Handelsabkommen zwischen der EU und den USA (gemeinsame Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kommissarin, jetzt schließen wir die Debatte ab, und ich dachte: "Welcher Rocksong könnte der beste sein, um diese Debatte abzuschließen?" Zuerst dachte ich an Das Ende Von den Türen. Aber ich denke, das ist nicht das Richtige. Die richtige ist von Emerson, Lake und Palmer: Von Anfang an. Weil wir jetzt mit einem Rechtstext beginnen, in dem das Europäische Parlament den Bürgern mindestens fünf Punkte garantiert. Erstens werden wir nicht erpresst. Das ist sicher. Das steht in diesem Text, garantiert. Wir werden uns an eine ‑-Ordnung halten und garantieren, dass die Macht nicht unsere demokratische Entscheidung bestimmt. Drittens ist das EP eine demokratische Kraft, und es wird garantieren, dass wir Einfluss auf die Politik der Europäischen Kommission nehmen werden. Wenn die USA sich nicht an diese Verpflichtung halten, ist klar, dass wir mit diesem Rechtstext reagieren können und werden. Es ist völlig klar, dass das Europäische Parlament den Vorschlag der Kommission wirklich deutlich gestärkt und verbessert hat. Es gab einen großen, großen Druck von außerhalb des Europäischen Parlaments, von der anderen Seite des Atlantiks, manchmal sogar von innerhalb der europäischen Gremien. Aber wir haben widerstanden. Ich bin wirklich stolz, liebe Kolleginnen und Kollegen, dass wir diese Einigung, diese Gesetzgebung wirklich erreicht haben, damit wir diese fünf Garantien für unsere Bürgerinnen und Bürger wirklich haben können. Lassen Sie uns also morgen für dieses Gesetz stimmen.
Handelsabkommen zwischen der EU und den USA (gemeinsame Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Nun sind wir am Vorabend der Abstimmung über den EU-Umsetzungsteil des Schottland-Deals. Wenn man von der Küste kommt, von der See kommt, kennt man sich mit Segeln und mit Schiffen ein bisschen aus. Dann ist es völlig klar: Ein Handschlag oder ein joint statement reicht nicht, um ein Schiff zu führen; da braucht man klare Leitlinien, da braucht man eine klare Gesetzgebung. Deswegen bin ich auch stolz, dass wir als Europäisches Parlament zusammen mit dem Rat demokratisch eine Gesetzgebung entwickelt haben, um genau diesen Kurs zu gestalten – andere haben diese Tradition offenbar vergessen, dass demokratische Gesetzgebung von den gewählten Bürgerinnen und Bürgern in den Parlamenten entschieden wird. Und das hat natürlich eine wichtige Konsequenz: dass diese Entscheidungen dann eben auch gerichtsfest sind. Und das ist für uns auch ein ganz entscheidendes Momentum, dass wir nicht irgendetwas in die Welt setzen, was keinen Bestand hat. Insofern ist es völlig klar: Wir stehen für die Geltung des Rechts. Einige haben jetzt einmal gesagt: Ja, ganz richtig, aber ihr habt das ja ein bisschen verzögert, diese ganze Gesetzgebung. Da möchte ich in aller Deutlichkeit sagen: Das stimmt nicht. Wir haben im Oktober von der Kommission einen Vorschlag bekommen und im Januar schon in meinem Ausschuss darüber abgestimmt. Allerdings gab es dann zwei Verzögerungen, die aber nicht bei uns begründet waren, sondern in der Tat in den Vereinigten Staaten: einmal die Grönlandgeschichte, wo versucht wurde, Grönland quasi zu annektieren, und mit 10 %, 25 % Zoll gedroht wurde, also clearly ein coercive Vorgehen, aber dann auch, dass der Oberste Gerichtshof die rechtliche Grundlage in den USA für nichtig erklärt hat und damit eben auch unklar war, was passiert. Insofern war es richtig, dass das Europäische Parlament sehr genau auf das Steuerrad gekuckt hat, und ich danke allen Schattenberichterstatterinnen und -berichterstattern sehr herzlich dafür, dass wir in der Tat Kurs gehalten haben und Stabilität und Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger und für die Arbeitnehmer und die Industrie auf den Weg bringen können. Es ist auch klar, dass wir ein Sicherheitsnetz eingeführt haben mit den berühmten fünf „S“, dass wir gesagt haben, wir brauchen ein safeguard, um zu sehen, wie wir eigentlich mit den Konsequenzen dieses Deals umgehen. Wir brauchen ein Enddatum dieser Gesetzgebung, weil wir WTO-konform sein wollen, und wir wollen auch sicherstellen, dass die Gesetzgebung dann auch noch einmal neu reflektiert werden kann. Wir wollen eine suspension clause haben, falls die Kriterien es erfordern, dass wir aus dieser Gesetzgebung herausgehen und wieder die ehemaligen Zölle einführen: Auch das haben wir sehr klar und deutlich durchgesetzt. Und wir haben auch klargemacht, dass das Brechen des Deals durch die sogenannten Stahlderivate – ich weiß gar nicht, warum eine Waschmaschine ein Stahlderivat ist, aber nachdem die plötzlich mit mehr als 15 % verzollt worden sind, haben wir gesagt: Das passt nicht in den Deal, das muss aufgehoben werden, und das Parlament muss strongly involviert sein. Also, das fünfte „S“ haben wir erreicht. Insofern, meine lieben Kolleginnen und Kollegen, empfehle ich: Stimmen Sie morgen für das Paket, das der INTA und die Verhandlerinnen und Verhandler ausgehandelt haben!
