Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
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Lukas Sieper | Deutschland DE | Renew Europe (Renew) | 494 |
| 2 |
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Juan Fernando López Aguilar | Spanien ES | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 463 |
| 3 |
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Sebastian Tynkkynen | Finnland FI | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 460 |
| 4 |
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João Oliveira | Portugal PT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 290 |
| 5 |
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Vytenis Povilas Andriukaitis | Litauen LT | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 276 |
Alle Reden (79)
Bessere Rechtsetzung: Mit vereinten Kräften für bessere Rechtsvorschriften (Aussprache)
Datum:
07.07.2022 11:41
| Sprache: EN
Reden
Herr Präsident, Herr Vizepräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, eine bessere Rechtsetzung ist eine gute Idee. Wir alle teilen diese Ansicht. Das erfordert Mut, Überlegungen, Transparenz und Rechenschaftspflicht. Diese Ziele einer besseren Rechtsetzung werden durch die Einbeziehung des Ausschusses für Regulierungskontrolle untergraben. Dieser Ausschuss kann Legislativvorschläge intern einstellen, bis das Kollegium der Kommissionsmitglieder überstimmt werden muss. Sie hat in den letzten Jahren ein Veto gegen mehr als 40 % der Folgenabschätzungsberichte der ersten Runde eingelegt. Sie schaffte es mit ihrem doppelten Veto, den Vorschlag der Kommission für eine Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit sinnvoll zu verwässern, wie ein aufschlussreicher Bericht der Beobachtungsstelle Corporate Europe zeigt. Dieser Bericht zeigt Hinweise auf eine massive einseitige Lobbyarbeit des Ausschusses für Regulierungskontrolle, die zu einer Verengung des Anwendungsbereichs und der Aufgaben des Direktors führte. Wir können all diese Fragen politisch diskutieren, aber der Ort für diese Diskussionen und für diese Entscheidungen, um den ehrgeizigen Gesetzgebungsprozess zu ändern, ist hier im Europäischen Parlament, weil wir von den Bürgern gewählt werden und ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig sind.
Gesetz über digitale Dienste - Gesetz über digitale Märkte (Aussprache)
Datum:
04.07.2022 19:50
| Sprache: DE
Reden
Herr Präsident, werte Kommissare, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die digitalen Märkte sind gestört. Wir haben hier Unternehmen, die die Regeln der Märkte, die sie dominieren, deren Zugang sie kontrollieren, selber schreiben. Ihre Dienstleistungen sind inzwischen so wichtig für die Menschen geworden, dass sie ihre sprichwörtliche Seele dafür verkaufen, um diese Netze, diese Dienste nutzen zu dürfen. Die Seele in digitalen Märkten sind unsere Daten. Daten zu sammeln, zu ordnen und hieraus präzise Profile von uns, den Nutzern; zu machen, ist die Quelle für die omnipotente Stellung dieser Unternehmen. Unsere bisherigen Schwerter, das Wettbewerbsrecht und das Datenschutzrecht, haben sich als stumpf erwiesen. In den Niederlanden etwa bezahlt Apple lieber regelmäßig Geldstrafen, als sein Geschäftsmodell zu ändern. Deshalb war es notwendig und richtig, uns mit dem DMA endlich Instrumente zu geben, mit denen wir Datenkraken und ungebändigte Big-Tech-Unternehmen kontrollieren können. Zwei Errungenschaften des DMA will ich hervorheben. Erstens müssen Messenger-Dienste sich öffnen und den Nachrichtenaustausch mit Kundinnen anderer Messenger-Dienste zulassen. Dadurch können Endnutzerinnen endlich tatsächlich Gebrauch von ihrem Wahlrecht machen und den Dienst auswählen, der ihre Rechte am besten schützt, ohne faktisch dazu gezwungen zu sein, nur den Dienst wählen zu können, bei dem alle anderen sind. Eltern müssen ihre Seele nicht mehr verkaufen, wenn sie in der Eltern-App der Grundschule dabei sein wollen. Zweitens bekommt die Kommission das Recht, sogenannte strukturelle Maßnahmen zu erlassen, wenn sich Unternehmen wiederholt nicht an unsere Regeln halten. Sie kann ihnen verbieten, Konkurrenten aufzukaufen und – im schlimmsten Fall – die Zerschlagung eines Unternehmens anordnen. Das sind Strafen, die wehtun und damit das Verhalten der Big-Tech-Unternehmen verändern werden. Diese Innovationen sollten die Kommission im Übrigen auch dazu inspirieren, das Wettbewerbsrecht und die Fusionskontrolle zu überarbeiten. Damit schafft der DMA das Fundament dafür, digitale Märkte wieder genesen zu lassen und zu einem echten Gamechanger zu werden. Für meine Fraktion möchte ich diesen Erfolg meiner Vorgängerin Evelyne Gebhardt widmen, die heute bei uns oben auf der Besuchertribüne sitzt und die für uns den DMA während des parlamentarischen Verfahrens verbesserte.
