Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
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Lukas Sieper | Deutschland DEU | Fraktionslose Mitglieder (NI) | 390 |
| 2 |
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Juan Fernando López Aguilar | Spanien ESP | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 354 |
| 3 |
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Sebastian Tynkkynen | Finnland FIN | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 331 |
| 4 |
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João Oliveira | Portugal PRT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 232 |
| 5 |
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Vytenis Povilas Andriukaitis | Litauen LTU | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 227 |
Alle Beiträge (56)
Verurteilung der unrechtmäßigen einseitigen Erklärung des sezessionistischen Gebiets, das von der Türkei in Zypern geschaffen wurde, und der anhaltenden militärischen Besatzung durch die Türkei (Aussprache)
Herr Präsident, ich möchte Ihnen für Ihre Beiträge zu dieser wichtigen Diskussion danken. Die Zypern-Frage und ihre Beilegung sind nach wie vor eine der wichtigsten Prioritäten der EU. Unsere Position ist klar und konsequent: Wir unterstützen alle Bemühungen um eine Wiedervereinigung im Einklang mit den Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen und unseren gemeinsamen europäischen Werten und lehnen jedes einseitige Handeln ab, das das Völkerrecht und den Rahmen der Vereinten Nationen untergräbt. Wir sind weiterhin bereit, mit allen uns zur Verfügung stehenden Werkzeugen zu helfen. Über unser politisches Engagement hinaus wird die EU auch ihre praktische Unterstützung vor Ort fortsetzen. Durch das Hilfsprogramm für die türkisch-zyprische Gemeinschaft werden wir weiterhin den Dialog, die wirtschaftliche Entwicklung und vertrauensbildende Maßnahmen fördern, die jeweils dazu beitragen, die Bedingungen für die Vereinigung vorzubereiten. Lassen Sie mich mit einer Botschaft des Engagements, der Solidarität und der Hoffnung schließen: Engagement für den Dialog; Solidarität mit allen Zyprern – griechischen Zyprern und türkischen Zyprern; Hoffnung auf eine vereinte Insel.
Verurteilung der unrechtmäßigen einseitigen Erklärung des sezessionistischen Gebiets, das von der Türkei in Zypern geschaffen wurde, und der anhaltenden militärischen Besatzung durch die Türkei (Aussprache)
Herr Präsident, verehrter Minister, verehrte Abgeordnete, die De-facto-Teilung Zyperns ist nach wie vor ein großes Anliegen der EU. Es ist bedauerlich und hat viele negative Folgen, nicht nur für alle Zyprer, sondern für Europa als Ganzes. Diese Spaltung ist seit viel zu vielen Jahren ein Hindernis für Frieden, Stabilität und Versöhnung. Die EU hat immer klargestellt: Wir erkennen nur die Republik Zypern als Völkerrechtssubjekt an. Unsere Position ist fest in den einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen verankert. Die EU hat auch wiederholt erklärt, dass die einzige Lösung für Zypern die Wiedervereinigung der Insel ist. Die EU setzt sich weiterhin uneingeschränkt für eine umfassende Regelung innerhalb des Rahmens der Vereinten Nationen im Einklang mit den Grundsätzen, auf denen unsere Union beruht, und mit dem Besitzstand ein. Dies ist die Vision, die weiterhin unser gesamtes Engagement in der Zypern-Frage bestimmt. Wir freuen uns auch über die erneuten Bemühungen der Vereinten Nationen und das persönliche Engagement von Generalsekretär Guterres. Die Ernennung eines neuen persönlichen Gesandten für Zypern und die Bereitschaft aller Akteure, wieder Gespräche zu führen, geben uns Hoffnung. Um ihre Bemühungen um die Wiedervereinigung zu unterstützen, hat die Kommission den ehemaligen Kommissar Johannes Hahn 2025 zum Sondergesandten für Zypern ernannt. Seitdem ist er auf die Inseln gereist und hat sich an beide Gemeinschaften gewandt, um herauszufinden, wie die EU den von den Vereinten Nationen geleiteten Siedlungsprozess am besten unterstützen kann. Jüngste Entwicklungen, insbesondere der Führungswechsel in der türkisch-zyprischen Gemeinschaft, können ein neues Zeitfenster für Fortschritte eröffnen. Dieses Zeitfenster darf nicht ohne Fortschritt geschlossen werden. Wir hoffen, dass die kommenden Monate zu konkreteren Diskussionen über die Wiederaufnahme des formellen Vergleichsprozesses führen werden. Die EU zählt darauf, dass alle Parteien eine konstruktive und positive Rolle in der Diskussion spielen, und wir sind bereit, alle uns zur Verfügung stehenden Mittel zur Unterstützung einzusetzen. Über das diplomatische Engagement hinaus setzt die Kommission ihre Arbeit zur Schaffung der Voraussetzungen für eine künftige Wiedervereinigung vor Ort fort. Wir sind bestrebt, durch unsere Arbeit das Engagement, die Zusammenarbeit und die Inklusion zwischen den griechisch-zyprischen und den türkisch-zyprischen Gemeinschaften zu fördern. Eine der greifbarsten Formen dieser Unterstützung ist das EU-Hilfsprogramm für die türkisch-zyprische Gemeinschaft. Die Europäische Kommission hat diesem Programm seit 2006 760 Mio. EUR zugewiesen. Es handelt sich um ein Programm, das darauf abzielt, die sozioökonomische Entwicklung der türkisch-zyprischen Gemeinschaft zu fördern, die Isolation zu verringern, die Zivilgesellschaft zu unterstützen und vertrauensbildende Maßnahmen zu unterstützen. Sie trägt auch dazu bei, die Werte der EU zu fördern und sich auf die vollständige Anwendung des EU-Besitzstands nach der Wiedervereinigung vorzubereiten. Diese Unterstützung impliziert keine Anerkennung. Vielmehr verkörpert sie das Engagement der EU, die Voraussetzungen für eine umfassende und dauerhafte Regelung zu schaffen. Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, unser Ziel ist klar: Unterstützung aller Zyprer beim Aufbau einer gemeinsamen europäischen Zukunft. Eine Lösung der Zypernfrage wäre für Zypern und seine Bürger sowie für die Sicherheit und Stabilität im östlichen Mittelmeerraum von großem Nutzen. Diese Frage ist in der Tat von zentraler Bedeutung für die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei. Eine Lösung würde nicht nur für Zypern, sondern für die gesamte Region ein neues Kapitel aufschlagen. Die Lösung der Zypernfrage bleibt eine zentrale Priorität, und die Kommission wird dem zyprischen Volk, den Vereinten Nationen und allen, die sich unermüdlich für eine umfassende und dauerhafte Lösung einsetzen, weiterhin zur Seite stehen.
Kohäsionspolitik (gemeinsame Aussprache)
Herr Präsident, vielen Dank für diese reiche und nützliche Diskussion und den Berichterstattern und den Schattenberichterstattern für ihre Arbeit. Ich habe Ihre Ansichten gut zur Kenntnis genommen. Sie haben viele gültige und nützliche Punkte angesprochen, zum Beispiel zur Vereinfachung. Mit dem neuen MFR-Vorschlag wurde ein einheitliches Regelwerk für mehr Mittel eingeführt. Was die Flexibilität betrifft, so werden spezielle Finanzreserven es den Mitgliedstaaten und Regionen ermöglichen, auf sich abzeichnende Bedürfnisse oder unvorhergesehene Schocks zu reagieren. Die Regionen werden weiterhin von zentraler Bedeutung sein – sie werden bei der Gestaltung und Umsetzung der nationalen und regionalen Partnerschaftspläne im neuen MFR von zentraler Bedeutung sein. Die anderen Punkte, die Sie erwähnt haben, sollten die Grundlage für unsere weiteren Diskussionen über die Arbeit bilden. Es liegt ein langer Weg vor uns. Wir stehen erst am Anfang. Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam an einer modernisierten Kohäsionspolitik arbeiten, die allen Regionen gerecht wird.