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sind hier, um einen Kompromiss eines Trilogs anzunehmen, der Zeit brauchte: Vier Jahre. Jetzt haben wir ein vernünftiges Ergebnis, das ein klares Signal an unsere Partner weltweit ist, dass wir ein zuverlässiger Partner sind und wir den ärmsten Ländern der Welt wirklich Zugang zu unserem Markt geben wollen, aber nicht ohne Bedingungen. Wir haben deutlich gemacht, dass sie die Menschenrechte respektieren müssen, dass sie Nachhaltigkeit respektieren müssen und einige andere. Ich denke also, dass dies ein Paket ist, das den ärmsten Ländern hilft und auf der anderen Seite unsere Interessen wirklich sichert. Und ja, die Rolling Stones haben recht. Sie haben einen berühmten Song namens "You Can't Always Get What You Want". Das ist richtig. Es handelt sich also um einen Kompromiss, aber wir haben die Bedenken speziell aus dem Agrarsektor berücksichtigt. Wir haben zum ersten Mal in diesem Schema der allgemeinen Präferenz eine Schutzmaßnahme eingeführt, die eine starke Schutzmaßnahme ist, die unsere Reisbauern vor einem großen Volumen aus armen Ländern wie Myanmar und Kambodscha schützen wird. Wenn wir also dieses Ergebnis des Trilogs jetzt wirklich wiedereröffnen, wird es wirklich eine schlimmere Situation sein, weil es ein wirklich fragiler Kompromiss ist. Wir werden keine klaren Bedingungen für den Partner haben, der globale Süden wird keine vorhersehbare Situation für uns haben und wir werden überhaupt keine Sicherheit für Reis haben. Lassen Sie uns also wirklich verantwortlich sein und für das Ergebnis des Trilogs stimmen.
Nichtanwendung von Zöllen auf die Einfuhren bestimmter Waren (A10-0070/2026 - Bernd Lange) (Abstimmung)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, als der berühmte Hummer-Deal haben wir ihn 2018 zum ersten Mal angenommen. Wir sollten weitermachen und mit dem Rat verhandeln. Daher bitte ich Sie, die Aufnahme interinstitutioneller Verhandlungen auf der Grundlage von Artikel 60 Absatz 4 zu genehmigen.
Anpassung der Einfuhrzölle auf bestimmte Waren mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika und Eröffnung von Zollkontingenten für die Einfuhr bestimmter Waren mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika (A10-0069/2026 - Bernd Lange) (Abstimmung)
Frau Präsidentin, vielen Dank für die starke Abstimmung und das starke Mandat. Ich bitte jetzt, zu interinstitutionellen Verhandlungen auf der Grundlage von Artikel 60 Absatz 4 zu gehen.
Anpassung der Einfuhrzölle auf bestimmte Waren mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika und Eröffnung von Zollkontingenten für die Einfuhr bestimmter Waren mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika (A10-0069/2026 - Bernd Lange) (Abstimmung)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, ich denke, jetzt ist es wirklich an der Zeit, eine klare Erklärung des Europäischen Parlaments in Richtung der Vereinigten Staaten abzugeben, dass wir an einem Abkommen festhalten, aber mit klaren Bedingungen – Vorbedingungen, Aussetzungsbedingungen und auch einer begrenzten Zeit für die gesamte Übung. Ich bin wirklich ein Gläubiger. Ich glaube an die Macht des Parlaments. Wenn wir zusammenhalten, können wir viel erreichen. Und was die Abstimmung im INTE-Ausschuss mit 29 Ja-Stimmen, 9 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung betrifft, so denke ich, dass die Abstimmung ganz klar ist und wir bei unserer Abstimmung zusammenhalten sollten, damit wir eine starke Position des Parlaments gegenüber den Vereinigten Staaten haben.
