Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
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Lukas Sieper | Deutschland DEU | Fraktionslose Mitglieder (NI) | 390 |
| 2 |
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Juan Fernando López Aguilar | Spanien ESP | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 354 |
| 3 |
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Sebastian Tynkkynen | Finnland FIN | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 331 |
| 4 |
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João Oliveira | Portugal PRT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 232 |
| 5 |
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Vytenis Povilas Andriukaitis | Litauen LTU | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 227 |
Alle Beiträge (120)
Koordinierte Maßnahmen zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenz (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen, ich freue mich, dass das Europäische Parlament erneut Stellung bezieht und die Mitgliedstaaten auffordert, bei ihren Maßnahmen gegen Antibiotikaresistenzen kohärent zu sein. Es wird von einer stillen Pandemie gesprochen, aber die Folgen sind schreiend. Jedes Jahr sterben in der EU mehr als 35 000 Menschen an antibiotikaresistenten Bakterien, und dies wird nur zunehmen und die Zahl der an Krebs sterbenden Patienten übersteigen. Ganz zu schweigen von den gesellschaftlichen Kosten, die die Kosten der Finanzkrise von 2008 übersteigen werden. Die zentrale Botschaft dieser Entschließung ist, dass es höchste Zeit ist, im Vorfeld zu handeln. Wir wissen, dass der derzeitige Missbrauch von Antibiotika für die Gesundheit von Mensch und Tier nur dazu beiträgt, die Antibiotikaresistenz und die Freisetzung von Arzneimitteln und landwirtschaftlichen Erzeugnissen in die Umwelt zu verstärken. Ändern wir also unsere Verfahren und wenden wir den One-Health-Ansatz an, um kohärent zu sein. Ich appelliere auch an die Mitgliedstaaten, die erforderlichen Ressourcen für die Umsetzung der nationalen Pläne zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen bereitzustellen.
Verbot des Tötens von Hühner- und Entenküken nach EU-Recht (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kommissarin, zunächst einmal freue ich mich, dass wir über den Tierschutz sprechen, aber ich würde mich auch freuen, wenn wir es nicht immer am Donnerstagnachmittag tun, wenn niemand mehr da ist, um überhaupt zuzuhören. Aber ich werde jetzt auf Deutsch wechseln. Das Töten von Eintagsküken ist eine inhumane Praxis, die immenses Leid verursacht und gegen die im EU-Recht verankerten Grundgesetze des Tierschutzes verstoßen. Ich halte es für inakzeptabel, dass die Industrie bis heute an dieser grausamen Praxis festhält und dass die aktuellen EU-Tierschutznormen das Schreddern und das Vergasen überhaupt noch zulassen. Auch EFSA hat sich hierzu bereits 2019 klar ausgedrückt: Stoppt das Schreddern! Denn es gibt bereits, und sie wurden erwähnt, Technologien zur Geschlechtsbestimmung in ovo, die diese grausame Praxis völlig unnötig machen. Ich möchte der Kommission hier mit dem Blick auf die anstehende Überarbeitung der EU-Tierschutzstandards eine ganz einfache Frage stellen. Es wurde bereits von Ihnen im Oktober 2022 angesprochen: Werden Sie wirklich ein explizites EU-weites Verbot der Tötung von Eintagsküken vorschlagen? Angesichts der überwältigenden Forderungen der europäischen Bürger und Bürger nach konsequentem Tierschutz darf die Antwort hier nur Ja sein, und das sofort – nicht noch mit langen Transitions- und Übergangsphasen.
EU-Strategie für globale Gesundheit (Aussprache)
Frau Präsidentin, liebe Kommissarin – ich weiß, dass die Deutschen sehr gut Englisch sprechen –, ich möchte der Kommission zu ihren Bemühungen gratulieren, mit dieser Strategie die Gesundheit ganz oben auf ihre Agenda zu setzen, und den Rat daran erinnern, dass die Bürger mehr und nicht weniger Maßnahmen der EU im Gesundheitsbereich wünschen. Ich könnte den Zielen, stärkere globale Partnerschaften aufzubauen, neue gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen und die universelle Gesundheitsversorgung weltweit zur Norm zu machen, nicht mehr zustimmen. Ich glaube jedoch, dass hier eine gewisse Konsistenz erforderlich ist. Wir können uns nicht wirklich für den Zugang zu medizinischer Versorgung für alle weltweit einsetzen, ohne anzuerkennen, dass die Rechte des geistigen Eigentums das Haupthindernis sind, um den Zugang zu medizinischer Versorgung weltweit zu fördern. Vermeiden wir nicht den Elefanten im Raum. Lassen Sie uns nicht hinter verschlossenen Türen über eine TRIPS-Verzichtserklärung sprechen. Außerdem müssen wir konkret aufzeigen, wie wichtig wir One Health in Europa sind, damit unsere Partner daran interessiert sind, sich diesen Bemühungen anzuschließen. Bauen wir ein stärkeres Argument für die globale Gesundheit auf, indem wir in unseren Bemühungen kohärent sind.