Kohäsionspolitik (gemeinsame Aussprache)
Herr Präsident, verehrte Abgeordnete, zunächst möchte ich dem REGI-Ausschuss für die großartige Arbeit danken, insbesondere den Berichterstattern und den Schattenberichterstattern. Die drei Berichte, die wir heute erörtern, zeigen Ihr starkes Engagement für die Kohäsionspolitik. In den kommenden Monaten werden wir gemeinsam daran arbeiten, den künftigen EU-Haushalt und die Modernisierung der Kohäsionspolitik zu gestalten. Die heutigen Berichte zeigen den Weg. Zunächst, Herr Abgeordneter Mullooly, danke ich Ihnen für Ihren Bericht über die Kohäsionspolitik und den gerechten Übergang. Unser gemeinsames Ziel ist klar: eine klimaneutrale, wettbewerbsfähige Wirtschaft, die niemanden und keine Region zurücklässt. Der Fonds für einen gerechten Übergang hat bereits einen echten Unterschied gemacht und die am stärksten betroffenen Arbeitnehmer und Gemeinschaften in der Region unterstützt. Sechsundvierzig Prozent der Mittel für einen gerechten Übergang sind jetzt vertraglich gebunden, wobei Projekte im Wert von mehr als 12 Milliarden Euro ausgewählt wurden. Mit diesem Instrument werden seine Ziele erreicht. Die lokalen Pläne sind entscheidend. Stakeholder und Entscheidungsträger arbeiten zusammen, um den Weg in die Zukunft zu definieren, was Legitimität und Wert hinzufügt. Aber die Mitgliedstaaten und die Regionen sind bei der Umsetzung nicht allein. Die Kommission leistet gezielte Unterstützung, beispielsweise über die Plattform für einen gerechten Übergang. Darüber hinaus werden die mit der Halbzeitüberprüfung eingeführten Flexibilitätsmöglichkeiten die Investitionen des Fonds für einen gerechten Übergang beschleunigen. Zweitens, Herr Abgeordneter Ros Sempere, vielen Dank für Ihren Bericht über die Kohäsionspolitik und die Wohnungskrise. Wir sind uns alle einig: Dies ist eine der dringlichsten sozialen Herausforderungen in ganz Europa, und wir sind entschlossen, dieser Herausforderung mit dem neuen europäischen Plan für erschwinglichen Wohnraum zu begegnen. Wir ermöglichen es den Mitgliedstaaten, Kohäsionsinvestitionen in bezahlbaren Wohnraum zu verdoppeln. Wie Sie wissen, ist der Wohnungsbau eine der fünf neuen Prioritäten der Halbzeitüberprüfung, und der Vorschlag bietet Flexibilität und Anreize. Aber wir wissen, dass die Wohnungskrise ein sehr komplexes Phänomen ist und dass die Kohäsionspolitik allein sie nicht lösen kann. Ergänzende Finanzierungsquellen und -maßnahmen, einschließlich überarbeiteter Vorschriften für staatliche Beihilfen, sind von wesentlicher Bedeutung. Deshalb werden wir weiterhin eng mit dem Europäischen Parlament zusammenarbeiten, und wir werden weiterhin das Bewusstsein schärfen und die Mitgliedstaaten ermutigen, alle möglichen Investitionsquellen zu nutzen, um erschwinglichen Wohnraum zu fördern. Die Preise des Neuen Europäischen Bauhauses, die Ende des Monats im Plenarsaal in Brüssel verliehen werden, zeigen, dass die Kohäsionspolitik eine Rolle bei der Unterstützung erschwinglicher, nachhaltiger und inklusiver Wohnraumlösungen für unsere Bürgerinnen und Bürger spielen muss. Abschließend, Herr Prebilič, danke ich Ihnen für Ihren Bericht über Vereinfachung und Kohäsionspolitik. Wir sind uns darin einig, dass im laufenden Zeitraum bereits erhebliche Vereinfachungsmaßnahmen eingeführt wurden, und die Halbzeitüberprüfung wird die Vereinfachung noch einen Schritt weiter bringen. Wir sind uns alle einig, dass Flexibilität und Vereinfachung der Schlüssel zu einer funktionierenden Kohäsionspolitik sind. Sie waren der Hauptgrund für die Halbzeitüberprüfung und den Ansatz, mit dem wir den Vorschlag für den nächsten mehrjährigen Haushalt gestaltet haben. Im Vorschlag der Kommission für den künftigen Finanzrahmen wurden bereits viele Ihrer Empfehlungen umgesetzt. In unserem Vorschlag wurden die Grundprinzipien der Kohäsionspolitik bekräftigt: geteilte Mittelverwaltung, Partnerschaft, Multi-Level-Governance und ein ortsbezogener Ansatz. Der nächste Haushalt konzentriert sich auch stark auf weniger entwickelte und benachteiligte Regionen. Die Regionen werden weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der politischen Maßnahmen spielen, die ihnen zugutekommen. Im Rahmen der nationalen und regionalen Pläne stehen 450 Mrd. EUR für die Kohäsionspolitik, die Entwicklung des ländlichen Raums und die Fischereigemeinschaften zur Verfügung. Dazu müssen mindestens 218 Mrd. EUR für die weniger entwickelten Regionen bereitgestellt werden. Der Geist der geteilten Verwaltung und Partnerschaft liegt mir am Herzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Partnerschaft der Schlüssel zum Erfolg der Kohäsionspolitik ist, und in diesem Geist der Partnerschaft bin ich heute hier. Ich freue mich auf unsere Diskussion und auf die Zusammenarbeit.
Änderung des EFRE, Kohäsionsfonds und Fonds für einen gerechten Übergang in Bezug auf spezifische Maßnahmen zur Bewältigung strategischer Herausforderungen im Rahmen der Halbzeitüberprüfung (Aussprache)
Herr Präsident, vielen Dank für diese reiche und interessante Diskussion, die mein Denken prägen wird, wenn wir unsere Zusammenarbeit in den kommenden Monaten und Jahren fortsetzen. Mit diesem Paket schaffen wir eine einzigartige Chance. Nun liegt es an den Mitgliedstaaten und Regionen, der Aufforderung nachzukommen, die notwendigen Programmänderungen vorzunehmen. Die Europäische Kommission ist bereit zu unterstützen, denn wir alle müssen unsere gemeinsamen Anstrengungen fortsetzen und die Kohäsionspolitik weiter an die neuen Herausforderungen Europas anpassen: modern, zukunftsfähig und setzt seine Mission fort, keine Region zurückzulassen. Ich freue mich auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit. Auch während der Vorbereitung dieses Pakets war der Dialog mit dem REGI-Ausschuss und den Mitgliedern des Europäischen Parlaments äußerst wertvoll. Wir werden die gleiche Offenheit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Bereich des Zusammenhalts beibehalten, insbesondere wenn wir uns dem nächsten mehrjährigen Finanzrahmen nähern. In Bezug auf die Rechtsstaatlichkeit, die von mehreren Mitgliedern erwähnt wurde, möchte ich klarstellen: Wie ich Ihnen bereits sagte, habe ich ein Schreiben an Herrn Benea gerichtet, in dem betont wird, dass sich die Kommission weiterhin dafür einsetzt, dass die Rechtsstaatlichkeit bei der Ausführung der Mittel gewahrt wird, und dass sie jeden Antrag auf Programmänderungen im Einklang mit der Dachverordnung, der Konditionalität und der Verordnung über die mittelfristige Überprüfung prüfen wird.
Änderung des EFRE, Kohäsionsfonds und Fonds für einen gerechten Übergang in Bezug auf spezifische Maßnahmen zur Bewältigung strategischer Herausforderungen im Rahmen der Halbzeitüberprüfung (Aussprache)
Herr Präsident, verehrte Abgeordnete, ich danke Ihnen für die Gelegenheit, die heutige Aussprache anzusprechen. Zunächst möchte ich dem Berichterstatter, Herrn Benea, den Schattenberichterstattern und dem Rat für Ihre Arbeit, für Ihren Geist der Zusammenarbeit und für das Erreichen dieser wichtigen Einigung danken. Die EU stand in den letzten Jahren vor großen Herausforderungen. Einige werden angesprochen. Viele sind noch im Gange, während neue entstehen. Angesichts der Unsicherheit und des raschen Wandels ist die Kohäsionspolitik eines unserer besten Instrumente und Ressourcen, um diesen Herausforderungen zu begegnen und Europa in die Lage zu versetzen, zu handeln und zu reagieren, um Europa in die Lage zu versetzen, seine Mission fortzusetzen, die Ungleichheiten zu verringern, eine ausgewogene territoriale Entwicklung zu fördern und sicherzustellen, dass jeder Europäer, wo immer er lebt, an unserem Erfolg und Wohlstand teilhat und dies jetzt tut. Das Kompromisspaket, über das Sie morgen abstimmen werden, ist eine einzigartige Gelegenheit, die Kohäsionspolitik zu modernisieren, wirksam auf die Herausforderungen in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit, Verteidigung, Wohnraum, Wasserresilienz und Energiewende zu reagieren, die Regionen in die Lage zu versetzen, noch mehr in diese gemeinsamen EU-Prioritätsbereiche zu investieren und die Bürgerinnen und Bürger mit wirksamen Maßnahmen zu unterstützen. Ich freue mich, sagen zu können, dass die Halbzeitüberprüfung die Bemühungen von uns allen widerspiegelt. Sie ist das Ergebnis unseres Austauschs, der Diskussionen im REGI-Ausschuss, der Debatten in diesem Plenarsaal, der Treffen mit den Berichterstattern, der Treffen mit den Regionen und Gebieten. Viele Male haben wir uns auf die Notwendigkeit einer größeren Flexibilität geeinigt. Die Interventionsbereiche und die Prioritäten für die Mittelzuweisung sind ebenfalls weit verbreitet. Im Mittelpunkt der Halbzeitüberprüfung steht die Ausweitung der Investitionen in erschwinglichen und nachhaltigen Wohnraum. Das Paket spiegelt auch die Unterstützung des Parlaments für einen umfassenden Ansatz für die zivile Vorsorge sowie die neuen prioritären Bereiche wie die Förderung der Energieflüsse in ganz Europa wider. Um Europas Wettbewerbsvorteil zu stärken und die Innovationslücke zu schließen, umfassen die Rechtsvorschriften Maßnahmen zur Erhöhung der Investitionen in strategische Technologien, insbesondere in diejenigen, die zur Plattform „Strategische Technologien für Europa“ beitragen. Wir konzentrieren uns auch auf unsere Unterstützung für die Dekarbonisierung der Produktionskapazitäten, die Entwicklung widerstandsfähiger Verteidigungsinfrastrukturen und die Priorisierung des TEN-V mit doppeltem Verwendungszweck, auch zur Förderung der militärischen Mobilität in der Union und in den östlichen Grenzregionen. Das Paket umfasst viele weitere nützliche Flexibilitätsmöglichkeiten sowie zusätzliche Anreize, darunter höhere Vor- und Kofinanzierungssätze. Der Kompromiss stärkt auch die Achtung der Rechtsstaatlichkeit. Wie in unserer Erklärung bekräftigt, setzt sich die Kommission weiterhin dafür ein, dass die Rechtsstaatlichkeit bei der Umsetzung der Kohäsionsfonds willkürlich ist. Sehr geehrte Mitglieder, die Halbzeitüberprüfung ist sehr wichtig und wird von den Gebieten dringend benötigt, weshalb die Kommission bereits viele Anfragen erhalten hat. Ein positives Ergebnis wird größere Chancen für die Gebiete sowie Gewissheit in Bezug auf den Zeitplan und die Umsetzung bedeuten. Durch diese gezielten Änderungen der Halbzeitüberprüfung wird die Kohäsionspolitik agiler und reaktionsfähiger sein und sich sowohl an den Werten der EU als auch an den heutigen Gegebenheiten orientieren. Nochmals vielen Dank für Ihre Arbeit und für diese Vereinbarung. Ich freue mich auf unsere Diskussion.