Handelsabkommen zwischen der EU und den USA (gemeinsame Aussprache)
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, vielen Dank auch für die Unterstützung meines Berichts. Vielleicht werde ich am Ende dieser Aussprache ein weiteres Lied zitieren – ein berühmtes Lied: Ich bin ein Gläubiger. Ja, ich glaube an die Macht des Europäischen Parlaments. Wir haben die Macht, ein System zu sichern, das in Zukunft vorhersehbar und stabil ist. Deshalb brauchen wir sechs 'S's: Wir brauchen eine Sunrise-Klausel; wir brauchen eine Suspension-Klausel, klare Garantien; wir brauchen eine Sunset-Klausel, um eine Bewertung nach einer gewissen Zeit zu haben; wir brauchen wirklich gute Schutzmaßnahmen; und wir brauchen auch Klarheit, dass Stahl Stahl ist und kein Motorrad. Und natürlich brauchen wir eine starke Beteiligung des Europäischen Parlaments an dieser ganzen Übung. Bitte unterstützen Sie daher den Bericht des INTE-Ausschusses mit großer Mehrheit bei der Abstimmung um 11.00 Uhr. Ich bin mir wirklich sicher, dass wir mit einer solchen Unterstützung ein starkes Mandat für die Verhandlungen mit dem Rat haben werden, und dies wird zu einem sinnvollen Ergebnis führen. Also bleiben wir zusammen.
Handelsabkommen zwischen der EU und den USA (gemeinsame Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte vier Punkte hinsichtlich der beiden Berichte besprechen. Der erste – und da zitiere ich einen Song aus den vergangenen guten Zeiten der Rockmusik: Don't let me be misunderstood. Mir ist völlig klar, dass ein Deal kein Abkommen ist. Ein Abkommen, was wir aushandeln, da geht es um Verpflichtungen, um Commitments, um Safeguards, auch um einen Streitbeilegungsmechanismus, um Möglichkeiten, eine Weiterentwicklung zu organisieren. Alles das ist in dem Deal von Schottland nicht enthalten. Deswegen ist es, glaube ich, notwendig, dass wir als Parlament nacharbeiten, um sicherzustellen, dass wir hier eine vernünftige Basis der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten haben. Dabei ist auch klar, dass der Deal ja relativ einseitig ist. Wir akzeptieren, dass die USA 15 Prozent Zoll auf alle Waren erheben. Das waren bisher durchschnittlich 3 Prozent. Bei Stahl und Aluminium akzeptieren wir nach wie vor 50 Prozent, und wir sollen unsere Industriegüter, die aus den USA importiert werden, auf 0 Prozent Zoll setzen und einige landwirtschaftliche Güter auch. Das ist natürlich ein Ungleichgewicht! Aber wenn wir da nachbessern, können wir vielleicht damit leben. Aber – zweiter Punkt: Ich habe mich in den letzten Wochen so ein bisschen wie Riders on the Storm gefühlt, weil wir aus den USA unterschiedliche, ja, Missachtungen des Abkommens gesehen haben, weil also die sogenannten Derivate – ich weiß nicht, warum man sie so nennt –, Produkte, die Stahl und Aluminium enthalten, von 15 auf 50 Prozent erhöht worden sind, nachdem der Deal geschlossen worden ist. Wir haben die Grönlandgeschichte gesehen. Wir haben gesehen, dass jetzt mit der neuen Rechtsgrundlage 122, die die illegale Rechtsgrundlage ablöst, auch einige Zölle über 15 Prozent deutlich erhöht worden sind. Also insofern ist da eine gewisse Unsicherheit gewesen, und von daher ist es auch notwendig, hier Sicherheit zu schaffen, damit wir in einem Abkommen auch wirklich vernünftige Regeln für uns definieren können. Aber: Keep on running! Wir sind dabei und wollen weitermachen. Deswegen haben wir eben eine ganze Reihe von Herausforderungen benannt. Das Erste: Eine Sunrise-Klausel. Wir wollen sicherstellen, dass diese Unsicherheiten beseitigt sind. Das heißt: die Produkte von 50 Prozent wieder auf 15 zurück. Wir wollen sicherstellen, dass, wenn es eine neue Rechtsgrundlage gibt – denn 122 läuft in einigen Tagen aus –, damit auch keine Erhöhungen von mehr als 15 Prozent verbunden sind, auch wenn die Rechtsgrundlage vielleicht der Trade Act 301 ist. Wir haben eine Suspension Clause reingebracht, damit wir sehr schnell – falls es da auf der anderen Seite des Atlantiks Elemente gibt, die nicht akzeptabel sind – wieder auf unsere Zölle zurückkommen können. Und wir sagen auch: Im Rahmen der WTO, im Rahmen des Assessments, sollen wir auch eine Beendigung dieser Gesetzgebung