Was Europa ausmacht – Aussprache mit Xavier Bettel, Premierminister Luxemburgs (Aussprache)
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrter Herr Kommissar, sehr geehrter Premierminister, ich, Leiwe Xavier, freue mich immer, Sie im Europäischen Parlament zu sehen. In der Vergangenheit und auch heute noch steht Luxemburg im Mittelpunkt des europäischen Projekts, und wir müssen unserer Rolle als eine der drei europäischen Hauptstädte gerecht werden. In unserer Union der 27 hat sogar ein kleines Land wie unseres seinen Platz in den Verhandlungen und kann dies ändern. Ich bin natürlich stolz auf das Engagement der luxemburgischen Regierung gegen die Kernenergie, die, wie wir zustimmen, weder grün noch sicher noch erneuerbar ist. Vielen Dank für die Unterstützung unseres Energieministers Claude Turmes und für die Beschwerde gegen die Taxonomie. Lassen Sie uns über Finanzen sprechen: Als einer der größten Finanzmärkte Europas tragen wir eine besondere Verantwortung für die Umsetzung des ökologischen Wandels und die Förderung der sozialen Gerechtigkeit auch außerhalb der EU. Aus diesem Grund möchte ich, dass Luxemburg bei der Sorgfaltspflicht von Unternehmen eine Vorreiterrolle einnimmt. Wird Luxemburg letztendlich die Aufnahme des Finanzsektors in diese Richtlinie unterstützen? Die Richtlinie bietet Luxemburg gerade die Gelegenheit, sich in Bezug auf ein wirklich nachhaltiges Finanzwesen, bei dem die Menschenrechte und das Umweltrecht geachtet werden, eindeutig als führend zu positionieren.
Enthüllungen zur Lobbytätigkeit von Uber in der EU (Aussprache)
Herr Präsident, die Nachrichten über die Uber-Akten brachen mitten in den Verhandlungen über die Plattformarbeiter-Richtlinie hier im Europäischen Parlament. Es war schockierend zu hören, wie Uber das Gesetz brach und aggressive Lobbying-Taktiken einsetzte, um Gesetze zu Arbeits- und Sozialrechten zu verzögern und zu blockieren. Deshalb war es besonders besorgniserregend zu sehen, wie viele Kollegen hier in diesem Parlament die Stimmen von Uber wiedergegeben haben. Es gibt auch gute Beispiele für Plattformunternehmen, die innovative Dienstleistungen erbringen und gleichzeitig die Arbeitnehmerrechte gewährleisten, aber nicht mit der Ausbeutung konkurrieren können. Die im vergangenen Dezember mit dem EMPL-Ausschuss vereinbarte Einigung über die Richtlinie über Plattformbeschäftigte würde gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Akteure ermöglichen. Außerdem würden 28 Millionen Plattformbeschäftigte in der gesamten EU, die sie dringend brauchen, soziale Rechte erhalten. Lassen Sie sich nicht von dieser Multimillionen-Lobbymaschine täuschen. Wir müssen uns für die Rechte der Arbeitnehmer einsetzen und gegen die Bedingungen der Arbeitnehmer zweiter oder dritter Klasse kämpfen.