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Wettbewerbsrecht ist Europas schärfste Waffe, um unsere Spielregeln für Märkte durchzusetzen. Wirtschaftliche Macht darf nicht in den Händen weniger sein, sondern Märkte müssen demokratisiert werden, an denen alle teilhaben können. Das bedeutet mehr als Förderung des Verbraucherwohls. Bürger und Bürgerinnen erwarten von den Märkten, dass ihre Privatsphäre respektiert, ihre Daten geschützt, Klimawandel bekämpft und Nachhaltigkeit sichergestellt wird. Diese Erkenntnisse bedeuten, dass in der Wettbewerbspolitik die Verbraucherwohlfahrt als alleiniges Ziel ausgedient hat und der Preis eines Produkts als dominanter Faktor für wettbewerbsschädliches Verhalten in die Mottenkiste gehört. Daten haben kein Preisschild. Der Digital Markets Act geht hier in die richtige Richtung. Das Wettbewerbsrecht soll sich jetzt von ihm inspirieren lassen und Datenschutz und Klimaschutz als Wettbewerbsprobleme anerkennen. Ich fordere zudem eine Reform des Fusionsrechts, welche den Behörden die Möglichkeit an die Hand gibt, wettbewerbsschädigende Unternehmen auch zu zerschlagen. Machen wir so unser vorbildliches Wettbewerbsrecht zukunftsfest, sodass es Märkte demokratisiert und Bürger und Bürgerinnen schützt!
Ergebnisse des Gipfeltreffens EU-China (1. April 2022) (Aussprache)
Datum:
05.04.2022 20:42
| Sprache: DE
Reden
Herr Präsident, meine Damen, meine Herren! Ein neues Wort hat Eingang gefunden in die politische Sprache, ein deutsches Wort, das unübersetzt zum Ausdruck bringt, dass alles auf dem politischen Prüfstand steht: Zeitenwende. Eine Zeitenwende steht auch im Verhältnis zwischen der EU und China an. China vermeidet weiterhin die uneingeschränkte Verurteilung der russischen Kriegsverbrechen und relativiert den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. China öffnet seine Absatzmärkte für russische Unternehmen und wird so zu einem Kriegsprofiteur. Die EU darf der chinesischen Doppelstrategie, rechts zu blinken und links abzubiegen, nicht auf den Leim gehen. Wir müssen deshalb die Abhängigkeit von Chinas Technologien verringern und das Chip-Gesetz schneller annehmen und umsetzen. Wir müssen Menschenrechtsverletzungen und Umweltschädigungen in den Lieferketten hart anpacken. Wir müssen der chinesischen Strategie, die Führung bei der globalen Standardsetzung übernehmen zu wollen, das Wasser abgraben mit einer eigenen, effektiven wie demokratisch legitimierten Standardisierungsstrategie. Zeitenwende bedeutet, dass wir strategisch autonom werden müssen von autoritären Staaten in unseren Lieferketten, die unsere Werte mit Füßen treten.