festlegen und dann neu gucken, wie wir weiter nach vorne gehen können. Insofern haben wir, glaube ich, das, was bei einem Deal fehlt, das, was in einem Abkommen enthalten ist, hier integriert, zum Beispiel auch die Frage von Safeguards und die Überwachung dessen, was da diskutiert wurde – und wir haben natürlich eine starke Beteiligung des Europäischen Parlaments sichergestellt. Ich glaube – und das ist mein vierter Punkt: Let's stick together, auch ein schöner Song –, dass wir, wenn wir das als gemeinsames Projekt des Europäischen Parlaments begreifen, auch sehr stark, sehr selbstbewusst und klar machen, dass wir in fairer Partnerschaft agieren wollen und uns nicht abhängig machen von der Entscheidung von Einzelnen. Manchmal dauert auch so ein demokratischer Prozess etwas länger. Ich habe auch gehört, dass das zu kritisieren ist, aber wir machen das demokratisch: Wir gucken die Bedürfnisse der Wirtschaft, der Menschen, und das entscheiden wir demokratisch im Parlament, gemeinsam und nicht alleine. Insofern: Sticking together, let's work together!
Multilaterale Verhandlungen mit Blick auf die 14. WTO-Ministerkonferenz vom 26. bis 29. März 2026 in Jaunde (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! In den letzten Tagen konnte ich Schlagzeilen lesen, die da lauteten: Die alte Weltordnung, die alte regelbasierte Weltordnung ist vorbei – übrigens auch aus Kreisen der Kommission. Ich hoffe, dass das nicht die Grundposition ist, und ich danke Maroš, dass er eine ganz andere Position heute hier skizziert hat. Wir stehen zu der regelbasierten Weltordnung und wollen sie weiterentwickeln. Wir brauchen zusätzliche Reformen, gar keine Frage, aber weil andere sich nicht regelkonform verhalten, werden wir das nicht auch tun. Das muss klar sein, und das ist auch unser Ansatz für die Konferenz in Jaunde. Wir wollen zwei wichtige Reformprojekte auf den Weg bringen: das Abkommen über den elektronischen Geschäftsverkehr und das Abkommen zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen. Und wir wollen einen klaren Plan für die weitere Arbeit hinsichtlich der Regelungsmöglichkeiten, hinsichtlich zusätzlicher Gesetzgebungsbereiche und auch der Implementierung der Gesetzgebung. Wenn wir das hinkriegen, ist das ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung der regelbasierten Ordnung. Dafür streiten wir.
Tagung des Europäischen Rates (gemeinsame Aussprache)
Herr Präsident, Frau Außenbeauftragte, Herr Präsident Costa, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich komme ja aus Norddeutschland, und da gibt es einen Spruch, der heißt: Wenn man den Wind der Veränderung spürt, dann suchen einige den sicheren Hafen und andere setzen die Segel neu. Ich glaube, angesichts der globalen Situation gibt es keinen sicheren Hafen und das Wegducken vor Auseinandersetzungen hilft nicht weiter. Insofern, liebe Kolleginnen und Kollegen, bin ich ganz klar: Wir müssen ganz selbstbewusst unsere Interessen verteidigen. Das heißt, wir werden im Moment – und das werden wir heute Nachmittag beschließen –, die Verpflichtungen hinsichtlich des Deals von Schottland nicht weiter verfolgen, weil wir nicht wissen, was da an Sicherheit, an Vorausschaubarkeit geliefert wird – es gab schon einmal einen Bruch dieses Abkommens durch die USA. Zum Zweiten: Wir haben eine Liste mit Möglichkeiten, Zölle auf amerikanische Produkte zu setzen – sie ist im April letzten Jahres entwickelt worden, und wir sollten sie nicht weiter aussetzen. Sie sollte ab Februar auch ein klares Zeichen gegenüber den amerikanischen Freunden sein: Wir lassen uns nicht erpressen. Und zum Dritten: Ja, wir brauchen das Antizwangsmaßnahmengesetz, das Anti-Coercion-Gesetz, das in Kraft treten kann – und da haben wir natürlich erst einmal eine Untersuchung, dann eine Dialogphase und dann erst die Maßnahmen. Diese Gesetzgebung haben wir genau für diesen Zweck der politischen Erpressung mit Handelsinstrumenten beschlossen und das sollten wir jetzt auch starten, weil wir eben nicht versuchen wollen, einen sicheren Hafen zu finden, den es nicht gibt, sondern die Segel setzen und ganz selbstbewusst durch die stürmische See für ein geeintes Europa segeln.
