer Peter Berz und an alle Kollegen, die zusammengearbeitet haben, um diese wunderbare Einigung zu erzielen. Die Abstimmung im Ausschuss war ebenfalls ganz klar; Es gibt eine große Mehrheit für das Abkommen. Aber wir sollten uns nicht nur auf unseren Lorbeeren ausruhen. Wir sollten uns auch ansehen, was vielleicht nicht so perfekt ist. Ein Jahr zwischen dem Abschluss der Verhandlungen und der Ratifizierung ist viel zu lang. Da müssen wir viel schneller sein. Zweitens: Was ist mit Australien? Wir müssen uns darauf freuen, auch mit Australien eine ähnliche Einigung zu erzielen. Erwähnenswert sind auch Mexiko und der Mercosur. Lassen Sie uns also unsere Macht bündeln, um innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens ähnliche Abkommen mit diesen Ländern zu schließen.
Ergebnis des Gipfeltreffens EU-USA (Aussprache)
Herr Präsident, Frau Kommissarin! Der Gipfel war im Bereich der Handelspolitik kein Erfolg: Wir haben kein Abkommen über Stahl und Aluminium, wir haben kein Abkommen über Rohstoffe. Das liegt daran, dass die USA ihre Interessen absolut setzen – das muss man so nüchtern sehen –, wie auch beim Inflation Reduction Act. Aber ich glaube, angesichts der geopolitischen Situation haben wir auch kein Interesse daran, zu eskalieren, also neue Zölle zu setzen oder sonstige Maßnahmen zu ergreifen. Deswegen geht es meiner Ansicht nach um drei Dinge, die wir erreichen müssen. Zum einen müssen wir sicherstellen, dass zukünftige Abkommen nicht die WTO-Regeln unterlaufen. Wir stehen nach wie vor zum multilateralen System. Zweitens: Wir werden in unseren Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten auch keine fundamentalen Positionen der EU aufgeben können. Auch das ist, glaube ich, klar. Und zum Dritten: Also geht es darum, den Status quo abzusichern und zu sehen, wie wir gemeinsam über die Zeit kommen – also keine absolut neuen Ambitionen zu entwickeln, sondern Stabilität zu organisieren.
Notwendigkeit des Abschlusses neuer Handelsabkommen für nachhaltiges Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und die strategische Autonomie der EU (Aussprache)
Frau Präsidentin! Zunächst möchte ich Sie ersuchen, an den Rat zu schreiben. Das ist die zweite Debatte heute, wo der Rat nicht anwesend ist, in einer Sache, wo der Rat eigentlich eine ganz entscheidende Verantwortung hat. Ich würde dem Rat auch gerne sagen, dass es ein Skandal ist, dass zwischen dem Abschluss eines Abkommens und der Unterschrift – und damit dem Beginn unserer Ratifizierung – in der Regel ein Jahr liegt. Das ist absolut irre! Da müssen wir viel, viel schneller sein, damit wir wirklich die notwendigen Handelsabkommen schnell abschließen können. Wir brauchen in der Tat Handelsabkommen mit verlässlichen Partnern auf globaler Ebene, weil wir in einer fragmentierten Globalisierung leben. Herr Krah, das alte Narrativ „Wir produzieren, egal wo, egal zu welchen Bedingungen“, das gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Heutzutage geht es um Sicherheit und um Nachhaltigkeit, damit die Menschen vor Ort auch was vom Handel haben – hier in Europa, aber auch in unseren Partnerländern. Die brauchen auch Wertschöpfung, damit sie eigenständige Entwicklungsmöglichkeiten haben. Sicherheit und Nachhaltigkeit – das ist das Narrativ für Handelspolitik heutzutage.
Vertrag über die Energiecharta – nächste Schritte (Aussprache)
Frau Präsidentin, jeder kennt die Geschichte; Der Kommissar hat dies zu Recht erläutert. Die einzige Frage ist natürlich, wie man den Rat davon überzeugen kann, die Blockade zu stoppen. Das ist die einzige Frage. Und das war meine Frage an die Kommission: Was ist die Strategie, um die Situation im Rat zu entschärfen? Der Standpunkt des Parlaments, der im November letzten Jahres angenommen wurde, ist völlig klar. Die Mehrheit der Mitgliedstaaten ist nicht für das Abkommen, und da viele Zuständigkeiten der EU im Vertrag liegen und Sie dies zu Recht erwähnt haben, ist auch klar, dass wir den Mitgliedstaaten niemals gestatten werden, im Vertrag über die Energiecharta zu bleiben. Daher müssen wir die Mitgliedstaaten wirklich davon überzeugen, die Blockade zu beenden, weil es einen klaren europäischen Wunsch gibt, diesen Vertrag so schnell wie möglich zu verlassen.
Wirtschaftlicher Zwang durch Drittländer (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar! Das war kurz und knackig, schönen Dank! Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben jetzt den Werkzeugkasten gefüllt mit defensiven Instrumenten, die wir nicht unbedingt auch anwenden wollen. Aber falls es nötig ist, können wir es tun. Das ist ein großer Unterschied auch zu Instrumenten von anderen Ländern, die von sich aus solche Instrumente offensiv auslösen. Wir machen das nur defensiv, wenn es darauf ankommt. Deswegen ist in dem Gesetzestext ja auch eine Menge an Verhandlungsmöglichkeiten, sodass wir mit dem möglichen Partner, der da Zwangsmaßnahmen im Schilde führt, auch eine Verhandlungslösung aushandeln können. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen für die netten Worte heute, aber auch für die konstruktive Zusammenarbeit. Das war keine einfache Operation, denn es ist ja ein neues Gesetz. Es ist nicht eine Revision von etwas Bestehendem, sondern ein ganz neues Gesetz, das wir gemeinschaftlich gemacht haben. Neben der guten Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen sind wir da auch sehr stark unterstützt worden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus meinem Büro: Tim Peter von meiner Fraktion, Jenny Dunsmore, die da oben sitzt, aber auch vom INTA-Sekretariat, von Stefania Nardelli – ohne sie wäre das sicherlich auch nicht so gut gediehen. Aber auch die Zusammenarbeit mit der Kommission war in diesem Fall sehr gut – Colin Brown, der da sitzt, herzlichen Dank für die konstruktive Zusammenarbeit –, sodass wir insgesamt, glaube ich, wirklich eine sehr gute Gesetzgebung auf dem Tisch haben, und ich hoffe, dass wir dem morgen alle zustimmen können. Schönen Dank!