„Auf dem Weg ins Jahr 2023“ – Hin zu einer festeren Partnerschaft EU-Lateinamerika (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, in Lateinamerika wird die Rechtsstaatlichkeit angegriffen, der demokratische Raum schrumpft, Journalisten und Menschenrechtsverteidiger sind bedroht und Korruption ist weit verbreitet. Extreme Armut macht jeden Tag zu einem Kampf. Insbesondere in Mittelamerika ist die Sicherheitslage äußerst besorgniserregend, und um die Banden zu bekämpfen, haben wir gesehen, wie der Notstand eingeführt wurde. Diese Politik hat eine stärkere Militarisierung der öffentlichen Sicherheit legitimiert, was zu Menschenrechtsverletzungen wie willkürlichen Inhaftierungen, Folter und sogar Todesfällen im Gefängnis geführt hat. Hier sollten wir uns in unserem Austausch nicht nur auf Sanktionen, sondern auch auf Prävention und soziale Rehabilitation konzentrieren. Da wir hart daran arbeiten, Demokratie, Grundrechte, Desinformation, Gleichheit und Umwelt in der EU zu verteidigen, sollten wir kohärent sein und dieselben Werte gegenüber unseren Partnern fördern, indem wir eine gegenseitige Partnerschaft aufbauen, die nicht nur auf Handelsabkommen, sondern auch auf Zusammenarbeit und Entwicklung beruht.
Zunahme von Atemwegsinfektionen und Arzneimittelknappheit in Europa (Aussprache)
Herr Präsident, die derzeitige Situation ist alarmierend, und ich verstehe die Wut der Bürgerinnen und Bürger. Einerseits bringt die Zunahme von Atemwegsviren die europäischen Notdienste in eine äußerst prekäre Lage, und andererseits müssen die Bürgerinnen und Bürger unter Arzneimittelengpässen leiden, die eine direkte Folge der seit Jahren in der Pharmaindustrie verfolgten „Laissez-faire“-Politik sind. Das Ergebnis? Eine massive Verlagerung der Arzneimittelproduktion, Engpässe, Patienten, die nicht die notwendige Versorgung erhalten, und ein erschreckender Mangel an Informationen seitens der Behörden, um handeln zu können. Indem die Behörden sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene die Kontrolle über die öffentliche Gesundheit vollständig dem Privatsektor überlassen haben, haben sie der systematischen Kommerzialisierung der öffentlichen Gesundheit Platz gemacht. Dies führt zu einer Situation, in der die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger gefährdet ist. Ich möchte daher, dass sich die Kommission und der Rat zu den Maßnahmen äußern, die sie planen, und zwar zunächst kurzfristig, um die öffentlichen Gesundheitsdienste sofort zu unterstützen und wichtige Arzneimittel zu beschaffen, aber auch längerfristig, um mehr Transparenz in den Produktionsketten des Arzneimittels zu gewährleisten, damit die Behörden im Vorfeld von Engpässen und nicht nur als Reaktion darauf handeln können. Und schließlich die Möglichkeit, eine europäische öffentliche Einrichtung zu schaffen, die für die Herstellung eines Minimums an unentbehrlichen Arzneimitteln verantwortlich ist, um stets ein Sicherheitsnetz zu haben.
Die Notwendigkeit eines eigenen Haushalts, um die Europäische Garantie für Kinder Wirklichkeit werden zu lassen – eine Dringlichkeit in Zeiten einer Energie- und Lebensmittelkrise (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar! Garantien für Kinder sind seit 2021 auf der europäischen Ebene etabliert. Ein wichtiger Schritt, mit dem wir auch von Armut betroffenen Kindern den Zugang zu qualitativer Gesundheitsversorgung, Bildung und würdigen Lebensbedingungen garantieren sollen. Jedoch heißt etablieren nicht direkt handeln, und wir müssen die momentane Krisenlage mit in Betracht ziehen. Während mehr Familien mit den hohen Preisen konfrontiert sind, müssen wir uns mit einer Frage konfrontieren: Wie können wir jedem Kind die gleichen Chancen geben, wenn für diese Ziele nicht genügend Gelder vorhanden sind? Für Kindergarantien brauchen wir Garantien für mehr Investitionen, und das in die richtige Richtung. Auch jetzt noch spiegelt das Gesundheits- und Schulsystem in den Mitgliedstaaten soziale Ungerechtigkeiten wider. Private Krankenkassen und unausgeglichene Schulsysteme benachteiligen noch immer Kinder in schwierigen Situationen. Wie können wir hier über Garantien für Kinder reden, ohne die systematische Ausgrenzung und die Zwei-Drei-Klassen-Gesellschaft zu thematisieren? Wir brauchen mehr öffentliche Gelder von der EU und den Mitgliedstaaten, um Kindern im Schulsystem und in der Gesundheitsversorgung wirklich die gleichen Chancen zu geben.