Umsetzung des Handels- und Kooperationsabkommens zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich (Aussprache)
Madam President, Maroš, dear colleagues, one year ago we were in London and we compared the new openness in the relation between the European Union and the United Kingdom with the creation of a new, wonderful, successful pop song. We felt the vibes – they were really good. And the music – it was really good and wonderful. But the text was missing. Now, one year after, we're looking again to this wonderful, successful pop song and still the text is missing. I would really make a plea now to the Commission that we look to the most important part of the text: the SPS, the ETS, the CBAM and the steel safeguard. Bring this into a text quite soon and be flexible so that we can sing the song at the beginning of next year.
Wirksame Nutzung der Handels- und Industriepolitik der EU angesichts Chinas Ausfuhrbeschränkungen (Aussprache)
Madam President, Commissioner, I recently had a discussion with the CEO of a big German company, and he told me I was a bit naive towards China. And I said to him, this was not naive: it was the economic strategy of your company. And that's the reality. European companies earned a lot of money over years, over decades in China, because wages are so low and the environmental obligations are so low. Also, specifically in the processing of rare earths like lithium, they put everything towards China and got a lot of benefit out of that. My plea is now, if you are taking measures, really have a look to have a fair share between companies and the taxpayer so that everybody is taking their responsibility.
Austritt der Europäischen Union aus der Internationalen Kautschukstudiengruppe (IRSG) (A10-0186/2025 - Bernd Lange) (Abstimmung)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist ja untypisch, dass wir aus einer internationalen Organisation austreten. Aber viele andere Partner wie Thailand, die ja nun die größten Kautschukproduzenten sind, haben diese Organisation verlassen. Nur noch 10 Prozent der Produzenten sind dabei, und deswegen macht es keinen Sinn mehr, in dieser Organisation zu sein. Und deswegen empfehle ich, da auszutreten.
Umsetzung des Handelsabkommens zwischen der EU und den USA und Aussichten auf umfassendere EU-Handelsabkommen (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, Frau Ministerin! Wir machen keinen trade war. Das ist wirklich der Ausgangspunkt in den USA. Wir sehen, dass wir in eine Situation gekommen sind, wo wir quasi erpresst worden sind, auch mit der Frage unserer Sicherheitspartnerschaft. Glücklicherweise ist die Zeit der Könige vorbei, wo Könige Verträge machen, ohne die Bevölkerung zu befragen. Jetzt ist die Zeit des Parlamentes. Und Maroš: Sicherheit und Stabilität bringt dieser Deal nicht. 14 Tage, nachdem der Deal geschlossen worden ist, hat der USTR 407 Produkte aus den 15 Prozent herausgenommen und unter 50 Prozent Stahl und Aluminium gesetzt. Und damit werden auch keine Arbeitsplätze gesichert, sondern ich kann dir die Fabriken zeigen, die Kompressoren, Pumpen herstellen, die jetzt 40 Prozent Zoll zahlen müssen und noch selbst nachweisen müssen, wie viel Stahl und Aluminium in den Produkten ist – und die sind in Existenznot. Also insofern müssen wir hier im Parlament agieren und die Möglichkeiten nutzen, auch den Legislativvorschlag zu ändern. Solange diese Situation besteht, dass europäische Firmen durch die Zollpolitik der USA infrage gestellt werden, bin ich nicht bereit, eins zu eins den Vorschlag der Kommission durchzuwinken. Hier brauchen wir Änderungsanträge. Und wir brauchen auch Änderungsanträge zu einem klaren Link zwischen Veränderungen der USA und dem, wie wir uns verändern – sehr schnell und eindeutig, weil es da keine Stillhalteklausel gibt. Die haben es abgelehnt zu sagen: Das ist das Ende der Fahnenstange. Und das dritte: Ja, ich möchte auch, dass das WTO-kompatibel ist. Und was Ursula von der Leyen heute Morgen im Plenum gesagt hat, dass sie froh ist, dass wir einen besseren Deal haben als andere, und damit die ausstechen können, die im Wettbewerb mit uns stehen, widerspricht doch total der WTO. Wir müssen sehen, dass wir unseren Deal in einen Rahmen bringen, wo auch die Länder des Globalen Südens eine Chance haben, gemeinsam mit uns weiter Handel zu treiben, nicht nur in Handelsabkommen, die wir schließen, sondern auch hinsichtlich des US-Deals.