Wirtschaftlicher Zwang durch Drittländer (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Wenn man sich die globale Welt heute anguckt, muss man feststellen, dass das, was wir früher mal miteinander gedacht haben – es gibt einen globalen Handelszusammenhang, wir reduzieren Zölle und nichttarifäre Handelshemmnisse, und alle Länder spielen mit den gleichen Regeln –, dass dieses Narrativ vorbei ist. Es ist völlig klar: Der Washington Consensus von 1994 is gone. Heutzutage haben wir eine fragmentierte Globalisierung mit ganz unterschiedlichen Interessen und unterschiedlichen Ländern, die eben nicht nach fairen Regeln spielen. Deswegen haben wir schon 2020 die Kommission und den Rat aufgefordert: Wir müssen unseren Werkzeugkasten erweitern. Wir brauchen defensive Maßnahmen, um sicherzustellen, dass wir unsere wirtschaftlichen Interessen verteidigen können. Eine wichtige Maßnahme ist in der Tat, sich wehren zu können, wenn es wirtschaftliche oder Investitionsmaßnahmen gegen die Europäische Union gibt, um politische Veränderungen durchzusetzen, sei es die Entschließung im Europäischen Parlament, sei es aber auch Gesetzgebung in den Mitgliedstaaten. Die Kommission hat dann in der Tat das „Anti-Coercion Instrument“, das Instrument gegen Zwangsmaßnahmen, auf den Tisch gelegt. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen für ihre Arbeit in den letzten Monaten, diese Gesetzgebung auch noch weiter zu verbessern. Denn in dem Vorschlag der Kommission waren sehr viele schwammige und unklare Begrifflichkeiten enthalten. Und es gab auch keinen klaren zeitlichen Ablauf. Ich glaube, wenn klar ist: Dieses Instrument ist ein Instrument, um schnell zu reagieren – gegen Zwangsmaßnahmen, Druck von anderen Staaten –, dann muss man auch schnell reagieren. Wir haben einen klaren Zeitplan eingeführt. Wir haben auch klare Definitionen eingeführt, was eine ökonomische Zwangsmaßnahme ist und wie darauf zu reagieren ist. Ich finde auch richtig und gut, dass wir den Korb mit möglichen Gegenmaßnahmen ganz groß gestaltet haben. Da sind natürlich Zölle enthalten; da sind aber auch Möglichkeiten, den Patentschutz auszusetzen, enthalten; da sind Möglichkeiten, Produkte vom Markt fernzuhalten, enthalten und noch vieles andere mehr. Das ist richtig, denn es soll natürlich kein Staat kalkulieren können, welche Maßnahmen er als Gegenmaßnahmen zu erwarten hat, um dann mit einer Excel-Tabelle zu überlegen: Lohnt sich das oder lohnt sich das nicht? Das soll es nicht sein! Deswegen ist es richtig, diesen großen Korb mit Gegenmaßnahmen zu haben, weil wir sehen: Manchmal sagen unsere amerikanischen Freunde: „Wenn ihr das und das macht, wenn ihr eine Digitalsteuer einführt, dann gibt es Zölle.“ Also dort gibt es Druck. Oder: China hat, weil Litauen die Botschaft von Taipeh upgegradet hat, das Handeln mit Gütern aus Litauen eingestellt, also auch hier einen wirtschaftlichen Druck ausgeübt. Allen diesen Maßnahmen müssen wir begegnen können, und deswegen bin ich froh, dass wir heute dieses Gesetzgebungsverfahren beenden können.
Aufnahme von Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten von Amerika über ein Abkommen zur Stärkung der internationalen Lieferketten für kritische Mineralien (Aussprache)
Herr Präsident, Frau Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Herzlichen Dank, dass ich die Frage vorstellen kann. Und die schließt natürlich an die Diskussion an, die wir gerade hatten. Wir wollen in der Europäischen Union die Versorgung mit kritischen Rohstoffen stärken. Und nun verhandeln wir mit den Vereinigten Staaten ein mögliches Abkommen über kritische Rohstoffe. Da tauchen natürlich einige Fragen auf. Aber vielleicht noch einmal zum Hintergrund: Sie wissen alle, wir leben in einer sehr fragmentierten Globalisierung. Wir sehen überall mehr und mehr Maßnahmen des Protektionismus. Und eine davon ist sicherlich der Inflation Reduction Act in den Vereinigten Staaten, wo mit sehr viel Subventionen lokale Produktion gestärkt wird und damit europäische Anbieter ausgeschlossen werden. Wir verhandeln lange in verschiedenen Sektoren mit den Vereinigten Staaten darüber, um hier einen Ausgleich zu schaffen, weil es kann im Grunde nicht sein, dass durch so eine Politik auch Investitionen aus Europa in die Vereinigten Staaten verlagert werden. Und deswegen haben wir verschiedene Dinge angepackt, um jetzt noch mal einen Ausgleich hinzukriegen. Dabei kommen natürlich auch die kritischen Rohstoffe in den Blick, weil ein Element des Inflation Reduction Act die Förderung über kritische Rohstoffe ist, weil die Vereinigten Staaten auch unabhängig von kritischen Rohstoffen werden wollen. Die Vereinigten Staaten haben 50 Rohstoffe, die sie als besonders kritisch sehen. In dem Angebot, das die Vereinigten Staaten uns nun gemacht haben, bieten sie uns aber nur fünf an hinsichtlich des Zugangs. Und da taucht natürlich die Frage auf, warum ist das so und wie reagiert die Kommission darauf? Zumal wir natürlich gerade auch mit zwei Rohstoffen in einer besonderen Bedrängnis sind, mit Gallium und Germanium, wo ja nun China offenbar Lieferrestriktionen aufbaut. Zum zweiten wollen die Vereinigten Staaten offenbar nicht, dass wir auch recycelte Rohstoffe möglicherweise in die Vereinigten Staaten liefern. In so einer Situation, wo wir ja eigentlich einen shortage hinsichtlich Rohstoffen haben, ist das auch eine Frage. Kriegen wir das hin, dass auch recycelte Rohstoffe dort integriert werden? Und dann frage ich mich natürlich auch so ein bisschen, und auch der INTA-Ausschuss, wer hat eigentlich einen Benefit davon, wenn wir hier gerade eben diskutiert haben, wir brauchen mehr Rohstoffe in Europa? Wer verkauft eigentlich Rohstoffe in die Vereinigten Staaten und wer profitiert davon? Vielleicht gibt es da ein paar Antworten darauf. Ich glaube auch, dass wir natürlich sicherstellen müssen, dass diese Tür, die wir da offen haben, dann auch dazu führt, dass die anderen Türen im Bereich des Inflation Reduction Act auch aufgemacht werden. Das kann ja nur ein erster Schritt sein, um hier ein vernünftiges Umgehen miteinander zu finden. Und das heißt natürlich auch, dass wir noch mal klar wissen müssen, wenn wir so ein Abkommen schließen, welche Konsequenzen hat das eigentlich für den Zugang im Rahmen des Inflation Reduction Act. Ist das nur beschränkt auf die Rohstoffe oder öffnen sich dadurch auch weitere Türen? Wir unterstützen natürlich die Verhandlungen. Wir unterstützen auch ein Abkommen, aber das muss natürlich WTO-kompatibel sein. Wir wollen jetzt nicht in das Fahrwasser von Protektionismus hineingehen – das, glaube ich, ist eine wichtige Anforderung. Um noch etwas sehr Positives zum Schluss zu sagen, dass die USA auch in diesem Abkommen vorschlagen, dass wir stärker auf die Arbeitsbedingungen bei der Produktion von Rohstoffen achten, finde ich ausgesprochen gut. Und das sollten wir in allen unseren Diskussionen über kritische Rohstoffe tun.