Umsetzungsbericht über die Aufbau- und Resilienzfazilität (Aussprache)
Frau Präsidentin, zunächst möchte ich den beiden Berichterstattern Negrescu und Mureşan für ihre Arbeit danken. Vielen Dank für alle Beiträge, die ich gut zur Kenntnis genommen habe. Ich schätze Ihre Anerkennung, dass die Aufbau- und Resilienzfazilität eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung unserer Volkswirtschaften gespielt hat. Da noch etwas mehr als ein Jahr der Umsetzung verbleibt, ist klar, dass bestimmte Aspekte verbessert werden müssen. Ich höre auch Ihre Forderung nach mehr Transparenz in Bezug auf die Endempfänger von ARF-Mitteln sowie nach einer wirksameren Zusammenarbeit mit Interessenträgern und regionalen und lokalen Behörden. Das Europäische Parlament hat die Aufbau- und Resilienzfazilität maßgeblich mitgestaltet. Ihre Beiträge lieferten der Kommission wertvolles Feedback zu diesem einzigartigen Instrument. Wir teilen das Ziel, sein volles Potenzial zu entfalten, indem wir die Umsetzung maximieren. Die Kommission arbeitet weiterhin mit den Mitgliedstaaten zusammen, um die Umsetzung und die Wirkung zu maximieren. Wie bereits in der Mitteilung über die Halbzeitüberprüfung einer modernisierten Kohäsionspolitik angekündigt, fordert die Kommission die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, Investitionen im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität zu ermitteln, die möglicherweise nicht bis August 2026 abgeschlossen werden und für eine Finanzierung aus dem Kohäsionsfonds in Betracht gezogen werden könnten, sofern diese Investitionen keiner Doppelfinanzierung unterliegen. Ich freue mich auf unsere kontinuierliche enge Zusammenarbeit, um sicherzustellen, dass die Fazilität ihre Ziele weiterhin mit einem Höchstmaß an Rechenschaftspflicht und Transparenz erfüllt.
Umsetzungsbericht über die Aufbau- und Resilienzfazilität (Aussprache)
Frau Präsidentin, verehrte Vorsitzende, verehrte Abgeordnete, zunächst möchte ich diesem Haus für unsere kontinuierliche Zusammenarbeit und Unterstützung danken. Die Fazilität hat die Reaktion Europas auf die Auswirkungen der Pandemie entscheidend verändert. Die Aufbau- und Resilienzfazilität hat sich sehr stabilisierend auf die europäischen Volkswirtschaften ausgewirkt. Sie trug auch dazu bei, die Umsetzung wichtiger Reformen voranzutreiben. Allerdings verzögert sich die Umsetzung. Insgesamt müssen 51 % der insgesamt gebundenen Mittel der Aufbau- und Resilienzfazilität noch ausgezahlt werden, und 68 % der Etappenziele und Zielwerte müssen noch als erreicht bewertet werden, obwohl die Mitgliedstaaten bereits berichtet haben, dass 20 % davon abgeschlossen sind. In diesem Zusammenhang ist der Bericht über die Durchführung der Aufbau- und Resilienzfazilität ein wichtiger Beitrag zur Diskussion. Vor zwei Wochen nahm die Kommission eine Mitteilung mit dem Titel „NextGenerationEU – der Weg bis 2026“ an. In der Mitteilung werden die Fortschritte überprüft, an die gesetzlichen Fristen erinnert und Möglichkeiten zur Beschleunigung der Umsetzung vorgeschlagen. Die Kommission nimmt die im Durchführungsbericht enthaltene Aufforderung zur Kenntnis, die Frist für ausgereifte Projekte im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität um 18 Monate zu verlängern. Die Aufbau- und Resilienzfazilität wurde als vorübergehendes Unterstützungsinstrument geschaffen, und in der Verordnung über die Aufbau- und Resilienzfazilität wird ausdrücklich festgelegt, dass alle Etappenziele und Zielwerte bis Ende August 2026 erreicht und die letzten Zahlungen und die entsprechende Mittelaufnahme bis Ende Dezember 2026 getätigt werden sollen. Diese Fristen können nicht ohne Änderung der ARF-Verordnung, der EURI-Verordnung und des Eigenmittelbeschlusses geändert werden. Wie Sie wissen, erfordert letzteres Einstimmigkeit im Rat und die Ratifizierung durch eine Reihe nationaler Parlamente. Die Kommission räumt der Rechtssicherheit Vorrang ein und bietet gleichzeitig Optionen, um die Umsetzung zu beschleunigen und die Fertigstellung bis zum Ende der Fazilität sicherzustellen. Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, ihre Pläne so bald wie möglich zu überprüfen und nur Maßnahmen beizubehalten, die bis Ende August 2026 umgesetzt werden können. Die Mitgliedstaaten können verschiedene Optionen prüfen, darunter die Ausweitung erfolgreicher Maßnahmen, die Finanzierung kritischer Projekte, die mit dem STEP-Siegel ausgezeichnet wurden, die Übertragung von Mitteln an InvestEU oder an EU-Programme für Satellitenkommunikation. Die Mitgliedstaaten können auch ARF-Projekte aufteilen, um sicherzustellen, dass Elemente, die bis August 2026 nicht mehr erreichbar sind, aus nationalen oder, falls förderfähig, anderen EU-Fonds mit einem längeren Zeitrahmen wie der Kohäsionspolitik finanziert werden. Die Mittel aus der Aufbau- und Resilienzfazilität könnten auch dazu verwendet werden, zusätzliche wichtige Vorteile für gemeinsame Prioritäten der EU, einschließlich Sicherheit und Verteidigung, zu erzielen. Eine mögliche Option bestünde darin, freiwillige Beiträge zum künftigen Programm der europäischen Verteidigungsindustrie zu leisten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vereinfachung, die notwendig ist, um den Verwaltungsaufwand zu verringern. Natürlich müssen die Pläne weiterhin die Bewertungskriterien und die Anforderungen im Zusammenhang mit dem Schutz der finanziellen Interessen der EU erfüllen. Wenn die Pläne rasch vereinfacht und überarbeitet werden, sind wir zuversichtlich, dass die ARF ihre Ziele innerhalb der festgelegten Fristen erreichen wird. Der Durchführungsbericht gibt auch Anlass zu Bedenken hinsichtlich Transparenz, Überwachung und Kontrolle im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität. Die Kommission setzt sich nachdrücklich für ein hohes Maß an Rechenschaftspflicht ein. Im vergangenen April aktualisierten 24 Mitgliedstaaten die Daten zu ihren 100 größten Endempfängern, und die Kommission verfolgt die verbleibenden Mitgliedstaaten weiter. Auf Antrag des Vorsitzenden des CONT-Ausschusses im Zusammenhang mit der Entlastung 2023 forderte die Kommission alle Mitgliedstaaten auf, eine Liste der 100 größten natürlichen Personen oder Einrichtungen, die Mittel im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität erhalten, pro Mitgliedstaat, einschließlich Auftragnehmern und Unterauftragnehmern, vorzulegen. Abschließend freue ich mich auf die Aussprache und die Anhörung Ihrer Ansichten.
Stärkung der ländlichen Gebiete in der EU durch die Kohäsionspolitik (Aussprache)
Mr President, thank you for your contribution, of which I have taken good note. I appreciate your insights on the challenges the rural areas face and the significant role that cohesion policy plays in shaping the future of the EU's rural areas. You rightly point out the development of infrastructure, particularly in the fields of transport, energy and digital connectivity, alongside essential services for improving the quality of life in rural areas. The reduction of economic, social and territorial disparities will continue to remain at the core of cohesion policy, providing critical support to rural areas. Your report and interventions today reaffirm this importance and will further guide our discussions and our work for the future of rural areas. I would like to give only two messages. First, many problems that you mentioned are the priority of the mid-term review, like water, housing, energy and competitiveness. And I remember to all of you that mid-term review is a voluntary basis. So defence is a possibility. And in particular for eastern border regions that have to face not only the challenge regarding defence but also the new economic challenges. Second message, we can work together using also the new governance of the European Commission. As you know, under my executive vice-presidency we have a coordination of three commissioners: agriculture, tourism and transport, fisheries and blue economy. And I agreed with the three commissioners that we must work with a common vision to prepare the strategy for internal rural areas, starting by this important and very positive report.
Stärkung der ländlichen Gebiete in der EU durch die Kohäsionspolitik (Aussprache)
Herr Präsident, ich danke Ihnen für Ihren Beitrag, den ich gut zur Kenntnis genommen habe. Ich schätze Ihre Erkenntnisse über die Herausforderungen, vor denen die ländlichen Gebiete stehen, und die wichtige Rolle, die die Kohäsionspolitik bei der Gestaltung der Zukunft der ländlichen Gebiete der EU spielt. Sie weisen zu Recht auf den Ausbau der Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Verkehr, Energie und digitale Konnektivität, sowie auf wesentliche Dienstleistungen zur Verbesserung der Lebensqualität in ländlichen Gebieten hin. Die Verringerung der wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Ungleichheiten wird weiterhin im Mittelpunkt der Kohäsionspolitik stehen und den ländlichen Gebieten entscheidende Unterstützung bieten. Ihr Bericht und Ihre heutigen Beiträge bekräftigen diese Bedeutung und werden unsere Diskussionen und unsere Arbeit für die Zukunft des ländlichen Raums weiter leiten. Ich möchte nur zwei Botschaften geben. Erstens stehen viele von Ihnen angesprochene Probleme wie Wasser, Wohnungsbau, Energie und Wettbewerbsfähigkeit im Mittelpunkt der Halbzeitüberprüfung. Und ich erinnere mich an Sie alle, dass die Halbzeitüberprüfung eine freiwillige Grundlage ist. Verteidigung ist eine Möglichkeit. Und insbesondere für die östlichen Grenzregionen, die sich nicht nur der Herausforderung der Verteidigung, sondern auch den neuen wirtschaftlichen Herausforderungen stellen müssen. Zweite Botschaft: Wir können auch unter Nutzung der neuen Governance der Europäischen Kommission zusammenarbeiten. Wie Sie wissen, haben wir unter meinem Exekutiv-Vizepräsidenten eine Koordinierung von drei Kommissaren: Landwirtschaft, Tourismus und Verkehr, Fischerei und blaue Wirtschaft. Und ich stimmte mit den drei Kommissaren darin überein, dass wir mit einer gemeinsamen Vision zusammenarbeiten müssen, um die Strategie für interne ländliche Gebiete vorzubereiten, beginnend mit diesem wichtigen und sehr positiven Bericht.
