18
Jun
2026
Ansehen
Förderung des Rechts des Kindes auf Spiel anlässlich des Weltspieltags (Aussprache)
Herr Präsident, ich danke dem Kommissar, dass er hier ist. Ich beginne mit einem kurzen Gedicht: Wir sind vieler Fehler und Fehler schuldig, aber unser schlimmstes Verbrechen ist es, die Kinder zu verlassen und die Quelle des Lebens zu vernachlässigen. Viele Dinge, die wir brauchen, können warten. Das Kind kann es nicht. Gerade jetzt ist die Zeit, in der seine Knochen gebildet werden, sein Blut gebildet wird, seine Sinne entwickelt werden. Auf ihn können wir nicht "morgen" antworten. Sein Name ist "heute". Der Internationale Tag des Spiels mag wie eine der sanfteren Debatten in diesem Plenum klingen, ist es aber nicht. Es ist eine Debatte über Kinderrechte. Es ist eine Debatte über Gleichberechtigung. Es ist eine Debatte über Resilienz. Wenn wir Politiker über Kinder sprechen, sprechen wir oft über Schutz: Schutz vor Armut, Schutz vor Gewalt, Schutz vor schädlichen Online-Inhalten. Wir sprechen auch über ihre bildungsrechte, aber nicht oft denken wir, dass spiel teil der entwicklung des geistes eines kindes ist. Spielen ist kein Luxus. Es ist keine Belohnung, die nach einem harten Schultag gewährt werden sollte. Es ist etwas, das in der DNA eines Menschen wesentlich ist. Indem wir spielen, testen wir Menschen unsere Grenzen, entwickeln Sprache, Bewegung, Vorstellungskraft und Selbstvertrauen. So lernen wir zu kooperieren, zu widersprechen, es erneut zu versuchen, zu verlieren, zu gewinnen, zu erfinden und zu vertrauen. Aber in Europa wie auch auf diesem Planeten ist das Recht auf Spiel nicht für jedes Kind gleich. Es braucht ein Dorf, um ein Kind aufzuziehen, und es braucht die EU, um sicherzustellen, dass dieses Recht in ganz Europa respektiert wird. Die öffentliche Politik entscheidet, ob Kinder über sicherere Straßen, Grünflächen, inklusive Spielplätze, zugängliche Schulen, frühkindliche Bildung, erschwingliche kulturelle Aktivitäten und ein digitales Umfeld verfügen, das ihr Alter respektiert. Die Europäische Garantie für Kinder, die EU-Kinderrechtsstrategie, das Gesetz über digitale Dienste, die Kohäsionspolitik, die Bildungspolitik und der nächste europäische Haushalt – all dies prägt jeden Tag die europäischen Kinder. Das Europäische Parlament sollte sich verpflichten, jedes Jahr den Internationalen Tag des Spiels zu veranstalten. Wir sollten auch - und ich bitte die Kommission - um eine umfassende Studie über den Stand des Kinderspiels in der Europäischen Union bitten. Wer hat Zugang? Wer ist ausgeschlossen? Und welchen Barrieren stehen Kinder im Alltag gegenüber? Drittens fordere ich die Kommission auf, das Recht auf Spiel in der EU-Kinderrechtspolitik, bei der Umsetzung der Garantie für Kinder, in der Digitalpolitik, in der Bildung, bei der Finanzierung städtischer Regionen und im nächsten MFR sichtbar zu machen. Denn was in der Politik nicht sichtbar ist, ist in den Haushalten allzu oft unsichtbar.