Die Notwendigkeit einer kohärenten Strategie für die Beziehungen zwischen der EU und China (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, Herr Hoher Repräsentant! Wenn wir uns die kohärente Strategie angucken, dann, glaube ich, sollten wir Theaterdonner lassen, sondern unsere Interessen definieren. Lassen Sie mich vier Punkte nennen: Erstens müssen wir gucken, wo eigentlich der Handel mit China in einer Situation ist, die kritisch ist. 95 Prozent sind unkritisch, 5 Prozent sind kritisch. Da müssen wir unsere Möglichkeiten, zum Beispiel Rohstoffe selbst zu verarbeiten, stärken. Zweitens: Wir haben im letzten Jahr Verteidigungsmittel geschaffen, um unsere Interessen durchzusetzen: das anti-coercion instrument, IPI, foreign subsidies. Drittens: Ich glaube, es ist klar, wir brauchen auch Kooperation in den Bereichen, die für uns besonders interessengeleitet sind, wie die Reduzierung von CO2. Wir brauchen einen globalen CO2-Preis und dazu brauchen wir China. Und viertens: Wir müssen das Netz mit verlässlichen Partnern weiter knüpfen, weil wir dort im Wettbewerb mit China stehen, also mehr bilaterale Handelsabkommen. Und dann können wir unsere Interessen auch besser verteidigen.
Umsetzungsbericht über das Abkommen über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU - Das Rahmenabkommen von Windsor (Aussprache)
Frau Präsidentin, der berühmte Film Belfast und die Musik von Van Morrison vermitteln wirklich einen wunderbaren Eindruck von der Situation in Nordirland. Sie wissen aus diesem Film, aber auch aus der Diskussion, die wir bisher hatten, wie wichtig es ist, zu deeskalieren. Vielen Dank, Maroš, für die Deeskalation, für Ihre Geduld, für das Engagement, denn ein Handelskrieg ist wirklich nicht im Interesse von irgendjemandem. Van Morrison singt: „Don't look back to the days of yesterday. Sie können nicht in der Vergangenheit leben.“ Ich hoffe, dass dieses Abkommen wirklich eine Tür ist, die mehr für die Zukunft öffnet. Wir werden die Überarbeitung des Handels- und Kooperationsabkommens im Jahr 2025 durchführen. Wir werden über den Erasmus-Beitritt des Vereinigten Königreichs sprechen. Wir müssen die Finanzdienstleistungen, das Fischabkommen und so weiter diskutieren. Vielleicht ist es jetzt wirklich ein besserer Weg für die Zukunft, für eine bessere Zusammenarbeit zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. Van Morrison singt zu Beginn des Films „Coming down to joy.“ Vielleicht können wir eines Tages mit ihm singen.
Zugang zu strategischen kritischen Rohstoffen (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, Herr Minister, in der Tat brauchen wir eine neue Qualität in unserer Rohstoffpolitik, Nachhaltigkeit statt reiner Ausbeutung. Das haben wir in der Vergangenheit gemacht. Daher schätze ich, dass Sie vollkommen recht haben. Erstens müssen wir unsere eigenen Ressourcen innerhalb der Europäischen Union mobilisieren. Schweden hat sich bei Lithium in die richtige Richtung bewegt, aber ich denke, es gibt viel mehr Potenzial. Zweitens müssen wir mehr für das Recycling tun. Es ist wirklich ein Skandal, dass wir innerhalb der Europäischen Union eine Recyclingquote für Lithium unter 10% haben. Drittens müssen wir Partnerschaften mit Drittländern in echter Partnerschaft eingehen, damit wir Arbeitnehmerrechte und Umweltstandards garantieren und unsere Partner auch die Möglichkeit haben, einen Mehrwert in ihrem Produktionsprozess zu schaffen, damit sie auch von ihrer Entwicklung profitieren können. Nachhaltigkeit statt reiner Ausbeutung.
Reaktion der EU auf das amerikanische Gesetz zur Senkung der Inflation (Aussprache)
Frau Präsidentin, Frau Exekutiv-Vizepräsidentin – Präsidentin Margrethe, ich denke, daran besteht kein Zweifel, wir brauchen eine Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten in dieser Zeit der Schwierigkeiten überall, beim grünen Wandel, beim Krieg in der Ukraine, wie Margrethe sagte. Aber natürlich brauchen Partnerschaften auch Vertrauen. Und ich habe im Moment das Gefühl, und darüber bin ich wirklich traurig, dass das Verhalten der Vereinigten Staaten in den letzten zwei Monaten wirklich eine Abkehr von einer wirklich guten Partnerschaft ist. „Might makes it right“ könnte das Prinzip einiger Menschen in den Vereinigten Staaten sein, was unsere Zusammenarbeit wirklich untergräbt. Margrethe erwähnte die sehr gute Zusammenarbeit beim TTC, aber wir brauchen auch eine gute Zusammenarbeit beim grünen Wandel und es sollte nicht zu einem Ersatzrennen führen. Wir sollten uns wirklich an die internationalen Handelsregeln halten und wir sollten dies verteidigen. Wir haben viele Werkzeuge in unserem Instrumentarium, um das regelbasierte Handelssystem zu verteidigen, und wir sollten sie nutzen, wenn die Vereinigten Staaten nicht in der Lage sind, ordnungsgemäß zusammenzuarbeiten.