Stärkung der ländlichen Gebiete in der EU durch die Kohäsionspolitik (Aussprache)
Madam President, honourable Members, first, I would like to thank rapporteur Nesci and all the shadow rapporteurs for this important and timely report. I fully agree with your analysis. Rural areas are central to our European way of life, and they are essential for Europe's competitiveness and resilience. I welcome the report's recognition that cohesion policy plays a crucial role in strengthening rural areas. Supporting rural areas is a high priority for the Commission. As rightly emphasised in the report, cohesion policy already delivers significant support in rural areas. This complements the rural development interventions provided by the common agricultural policy. Investment in broadband, transport, clean energy, small and medium enterprises and innovation, and in health, education and local infrastructure, enhances economic and social cohesion. However, challenges like skills shortages, the digital divide, demographic decline and the limited access to essential services persist. As correctly underlined in the report, we need further efforts to provide our rural areas with adequate tools to overcome the considerable challenges they face, which have an increasing impact on regional competitiveness and social cohesion. A particular priority for me is the right to stay – the right of every European to remain in the place they call home. This is also fundamental for young generations of farmers, which is one of the key challenges in our farming sector. The Commission committed to further promote generational renewal in the agricultural sector through a dedicated strategy later this year. Several regions in the EU are facing the problem of depopulation. This has led to a sharp decline for their working-age population. Apart from the tools under cohesion policy and the common agricultural policy, social policies and social innovation can help address this. Through the Harnessing Talent Platform, we are also actively working with 82 regions, including 27 mainly rural regions, to develop local strategies that retain talent and allow for smart adjustments to demographic challenges. In addition, the mid-term review of cohesion policy programmes puts the focus on several areas of key concern for rural areas, providing incentives and flexibilities for goals such as water resilience, housing, energy transition and greater competitiveness innovation. For example, water resilience – we have seen regions facing water scarcity while others are affected by floods. Through the mid-term review, we propose changes to encourage investment in water resilience, including digitalisation of water infrastructure, and mitigation of drought and desertification impacts. The mid-term review proposal will deliver a more responsive cohesion policy, aligned with today's realities, and better addressing current and future challenges. Earlier this year, Commissioner Hansen and I presented the new Vision for Agriculture and Food, strengthening the synergies between policies to help rural areas, updating our rural action plan and further developing rural proofing, as well as the Rural Pact. With this in mind, the Commission collaborates with the agrifood sector, ensuring that the sector remains competitive, resilient, attractive for future generations, and profitable. Finally, you highlighted in your report the need to simplify administrative procedures by reducing red tape for farmers and small rural businesses. Here, I am happy to point out that in May, the European Commission adopted the omnibus proposal on agriculture, responding to the need to simplify the policy. To conclude, this report makes a valuable contribution to the future of rural areas. Collaboration is key. We need to work together. This requires action and partnership across all levels of governance to modernise, simplify and reinforce the cohesion policy, providing tailored solutions to the unique situation of every territory in Europe, with the rural regions at the heart of our efforts. I now look forward to the debate and to hearing your views.
Stärkung der ländlichen Gebiete in der EU durch die Kohäsionspolitik (Aussprache)
Frau Präsidentin, verehrte Abgeordnete, zunächst möchte ich dem Berichterstatter Nesci und allen Schattenberichterstattern für diesen wichtigen und rechtzeitigen Bericht danken. Ich stimme Ihrer Analyse voll und ganz zu. Ländliche Gebiete sind für unsere europäische Lebensweise von zentraler Bedeutung und für die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz Europas von entscheidender Bedeutung. Ich begrüße es, dass in dem Bericht anerkannt wird, dass die Kohäsionspolitik eine entscheidende Rolle bei der Stärkung der ländlichen Gebiete spielt. Die Unterstützung ländlicher Gebiete hat für die Kommission hohe Priorität. Wie in dem Bericht zu Recht betont wird, bietet die Kohäsionspolitik bereits erhebliche Unterstützung in ländlichen Gebieten. Dies ergänzt die Interventionen zur Entwicklung des ländlichen Raums im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik. Investitionen in Breitband, Verkehr, saubere Energie, kleine und mittlere Unternehmen und Innovation sowie in Gesundheit, Bildung und lokale Infrastruktur stärken den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt. Herausforderungen wie der Fachkräftemangel, die digitale Kluft, der demografische Rückgang und der eingeschränkte Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen bestehen jedoch nach wie vor. Wie im Bericht richtig hervorgehoben, müssen wir weitere Anstrengungen unternehmen, um unseren ländlichen Gebieten angemessene Instrumente zur Verfügung zu stellen, um die erheblichen Herausforderungen zu bewältigen, mit denen sie konfrontiert sind und die sich zunehmend auf die regionale Wettbewerbsfähigkeit und den sozialen Zusammenhalt auswirken. Eine besondere Priorität für mich ist das Bleiberecht – das Recht jedes Europäers, an dem Ort zu bleiben, den er sein Zuhause nennt. Dies ist auch für junge Generationen von Landwirten von grundlegender Bedeutung, was eine der wichtigsten Herausforderungen in unserer Landwirtschaft darstellt. Die Kommission hat sich verpflichtet, den Generationswechsel im Agrarsektor im Laufe dieses Jahres durch eine spezielle Strategie weiter zu fördern. Mehrere Regionen in der EU stehen vor dem Problem der Entvölkerung. Dies hat zu einem starken Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter geführt. Neben den Instrumenten im Rahmen der Kohäsionspolitik und der Gemeinsamen Agrarpolitik können auch die Sozialpolitik und die soziale Innovation dazu beitragen, dieses Problem anzugehen. Über die Talent-Plattform arbeiten wir auch aktiv mit 82 Regionen zusammen, darunter 27 hauptsächlich ländliche Regionen, um lokale Strategien zu entwickeln, die Talente binden und intelligente Anpassungen an demografische Herausforderungen ermöglichen. Darüber hinaus konzentriert sich die Halbzeitüberprüfung der kohäsionspolitischen Programme auf mehrere Bereiche, die für ländliche Gebiete von zentraler Bedeutung sind, und bietet Anreize und Flexibilität für Ziele wie Wasserresilienz, Wohnraum, Energiewende und mehr Innovation im Bereich der Wettbewerbsfähigkeit. Zum Beispiel Wasserresilienz – wir haben gesehen, dass Regionen mit Wasserknappheit konfrontiert sind, während andere von Überschwemmungen betroffen sind. Im Rahmen der Halbzeitüberprüfung schlagen wir Änderungen vor, um Investitionen in die Wasserresilienz zu fördern, einschließlich der Digitalisierung der Wasserinfrastruktur und der Eindämmung der Auswirkungen von Dürre und Wüstenbildung. Der Vorschlag für die Halbzeitüberprüfung wird zu einer reaktionsschnelleren Kohäsionspolitik führen, die auf die heutigen Gegebenheiten abgestimmt ist, und aktuelle und künftige Herausforderungen besser angehen. Anfang dieses Jahres haben Kommissar Hansen und ich die neue Vision für Landwirtschaft und Ernährung vorgestellt, die die Synergien zwischen den Maßnahmen zur Unterstützung ländlicher Gebiete stärkt, unseren Aktionsplan für den ländlichen Raum aktualisiert und die Prüfung der Auswirkungen auf den ländlichen Raum sowie den Pakt für den ländlichen Raum weiterentwickelt. Vor diesem Hintergrund arbeitet die Kommission mit dem Agrar- und Lebensmittelsektor zusammen, um sicherzustellen, dass der Sektor wettbewerbsfähig, widerstandsfähig, für künftige Generationen attraktiv und rentabel bleibt. Schließlich haben Sie in Ihrem Bericht hervorgehoben, dass die Verwaltungsverfahren vereinfacht werden müssen, indem der Verwaltungsaufwand für Landwirte und kleine ländliche Unternehmen verringert wird. An dieser Stelle möchte ich gerne darauf hinweisen, dass die Europäische Kommission im Mai den Omnibus-Vorschlag zur Landwirtschaft angenommen hat, um der Notwendigkeit einer Vereinfachung der Politik Rechnung zu tragen. Zusammenfassend ist festzustellen, dass dieser Bericht einen wertvollen Beitrag zur Zukunft der ländlichen Gebiete leistet. Zusammenarbeit ist der Schlüssel. Wir müssen zusammenarbeiten. Dies erfordert Maßnahmen und Partnerschaften auf allen Regierungs- und Verwaltungsebenen, um die Kohäsionspolitik zu modernisieren, zu vereinfachen und zu stärken und maßgeschneiderte Lösungen für die einzigartige Situation jedes Gebiets in Europa anzubieten, wobei die ländlichen Regionen im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen. Ich freue mich jetzt auf die Aussprache und darauf, Ihre Ansichten zu hören.
