20
Mai
2026
Ansehen
Aktuelle Vorschläge zur Bekämpfung der Armut in der EU (Aussprache)
Frau Präsidentin, Frau Exekutiv-Vizepräsidentin, heute möchte ich mit Ihnen über António sprechen. Der Name ist fiktiv, aber ich versichere Ihnen, dass die Person echt ist. Vor ein paar Jahren, als ich Bürgermeister war, kam Antonio verzweifelt auf mich zu: Allein, zwei Kinder erziehend, eines von ihnen mit einer tiefen Behinderung, das andere noch ein Kind. António wusste nicht, ob er in der Lage sein würde, seinen Job zu behalten, weil er sich wegen des Fehlens eines Pflegenetzwerks um seinen Sohn kümmern musste. Was würde dann mit ihm passieren? Was würde mit Ihren Kindern passieren? In ganz Europa leben Millionen von Menschen mit Behinderungen und ihre Familien in Not oder in der Nähe von Armut und Ausgrenzung. Die europäische Strategie zur Armutsbekämpfung ist ein guter erster Schritt, aber es wird wenig nützen, wenn der Vorschlag zur Kürzung des Europäischen Sozialfonds vorangetrieben wird. Die Millionen Antonios in ganz Europa brauchen keine Worte, sondern konkrete Aktionen. Die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen, wie alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut, ist keine Option, sondern eine Verpflichtung.