Überarbeitung der Verordnung über Medizinprodukte – wie kann die Verfügbarkeit von Medizinprodukten sichergestellt werden? (Aussprache)
Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren, wir haben die Fristen für die Anwendung der neuen Vorschriften der Verordnung über Medizinprodukte bereits bis Mai 2024 verlängert. Das Europäische Parlament war sich darüber im Klaren, dass wir keine weitere Verschiebung wünschen, die im Desinteresse der Patienten liegen würde. Nun, wenn die Verordnung Fragen aufwirft, die sich auf den Zugang zur Versorgung für Patienten auswirken werden, erfordert sie vielleicht wirklich andere Änderungen an der Verordnung. Das wäre also meine Frage an die Kommission. Was empfiehlt die Kommission? Ich möchte betonen, dass das Parlament frühzeitig in die Diskussion einbezogen werden sollte. Ich habe mich gefreut, von der Kommissarin zu hören, die gesagt hat, dass es wichtig ist, dass das Europäische Parlament einbezogen wird, um mögliche Änderungen dieser Verordnung zu erörtern, anstatt sich erneut einem weiteren Dringlichkeitsverfahren zur Verlängerung der Frist für die Anwendung der Vorschriften der Verordnung zu stellen, die wichtig sind.
Vorbeugung von, Umgang mit und bessere Versorgung bei Diabetes in der EU anlässlich des Weltdiabetestags (Aussprache)
Frau Präsidentin, der Weltdiabetestag war am vergangenen Montag und war leider eine Gelegenheit, auf die wachsende Zahl von Menschen mit dieser Krankheit hinzuweisen. Trotz der verschiedenen Initiativen auf europäischer Ebene ist die Koordinierung bei der Prävention und beim Zugang zur Gesundheitsversorgung nach wie vor begrenzt. Dies muss sich ändern, und dies ist das Ziel dieser Entschließung. Aber mehr noch, diese Entschließung enthält drei wichtige Änderungen. Das erste ist das Ende der Diskriminierung von Menschen mit Diabetes. Nein, ein Diabetiker sollte nicht aufgrund seiner Krankheit von einem Beruf oder einem Schulunterricht ausgeschlossen werden. Der zweite ist der Zugang zu Pflege und Innovation. Hierfür ist die Transparenz der Arzneimittelpreise und der Verwendung von Forschungsmitteln von entscheidender Bedeutung. Die dritte Änderung, die in dieser Entschließung gefordert wird, ist der Übergang zu einer gesunden Umwelt und einer gesunden Ernährung. Europa spielt eine wichtige Rolle bei der Koordinierung der Bemühungen der Mitgliedstaaten, z. B. durch den Grünen Deal und die GAP. Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass Umwelt- und Gesundheitsfragen eng miteinander verknüpft sind und gemeinsam angegangen werden müssen.
Zentrum „AccessibleEU“ zur Unterstützung der Strategien für Barrierefreiheit im Binnenmarkt der EU (Aussprache)
Frau Präsidentin, Frau Kommissarin! An meine Kollegin Katrin Langensiepen: Unsere Fraktion kann stolz auf deine Arbeit sein, die du Tag für Tag im Kampf für mehr Inklusion und Barrierefreiheit in Europa leistest. Ein EU-Zentrum für Barrierefreiheit, das war längst überfällig, denn ich kenne leider kein Land, nicht einmal eine EU-Institution, in der es für Menschen mit Behinderungen keine Barrieren mehr gibt, die ihnen das Leben erschweren oder sie sogar ausgrenzen. Es müssen deswegen in der Tat schnell konkrete und radikale Veränderungen unternommen werden, wenn wir dem Versprechen einer inklusiveren EU gerecht werden wollen. Und wir wollen! Schöne Worte und gut klingende Strategien reichen nicht aus.
Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten - Schwerwiegende grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren (Aussprache)
Frau Präsidentin, zunächst möchte ich meine Kolleginnen und Kollegen zu ihrer Arbeit an diesen beiden Dossiers beglückwünschen, die die unabdingbare Voraussetzung für eine verstärkte europäische Koordinierung im Gesundheitsbereich darstellen. Ich bin jedoch geteilter Meinung: Für mich sollte das Europa der Gesundheit in einer Linie mit den Bürgerinnen und Bürgern stehen, für Europa. Sie fordern ein soziales Europa. Der Rat und die Kommission haben jedoch erneut dafür gesorgt, dass die Forderung des Parlaments nach mehr Transparenz und einem systematischen Kontrollrecht in Bezug auf die ausgegebenen öffentlichen Gelder eingeschränkt wird. Transparenz sollte kein Kampf sein, sondern ein aktualisierter Prozess, und ich bin verärgert darüber, dass unsere Staats- und Regierungschefs dies nach vielen Anfragen nicht anerkennen. Europa zu verändern und zu stärken bedeutet vor allem, ein Europa aufzubauen, dem wir vertrauen, und Transparenz ist dafür von entscheidender Bedeutung.