Neunter Bericht über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt (Aussprache)
Madam President, Members, thank you for this debate. Let me begin by thanking you all for your valuable contributions. I have listened closely to your comments and concerns. Your insights this evening confirm a strong, shared commitment to the future of cohesion policy, one that is modern, responsive and grounded in the real needs of our regions. The status quo is not an option. You spoke about the role of the regions, the role of the cities, less bureaucracy, defending the principles of cohesion, defending the financial dimension, the simplification; these are the most important issues that you raised and I agree with you, but it's important to underline some points. For example, we cannot defend the cohesion policy as it is if we want to give a future to this policy. About defence, for example, you know that – some of you know that and said that –defence now is a new opportunity that the Commission gives with the mid-term review. Well, you know that the current programmes are already financing some projects on defence. The mid-term review gives the possibility on a voluntary basis to use all of the five priorities, or some of the priorities, or, if the Member States can simply decide to not use the mid-term review, solve the problem. There is not an obligatory decision of the European Commission. There is not a transfer of money from cohesion. I want to be clear, it's important to be clear about this point. This is a voluntary basis. And now we have these opportunities because in the current programmes, without a mid-term review, there is the opportunity, the possibility, to use the resources of cohesion for defence. We have some clear examples in this way. It's important to have the right approach between us, because I think that for the mid-term review to be successful, we must act swiftly and a modernised policy framework needs to be in place as soon as possible so that Member States and the regions can choose which investments should be directed towards our new and emerging priorities without delay. At the same time, we must remain attentive to the ongoing challenges that many EU regions continue to face – challenges clearly highlighted in the Cohesion Report. We also have a duty to ensure that every euro we spend delivers maximum impact. Honourable Members, cohesion policy has proven its value time and again. Its core principles – partnership, shared management, multi-level governance, place-based approach – are not just a technical terms, they are what makes this policy work, what brings Europe closer to its citizens. With a renewed vision and determination, we can build on these foundations and shape a cohesion policy fit for the future. I will continue to engage closely with this House, with the Member States, with the regions, with the mayors, and with all authorities in the weeks and months ahead to listen, to learn, to create tailored solutions for every region. This has been and will always remain my approach. Thank you once again for this valuable exchange and for your continued commitment to Europe's regions and citizens. And thank you again, Mr Protas, for this report. I think that this is a very positive basis for our work for the next weeks or the next months. It is not simple, the debate for the future, but I think that it's important to build one position between us. I think that there isn't a different approach. Now we need to have only one voice, not to defend cohesion policy, but to relaunch and modernised cohesion policy. These are our challenges and I count on you about this future and for the next steps that together we will have for these important challenges.
Neunter Bericht über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt (Aussprache)
Mr President, honourable Members, thank you for the opportunity to address you today. First, let me thank the rapporteur, Mr Protas, for preparing this important report. This is particularly timely. I very much welcome the strong alignment with the Commission's perspective. This shared perspective reinforces the fundamental message of the 9th Cohesion Report. Cohesion policy has a positive and significant impact in terms of convergence. It reduces the disparities among EU Member States and regions, it stimulates long-term growth and competitiveness, and it plays a key role in supporting public investment. To continue to achieve our goals, we need to bring the cohesion policy up to date, considering the current situations and challenges that we are facing. If we want a stronger, more resilient and competitive Europe, we must reinforce and relaunch the cohesion policy – both for the present and for the future. As many of you know, the mid-term review of the cohesion programme has been a central focus for me during these past months. The Commission's recent proposals respond directly to many of your concerns. The proposal will bring more flexibility, more incentives and simple rules to allow Member States and the regions to respond to urgent challenges now – not waiting for the next period. In this regard, I would like to stress certain important aspects. First, the new priorities identified are affordable housing, water resilience, energy transition, competitiveness and defence. Second, since compliance with the review is voluntary, it will be up to each Member State to decide whether and how to update its programmes. Third, the cohesion policy funds remain under the shared responsibility of Member States and the regions under shared management. My ambition is clear: to modernise, simplify and strengthen cohesion policy so that it is more targeted and responsive, keeping our regions at the centre, and fully respecting the diversity and specific needs of our territories. This ambition is based on four key pillars. First, a tailor-made solution for the Member States will include the key reforms and investment, focusing on our joint priorities. They will be designed and implemented in close partnership with the national, regional and local authorities. I would like to underline that the principles of partnership, shared management, multilevel governance and the place-based approach will remain core principles of the cohesion policy. Second, we must also make cohesion policy more accessible, with fewer administrative burdens. We will work to reduce complexity and offer a more performance-based delivery mode to increase speed and efficiency, as underlined in your report. I will continue to advocate for a strong territorial dimension. This will ensure the cohesion policy addresses the real challenges faced by regions undergoing structural transitions, as your report rightly identifies. This includes our eastern border regions as well as less developed peripheral, remote and rural areas, islands and outermost regions. Honourable Members, I remain fully committed to the principles this House defends. The cohesion policy core mission has always been to stimulate growth and development across the EU. This mission remains as vital as ever, and this report marks an important step forward in that journey. Let us work together, speaking with one strong and united voice to make this mission a success.
Kontrolle der Finanztätigkeit der Europäischen Investitionsbank – Jahresbericht 2023 (Aussprache)
Mr President, thank you for this very engaging and substantive discussion. It is clear that we all are determined to act together to push the European agenda of competitiveness and security, and deliver on our main priorities. The EIB Group will remain an important player in this. I want to say this now, because we are working, for example, for the mid-term review of the cohesion policy, with the five new priorities. I heard during this discussion some of these points – for example, water, housing, competitiveness. I think this can be an important occasion to reinforce this cooperation in this way. The EIB Group is our natural closest partner, and we are aligned on our strategic priorities. We will continue to rely on the EIB Group to support the implementation of our agenda and adjust our support in view of new and emerging priorities when needed. I look forward to continuing our close cooperation, with the common goal of achieving greater impact inside and outside the Union.
Kontrolle der Finanztätigkeit der Europäischen Investitionsbank – Jahresbericht 2023 (Aussprache)
Mr President, Vice-President of the EIB, dear rapporteur, honourable Members, I would like to thank the European Parliament for the opportunity to present the Commission's views in this regard. This was another year of positive cooperation with our long-standing partner, the European Investment Bank group, which we value very much. It is essential that our institutions keep working together as strategic partners. Today, the EIB group has been provided indispensable financial support to ensure implementation of the EU priorities on the ground. This concerns areas such as energy, electricity distribution, networks, water, social and affordable housing, education and the mobile network, to name just a few. We welcome the eight strategic priorities of the EIB Strategic Roadmap adopted last year. They are well-aligned with EU priorities, including new ones such as defence and security. The projects and the investments carried out by the EIB also contribute to the competitiveness agenda of the current Commission. This agenda critically depends on the ability of highly innovative start-ups. This is especially relevant in areas such as AI, quantum computing and deep tech, biotech and clean tech, or in the defence sector. Given the scale of the investment needed, as mentioned in the Draghi report, we will have to strive to attract institutional investors, such as the insurers and the pension funds to leverage all available resources. The Commission and the EIB group should continue working together to identify all options available. At the same time, we encourage the EIB group to further exploit the risk-taking potential, to foster higher additionally in its interventions and avoid the risk of crowding out other investors. In March, the Commission published the communication on the Savings and Investments Union. I therefore welcome the EIB's recent initiative to address the most challenging needs of strategically important, innovative companies. These initiatives, such as the European Tech Champions Initiative 2.0, aimed to scale-up venture capital investments, facilitate easier exits of the venture funds, thus allowing circularity of investment and better use of available funds. The Commission has strongly connected competitiveness to simplification: one cannot exist without the other. Our strategy on implementation and simplification for the next five years aims at making sure that EU rules are as simple and cost-effective as possible, and that they deliver on the ground to achieve our economic, social, security and environmental goals. We are working closely with the EIB to deliver on our simplification agenda, for example via the Invest EU omnibus regulation. Outside the EU, the role of EIB Global will be crucial in delivering EU policy priorities and enhancing the EU's visibility and development impact. The EIB remains our important partner in ensuring continued support to Ukraine now and in the long-term. In April, the Commission witnessed the signature of four new EIB operations, which will address Ukraine's most pressing recovery needs, supporting municipalities in renewable energy and energy efficiency, water infrastructure and district heating. These projects, backed by the EU budget through the Ukraine Facility, reflect our commitment to Ukraine's long-term resilience and to its people. In this regard and in view of an increasingly difficult geopolitical context, strengthening EU security and defence has been brought to the forefront of our agenda. Rebuilding Europe's defence capabilities requires urgent and significant investment. In March, the Commission presented the ReArm Europe Plan/Readiness 2030 initiative to facilitate a unique surge in defence investment. It aims to unlock up to EUR 800 billion of additional defence expenditures – a game changer for European defence. The EIB has a clear role to play here, particularly in supporting the investments needed to ramp up the defence industry. This also includes targeted support for small and medium enterprises across the supply chain. In this sense, we welcome the recent amendment of the EIB group's exclusion policy to further boost its investment in security and defence, while safeguarding the group's financial capacity. I believe that by working together, focusing investment and maintaining a coherent regulatory framework, we can ensure Europe's continued growth, technological leadership and resilience in the face of an increasingly volatile and competitive global environment. I welcome the EP report, which brings important insights and recommendations. The EIB has been successful in ensuring a balance between being a bank with public commission and maintaining agility to ensure it remains an attractive partner for projects, promoters and to advance our important investment policies, often with private partners. I hope this balance will be further retained.