Handelsverhandlungen zwischen der EU und den USA (Aussprache)
Herr Präsident, Frau Ministerin, Maroš! Die Zölle sind ungerechtfertigt – die Ministerin hat das noch einmal gesagt –, und deswegen müssen wir auch in aller Klarheit unsere Vorstellungen formulieren. Und wenn, Maroš, da jetzt ein Deal in der Luft ist, dann müssen die Kriterien klar sein, welche wir auch als Parlament überhaupt akzeptieren können. Ich glaube, es ist klar: Mit einem Deal müssen sofort die Zölle deutlich herunter. Zweitens: Es ist es völlig klar, dass wir eine Stand-Still-Klausel brauchen, dass nicht übermorgen Herr Trump mit neuen Zöllen oder anderen Maßnahmen um die Ecke kommen kann. Drittens: Es ist auch völlig klar, dass europäisches Recht nicht gebeugt werden kann, nicht nur nicht geändert werden kann, sondern auch nicht gebeugt werden kann. Und viertens: Wir brauchen ein internationales System, das gestärkt wird und nicht durch einen Deal geschwächt wird – gerade im Interesse der anderen Länder in der WTO. Wenn diese vier Kriterien nicht eingehalten werden, dann müssen wir auch Gegenmaßnahmen einsetzen. Denn es ist völlig klar, die Rolling Stones haben es schon gesungen: „You can't always get what you want“.
Vorbereitung des Gipfeltreffens EU-China 2025 - Maßnahmen gegen Chinas Ausfuhrbeschränkungen für kritische Rohstoffe
Glücklicherweise, lieber Kollege, haben wir in den letzten Jahren den Werkzeugkasten deutlich vergrößert und verbessert: Wir haben das internationale Procurement‑Instrument geschaffen, was wir jetzt anwenden; wir haben das Foreign‑Subsidies‑Instrument angepasst, das wir auch anwenden und das dazu geführt hat, dass die Wettbewerbsbedingungen deutlich verbessert worden sind; und wir haben das Anti‑Coercion‑Instrument auch noch in der Tasche, sodass, wenn wir wirklich politischen Druck erleben, wir auch das als Gegenmaßnahme machen können. Und natürlich Klagen bei der WTO – werden wir auch machen. Auch mit einem Partner kann man in aller Deutlichkeit, wenn der Partner unfair spielt, die Maßnahmen, die man hat, nutzen.
Vorbereitung des Gipfeltreffens EU-China 2025 - Maßnahmen gegen Chinas Ausfuhrbeschränkungen für kritische Rohstoffe
Frau Präsidentin, Frau Ministerin, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Jüngst hatte ich eine Diskussion mit einem Vorsitzenden eines großen Unternehmens, der mir sagte: Gegenüber China waren wir etwas naiv. Da habe ich ihm gesagt, wir waren nicht naiv, das war wirtschaftspolitische Strategie. Die Lohnkosten waren gering und vor allen Dingen die Umweltauflagen waren gering. Deswegen sind die Verarbeiter von Rohstoffen zurzeit alle in China. Lithium – 70 % wird in China verarbeitet, obwohl es da nicht gewonnen wird. Also, ich glaube, diese Frage ist eine Frage, die an uns gerichtet ist, wie wir stärker souverän werden können, wie wir stärker andere Zulieferer bekommen aus anderen Ländern und diese Abhängigkeit, die auch von uns verschuldet worden ist, gegenüber China abbauen. Natürlich werden wir gegenüber China einfordern, dass es fair den Regeln der WTO entsprechend sich verhält, und insofern muss die Lizenzgebühr und das Verfahren gegenüber kritischen Rohstoffen abgebaut werden. Das muss Ziel des Gipfels im Juli sein.
Aussetzung bestimmter Teile der Verordnung (EU) 2015/478 im Hinblick auf die Einfuhr ukrainischer Waren in die Europäische Union (A10-0059/2025 - Karin Karlsbro) (Abstimmung)
Ich lehne diesen Antrag entschieden ab. Erstens haben wir es im INTA-Ausschuss sehr ernsthaft erörtert, zweitens besteht ein wirklich dringender Bedarf, da die derzeitige Verordnung am 5. Juni ausläuft, und drittens ist dies ein starkes Zeichen der Solidarität mit der Ukraine und wir unterstützen sie.