Ergebnis der Überprüfung des 15-Punkte-Aktionsplans für Handel und nachhaltige Entwicklung durch die Kommission (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Vizepräsident der Kommission, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, es ist inzwischen jedem klar, dass Handelspolitik in sich kein Selbstzweck ist. Handel ist kein . Handelspolitik hat zur Stärkung der nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Handelspolitik hat dazu beizutragen, dass die Menschen vor Ort einen Mehrwert durch Handelspolitik haben. Klar: Handel stimuliert Wachstum, aber wenn die Regeln nicht stimmen, dann verfehlt dieses Wachstum das Ziel, und mitunter leiden Menschen. Mitunter leidet die Natur, und auch die Ziele des Pariser Klimaschutzübereinkommens werden nicht erreicht. Deswegen ist es so wichtig, dass wir die Handelspolitik in das richtige Korsett setzen, damit wir klarstellen: Handel ist kein Selbstzweck, Handel hat Nachhaltigkeit zu fördern. Diese Erkenntnis, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist ja im letzten Jahrzehnt gewachsen. Wir haben das erste Handelsabkommen mit einem ausgewiesenen Nachhaltigkeitskapitel 2011 abgeschlossen – das Abkommen mit Südkorea. Seitdem haben wir zwölf weitere Abkommen abgeschlossen – mit Kanada und vielen anderen Ländern –, in denen auch Nachhaltigkeitskapitel enthalten sind, mit Stärken und eben auch Schwächen. Wir haben in diesen Kapiteln vereinbart, dass internationale Normen zu akzeptieren sind – die Umweltstandards der UN, die ILO-Kernarbeitsnormen –, dass es kein Unterlaufen von diesen Normen aus Wettbewerbsvorteilsgründen geben darf. Wir haben festgelegt, dass es Promotion von besonderen Handel wie fairem Handel gibt. Wir haben festgelegt, dass es eine Beteiligung der Zivilgesellschaft gibt, und auch, dass es einen Schlichtungsmechanismus gibt. Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben gesehen, dass diese Zielsetzungen dieser Fünf nicht immer auch wirklich umgesetzt worden sind. Noch einmal zu Südkorea: Südkorea hat massiv Arbeitnehmerrechte verletzt. Auch während der Wirksamkeit des Abkommens sind Gesetzgebungen beschlossen worden, die dem Abkommen widersprechen. Wir haben einen Streitschlichtungsmechanismus genutzt, der sechs Jahre gedauert hat, 2019 dann in einem Verfahren, in dem dann dieses Gremium, dieses Panel of Experts, zu entscheiden hat, das dann auch 2021 entschieden hat, aber bisher ist nichts passiert. Also da gibt es so eine Schwäche. Es gibt noch ein paar andere Punkte. Deswegen begrüßen wir sehr, dass die Kommission am 22. Juni endlich einen neuen Ansatz zur Verbesserung und zur Vermeidung dieser Schwächen auf den Weg gebracht hat. Das Parlament hat übrigens lange dafür gekämpft und gestritten. Ich selbst habe 2017 mal ein model chapter für einen anderen Ansatz in dem Nachhaltigkeitskapitel vorgelegt. Also jetzt sind wir auf dem richtigen Weg mit einer vernünftigen Herangehensweise an die Implementierung von Nachhaltigkeitszielen über eine Roadmap mit klaren Zwischenzielen. Wir stärken das Monitoring der Nachhaltigkeitsziele und von deren Umsetzung gerade durch die Stärkung der Zivilgesellschaft durch die domestic advisory groups, die jetzt auch Möglichkeiten haben, in das Verfahren einzugreifen und Klagen loszutreten. Und wir haben in der Tat Durchsetzungsmechanismen eingebaut, sodass letztendlich ein Fehlverhalten auch sanktioniert werden kann. Allerdings sind noch ein paar Fragen offen. Wir haben kein model chapter bekommen, sondern nur die Prinzipien. Im Moment ist, glaube ich, das model chapter das Abkommen mit Neuseeland, wo wir in der Tat die Prinzipien das erste Mal vereinbart haben. Aber was passiert mit den alten Abkommen, mit den zwölf, die ich genannt habe, und den ganz alten? Klar ist, dass neue Abkommen, die hier auf den Tisch des Hauses kommen, diesen Ansprüchen zu genügen haben. Kann man nicht einige Elemente schon jetzt umsetzen, die domestic advisory groups stärken? Und wie sieht es eigentlich aus mit den Prinzipien für alle Länder, weil von case zu case kann man vielleicht in bestimmten Bereichen diskutieren, aber das Grundprinzip muss das gleiche sein. Und wir brauchen auch Nachhaltigkeit über den originären Bereich hinaus, gerade wenn es um Rohstoffe geht. Handelspolitik ohne Nachhaltigkeit ist wie ein Auto ohne ein Lenkrad, und das kann ganz gefährlich in eine falsche Richtung gehen. Deswegen brauchen wir klare und strenge Nachhaltigkeitsziele.
Ein neues Instrument zum Verbot von Produkten, die in Zwangsarbeit hergestellt wurden (Aussprache)
Herr Präsident, Frau Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen! In den letzten Monaten haben wir Masken getragen und häufig auch Handschuhe, diese schönen blauen Einmalhandschuhe. Die kommen weltweit zu 65 % aus Malaysia, werden dort mit Zwangsarbeit von Firmen produziert. Menschen müssen dort viel Geld bezahlen, um einen Arbeitsplatz zu bekommen, und werden dann in Zwangsarbeit – man kann schon fast sagen – gehalten. Also eine Situation, die im Grunde überhaupt nicht mehr tragbar ist. Dort werden Produkte hergestellt, die uns schützen, auf dem Rücken von Menschen, die nicht über ihre Arbeit frei entscheiden können. Die USA haben übrigens auch einen für diese Handschuhe ausgesprochen, wegen der Zwangsarbeit. Wir haben gerade neue Informationen über Zwangsarbeit in Xinjiang in China gehört, wo eben auch Produkte unter Zwangsarbeit hergestellt werden. Und deswegen frage ich mich: Wie kann das eigentlich sein, weil ja schon seit 1930 die Internationale Arbeitsorganisation Zwangsarbeit verboten hat? Jede Art der Arbeit und Dienstleistungen, die von einer Person unter Androhung von Gewalt und Strafe ausgeführt wird und die nicht freiwillig geleistet wird, ist Zwangsarbeit. 