21
Nov
2022
Ansehen
Anleihestrategie zur Finanzierung von NextGenerationEU (Aussprache)
Frau Präsidentin, verehrte Kolleginnen und Kollegen, zunächst einmal, ja, in der Tat, möchte ich wie José Manuel allen Kolleginnen und Kollegen danken, die sich im Rahmen dieser Aussprache geäußert haben, und dem Herrn Kommissar danken. Einige Elemente der Reaktion: Eine Lehre, die ich nicht gehört habe und die ich Ihnen heute Abend mitteilen möchte, und dann natürlich einen Punkt zu einem unserer Lieblingsthemen mit José Manuel, nämlich den Eigenmitteln. In den Interventionen wurde weitgehend festgestellt, dass dieses Konjunkturprogramm in vielerlei Hinsicht ein Erfolg ist. Wir müssen auch bedenken, dass dieser Erfolg ein Beweis dafür ist, dass ein Ausstieg aus unseren Haushaltsdogmen den Weg zu einer besseren Welt ebnen kann. Dies muss sogar notwendig sein, wenn es darum geht, Europa in einer krisengeschüttelten Welt zu schützen und zu behaupten. Wenn ich es anders sage: Lassen Sie uns nicht die Möglichkeit ausschließen, weitere europäische Anleihen aufzunehmen, insbesondere um unsere Abhängigkeiten zu überwinden, die uns jeden Tag schwächen. Genau darum geht es beim künftigen Europäischen Souveränitätsfonds, den wir bereits im vergangenen Frühjahr gefordert haben, Herr Kommissar, und wir warten auf die konkreten Vorschläge der Kommission nach der Ankündigung von Präsidentin von der Leyen im vergangenen September. Das zweite Element sind in der Tat die Eigenmittel, auf die viele von Ihnen hingewiesen haben. Erinnern wir uns gemeinsam daran, dass die Europäer den Aufbauplan nur dann als vollen Erfolg betrachten werden, wenn wir die Rückzahlungsvereinbarung einhalten. Wir haben gemeinsam entschieden, dass die großen Umweltverschmutzer, die ausländischen CO2-Importeure, die großen multinationalen Unternehmen, die ihren gerechten Anteil an Steuern nicht zahlen, die Finanzspekulanten die Last dieser Anleihe tragen. Es geht nicht nur um Steuer- und Sozialgerechtigkeit, sondern auch um die Einhaltung unserer kollektiven Verpflichtungen und unsere Glaubwürdigkeit bei den Investoren. Wir haben ihnen versprochen, wir, die Abgeordneten, die Ausschüsse, die Mitgliedstaaten, wir haben ihnen versprochen, dass dies weder durch eine Erhöhung der Steuern noch durch Kürzungen in den europäischen Programmen wie den Beihilfen für Landwirte oder Erasmus geschehen wird. Also ja, lasst uns froh sein, dass unsere Wirtschaft wieder auf die Beine kommt, aber lasst uns nicht davon ausgehen, dass die Arbeit, Europa stärker und unabhängiger zu machen, beendet ist. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.