Einheitliche Reaktion der EU auf die ungerechtfertigten US-Handelsmaßnahmen und globale Handelsmöglichkeiten für die EU (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es geht um drei „ver-“. Wir müssen verteidigen, verbreiten und verhandeln. Verteidigen gegen illegale Zölle – und ich finde es gut, dass Sie alle Instrumente nutzen wollen, Herr Kommissar. Wir müssen verbreitern: unsere Basis mit vernünftigen Handelsabkommen, fairen Partnerschaften mit vielen Ländern dieser Erde. Auch da finde ich gut, dass Sie Neuigkeiten gebracht haben, auch was die Möglichkeiten eines Abkommens mit Indonesien anbetrifft. Und wir müssen schnell ratifizieren, um hier ein Netzwerk zu haben. Und wir müssen verhandeln – keine Frage –, weil wir natürlich die Eskalation vermeiden wollen. Aber es heißt auch, dass wir klarmachen: Diese Zölle sind illegal und müssen weg, auch bei den Autos. Es geht nicht nur um 2,5 Prozent und 10 Prozent, es geht auch um 25 Prozent Zölle auf leichte Nutzfahrzeuge in den USA, und deswegen müssen wir verhandeln. Die müssen weg, diese illegalen Zölle. Deswegen wollen wir aber auch keine Möglichkeiten geben, unsere Gesetzgebung in Frage zu stellen. Und wir sind mit Ihnen einig, gemeinsam zu gehen. Allerdings müssen wir das Mandat für mögliche Verhandlungen und ein Ergebnis auch als Parlament billigen können.
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Analyse des Clean Industrial Deals teile ich, allerdings fehlt mir ein bisschen die Konkretisierung. Sie haben richtigerweise gesagt, die Energiepreise, das ist ein zentrales Wettbewerbsmomentum. Heißt das, Sie wollen die Beihilfenregelung ändern? Heißt das, dass Sie eine Strompreiskompensation durchführen wollen? Also da möchte ich ein bisschen mehr Fleisch am Knochen haben. Und dann auch die außenwirtschaftliche Absicherung. Wir haben immerhin 35 % unseres Bruttoinlandsprodukts durch außenwirtschaftliche Beziehungen erwirtschaftet, auch da müssen wir gucken, dass man mehr defensiv sicherstellt. Zum Beispiel, wenn es jetzt Zölle aus den USA auf Stahl gibt, dass nicht mehr Stahl auf den europäischen Markt kommt, also dass man auch eine Safeguard‑Regelung schafft, aber auch offensiv sicherstellt, dass in fairen Partnerschaften Rohstoffe gewonnen werden können und vor allen Dingen grüner Wasserstoff hinreichend nach Europa importiert werden kann.
Saskia, du hast nicht recht. Ich bin wirklich stolz darauf, dass die Kommission meinen Vorschlag für ein verbindliches, starkes Nachhaltigkeitskapitel im Juni 2022 übernommen hat. Und in dieser Vereinbarung, in dem Vorschlag der Kommission, sind die Anforderungen, die Verpflichtungen zur Nachhaltigkeit verbindlich. Die einzige Frage ist, wie wir das wirklich sanktionieren können. Und da haben wir einige Unterschiede. Mal sehen, wie das Parlament in den nächsten Monaten seine eigene Position entwickeln wird. Aber die Verpflichtungen sind in diesem Abkommen bindend.
Ich habe gerade letzte Woche zwei Stunden mit den Bauern diskutiert. Es geht um wichtige Fakten. Und wenn man sich mal anguckt, dass die deutsche und die europäische Landwirtschaft im Export einen Überschuss von 65 Milliarden EUR gehabt hat, zeigt sich, dass sie auch ein Interesse daran hat, zu exportieren. Oder dass wir gerade im Mercosur-Bereich Möglichkeiten für Milchprodukte, für Käse, für alkoholische Getränke haben. Und man muss doch einmal zur Wahrheit auch dazu sagen: Wir importieren schon drei Millionen Tonnen Soja, und das nehmen wir billigend in Kauf. Damit produzieren wir Proteine für Schweine und Rinder. Auch das gehört zur Wahrheit dazu. Also Fakten angucken, und dann kommen wir auch zu einem anderen Ergebnis.