Erleichterung des Exports ukrainischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse: Schlüssel für die ukrainische Wirtschaft und die weltweite Ernährungssicherheit (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, ich hatte auch vor zwei Wochen die Gelegenheit, mich der Mission des Agrarausschusses an der polnisch-ukrainischen Grenze anzuschließen, und ich war beeindruckt, wie reibungslos die Dinge liefen. Aber um ehrlich zu sein, lief nicht viel – fast kein Getreide schafft es bis an die EU-Grenzen. Aber auch von den von der Kommission angekündigten sogenannten „Solidaritätsspuren“ hatte noch niemand gehört; idem für die Matchmaking-Plattform soll den Export erleichtern. Die Kosten für den Transport der Lebensmittel über neue Routen und Verkehrsträger in einem angegriffenen Land sind himmelhoch, und die Preise für ukrainische Landwirte sind zu niedrig. Dieses komplizierte Thema braucht einen ganzheitlichen, strategischen Ansatz. Wenn wir wirklich dazu beitragen wollen, die Ernte zu retten – auf die wir uns jetzt konzentrieren sollten –, muss die EU größer denken. Die Solidaritätskorridore sollten von der Ukraine bis zu ihrem endgültigen Bestimmungsort reichen, insbesondere in die Länder außerhalb der EU, die wirklich von diesen Einfuhren abhängig sind.
Einwand gemäß Artikel 111 Absatz 3 GO: Änderung des delegierten Rechtsakts zur Klimataxonomie und des delegierten Rechtsakts zur Offenlegung der Taxonomie (Aussprache)
Vielen Dank für diese Frage. Erstens verbietet dieses Instrument, diese Taxonomie, die Kernenergie nicht. Zweitens sind wir uns alle einig, dass die Kernenergie nicht umweltfreundlich ist und unsere Abhängigkeit von Uranimporten erhöht. Ich glaube nicht, dass es Uran in Frankreich gibt, daher führt dies zu massiven Einfuhren. Es ist sehr gut bekannt, dass der Bau von Kernreaktoren viele Jahre dauert, so dass die Klimaziele überhaupt nicht erreicht werden. Bis sie funktionsfähig sind, werden die Termine, bis zu denen die Klimaziele erreicht werden müssen, sowieso überschritten sein. Und drittens wissen Sie sehr wohl, dass Atommüll, für den es immer noch keine Lösung gibt, 80 Jahre lang gekühlt werden muss. Daher ist es auch nicht nachhaltig oder ökologisch. Wie kühlen Sie Abfälle ab, wenn nicht mit kaltem Wasser, was sich zusätzlich negativ auf die biologische Vielfalt auswirkt?
Einwand gemäß Artikel 111 Absatz 3 GO: Änderung des delegierten Rechtsakts zur Klimataxonomie und des delegierten Rechtsakts zur Offenlegung der Taxonomie (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, verehrte Kolleginnen und Kollegen, wir können die Verlagerung grüner Investitionen hin zu nicht nachhaltigen Energien, die zusätzlich dem Putin-Krieg zugutekommen, nicht hinnehmen. Jeder Euro, der in den teuren Bau oder die endlose Wartung eines Kernreaktors fließt, wird nicht in erneuerbare Energien investiert. Österreich und Luxemburg haben bereits rechtliche Schritte gegen diesen delegierten Rechtsakt angekündigt. Diese Regierungen rügen eine Inkohärenz mit mehreren europäischen Texten in der Taxonomieverordnung selbst und eine offensichtliche Überschreitung der Befugnisse der Kommission. Die rechtlichen Argumente sind stichhaltig und könnten durchaus zum Erfolg führen. Die Energiewende ist dringend. Warum also diese Debatte vor dem Gerichtshof um Jahre verlängern, wenn wir diesen delegierten Rechtsakt morgen fallen lassen können? Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist klar, dass die Abstimmung knapp sein wird, und jede Stimme zählt. Das gilt auch für die Glaubwürdigkeit unserer Institutionen. Unterstützen Sie diesen Einwand. (Die Rednerin erklärt sich bereit, auf eine Rede im Rahmen der „blauen Karte“ zu antworten.)