1957 ist das nochmal von der ILO aufgenommen worden mit der Konvention 105. Und auch in den SDGs – in SDG 8 ist es nochmal aufgegriffen worden. Also fast 100 Jahre klares Bekenntnis gegen Zwangsarbeit. Doch wie sieht es 100 Jahre später aus? 25 Millionen Menschen müssen Zwangsarbeit leisten weltweit, in ganz verschiedenen Ländern. Und da frage ich natürlich die Kommission: Wann ergreifen wir als Europäische Union, die wir für Freiheit und Demokratie einstehen, Maßnahmen, um diesem Zustand Abhilfe zu schaffen? Wann und wie wird die Kommission agieren? Sieben Punkte sind da besonders von Interesse: Zum einen natürlich die Frage, wie wir es hinkriegen, einen Importvermarktungsban zu organisieren, sodass wir die Vermarktung ins Zentrum setzen, weil wir natürlich alle Produkte, die mit Zwangsarbeit hergestellt werden, nicht mehr auf unserem Markt sehen wollen und das natürlich in Einklang mit den WTO-Regeln geschehen muss. Zweitens: Wir brauchen eine klare Definition von Zwangsarbeit, basierend auf den ILO‑Kriterien, den 11 Indikatoren und natürlich auch der Erweiterung, der Modernisierung der 1930er Konvention Nummer 29 aus dem Jahre 2014. Drittens: Wir brauchen klare Evidenzkriterien für die Feststellung von Zwangsarbeit, aber auch den Dialog mit Unternehmen, um klarzustellen, dass sie die Möglichkeit haben, ihre Sicht der Dinge darzustellen und gegebenenfalls auch sicherzustellen, dass ihre Produkte nicht aus Zwangsarbeit herrühren. Wir brauchen ein klares Monitoring, eine Transparenz, und deswegen wollen wir auch gerne ein Datensystem haben, wo wir alle entsprechenden Informationen transparent darstellen können und Behörden auch Stichproben machen können. Wir brauchen natürlich auch eine Durchsetzung, das heißt, wenn Zwangsarbeit festgestellt ist, dass man auch beschlagnahmen kann und auch ein zwangsweiser Dialog mit dem Hersteller durchgeführt wird, um sicherzustellen, dass auch Abhilfe vor Ort entsteht. Wir können das nicht alles alleine machen. Deswegen brauchen wir auch internationale Kooperation, vielleicht die Erfahrungen aus den USA anzuschauen und aufzunehmen, aber auch darüber hinaus. Wir wollen ja keine Umgehungstatbestände schaffen, dass Produkte dann auf andere Märkte geschifft werden. Und wir müssen siebtens natürlich auch sehen, dass es eine Kohärenz zu anderen Gesetzgebungen gibt, damit wir nicht einen riesigen bürokratischen Wust produzieren, sondern kohärent mit anderen Gesetzgebungen sind. William Hudson hat vor einiger Zeit formuliert: „Life is the best thing we have.“ 25 Millionen Menschen haben nicht die Freiheit, ihr Leben selbst zu gestalten. Deswegen müssen wir das anpacken und gemeinsam für die Abschaffung der Zwangsarbeit eintreten.
Instrument betreffend das internationale Beschaffungswesen (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Lange, vielleicht zu lange, war unser Werkzeugkasten, um uns gegen unfaire Handelspraktiken zu verteidigen, leer. Wir haben über zehn Jahre gewartet, um im Bereich der öffentlichen Beschaffung endlich ein Werkzeug zu haben, um unsere politischen und wirtschaftlichen Interessen gegen unfaire Handelspraktiken zu schützen. 12 % des Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Union wird durch öffentliche Beschaffung generiert –12 %, finanziert durch Steuergelder. Und da kann es nicht sein, dass Dumpingangebote von Staaten, die uns den Zugang zur öffentlichen Beschaffung verwehren, hier Zuschläge bekommen. Deswegen ist es richtig, dass wir hier einen Schlussstrich ziehen. Übrigens, dieses Werkzeug ist nicht das einzige, was wir brauchen. Wir werden auch aktiv gegen unlautere Subventionen vorgehen und auch gegen Zwangsmaßnahmen, die Handel und Investment benutzen, um uns in politische Richtungsentscheidungen zu zwingen. Nein, wir verteidigen unsere politischen und wirtschaftlichen Interessen fair und gerecht in einer globalen Welt.
Die Lage in Bezug auf die Rechtsstaatlichkeit und die Menschenrechte in der Republik Guatemala
Herr Präsident, Frau Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben heute viel über die Geltung des Rechts innerhalb der Europäischen Union diskutiert. Aber wir müssen uns natürlich auch um die Geltung des Rechts außerhalb der Europäischen Union kümmern. Da gibt es ein Land, mit dem wir sehr eng verbunden sind – Guatemala –, mit einem Assoziierungsabkommen und einem Abkommen über politischen Dialog und Kooperation. In diesem Land wird die Geltung des Rechts ständig gebrochen, und zwar auch institutionell gebrochen. Insofern ist es an der Zeit, dass wir uns als Europäisches Parlament hier deutlich positionieren und die Geltung des Rechts auch in Guatemala – gerade weil wir so eng verbunden sind – einfordern. Im Mai dieses Jahres wird ein neuer Generalanwalt gewählt, und wir wollen sicherstellen, dass das unter fairen Bedingungen stattfindet und kein Kandidat gewählt wird, der für das Brechen des Rechts steht. Wir treten ein für die Geltung des Rechts in der Europäischen Union, aber auch in anderen Ländern wie Guatemala.
Ergebnisse des Gipfeltreffens EU-China (1. April 2022) (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Hoher Vertreter, liebe Kolleginnen und Kollegen! Drei Anmerkungen: Es war richtig, den EU-China-Gipfel zu haben und auch dort klare Kante zu zeigen, wie einer das sehr deutlich beschrieben hat. Das ist richtig. Also nur Diplomatie und schöne Worte, das hilft nicht weiter. Die Frage der Menschenrechte, die Frage Taiwan, die Frage des Handelsembargos gegen Litauen sind ja evident. Das war richtig klare Kante. Zweitens: Die Reaktion von China war nicht hinreichend. Aber wir können auch nicht akzeptieren, dass wir eine Welt haben, wo China sich mit Russland ins Bett legt, und das war es dann. Deswegen – drittens – müssen wir eine Strategie entwickeln, wie wir weiter vorgehen. Dazu gehört zum einen, dass wir unsere defensiven Möglichkeiten schärfen mit der Frage der Bekämpfung von Zwangsmaßnahmen, mit der Frage der Vergabe öffentlicher Aufträge, mit der Frage ausländischer Subventionen. Aber wir müssen auch gucken, dass wir die Strukturen – wo es geht – stabilisieren durch den Menschenrechtsdialog, durch den wirtschaftlichen Dialog und im Rahmen der WTO. Denn letztendlich geht es darum, die Durchsetzung des Rechts zu schaffen und nicht der Stärke nachzugeben.