Verbesserung der Umsetzung der Kohäsionspolitik durch die Halbzeitüberprüfung zur Erreichung einer soliden Kohäsionspolitik nach 2027 (Aussprache)
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, ich danke Ihnen für Ihren wertvollen Beitrag zu dieser wichtigen Diskussion. Ich habe Ihrem Vorschlag genau zugehört und denke, dass es wichtig ist, einige Punkte zu klären. Zuallererst bin ich hier, um den Neustart zu verteidigen, um für die Kohäsionspolitik zu arbeiten. Ich war Präsident einer Region, die die Ressourcen des Zusammenhalts nutzte, ich war Kohäsionsminister und ich war drei Mandate lang Mitglied des REGI-Ausschusses. Ich kenne diese Politik gut und mein Ziel ist es, den Neustart dieser Politik zu verteidigen, nicht andere Ideen und andere Ziele. Heute haben wir der Mitteilung und der Gesetzesänderung zugestimmt. In dieser Mitteilung haben wir viele Antworten auf Ihre Fragen. Zum Beispiel die Rolle der Städte, die einen wichtigen Teil der Agenda für die Städte, die inneren ländlichen Gebiete, die Inseln und die Gebiete in äußerster Randlage mit der Strategie für diese wichtigen Fragen haben. Die östlichen Grenzregionen, sagte ich, und das ist unserer Meinung nach eine wichtige Priorität mit einem neuen Ansatz. Wir haben keinen Schnitt gemacht. Ich möchte das klarstellen, weil ich mir das angehört habe. Jede Kürzung oder Übertragung von Mitteln in anderen Teilen – das gibt es nicht. Es ist wichtig, diesen Punkt zu klären, sondern eine Analyse der neuen EU-Prioritäten, die genutzt werden könnten. Es ist eine freiwillige Entscheidung. Ich möchte diesen Punkt unterstreichen. Dies ist eine freiwillige Entscheidung, keine Entscheidung der Europäischen Kommission. Dies ist eine freiwillige Entscheidung der Mitgliedstaaten, die den besonderen Bedürfnissen der Gebiete Rechnung tragen. Aus diesem Grund habe ich den Vorsitzenden des REGI-Ausschusses gebeten, nächste Woche einen Meinungsaustausch zu führen, um diesen Vorschlag umgehend zu erörtern. Dann wird es einige Mitgliedstaaten geben, die sie für die Verteidigung und die anderen Mitgliedstaaten, die sie für den Wohnungsbau, für Wasser, für die Energiewende, für die Wettbewerbsfähigkeit nutzen werden, umsonst. Ohne Veränderung ist es möglich – weil es eine freiwillige Entscheidung ist. Dies ist unsere Position, und ich denke, dass es wichtig ist, einen richtigen Ansatz zu haben, denn warum sollte es nicht möglich sein, die Möglichkeit zu geben, einen gewissen Fonds für die Verteidigung genau wie die anderen Prioritäten zu verwenden, die wir in diesem Vorschlag gesagt haben. Die Kohäsionspolitik ist – und bleibt – ein grundlegender Bestandteil des derzeitigen und des nächsten MFR, in dem zentrale Grundsätze der Kohäsionspolitik wie die geteilte Mittelverwaltung, die Multi-Level-Governance, das Partnerschaftsprinzip und ein ortsbezogener Ansatz beibehalten werden müssen. Aber wir müssen diese Politik modernisieren und neu beleben. Neugestaltung und Verankerung der neuen Prioritäten in der Kohäsionspolitik. Ich höre oft von einigen Mitgliedstaaten und Regionen, die ich besuche, dass die Kohäsionsfinanzierung eine – manchmal die einzige – Möglichkeit für die Bürgerinnen und Bürger ist, sich mit Europa zu verbinden. Und ich stimme dem zu. Dies ist eine Gelegenheit, diese Verbindung zu verstärken. Ich werde meinen Dialog mit den Vertretern der Mitgliedstaaten in ganz Europa, allen Interessenträgern auf allen Ebenen sowie mit diesem Parlament und dem Europäischen Ausschuss der Regionen fortsetzen. Ich werde während des gesamten Prozesses weiterhin mit Ihnen zusammenarbeiten, während wir den nächsten MFR vorbereiten. Darüber hinaus besteht meine Verpflichtung darin, die Politik in enger Partnerschaft mit den nationalen, regionalen und lokalen Behörden zu konzipieren und umzusetzen, da die Regionen weiterhin im Mittelpunkt stehen und in diesen Prozess einbezogen werden sollen. Um diese Zukunft wirksam zu gestalten, müssen wir zusammenarbeiten und eine einzige Stimme aufbauen, nicht um die Kohäsionspolitik zu verteidigen, sondern um die Kohäsionspolitik neu zu beleben und zu modernisieren. Das ist unsere Herausforderung und ich zähle auf Sie.
Verbesserung der Umsetzung der Kohäsionspolitik durch die Halbzeitüberprüfung zur Erreichung einer soliden Kohäsionspolitik nach 2027 (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Minister, verehrte Abgeordnete, ich danke Ihnen für die Gelegenheit, heute zu Ihnen zu sprechen. Diese Debatte ist sehr zeitgemäß. Wie Sie wissen, hat das Kollegium heute die neue Initiative der Kommission zur Modernisierung der Kohäsionspolitik gebilligt. Diese Modernisierung ist von entscheidender Bedeutung. Die aktuellen Programme wurden 2019 bis 2021 erörtert, und die Partnerschaftsvereinbarung wurde 2022 unterzeichnet – und sie beginnen erst jetzt. Die Welt hat sich seitdem jedoch in bedeutender Weise verändert. Wir schlagen vor, dass die Mitgliedstaaten und Regionen diese Gelegenheit nutzen, um die Kohäsionspolitik besser an die sich entwickelnden strategischen Prioritäten der EU anzupassen: Förderung der Wettbewerbsfähigkeit, Stärkung der Resilienz und Aufbau der Fähigkeit Europas, auf künftige Herausforderungen zu reagieren. Um die Mitgliedstaaten bei der Verwendung der Mittel zur Förderung dieser Prioritäten zu unterstützen, schlug der Hof vor, maßgeschneiderte Änderungen an den Verordnungen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, des Kohäsionsfonds und des Fonds für einen gerechten Übergang vorzunehmen. Wir führen Anreize und Flexibilitäten ein, die fünf Prioritäten – Wettbewerbsfähigkeit, Verteidigung, erschwinglicher Wohnraum, Wasserresilienz sowie Energieverbund- und Ladeinfrastruktur – unterstützen und gleichzeitig die Umsetzung durch Vereinfachung beschleunigen. Durch diese Änderungen wird der Vorschlag für die Halbzeitüberprüfung zu einer reaktionsschnelleren Kohäsionspolitik führen, die auf die heutigen Gegebenheiten abgestimmt ist und aktuelle und künftige Herausforderungen besser bewältigen kann. Ziel ist es, wesentliche Investitionen in Bereichen zu erleichtern, die für den künftigen Wohlstand der EU von entscheidender Bedeutung sind. Diese fünf Prioritäten werden von einer erhöhten Vorfinanzierung und Kofinanzierung profitieren. Die nationalen, regionalen und lokalen Behörden werden in der Lage sein, im Rahmen ihrer derzeitigen Programme Mittel für diese neuen Prioritäten bereitzustellen. Das ist völlig freiwillig. Der Vorschlag sieht auch Anreize für die östlichen Grenzregionen vor, die nicht nur mit besonderen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Sicherheit, sondern auch mit der Wiederbelebung ihrer Wirtschaft konfrontiert sind. Wie Sie wissen, ist dies ein Thema, zu dem ich mich nach meinem Besuch in einer Grenzregion bereits gut mit Ihnen ausgetauscht habe. Sehr geehrte Mitglieder, unser heutiger Vorschlag ist eine wichtige Initiative, um eine bessere Nutzung der derzeitigen Programme zu erreichen, aber auch um die richtigen Bedingungen dafür zu schaffen, wann die Beratungen über den nächsten MFR ordnungsgemäß beginnen werden. In meinen Treffen mit den nationalen und regionalen Interessenträgern habe ich betont, wie wichtig es ist, die Kohäsionspolitik neu zu beleben, und wie dringend es ist, unsere Ressourcen an unseren strategischen Prioritäten auszurichten. Ich habe dies auch mit vielen von Ihnen in bilateralen Treffen oder in verschiedenen Ausschusssitzungen hier im Europäischen Parlament besprochen. Mit der Halbzeitüberprüfung haben wir die einmalige Gelegenheit, diese wichtige Politik zu modernisieren und die Investitionen an die veränderten Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Ich zähle auf Ihre Unterstützung als Mitgesetzgeber, um diesem Vorschlag Ihre dringende Erwägung zum Nutzen unserer Regionen und Bürgerinnen und Bürger zukommen zu lassen. Ihr Input, Ihre Beratung und Ihre Erfahrung sind entscheidend. Ich freue mich auf Ihre Meinung.
Notwendigkeit einer gezielten Unterstützung der an Russland, Belarus und die Ukraine angrenzenden EU-Regionen (Aussprache)
Frau Präsidentin, verehrte Abgeordnete, ich teile voll und ganz Ihre Forderungen nach Maßnahmen und Ihr Engagement für die Unterstützung der EU-Regionen an der Grenze zu Russland, Belarus und der Ukraine. Vielen Dank für Ihren Einblick in die Situation in diesen Regionen und für Ihre Überlegungen, wie wir sie weiter unterstützen können. Seit Jahren ist die Kohäsionspolitik ein Eckpfeiler des europäischen Projekts, das die wirtschaftliche Entwicklung vorantreibt, Ungleichheiten abbaut und Konvergenz fördert. Diese langfristige Politik muss weiterhin einen greifbaren Nutzen für alle europäischen Regionen erbringen und spezifische Lösungen für die östlichen Grenzregionen sowie die an die Ukraine angrenzenden Regionen anstreben, die vor unterschiedlichen Herausforderungen stehen. Aber die Anpassung an die neue Normalität reicht nicht aus. Wirtschaftliche Entwicklung und Sicherheit müssen Hand in Hand gehen. Wir müssen diese Gelegenheit nutzen, um die Bemühungen zur Lösung bestehender struktureller Probleme zu beschleunigen, und wir müssen sicherstellen, dass die Menschen in unseren östlichen Grenzregionen eine echte Wahl haben, um zu bleiben und ihre Zukunft aufzubauen. Um dies zu erreichen, brauchen wir gezielte, lokalisierte und maßgeschneiderte Lösungen, die sowohl dem Wohlstand als auch den Sicherheitsinteressen der EU dienen. Ich bin bereit, in dieser entscheidenden Frage weiterhin eng mit dem Europäischen Parlament zusammenzuarbeiten. Gemeinsam können wir sicherstellen, dass unsere östlichen Grenzregionen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, und dass sie stärker, widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger werden.
