22
Nov
2023
Ansehen
Überarbeitung der EU-Initiative für Bestäuber – Ein neuer Deal für Bestäuber (Aussprache)
Frau Präsidentin, Frau Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen, ich würde sagen, heute ist ein schwarzer Tag. Wir haben heute verloren. Wir haben verloren, weil unser Text über die Verringerung von Pestiziden, der u. a. eine Verringerung der Pestizide um 50 % und ein Verbot der giftigsten Pestizide im Jahr 2030 vorsehen sollte, gescheitert ist. Diese Entschließung zu Bestäubern ist also ein bisschen der Text der letzten Chance. Die bestäubenden Insekten sind in der Tat gefährdet, vom Aussterben bedroht. Und ohne sie, wir mit ihnen. Die Alarmglocken läuten seit Jahren. Seit mehr als zehn Jahren sendet uns die Natur immer deutlichere und klarere Signale, damit sich dieser wissenschaftliche Konsens durchsetzen kann: leere europäische Landschaften und Bestäuberinsekten, während vier von fünf kultivierten Arten auf Bestäuber angewiesen sind, um sich zu vermehren. Ich zitiere trotzdem ein paar Zahlen. In den letzten drei Jahren sind Insektenpopulationen um bis zu 75 % zurückgegangen, und die Zahl der Schmetterlinge ist in Europa in den letzten zehn Jahren um 36 % zurückgegangen. Eine neue Analyse, die im November 2023 von europäischen Naturforschern unterzeichnet wurde, schätzt, dass fast 2 Millionen Arten vom Aussterben bedroht sind, darunter 25 % der Insekten, was doppelt so hoch ist wie frühere Schätzungen. Zahlen, die Aufschluss über das Ausmaß des Problems geben. Die Warnung ist ohne Systemwechsel da, wenn wir nicht aus einer intensiven Landwirtschaft herauskommen, die mit Pestiziden und Bioziden gefüttert wird, wird dieser Text allein nicht dazu beitragen, das Verschwinden von Bestäubern in Europa zu verringern. Und hier liegt mir heute wirklich viel auf dem Herzen, denn was ist unsere Hoffnung, dass wir diese Gesetzgebung verloren haben, dass die Mitglieder sie nicht an den ENVI-Ausschuss zurücküberweisen wollten? Die einzige Hoffnung sind die Mitgliedstaaten, die versuchen müssen, eine nationale Politik zu verfolgen, um pestizidfreie Korridore zu schaffen. Denn im Gegensatz zu dem, was ein Kollege gesagt hat, ist der Rückgang der Bestäuber tatsächlich auf Pestizide zurückzuführen. Ich hoffe also, dass es nicht zu spät ist und dass wir die Energie, die Kraft und die Überzeugung auf der Ebene unserer verschiedenen Regierungen haben werden, um Pestizide wirklich drastisch zu reduzieren.