Psychische Gesundheit in der digitalen Arbeitswelt (Aussprache)
Herr Präsident, sehr geehrter Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Auf den ersten Blick scheint Homeoffice eine praktische Alternative zu sein. Auf den zweiten jedoch hat das viele Von-Zuhause-Arbeiten während der COVID-19-Pandemie große Auswirkungen auf die psychische Gesundheit vieler gehabt. Diese Monate haben gezeigt, wie wichtig soziale Kontakte, Work-Life-Balance und das Recht auf Abschalten sind. Zur digitalen Arbeitswelt zählt auch die Gruppe der platform workers, deren Arbeit durch Algorithmen und Fernmanagement geregelt wird. Das Ergebnis: prekäre Arbeitsaufträge, die zu Leistungsdruck und finanziellen Ängsten führen, und ein Gefühl der dauerhaften Überwachung. All das kann zu Depressionen oder psychischen Krankheiten führen. Es ist daher höchste Zeit, dass die EU-Kommission eine europäische Strategie für mentale Gesundheit vorschlägt, die den vielen Facetten der psychischen Gesundheit gerecht wird und die Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt beachtet.
Überarbeitung des Emissionshandelssystems der EU - Klima-Sozialfonds - CO2-Grenzausgleichssystem - Überarbeitung des Emissionshandelssystems der EU für die Luftfahrt - Mitteilung im Rahmen des Systems zur Verrechnung und Reduzierung von Kohlenstoffdioxid für die internationale Luftfahrt (CORSIA) (gemeinsame Aussprache – Fit für 55 (Teil 1))
Frau Präsidentin, diese Woche wird über wichtige Rechtsvorschriften zur Verringerung der Emissionen und zum Aufbau eines gerechten Übergangs abgestimmt. Aber seien wir ehrlich, mit uns und den Bürgerinnen und Bürgern: Alles in allem wird dieses Paket es uns nicht ermöglichen, unsere im Rahmen des Übereinkommens von Paris vereinbarten Klimaziele zu erreichen. Der Klima-Sozialfonds ist ein Hoffnungsschimmer in diesem Paket. Angesichts der kriegsbedingten Energiepreise ist es wichtiger denn je, die Kosten zu teilen und diesen Übergang fair zu gestalten. Ich freue mich daher, dass wir zum ersten Mal klare EU-weite Definitionen von Energie- und Mobilitätsarmut vorschlagen. Dieser Fonds wird denjenigen, die ihn am dringendsten benötigen, direkte finanzielle Unterstützung gewähren. Darüber hinaus wird es den Mitgliedstaaten ermöglicht, strukturelle Investitionen in den öffentlichen Verkehr und Gebäuderenovierungen zu tätigen, um Haushalte wirksam aus der Armut zu befreien und eine grünere Zukunft aufzubauen. Aber lassen Sie mich hinzufügen, dass dieser Fonds sozial und nicht geschäftsorientiert sein sollte. Für KMU gibt es andere Programme, also investieren wir hier direkt in die Menschen und nicht für die Unternehmen!
Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine auf Frauen (Aussprache)
Frau Präsidentin, die Situation der vom Krieg in der Ukraine betroffenen Frauen muss unsere besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wir müssen sie nicht nur materiell unterstützen, sondern auch psychologisch unterstützen, damit sie die Herausforderungen des Krieges meistern können. Viele Frauen mussten ihre Partner verlassen, von denen die meisten gezwungen waren, im Hoheitsgebiet der Ukraine zu bleiben. Sie sind mit ihren Kindern, Eltern und manchmal Großeltern gegangen. Andere finden sich allein in einem Land wieder, das nicht ihr eigenes ist. Es ist wichtig, dass wir ihnen eine starke moralische Unterstützung geben. Daher erfahren wir jeden Tag, dass einige von ihnen sowie Kinder Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Diese Kriegsverbrechen führen zu tiefen Traumata, die dringend psychologische und medizinische Versorgung erfordern.
