12
Mär
2026
Ansehen
Sicherheit des Eisenbahnverkehrs in der EU – Lehren aus dem Unglück von Adamuz und drei Jahre nach der Tragödie von Tempi (Aussprache)
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, Herr Kommissar, heute diskutieren wir über die Sicherheit des Schienenverkehrs in Europa und die Lehren aus den tragischen Unfällen. Für uns Griechen hat dieses Thema nur einen Namen: Es ist Tempi. Es wurde schon oft gehört: Vor drei Jahren starben 57 Menschen, meist junge Menschen, bei einem Unfall, der niemals hätte passieren dürfen. Zwei Züge auf der gleichen Strecke für Kilometer, ohne die grundlegenden Sicherheitssysteme zu betreiben. Das ist keine "schlechte Zeit": Es ist das Ergebnis von Verzögerungen der Regierung, aufgegebenen Projekten, einem Staat, der es dem Eisenbahnnetz ermöglichte, zu Bedingungen einer anderen Ära zu arbeiten. Drei Jahre später, in Griechenland, fordern die Bürger immer noch das Offensichtliche: Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht. Wenn so viele Leben verloren gehen, kann man sich nicht hinter Prozeduren, Verzögerungen und Kommunikationsmanagement verstecken. Die Tempi-Tragödie, meine Damen und Herren, war also nicht nur ein menschliches Versagen. Es war ein eklatantes Versagen des Staates, seine Bürger zu schützen. Darin liegt die europäische Dimension. Die Europäische Union kann sich in puncto Sicherheit nicht generell zufrieden geben. Es muss sicherstellen, dass die Mitgliedstaaten die Kontrollsysteme, die Signalgebung, die Telekommunikation und das, was eine solche Tragödie verhindert, tatsächlich umsetzen – es ist auch ein griechisches Wort. Sicherheit kann und sollte nicht nur ein technisches Problem sein. Es ist auch eine Frage der politischen Verantwortung. Die Botschaft von Tempi muss klar sein. Keine Vertuschung, keine Verzögerung, kein anderes verlorenes Leben. Das sind wir den Verlorenen schuldig. Ich wiederhole: Wir schulden es den Menschen, die verloren sind, und denen, die die Eisenbahn benutzen.