9
Jul
2025
Ansehen
Lehren aus der Budapest Pride Parade, die dringende Notwendigkeit eines EU-weiten Antidiskriminierungsgesetzes sowie die Verteidigung der Grundrechte gegen rechtsextreme Bedrohungen (Aussprache über ein aktuelles Thema)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, am 28. Juni waren die Straßen von Budapest trotzig am Leben. Budapest Pride war ein Protest, aber nicht nur die LGBTQ+-Community nahm Stellung. Tausende von Menschen kamen mit unerschütterlicher Unterstützung zusammen, um sich gegen die unerbittliche Erosion der Rechtsstaatlichkeit in Ungarn zu wehren. Die Botschaft aus Budapest lautete, dass unsere Staats- und Regierungschefs, dieses Parlament und unsere Kommission verstärkt werden müssen. Die Zeit der Überwachung, der Überprüfung ist gut und wirklich vorbei, und wir sind drei Jahre her, seit die Kommission Ungarn vor dem Gerichtshof verklagt hat. Und nichts hat sich geändert. Nichts. Der Schutz der Rechtsstaatlichkeit kann nicht auf Eis gelegt werden, solange das Justizsystem und das Verfahren seinen Lauf nehmen. Es ist einfach zu langsam. Die vom ungarischen Volk angeführten Proteste waren ein klares Signal dafür, dass es in der EU zu keinerlei Rückschritten bei der Rechtsstaatlichkeit kommen kann und wird. Gestern, mit der Veröffentlichung des Berichts über die Rechtsstaatlichkeit 2025, erklärte die Kommission, dass der Schutz der Rechtsstaatlichkeit für das derzeitige Kollegium der Kommissionsmitglieder nach wie vor oberste Priorität hat. Gleichzeitig räumte Kommissar McGrath offen ein, dass der Dialog mit Ungarn gescheitert sei. Vor diesem Hintergrund fordere ich die Kommission nachdrücklich auf, über die Worte hinauszugehen und auf der Grundlage der bereits vorliegenden Beweise entschlossene Maßnahmen zu ergreifen. Es ist so: Es ist absolut nicht hinnehmbar, dass sich eine pro-EU-Fraktion oder Einzelperson in diesem Parlament zurücklehnt, während diese Grundsätze untergraben werden. Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit und Meinungsfreiheit sind absolut nicht verhandelbar.