Aktuelle Informationen der Kommission und des Rates über den Stand der Modernisierung des Vertrags über die Energiecharta (Aussprache)
. – Herr Präsident, Herr Vizepräsident, Herr Kommissar, Herr Minister! Die Frage des Energiecharta-Vertrags ist natürlich unmittelbar verknüpft mit der Debatte, die wir gerade geführt haben. 1994 haben wir innerhalb der Europäischen Union mit anderen Ländern versucht, einen stabilen Rahmen für die Energieversorgung zu kreieren – nebenbei mit dem Versuch, Russland zu integrieren, als einen wichtigen Lieferanten für fossile Energiequellen. Und die Wichtigkeit dieses Versuches hat sich ja noch mal in den letzten Wochen deutlich gezeigt: Mit der russischen Aggression auf die Ukraine ist die Frage der Energiesicherheit in der Europäischen Union aufs Tableau gekommen. Und da muss man natürlich jetzt die Frage stellen: Ist dieser Vertrag von 1994 – nebenbei: den Russland ja schon 2009 verlassen hat – noch zukunftsgerecht, oder ist er ein Klotz am Bein, ein millstone on our neck? Ich glaube, da gibt es drei ganz zentrale Fragen, die uns der Beantwortung dieser Frage – zukunftsgerecht oder Klotz am Bein – ein bisschen näherbringen: Zum einen ist in dem Vertrag von 1994 die Fokussierung auf fossile Energieträger festgeschrieben – auf die Energieträger, auf die Investitionen und auf die Technologie in fossile Energieträger. Kann man vielleicht noch ein bisschen verstehen: 1994, da gab es noch keinen Green Deal, noch keine Verpflichtung, dass wir 2027 aus dem russischen Gas ausgestiegen sind – alles das gab es noch nicht. Deswegen ist die Fokussierung vielleicht verständlich, wenn auch noch nicht unbedingt nachvollziehbar, weil es natürlich auch 1994 schon erneuerbare Energien gegeben hat. Also, die eindeutige Fokussierung auf fossile Energiequellen kann heute nicht mehr zukunftsgerecht sein. Wir müssen die Verpflichtung des Pariser Klimaschutzabkommens auch in so einem Vertrag stärker gewährleistet sehen. Der zweite Punkt ist: Wird durch diesen Vertrag eigentlich das, was wir wollen – mehr Investitionen in Erneuerbare – unterlaufen? Und da kann man eindeutig sagen: Ja, es gibt keine Verpflichtung für Nachhaltigkeitsziele bei den Investitionen. Und noch schlimmer: Es gibt Klagen von Investoren, zum Beispiel gegen die Schließung eines Kohlekraftwerks. Und wir wollen aus der Verstromung der Kohle heraus. Wie können wir einen Vertrag gutheißen, mit dem die Maßnahmen zur Reduzierung der Verstromung von Kohle unter Strafe gestellt werden? Ich glaube, das passt nicht mehr in die Zeit. Es ist auch ein bisschen die Frage, ob dieses right to regulate für mehr Nachhaltigkeit, für mehr Umweltschutz dabei in Frage gestellt wird. Und das Dritte, was damit zusammenhängt, ist die Frage, ob diese Form des Investitionsschutzes, dieses alte ISDS-System, wo Investoren aufgrund entgangener Gewinnerwartungen gegen Staaten klagen können, überhaupt noch akzeptabel ist. Wir im Parlament haben gesagt: Nein, wir wollen ein neues System des Investitionsschutzes mit Verpflichtungen für Investoren und einer deutlich restriktiveren Anwendung – ein öffentliches Gericht, das Investment Court System, haben wir eingeführt. Das findet sich da nicht. Wir haben inzwischen 88 Fälle, wo Investoren aus EU-Staaten gegen EU—Staaten klagen – die bilateralen Klagen nehmen also zu. Und auch da sagt ja der Europäische Gerichtshof: Das passt nicht mehr in die Zeit, das ist illegal. Wenn man diese drei Systeme sich anguckt und sieht, dass seit 2017 ein bisschen Reformdiskussion da ist, aber bisher noch keine endgültigen Ergebnisse auf dem Tisch liegen, kann aus meiner persönlichen Sicht nur eine Konsequenz sein: dass wir den Energiecharta-Vertrag verlassen und sagen, wir wollen Energieversorgung nachhaltig gestalten und nicht unter dem Damoklesschwert einer einstimmigen Entscheidung der Vertragspartner der Energiecharta-Vertragsgemeinschaft stehen. Das wird nicht passieren, dass alle 54 Mitglieder sagen: Wir wollen jetzt nur noch grüne Energien fördern, und wir wollen den Investitionsschutz über Bord schmeißen. Deswegen: Wo stehen wir heute? Wie sieht es mit den Reformbestrebungen aus? Kriegen wir Zugang zu allen Dokumenten? Kann man den Ausstieg planen, ohne dass es lange Nachwirkungen hat? Kann man den Vertrag so modernisieren, dass es keine 20—jährige Nachlaufzeit gibt? Ich glaube, wir brauchen heutzutage keinen Klotz mehr am Bein für unsere Energiepolitik.
Vorbereitung der Tagung des Europäischen Rates am 16./17. Dezember 2021 - Reaktion der EU auf die erneute weltweite Ausbreitung von COVID-19 und neu auftretende Virusvarianten (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar! Heute Morgen hat Ursula von der Leyen eine sehr europazentrierte Rede gehalten. Ich glaube, wir sollten mal wirklich unsere Europabrille absetzen und die globale Situation betrachten. 7 % Impfquote in Afrika ist nicht akzeptabel, und auch nicht, dass die Trennung zwischen Arm und Reich immer weiter zunimmt. Der Präsident von Ghana – gestern hier an dieser Stelle – hat ja nun eine deutliche Sprache gesprochen. Deswegen brauchen wir zum einen, Herr Kommissar, stärkeren Druck auf die Impfstoffhersteller, dass mehr Impfstoff in Entwicklungsländern produziert wird, notfalls auch mit dem Druckmittel, zeitweise Patente auszusetzen. Aber ich appelliere auch an den Rat, dass endlich das Projekt Global Gateway angepackt wird, Geld zur Verfügung gestellt wird, damit die wirtschaftliche Entwicklung in Entwicklungsländern vorangehen kann, dass es eine Schuldenerleichterung für Entwicklungsländer gibt, dass die Möglichkeiten des Handels gegenüber der Europäischen Union intensiviert werden. Wir müssen eine globale Gerechtigkeit schaffen, denn wir sind die Welt – gemeinsam und nicht alleine in Europa.
