13
Dez
2022
Ansehen
Verdacht der Korruption aus Katar und die umfassendere Notwendigkeit von Transparenz und Rechenschaftspflicht in den Organen der EU (Aussprache) (Aussprache)
Herr Präsident! Korruption ist Gift für die Demokratie, und das haben viele gesagt. Uns ist auch klar, dass das Europäische Parlament vergiftet wurde. Ich habe in diesen Tagen viele Gespräche geführt, und ich fand eigentlich sehr gut, dass es eine breite Mehrheit gab, die gesagt hat: Wir versuchen nicht einmal zu sagen, das ist das Problem von einigen Kriminellen, und wir haben damit nichts zu tun. Es gab auch wenige, die gesagt haben: Das ist das Problem einer Fraktion, und wir haben damit nichts zu tun. Ich glaube, das ist das Wichtigste, was wir gerade tun können, dass wir verstehen, dass zwar nur wenige an diesem Skandal Schuld haben, aber dass wir alle die Verantwortung haben, dass so etwas nie wieder vorkommt. Es muss natürlich Konsequenzen geben für Katar. Es muss aber auch das Verständnis geben, dass Katar nicht der einzige Staat ist, der die Demokratie angreift. Ich glaube, dass wir da auf der einen Seite gucken müssen: Wie können wir als Institution besser werden? Wie können wir mehr Transparenzvorschriften machen? Wie können wir aber auch schauen, dass diese Transparenzvorschriften dann eingehalten werden? Es gibt viele Abgeordnete, die keine Lobbytreffen angeben – nach drei Jahren nicht. Das muss sich morgen ändern. Es ist doch völlig klar. Da müssen wir nicht nur die Regeln ändern, sondern wir müssen eben auch schauen: Wie können wir sie durchsetzen? Wie können wir die Strafverfolgungsbehörden stärken? Wie können wir gemeinsam diese harte Aufgabe angehen, dass die Glaubwürdigkeit, die so zerstört ist, langsam wieder aufgebaut werden kann?