20
Okt
2021
Ansehen
Gewaltsame Zurückdrängung von Migranten an der Außengrenze der EU (Aussprache)
Frau Präsidentin! , meine sehr verehrten Damen und Herren, sind völkerrechtswidrig, und damit muss endlich Schluss sein! Die Festung Europa zementiert sich ja nicht nur nach außen, sondern mittlerweile zieht sie sich von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat, von Grenzzaun zu Grenzzaun, quer durch die EU – etwas, was ich niemals für möglich gehalten hätte! Im Auftrag von Mitgliedstaaten, zum Beispiel dem polnischen, werden Geflüchtete an EU-gesponserten Grenzwällen festgehalten. Oder sie werden irgendwo ausgeraubt. Sie werden geschlagen, gedemütigt, ausgehungert. Unter den Augen von Frontex werden Frauen, Kinder, Männer auf dem Meer ausgesetzt, in Wälder abgedrängt, in Flüsse geworfen. Zigtausende starben an den Grenzen der EU. Und nichts passiert! Push-backs sind eine menschenrechtliche Kapitulation, und sie sind illegal! Kein nationales Gericht der Welt – im Übrigen auch kein polnisches – kann Push-backs legalisieren. Kernstück jedes Push-backs ist doch, dass Geflüchteten das Recht, einen Asylantrag überhaupt zu stellen, verwehrt wird! Damit wird das individuelle Recht auf Asyl komplett abgeschafft – es ist weg! Und das dürfen wir nicht zulassen! Die Völker Europas haben in zwei schrecklichen Weltkriegen erfahren, was es heißt, nirgendwohin fliehen zu können. Das Grundrecht auf Asyl gehört zu den wichtigsten Werten des Nachkriegseuropas, ist die große Lehre eines Jahrhunderts, in dem Millionen Menschen im Stich gelassen wurden und ihr Leben zerstört wurde. In dieses barbarische Zeitalter darf es kein Zurück geben! Ich fordere die Kommission auf, nicht nur gegen Lukaschenka vorzugehen, sondern gegen jeden Mitgliedstaat, der die Menschenrechte mit Füßen tritt.