Umsetzung des Zertifikationssystems des Kimberley-Prozesses (Aussprache)
Herr Präsident, Frau Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Diamanten haben ja etwas Besonderes, manchmal etwas Mystisches. Und Diamanten haben es ja auch schon zu Filmruhm gebracht. Ich erinnere an James Bond, oder auch an den berühmten Film mit Leonardo DiCaprio, Und ich glaube, das spiegelt auch genau das wider, worum es hier in dieser Diskussion geht: die beiden Seiten dieser Edelsteine, der Diamanten. Auf der einen Seite begehrt und auf der anderen Seite verbunden mit Ausbeutung, Zwang und Umweltzerstörung. Und ich glaube, es lohnt auch noch einmal zu reflektieren, dass diese Diamanten ja was mit der kolonialen Geschichte Europas zu tun haben. Bis 1880 gab es ein paar Diamanten, aber das war keine große Geschichte. Und dann mit der industriellen Ausbeutung in den 1880er-Jahren gerade durch die Firma De Beers ist genau dieser Run auf die Diamanten entstanden, die hemmungslose Ausbeutung gerade in afrikanischen Ländern. Zwei Drittel aller Diamanten kommen aus den afrikanischen Ländern Angola, Elfenbeinküste, Simbabwe und natürlich auch aus Südafrika. Und diese Firma De Beers hat es ja ganz gut hingekriegt, Nachfrage und Angebot gut zu steuern, damit der Preis auch ordentlich hoch geblieben ist. Insofern haben wir da als Europäerinnen und Europäer eine besondere Verantwortung in der Betrachtung dieses Gewinnungsprozesses von Diamanten. 2003 ist dann der Kimberley-Prozess gestartet worden mit einer Definition von Blutdiamanten, also Diamanten, die gewalttätige Konflikte, Rebellion, Umsturzversuche unterstützen, und diese Diamanten sind dann auch vom Markt zu entfernen. Das ist mal mit der Zentralafrikanischen Republik gemacht worden, aber mit einem sehr löchrigen Verfahren. Auch während des Embargos sind Diamanten aus der Zentralafrikanischen Republik exportiert worden. Das heißt aber, in diesem Kimberley-Prozess sind die Fragen von Ausbeutung, von Umweltzerstörung nicht berücksichtigt. Und wenn Sie jetzt zum Weihnachtsfest Diamanten kaufen und verschenken, wissen Sie eben nicht, ob da Kinderarbeit drinsteckt, ob da Umweltzerstörung enthalten ist. Und deswegen, glaube ich, reicht das nicht, was wir mit dem Kimberley-Prozess angefangen haben. Und deswegen, Frau Kommissarin, fragen wir Sie, wir fragen Sie fünf Dinge im Wesentlichen: Erstens, wie sehen Sie eigentlich den Zertifizierungsprozess – Dokumente, die von den Partnern selbst ausgestellt werden? Ist das hinreichend, um sicherzustellen, dass hier ein vernünftiger Prozess überwacht wird? Es gibt kaum Inspektionen, und schon gar nicht von unabhängigen Institutionen. Zweitens, wie ist das eigentlich mit der Zusammenarbeit mit den Partnerländern, wenn wir wissen, im Kimberley-Prozess gibt es nur eine einstimmige Entscheidung und viele inakzeptable Verhaltensweisen werden überhaupt nicht sanktioniert? Wenn man sich Simbabwe oder Venezuela anguckt? Sind Sie eigentlich zufrieden mit dem Verhalten der Partner in diesem Kimberley-Prozess? Drittens, ist es nicht auch Zeit, die Definition jetzt einmal anzupassen, dass nicht nur Rebellion eine Rolle spielt, sondern eben auch Menschenrechte insgesamt und Umweltschutz? Viertens, wie verhält sich eigentlich der Kimberley-Prozess zu unseren Gesetzgebungen? Wäre doch eigentlich schön, wenn das in den Konfliktmineralien mit enthalten wäre – war ja auch in der Diskussion. Aber vor allen Dingen muss das in die Due-Diligence-Rechtsvorschriften hinein, damit wir auch hier eine Sorgfaltspflicht in der ganzen Lieferkette haben. Und fünftens sollten wir auch neue Technologien wie Blockchain nutzen, um einen wirklich digitalen Abdruck für die Diamanten zu haben und nicht nur ein Papier, das man leicht fälschen kann. Wir brauchen ein digitales Transaktionsdokument, damit wir am Ende des Tages auch wirklich sagen können: Diamonds should be human rights‘ best friend.
Die Rolle der EU bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie: Wie kann man die Welt impfen? (Aussprache über ein aktuelles Thema)
Frau Präsidentin, Frau Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die jüngsten Corona-Zahlen haben deutlich gemacht, dass wir wirklich nur sicher sein können, wenn alle sicher sind. Und eine Impfquote von 4 % in Afrika ist nicht akzeptabel, deswegen müssen wir hier mehr tun. Es gibt einen ganzen Strauß von Maßnahmen, die wir ergreifen müssen. Ich appelliere an den Rat und die Mitgliedstaaten, die zugesagten geschenkten Dosen für andere Staaten auch wirklich freizugeben. Wir haben bei weitem noch nicht das Maß erreicht, das zugesagt worden ist. Wir brauchen zum Zweiten natürlich mehr Geld für Covax, dass mehr gekauft werden kann. Aber wir müssen vor allen Dingen die Produktionsmöglichkeiten verstärken. Und das heißt – und das finde ich gut, Frau Kommissarin –, dass wir mit dem Team Europe auch den hub in einigen Ländern in Afrika unterstützen, damit da Produktionskapazitäten geschaffen werden können. Aber was ich überhaupt nicht verstehen kann, ist, dass von den Unternehmen, die jetzt ganz gut an den Dosen verdienen, kein Technologietransfer und keine Produktionsunterstützung geleistet werden. Ich habe mir die Verträge alle angeguckt. Es gibt keine Verpflichtung zum Technologietransfer, es gibt keine Verpflichtung, Produktionsstätten in Entwicklungsländern aufzubauen. Das muss geändert werden. Wer viel Geld mit Medizin verdient, der muss auch Verantwortung wahrnehmen und in andere Länder investieren, damit dort auch Impfstoff produziert werden kann.
