17
Jan
2024
Ansehen
Hochwertige Arbeitsplätze in einer wettbewerbsfähigen und zukunftsorientierten sozialen Marktwirtschaft (Aussprache über ein aktuelles Thema)
– Herr Präsident, ... auf Initiative der EVP-Fraktion – hochwertige Arbeitsplätze in einer wettbewerbsfähigen und zukunftsorientierten sozialen Marktwirtschaft. Mit anderen Worten, wir diskutieren im Wesentlichen über die Grundlage aller anderen Politiken, die dieses Haus verfolgen kann oder auch nicht. Ich sage dies, weil eine ausreichende Finanzierung eine Voraussetzung für alle anderen politischen Prioritäten ist, insbesondere für diejenigen, die sich mit der Sozialpolitik befassen. Und ich sage das, denn unabhängig davon, was die Sozialisten behaupten mögen, kann eine solche Finanzierung auf lange Sicht nur als Folge einer erhöhten europäischen Wettbewerbsfähigkeit mit besseren und höher bezahlten, hochwertigen Arbeitsplätzen in Europa zur Verfügung stehen. Was muss dann getan werden, um dieses grundlegende Ziel zu erreichen? Natürlich viel, vor allem angesichts der besorgniserregenden Trends der europäischen Wettbewerbsfähigkeit, die immer weiter hinter unseren globalen Wettbewerbern zurückbleibt. Ich möchte jedoch drei besonders wichtige Aktionsbereiche hervorheben: bessere Kompetenzen, ein wettbewerbsfähigerer Rechtsrahmen und eine stärkere Achtung des Subsidiaritätsprinzips. Erstens ist das noch laufende Europäische Jahr der Kompetenzen jedoch eine weitere Priorität des EP und war und ist ein Erfolg bei der Förderung der Denkweise in Bezug auf Umschulung, Weiterbildung und Innovation, die im Mittelpunkt stehen muss, um unseren Unternehmen, insbesondere KMU, bei einem dringenden europäischen Fachkräftemangel zu helfen. Die beiden in diesem Zusammenhang angenommenen Empfehlungen des Rates sind zwei gute Beispiele für bereits ergriffene konkrete legislative Maßnahmen. Die europäische Finanzierung, z. B. aus dem Programm „Digitales Europa“ bis hin zu zahlreichen Forschungsprojekten und öffentlich-privaten Partnerschaften, verläuft ähnlich: Paradebeispiele für Fälle, in denen europäische Maßnahmen einen Mehrwert im Bereich der Kompetenzen, insbesondere der IKT-Kompetenzen, schaffen. Zweitens werden uns bessere Kompetenzen jedoch nur dann weiterbringen, wenn unser Regulierungsrahmen nicht einen ähnlich hohen qualitativen Standard aufweist. Die gute Nachricht ist, dass viele der Fähigkeiten eines wettbewerbsfähigen Europas zwar recht weit fortgeschritten sind, das Rezept für einen wettbewerbsfähigeren Rechtsrahmen jedoch nicht gerade Raketenwissenschaft ist. Europäische Unternehmen brauchen mehr gleiche Wettbewerbsbedingungen im Vergleich zu ihren globalen Wettbewerbern, und das bedeutet kurz gesagt, dass Europa Bürokratie abbauen muss. Die Kommission hat bereits mehrere Leitaktionen angekündigt. Wir müssen die mit den Berichtspflichten für Unternehmen verbundenen Belastungen dringend um mindestens 25 % verringern, und wir müssen auf ein regulatorisches Moratorium in relevanten, stark überregulierten Bereichen hinarbeiten und natürlich auch sicherstellen, dass jede neue Rechtsvorschrift den Standard eines EU-Wettbewerbschecks erfüllt. Schließlich geht es um hochwertige Arbeitsplätze in einer sozialen Marktwirtschaft. Meine aufrichtige Hoffnung ist, dass die Kommission und die Kollegen einer föderalistischeren Überzeugung zu Herzen nehmen werden, dass ein solches Wirtschaftsmodell nur unter Achtung des Subsidiaritätsprinzips und der sehr unterschiedlichen Sozialmodelle in den Mitgliedstaaten aufgebaut werden kann. Die wichtigen Forderungen nach europäischen Maßnahmen für eine wettbewerbsfähigere soziale Marktwirtschaft dürfen nicht mit Forderungen nach einer zentralisierten und gestrafften Sozialpolitik verwechselt werden. Mit einem wettbewerbsfähigeren Europa, mit mehr und besser bezahlten Arbeitsplätzen, werden wir gemeinsam besser dran sein, vereint in einer prosperierenden Vielfalt.