11
Feb
2025
Ansehen
Politische Krise in Serbien (Aussprache)
Sehr geehrter Vorsitzender, Kommissar, Kollege und Kollege, Serbien ist ein autokratischer Staat, in dem Aleksandar Vučić und seine Partei fast alle Teile der Gesellschaft verwalten. Die Medien stehen unter vollständiger Kontrolle der Regierung und die politischen Freiheiten sind äußerst begrenzt. Die Außenpolitik Serbiens beruht darauf, Zugeständnisse sowohl aus Russland als auch aus dem Westen zu ziehen, d.h. auf zwei Stühlen zu sitzen. Parallel dazu verfolgt Vučić eine hegemoniale Politik der aggressiven Expansion des serbischen Einflusses in den Nachbarländern. Besonders besorgniserregend ist die serbische Politik in Montenegro, die nun Teil der Regierung ist und sich dafür einsetzt, Montenegro in die "serbische Welt" zu bringen. Die gezielte Verletzung der Beziehungen zu Kroatien, die Verletzung der Verfassung und die Ankündigung der Annahme eines neuen Staatsbürgerschaftsgesetzes, das das Ende Montenegros als unabhängiger Staat bedeuten würde, sind Teil dieser Politik Belgrads, an der sich die serbisch-orthodoxe Kirche stark beteiligt. Leider wurde all dies durch die gescheiterte Politik eines Teils der westlichen Schauspieler, für die Vucic seit Jahren ein Haustier war, verantwortlich gemacht. Die Demonstrationen, die wir erleben, stellen eine Rebellion verschiedener sozialer Gruppen dar, die im heutigen Serbien keine Perspektive sehen. Die Tragödie in Novi Sad war die Ursache der Rebellion, aber die Ursache ist viel mehr. Aber es muss realistisch sein. Die Probleme in Serbien sind viel tiefer als Vucic und die SNS und wurzeln in der Tatsache, dass dieses Land nie die Verantwortung für sein eigenes Versagen in der Vergangenheit übernommen hat. Nur wenn alle Schichten der serbischen Gesellschaft erkennen, dass es nichts von einer Art Balkanhegemonie gibt und dass die Rolle der Regionalmacht eine Illusion ist, werden wir in der Lage sein, über eine ernsthafte europäische Perspektive für Serbien zu sprechen.