Multilaterale Verhandlungen im Vorfeld der 12. WTO-Ministerkonferenz vom 30. November bis zum 3. Dezember 2021 in Genf (Aussprache)
Frau Präsidentin, „No Time to Die“ ist der Titel des neuesten berühmten Films mit James Bond, aber ich denke, er beschreibt auch die Situation der Welthandelsorganisation (WTO). Keine Zeit zu sterben, weil wir ein vitales Interesse an einem regelbasierten multilateralen Handelssystem haben – wir als Europäer, und ich denke, auch die Entwicklungsländer – und deshalb müssen wir liefern. Diese 12. Ministerkonferenz (MC12) ist wirklich eine kritische Ministerkonferenz. Wenn wir nicht in der Lage sind, zu zeigen, dass wir einige wichtige Ergebnisse in diesem MC12 haben können, denke ich, dass viele Menschen weltweit denken werden, dass dies das Ende des multilateralen Systems ist. Deshalb müssen wir uns wirklich auf die Aushandlung nicht nachhaltiger Fischsubventionen konzentrieren. Nach 20 Jahren sollte es möglich sein, ein Ergebnis zu finden, und ich bin wirklich zuversichtlich, dass dies eines der Schlüsselelemente der MC12 sein wird, denn dies ist die Integration der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) in das Handelsregime, und dies ist auch ein wichtiges Signal. Zweitens: Handel und Gesundheit. Niemand würde verstehen, wenn MC12 nicht etwas zu Handel und Gesundheit liefert. Keine Ausfuhrbeschränkungen, wir führen eine Senkung der Zölle durch, und ja, lasst uns die Produktion erhöhen und auch die Frage der Rechte des geistigen Eigentums im Rahmen einer vorübergehenden Befreiung erörtern. Drittens brauchen wir auch eine Modernisierung der Organisation. Es ist nicht möglich, dass wir weitere fünf Jahre Stillstand haben. Wir brauchen neue Verfahrensweisen, wir brauchen neue Wege auch für den Streitbeilegungsmechanismus. Deshalb müssen wir Druck machen, und das ist mein Plädoyer an euch alle hier. Lassen Sie uns wirklich versuchen, eine Entschließung mit einer breiten Mehrheit anzunehmen, damit wir die Kommission unterstützen können, alle Kräfte unterstützen können, die versuchen, ein sinnvolles Ergebnis zu erzielen, also stimmen Sie bitte für die Entschließung.
Ergebnis des EU-US-Handels- und Technologierats (TTC) (Aussprache)
Herr Präsident, ich möchte den Exekutiv-Vizepräsidenten sagen, dass wir den Handels- und Technologierat in der Tat unterstützen. Lassen Sie mich drei Bemerkungen machen. Erstens ist dies ein Diskussionsforum, wie Exekutiv-Vizepräsident Vestager sagte, um eine offene und offene Diskussion zu führen. Es handelt sich nicht um ein nachgeladenes T—TIP. Es ist ein ganz anderes Kind, und das ist wirklich wichtig, im Hinterkopf zu haben und auch öffentlich zu machen. Zweitens ist es wirklich wichtig, die Auswirkungen auf die Herausforderungen der Zukunft festzulegen, die für den Bereich des Handels spezifisch sind – also Standards für künstliche Intelligenz, die Frage der Subventionen, die Frage der Ausfuhrkontrollen. All dies muss diskutiert werden, um auch einen Beitrag zum Welthandel, zur Welthandelsorganisation, zu leisten. Drittens werden wir diesen Prozess als Parlament im Ausschuss für internationalen Handel und im Parlament im Allgemeinen prüfen, da Transparenz und die Einbeziehung der Interessenträger in diesem Prozess wirklich wichtig sind. Dies ist auch eine Lehre aus der T-TIP-Übung.
Die Zukunft der Beziehungen zwischen der EU und den USA (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, wir haben mit den Vereinigten Staaten, mit der Regierung von Präsident Biden eine gemeinsame Basis gefunden – gerade in der Handelspolitik. Wenn die Handelsvertreterin des Präsidenten sagt: „Wir stellen Arbeitnehmerrechte in den Mittelpunkt der Handelspolitik“, entspricht das unserer Vorstellung. Wir wollen sicherstellen, dass Handelspolitik auch den Menschen vor Ort dient und nicht einigen wenigen. Insofern gibt es da eine gemeinsame Basis. Und wir haben jetzt ja auch am 29. September den Handels- und Technologierat gegründet, eine Plattform, wo wir uns über solche Fragen austauschen, wo Handelspolitik wirklich den Menschen nutzt, und wo wir auch sicherstellen können, dass es eine gemeinsame Herangehensweise gibt: zum Beispiel bei der Frage von Investitionskontrollen, bei der Frage von ausländischen Subventionen, bei der Frage von Produkten, die durch Zwangsarbeit hergestellt werden. Alles das sind Dinge, wo wir gemeinsam arbeiten können. Aber wir wissen auch alle, dass in einer guten Beziehung der Honeymoon nicht immer Wirklichkeit ist. Es wird auch mal ernst, wenn man in einer Beziehung diskutiert: Welche Farbe hat das Sofa? Wo kommt das Sofa hin? Und in dieser Phase sind wir natürlich. Wir haben auch mit den Vereinigten Staaten Auseinandersetzungen. Die Frage der illegalen Zölle auf Stahlprodukte aus der Europäischen Union ist nach wie vor auf der Tagesordnung. Und wenn wir da keine Lösung finden, werden wir Ende November unsere Gegenmaßnahmen verdoppeln. Deswegen kann ich die amerikanische Seite nur bitten: Lasst uns, ähnlich wie bei Airbus und Boeing, hier einen Kompromiss finden. Es gibt auch noch andere Dinge – die Auseinandersetzungen über den U-Boot-Deal waren sicherlich auch nicht dazu dienlich, die Beziehung stabiler zu machen. Insofern müssen wir daran arbeiten. Aber wir müssen auch klarmachen, dass wir als Europäerinnen und Europäer spezifische Interessen haben. Und das kann man in einer guten Beziehung auch deutlich machen.
Eine neue China-Strategie der EU (Aussprache)
Frau Vorsitzende, Frau Kommissarin! Erst einmal herzlichen Dank an die Berichterstatterin, Frau Vautmans, für den guten Bericht und für die gute Kooperation mit dem Handelsausschuss, weil natürlich in den Beziehungen zu China die Handelspolitik eine ganz entscheidende Rolle spielt. Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Lieber auf einem neuen Weg etwas stolpern, als auf dem alten Weg auf der Stelle treten.“ Und das ist genau das, worum es gehen muss. Wir wissen alle ob der Situation in China. Aber wir wissen auch, dass wir in bestimmten Bereichen kooperieren müssen. Insofern ist es richtig, dass wir hier über die Frage eines Instrumentes zur Absicherung der öffentlichen Beschaffung nachdenken, dass wir klarmachen, dass illegale Subventionen nicht akzeptabel sind auf dem Binnenmarkt, dass wir ein Lieferkettengesetz haben wollen. Wir wissen aber auch, dass wir China im Rahmen der WTO und beim Klimaschutz brauchen. Insofern: Beide Elemente sind hier mit drin. Und das ist genau richtig so. Neues Denken – ja, aber auch mit dem klaren Selbstbewusstsein unserer Interessen. Deswegen: klare Kante, aber eben kein engstirniges Denken.