Notwendigkeit einer gezielten Unterstützung der an Russland, Belarus und die Ukraine angrenzenden EU-Regionen (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Szłapka, verehrte Abgeordnete, im Namen der Kommission möchte ich dem Europäischen Parlament dafür danken, dass es diese wichtige Debatte über die Notwendigkeit einer gezielten Unterstützung der EU-Regionen an der Grenze zu Russland, Belarus und der Ukraine vorgeschlagen hat. Es ist eine Gelegenheit, unser Engagement für die Regionen zu bekräftigen, die am stärksten vom ungerechtfertigten Krieg Russlands gegen die Ukraine betroffen sind. Aber diese Diskussion geht über die Solidarität hinaus; Es geht darum, die Stabilität, Sicherheit und langfristige wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit Europas zu verteidigen. Dies sind die Grundpfeiler des Mandats dieser Kommission. Die Kohäsionspolitik spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Wettbewerbsfähigkeitsagenda der EU. Dies geschieht durch Investitionen in Forschung, Innovation, kleine und mittlere Unternehmen, Industriepolitik und lebenswichtige Energie- und digitale Infrastruktur. Die Kohäsionspolitik hat auch die Regionen an unserer Ostgrenze unterstützt, die sich an vorderster Front neuer geopolitischer Realitäten befinden. So stehen beispielsweise die an die Ukraine angrenzenden Regionen, die eine große Zahl von Vertriebenen aufnehmen, vor einzigartigen Herausforderungen. Als Reaktion darauf hat die Kommission in enger Zusammenarbeit mit dem Parlament die CARE-Initiative im Rahmen der Kohäsionspolitik ins Leben gerufen, die eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung dringender Hilfe spielte. Diese Regionen haben außerordentliche Widerstandsfähigkeit und Solidarität gezeigt und eine starke grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Ukraine gefördert, die weiterhin gedeiht. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, sie zu unterstützen und sicherzustellen, dass sie diese Zusammenarbeit aufrechterhalten und vertiefen können. Russlands brutaler Angriffskrieg hat die östlichen Grenzregionen Finnlands, der baltischen Staaten und Polens in eine besonders schwierige Lage gebracht. Die EU hat rasch gehandelt, um sie zu unterstützen. Allerdings bestehen nach wie vor erhebliche Herausforderungen; Schon vor dem Krieg erlebten viele dieser Regionen eine Entvölkerung. Jetzt stehen sie vor neuen zusätzlichen Schwierigkeiten. Grenzen, die einst den Handel und die Schaffung von Arbeitsplätzen erleichterten, sind jetzt geschlossen. Gleichzeitig beschäftigen sich diese Regionen mit der Instrumentalisierung von Migration, wirtschaftlichen Abschwüngen und den umfassenderen Auswirkungen von Sanktionen. Zu Beginn des Mandats dieser Kommission hat mich Präsidentin von der Leyen beauftragt, dafür zu sorgen, dass diese Regionen die strategische Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Jetzt ist es an der Zeit, weitere konkrete Lösungen zu finden. Deshalb war es in meinen ersten Wochen im Amt eine meiner Prioritäten, eine dieser Grenzregionen zu besuchen. Ich bin zu einer Grenzübergangsstelle in Finnland gereist, die sich eine 1340 km lange Grenze mit Russland teilt. In der Nähe von Lappeenranta sah ich aus erster Hand, wie eine florierende Region, die auf Handel und Tourismus aufgebaut ist, jetzt ernsthafte wirtschaftliche Folgen hat. Ähnliche Bedenken wurden bei meinem jüngsten Besuch in Polen wiederholt, und ich beabsichtige, diese Besuche in anderen östlichen Grenzregionen, einschließlich Estland, Lettland und Litauen, in den kommenden Wochen fortzusetzen. Ich sage dies, weil es nur durch diese direkte Erfahrung möglich ist, die Schwierigkeiten und Herausforderungen, mit denen diese Regionen konfrontiert sind, wirklich zu verstehen und maßgeschneiderte Lösungen zu finden, um diese Probleme anzugehen. Die bevorstehende Halbzeitüberprüfung bietet den Mitgliedstaaten eine wertvolle Gelegenheit, den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts Vorrang einzuräumen und die Sicherheit und den Wohlstand dieser Regionen zu stärken. Aber wir werden auch eine breitere Debatte anstoßen müssen. Ein stärkeres Europa erfordert stärkere Regionen, und wir können die Wettbewerbsfähigkeit der EU insgesamt nur steigern, wenn alle unsere Regionen gedeihen. Die direkte Zusammenarbeit mit der gesamten Region ist unerlässlich, um deren Bedürfnisse zu verstehen und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Lassen Sie mich klarstellen: Die Grenzen dieser Regionen sind nicht ihre Grenzen. Das sind unsere Grenzen, die Grenzen Europas. Wahrer Wohlstand entsteht gemeinsam. Ich freue mich auf Ihre Perspektiven.
Die Lage in Mayotte nach dem verheerenden Zyklon Chido und die Notwendigkeit von Solidarität (Aussprache)
Herr Präsident, verehrte Abgeordnete, ich teile voll und ganz Ihre Besorgnis und Ihr Engagement, Mayotte und seine Bevölkerung zu unterstützen. vielen Dank für Ihre Erkenntnisse über die tragische Situation vor Ort und für Ihren Vorschlag, wie wir dagegen vorgehen können. Sie können sich darauf verlassen, dass die Kommission alle verfügbaren EU-Instrumente und -Mittel zur Unterstützung von Mayotte mobilisiert. Was die Soforthilfe betrifft, so wird das EU-Katastrophenschutzverfahren auf Ersuchen der nationalen Behörden aktiviert. Obwohl wir keine einseitigen Katastrophenschutzmaßnahmen einleiten können, sind wir bereit, bei Bedarf in voller Unterstützung Frankreichs zu handeln. Darüber hinaus sind wir uneingeschränkt bereit, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um mittelfristig Hilfe zu leisten, von der Unterstützung des Wiederaufbaus durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und den EU-Solidaritätsfonds über die Unterstützung der Landwirte durch alle unsere Agrarfonds bis hin zur Unterstützung der Grundversorgung durch den Europäischen Sozialfonds. Schließlich sind wir bereit, einen Beitrag zu den Bemühungen zur Verbesserung des Katastrophenrisikomanagements und zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit Mayottes gegen künftige Großkatastrophen zu leisten. Ich zähle auf Ihre Zusammenarbeit und fortgesetzte Unterstützung in den kommenden Wochen und Monaten, während wir zusammenarbeiten, um eine stärkere und widerstandsfähigere Mayotte wieder aufzubauen, in einer klaren und greifbaren Demonstration unserer Solidarität – einem zentralen Wert, auf dem unsere Union aufbaut.
Die Lage in Mayotte nach dem verheerenden Zyklon Chido und die Notwendigkeit von Solidarität (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, im Namen der Kommission möchte ich unsere Solidarität mit dem Volk von Mayotte zum Ausdruck bringen, das mit den verheerenden Folgen des Wirbelsturms Chido konfrontiert ist. An diesem Wochenende entfesselte der Zyklon Zerstörung in einem undenkbaren Ausmaß: Die erdbrechenden Gesetze des Lebens, zerstörte Häuser, unzählige Obdachlose, zerstörte Ernten und zerstörte Lebensgrundlagen, ein geschlossener Flughafen und kein Strom. Unsere Gedanken und unser tiefstes Mitgefühl gelten den Familien der Opfer und allen, die von dieser Katastrophe betroffen sind. Es ist zehn Jahre her, dass Mayotte zu einem Gebiet in äußerster Randlage der EU wurde – ein Jahrzehnt, das von enger Zusammenarbeit und Unterstützung geprägt war. Aber diese Tragödie ist eine harte Erinnerung an die Herausforderungen, vor denen diese Region steht, die ärmsten und entlegensten unserer Union. Erst vor einem Jahr stand Mayotte vor einer großen Wasserkrise, und jetzt steht es vor einem weiteren schweren Schlag. Europa steht Mayotte in diesem schmerzhaften Moment fest zur Seite. In diesen schwierigen Zeiten ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir als Union zusammenkommen, um unsere europäischen Mitbürger in Mayotte zu unterstützen und ihnen beim Wiederaufbau ihrer Häuser, ihres Lebens und ihrer Zukunft zu helfen. Sie können sich darauf verlassen, dass die Kommission dies uneingeschränkt unterstützt. In konkreten Solidaritätsbekundungen sind wir bereit, alle verfügbaren Instrumente und Mittel zu mobilisieren, um die von Frankreich ergriffenen Maßnahmen zu ergänzen. Erstens können wir Mayotte Soforthilfe und mittelfristige Unterstützung anbieten. Unser Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen hat die Situation von Anfang an genau beobachtet. Der Copernicus-Notfallmanagementdienst wurde in einem schnellen Kartierungsmodus aktiviert, wobei Satellitenbilder verwendet wurden, um den Schaden zu verfolgen und die Reaktionsbemühungen zu informieren. Im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens können wir Sachspenden koordinieren und Katastrophenschutzexperten und -ausrüstung aus den EU-Mitgliedstaaten und Partnerländern entsenden. Dieser Mechanismus wird auf Ersuchen der betroffenen nationalen Behörden aktiviert. Wir sind bereit zu helfen, sollte Frankreich Unterstützung über das Gemeinsame Kommunikations- und Informationssystem für Notfälle suchen. Mittelfristig kann Frankreich Unterstützung aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union beantragen, wenn der Schaden 1 % des BIP von Mayotte übersteigt. Wir empfehlen Frankreich, den Schaden zu schätzen und innerhalb der 12-Wochen-Frist einen Antrag zu stellen. Dieser Fonds ist zwar nicht für Soforthilfemaßnahmen vorgesehen, und seine Inanspruchnahme bedarf der Zustimmung des Europäischen Parlaments und des Rates, kann jedoch einen Teil der öffentlichen Not- und Wiederaufbaumaßnahmen abdecken. Zweitens können wir dazu beitragen, Investitionen zu ermitteln, die mittel- bis langfristig sowohl im Rahmen der Landwirtschaft als auch der Kohäsionspolitik finanziert werden können. Die Kommission ist bereit, diese Mittel neu zu programmieren, um die Folgen des Wirbelsturms so schnell wie möglich anzugehen. So kann beispielsweise das POSEI-Programm für Gebiete in äußerster Randlage angepasst werden, um den Auswirkungen des Wirbelsturms Rechnung zu tragen. Darüber hinaus sehen die Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums und die strategischen Pläne der Gemeinsamen Agrarpolitik auch Maßnahmen zur Wiederherstellung des durch Naturkatastrophen geschädigten landwirtschaftlichen Produktionspotenzials vor. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, erst heute Nachmittag hat dieses Haus eine Einigung über den Vorschlag der Kommission zu RESTORE erzielt. Wie ich gestern auf dieser Plenartagung gesagt habe, unterstreichen die Ereignisse in Mayotte die dringende Notwendigkeit dieses Instruments. Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung und die fortgesetzte Zusammenarbeit bei diesem Vorschlag. RESTORE wird es Frankreich ermöglichen, bis zu 10 % seiner EFRE- und ESF+-Zuweisungen für den Zeitraum 2021-2027 für Notfallmaßnahmen zu verwenden. Dies wird zu mehr Flexibilität, höheren Vorfinanzierungen und höheren Kofinanzierungssätzen führen und eine schnellere Neuzuweisung von EFRE- und ESF+-Mitteln für Wiederaufbau- und Aufbaumaßnahmen ermöglichen. Aber unsere Aktion hört hier nicht auf. Drittens sind wir bereit, die Bemühungen zur Stärkung des Katastrophenrisikomanagements und zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit Mayottes gegen künftige Großkatastrophen zu unterstützen. Wir haben keine andere Wahl, als auf den sofortigen Notfall zu reagieren, und deshalb sind wir hier. Aber das wird mich nie von den langfristigen Zielen der Kohäsionspolitik ablenken. Es handelt sich um eine Strukturpolitik, und die Struktur umfasst den Begriff der Vorsorge, der Prävention. Die Europäische Investitionsbank schätzt, dass jeder Euro, den wir nicht in Prävention und Resilienz investieren, dazu führen wird, dass etwa 6 EUR benötigt werden, um den Schaden zu beheben. Diesmal müssen wir sicherstellen, dass wir besser wieder aufbauen. Herr Abgeordneter, Mayotte und Frankreich stehen mit dieser Tragödie nicht allein; Die Europäische Kommission ist hier, um zu helfen. Wir ermutigen Frankreich, die notwendige Unterstützung zu erbitten, und wir sind entschlossen, diese Instrumente und Mittel so schnell und effektiv wie möglich einzusetzen, um Mayotte und seinen Menschen zu helfen.
