19
Apr
2023
Ansehen
Für die Gesundheit der Menschen, trinkbares Wasser und nutzbare Böden: Langlebige Schadstoffe abschaffen und die EU-Chemikaliengesetzgebung jetzt stärken (Aussprache über ein aktuelles Thema)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Gehört meine Regenjacke jetzt eigentlich in den Sondermüll? Und ist das Backpapier krebserregend? Das sind legitime Fragen, die man Stand heute nicht klar beantworten kann und die spätestens seit dieser Nachricht viele beschäftigen. An 1500 Orten in Deutschland konnten PFAS, sogenannte ewige Chemikalien, nachgewiesen werden. Wasser-, schmutz- und fettabweisend – diese Eigenschaften sorgen dafür, dass wir sie überall finden: Kleidung, Einwegverpackungen, selbst im Blut von Kleinkindern und in der Muttermilch. Forever chemicals klingt eigentlich auch nach einem schönen Namen für eine Band. Es handelt sich aber um eine Stoffgruppe, die im Verdacht steht, Leber- und Schilddrüsenfunktion einzuschränken und Krebs auszulösen. Ebenso namensgebend wie problematisch: Sie können nicht natürlich abgebaut werden. Das Vorsorgeprinzip sollte unsere Chemikalienpolitik leiten. Gibt es Bedenken, dass eine Substanz die Gesundheit gefährdet, kann das Problem nicht ausgesessen werden – erst recht nicht, wenn weder Menschen noch Umwelt diese Stoffe abbauen können. Das Problem wird durch das Aussitzen eigentlich nur verschärft. Die Europäische Chemikalienagentur muss hier schnell Klarheit schaffen. Wir brauchen klare Ansagen von der Kommission.