Frau Präsidentin! Herr Kommissar! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Ich finde es unredlich, wenn man sich hier mit einem Zeigefinger hinstellt und sagt, am europäischen Wesen soll die Welt genesen, ohne dass man vernünftige Abkommen mit anderen Partnern auf Augenhöhe schließt. Und das machen wir genau so, dass wir die gleichen Ziele zusammen mit den Regierungen von Uruguay, Paraguay, Brasilien und Argentinien umsetzen wollen, was den Klimaschutz, was den Schutz der Artenvielfalt und was den Schutz der Arbeitnehmerrechte anbetrifft. Das können wir nur gemeinsam machen und nicht mit einem erhobenen Zeigefinger nur hier aus Europa. Liebe Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie uns doch nicht so defensiv sein! Natürlich, wie Lenny Kravitz sagt: It Ain't Over 'Til It's Over. Wir haben jetzt bis nächstes Jahr Zeit, zu gucken, wie die Entwicklung weitergeht. Wie wir es gemeinsam hinkriegen können, falls es Änderungswünsche, Ergänzungswünsche gibt, das umzusetzen. Wir haben das doch in anderen Handelsabkommen auch gemacht. Wir sind die Kraft, die letztendlich dafür sorgt, dass ein Abkommen ein gutes Abkommen wird. Und wir brauchen stabile Abkommen in einer globalen Welt, die von Konflikten gekennzeichnet ist. Ohne stabile Bedingungen in unserer wirtschaftlichen Situation, gerade wenn 40 % unseres BIP vom internationalen Handel abhängig sind, können wir nicht weiter existieren. Wir geben unsere Wohlfahrtssituation auf. Deswegen brauchen wir stabile Verhältnisse. Wir wollen uns nicht Autokraten dieser Welt anheimgeben. Deswegen lassen Sie uns Abkommen diskutieren, gegebenenfalls verbessern, aber gestalten!
Vorbereitung auf eine neue Handels-Ära: multilaterale Zusammenarbeit oder Zölle (Aussprache)
Frau Präsidentin! Herr Minister! Herr Kommissar! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Schon Isaac Newton wusste ja, dass eine Aktion immer eine Gegenreaktion auslöst. Und das erleben wir natürlich jetzt auch. Ich habe heute Morgen die Order des Präsidenten Trump durchgelesen. Er hat im Grunde seine Zölle von 2018 wieder voll und ganz in Kraft gesetzt und alle Ausnahmetatbestände, auch unsere Quoten zollfreier Importe, abgeschafft. Nebenbei: übrigens auch gegen die Ukraine, was ich sehr unanständig finde, denn sie brauchen Möglichkeiten des Exports. Das heißt natürlich, dass unsere Gegenreaktion auch eintritt, dass wir ab 1. April auch unsere Gegenzölle gegenüber den USA wieder einsetzen werden. Und Herr Kommissar, wenn Herr Trump auch auf Autos und auf Pharma Zölle setzen wird, gehe ich davon aus, dass wir genauso entschlossen Gegenmaßnahmen – eine Gegenreaktion gegen den USA-Tarifdschungel – einleiten werden, wie wir es bei den Stahlzöllen gemacht haben.
Geopolitische und wirtschaftliche Auswirkungen der neuen Trump-Regierung auf die transatlantischen Beziehungen (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Minister, lieber Maroš, liebe Kolleginnen und Kollegen! Jetzt ist die Katze aus dem Sack, wie man in Deutschland sagt. Wir haben hier die America First Trade Policy, ein Schreiben des Präsidenten an seine Ministerinnen und Minister über die Wirtschaftsbeziehungen zu anderen Ländern – und, liebe Kolleginnen und Kollegen, da sind natürlich viele Dinge drin, die uns Besorgnis ins Hirn bringen: also die Frage von weiteren Zöllen – ganz explizit formuliert –, aber auch die Frage, dass die Zölle auf Stahl, die nach wie vor erhoben werden, weitergeführt werden sollen, dass auch die WTO überprüft werden soll. Viele Dinge, die uns in unserer wirtschaftlichen Aktivität betreffen – wir exportieren immerhin 20 Prozent unserer Exporte in die USA, und es gibt einen Handelsbilanzüberschuss von knapp 200 Milliarden. Insofern müssen wir gucken, dass wir diese wirtschaftlichen Interessen auch absichern. Und wenn ich mir das Papier durchlese, gibt es eben diese Angriffe auf den fairen Handel. Aber es gibt auch einen Paragrafen 2g, wo gesagt wird: Wir wollen verhandeln. Und deswegen ist meine Konsequenz aus diesem Papier eine Doppelstrategie: zu sagen, auf der einen Seite handeln wo möglich, um stabile Beziehungen zu erreichen, und verteidigen wo nötig, um unsere legitimen wirtschaftlichen Interessen auch gegen unfaire Praktiken abzusichern. Und das sollten wir in den nächsten Wochen angehen.