Desinformation und Geschichtsfälschung seitens Russlands zur Rechtfertigung des Angriffskrieges gegen die Ukraine (Aussprache)
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Sehr geehrte Mitglieder, vielen Dank für diese Aussprache. Der Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums stufte Desinformation als das zweitgrößte Risiko ein, dem die Welt in diesem Jahr ausgesetzt wäre. Desinformationsbedrohungen stellen eine echte Gefahr für die Demokratie dar. Um orchestrierten und programmierten Desinformationskampagnen entgegenzuwirken, müssen wir aus allen Gründen handeln. Wir müssen bereit sein, Desinformation anzuerkennen. Wir brauchen kritisches Denken und Medienkompetenz. Wir müssen die Arbeit von Journalisten, Faktenprüforganisationen und Schnellwarnsystemen unterstützen, und wir können nicht den Fuß vom Pedal nehmen. In Zukunft, auch mit einem neuen europäischen Demokratieschild zur Bewältigung der schwerwiegendsten Risiken für die Demokratie in der EU, besteht ein klares Bekenntnis zum Schutz der Demokratie im eigenen Land. Wir müssen dieses Engagement wiederholen, um auch unseren Nachbarn zu helfen, denn wie wir in den Lügen sehen, die Putins Regime verbreitet, um einen Krieg in der Ukraine zu rechtfertigen, ist der Kampf gegen ausländische Einmischung und Informationsmanipulation eine Frage der Sicherheit. Und wir als politische Entscheidungsträger haben gegenüber unseren Bürgern die Verantwortung, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um unsere Demokratien zu schützen.
Das Recht auf sauberes Trinkwasser in der EU (Aussprache)
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren Abgeordneten, diese Aussprache heute zeigt die Bedeutung dieses Themas, aber auch die Herausforderungen, vor denen die EU heute steht. Es ist klar, dass wir unsere Bemühungen fortsetzen müssen, den Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle EU-Bürger aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, hängen mit Wasserknappheit, dem Schutz unserer natürlichen Wasserressourcen und der Notwendigkeit zusammen, Schadstoffe in der Umwelt zu bekämpfen. Nur ein Ansatz, der die gesamte Wasserversorgungskette abdeckt, wird dauerhafte Lösungen bieten. Mit der Neufassung der Trinkwasserrichtlinie verfügen wir über einen soliden Rechtsrahmen, aber wir müssen gemeinsam die Umsetzung verbessern. Ich nehme die Rolle der Kommission als Hüterin der Verträge sehr ernst. Die Trinkwasserrichtlinie bildet da keine Ausnahme. Ich kann Ihnen versichern, dass wir uns für die vollständige und wirksame Umsetzung dieser Richtlinie einsetzen. Ich werde die Kommission auch bei Bedarf unterstützen. In Bezug auf das PFAS hat die Kommission eine Studie in Auftrag gegeben, um die technische und wirtschaftliche Machbarkeit von Behandlungstechniken zur Entfernung von PFAS aus dem Trinkwasser zu bewerten. Erste Ergebnisse zu gesundheitsbasierten Werten werden für 2026 erwartet. Die Kommission wird prüfen, welche Schritte unternommen werden müssen, um die menschliche Gesundheit durch die Trinkwasserrichtlinie weiter zu schützen. Wir werden auch sicherstellen, dass diese Themen in der Wasserresilienzstrategie angemessen behandelt werden. Ich bin dankbar für Ihre anhaltende Unterstützung und Zusammenarbeit bei diesen wichtigen Dossiers und freue mich auf die Zusammenarbeit bei den nächsten Schritten.
Das Recht auf sauberes Trinkwasser in der EU (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, Wasser ist die Grundlage des Lebens, weltweit nass, mehr als 2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In der EU sieht die Situation zum Glück ganz anders aus: Rund 96 % unserer Bevölkerung können sich auf sauberes Trinkwasser verlassen. Dieser hohe Prozentsatz ist auf den gemeinsamen Erfolg der seit fast 40 Jahren bestehenden EU-Trinkwasserpolitik zurückzuführen. Aber es gibt keinen Grund zum Feiern, denn diese Statistik impliziert auch, dass rund 20 Millionen EU-Bürger immer noch keinen direkten Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Das ist nicht akzeptabel. Um dieser Situation zu begegnen, hat die Europäische Union bereits im Dezember 2020 die neu gefasste Trinkwasserrichtlinie angenommen. Die Neufassung war eine direkte Reaktion auf die Europäische Bürgerinitiative „Right2Water“ und trägt zum Ziel 6 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung bei: "Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen". Die Mitgliedstaaten mussten diese Richtlinie bis Januar 2023 in nationales Recht umsetzen. Viele haben sich verzögert, manche sogar bis heute. Inzwischen hat die Kommission mit der Bewertung der Umsetzungen begonnen. Das erste Ziel der Neufassung bestand darin, die menschliche Gesundheit besser zu schützen. Dies geschah auf drei Arten: erstens durch die Aktualisierung der Qualitätsstandards, um den jüngsten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, auch zu PFAS, endokrinen Disruptoren und Mikroplastik, zu entsprechen oder sogar darüber hinauszugehen; zweitens durch einen Supply-Chain-Ansatz zur Bewältigung der Risiken für die Wasserqualität und durch eine stärkere Konzentration auf die Verschmutzung an der Quelle; drittens durch die Annahme neuer Hygienestandards für Kontaktmaterialien, um zu verhindern, dass schädliche Stoffe in das Trinkwasser gelangen. Neben der Qualität des Trinkwassers zielt die Richtlinie auch darauf ab, den Zugang zu sauberem Wasser zu gewährleisten, insbesondere für schutzbedürftige und marginalisierte Gruppen. Die Bereitstellung von Trinkwasser im öffentlichen Raum ist ein wichtiger Teil der Lösung. Gleichzeitig müssen die Mitgliedstaaten auch die Wasserleckage verringern. Im Durchschnitt gehen jedes Jahr 23 % des aufbereiteten Wassers durch Leckagen in den Verteilungsnetzen verloren. In einigen Ländern liegt dieser Wert bei bis zu 50 %. Das bedeutet, dass wir als Union noch viel mehr zu tun haben. Ich fordere daher alle Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, so bald wie möglich an der Umsetzung der Bestimmungen der Trinkwasserrichtlinie zu arbeiten. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, das Wasser steht unter starkem Stress. Die Kombination des Klimawandels, insbesondere das erhöhte Risiko anhaltender Dürren und der Versalzung von Süßwasser aufgrund des Anstiegs des Meeresspiegels, zusammen mit der Verschmutzung und dem Verlust gesunder Ökosysteme und grüner Infrastruktur, bedeutet, dass Wasserstress in vielen Regionen der EU Realität werden wird. In einigen Regionen ist dies bereits der Fall. Ich begrüße daher die anhaltende Führungsrolle des Parlaments in wasserbezogenen Fragen. Insbesondere begrüße ich Ihren bevorstehenden Initiativbericht zur Wasserresilienz. Die Kommission hat die Wasserresilienz als eine ihrer wichtigsten Prioritäten klar definiert. In der anstehenden Wasserresilienzstrategie werden wir uns mit allen Aspekten der Wassersicherheit befassen, von der Quelle bis zum Meer, aber insbesondere mit dem, was dazwischen passiert. Je länger wir Wasser in unseren Grundwasserleitern und in unseren Ökosystemen halten, desto mehr können wir davon profitieren. Zusammen mit einer wirksamen Umsetzung der neu gefassten Trinkwasserrichtlinie und der Unterstützung von Finanzierungsinstrumenten wie dem Kohäsionsfonds und den Tätigkeiten der Europäischen Investitionsbank vertraue ich darauf, dass unsere anstehende Strategie zur Stärkung der Wasserresilienz und die damit verbundenen Initiativen den Zugang unserer Bürgerinnen und Bürger zu sauberem Trinkwasser weiter verbessern werden. Ich freue mich jetzt auf Ihre Fragen.