EU-Aktionsplan für ökologische/biologische Landwirtschaft (Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar! Ich möchte hier die sogenannten neuen Gentechniken erwähnen. Für Biobauern ist der Push zu Deregulierung besonders besorgniserregend: Sie müssen zu 100 % GVO-frei bleiben, und das wollen die Kunden auch. Wie sieht die Zukunft für die Biolandwirtschaft aus, wenn GVO unentdeckt den Markt überfluten dürfen? Dies hätte man im Bericht auch angehen müssen. Ein weiterer Aspekt, der mir besonders am Herzen liegt, ist der Tierschutz. Ich hoffe auf breite Unterstützung für den Änderungsantrag, der anerkennt, dass die Biolandwirtschaft im Tierschutz führend ist. Natürlich kann das Tierwohl auch in vielen Biobetrieben und beim Transport verbessert werden. Doch bei der für 2023 geplanten Revision der EU-Tierschutzgesetzgebung sollten Bio-Standards als Kompass dienen. Und ich weiß, ich kenne das Gegenargument, das lautet immer: Das ist zu teuer! Nun, in den letzten zwei Jahren haben wir alle am eigenen Leib erfahren, wie viel ein schlechter Umgang mit Tieren uns als Gesellschaft tatsächlich kosten kann.
Psychische Gesundheit (Aussprache)
Herr Präsident, liebe Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen, die psychische Gesundheit vieler Bürgerinnen und Bürger wurde und wird durch die COVID-19-Pandemie, gefolgt vom Krieg in der Ukraine und der daraus resultierenden sozioökonomischen Krise, auf eine harte Probe gestellt. Die Gesundheitssysteme sind mit einem hohen und unterschiedlichen Maß an Stress, Angstzuständen und Depressionen konfrontiert. Sozioökonomisch benachteiligte junge Menschen sind diesem Risiko besonders ausgesetzt. Radikale Umwälzungen und rasche soziale Veränderungen, einschließlich plötzlicher Armut, Machtmissbrauch oder existenzieller Ängste, können psychische Belastungen auslösen, zumal diese jungen Menschen oft weder die Möglichkeit noch die Mittel haben, eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Unterstützung zu finden, und psychische Probleme in allen Ländern bei den am stärksten benachteiligten Menschen viel häufiger auftreten. Um diese Probleme anzugehen, müssen wir eine europäische Strategie für psychische Gesundheit entwickeln, in der insbesondere die psychischen Probleme von Kindern und jungen Erwachsenen hervorgehoben werden. Es ist auch dringend notwendig, dass wir niedrigschwellige psychologische Unterstützungsdienste anbieten, die zugänglich und erschwinglich sind. Der Zugang zu diesen Diensten muss einfach und ungehindert sein. Es ist notwendig, die Hindernisse für den Zugang zu medizinischer Versorgung und psychologischer Notfallhilfe zu analysieren und zu beseitigen. In diesen äußerst schwierigen Zeiten müssen wir soziale und finanzielle Maßnahmen für junge Zuwanderer, Angehörige von Minderheiten und Menschen, die in wirtschaftlich prekären Situationen leben, vorschlagen. Die Förderung der Prävention, der Früherkennung und des direkten Zugangs zu individualisierter psychosozialer Unterstützung ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung, um eine rasche Genesung zu gewährleisten. Frau Kommissarin, es ist an der Zeit, eine europäische Strategie für psychische Gesundheit vorzuschlagen. Ich fordere die Kommission auf, auch die Entschließung des Parlaments vom Juli 2020 zu berücksichtigen, in der ein europäischer Aktionsplan für psychische Gesundheit gefordert wird, um die vielfältigen Aspekte der psychischen Gesundheit, insbesondere bei jungen Menschen und Kindern, anzugehen.
Die Lage in Bezug auf die Rechtsstaatlichkeit und die Menschenrechte in der Republik Guatemala
Herr Präsident, seit der Schließung der Internationalen Kommission gegen Straflosigkeit (CICIG) leidet Guatemala unter einem Abbau der Rechtsstaatlichkeit und der institutionellen Kooptation. Wir sind zutiefst besorgt über die von den Behörden in Guatemala eingeleiteten rechtlichen Schritte gegen unabhängige Richter, Rechtsanwälte und Staatsanwälte, die an der Untersuchung von Korruptionsbekämpfungsfällen beteiligt waren. Mehr als 20 von ihnen haben das Land bereits aus Angst um ihre Sicherheit verlassen. Wir fordern die guatemaltekischen Behörden nachdrücklich auf, der Kriminalisierung von Justizbeteiligten ein Ende zu setzen, die Unabhängigkeit des Justizsystems zu gewährleisten und ein transparentes Verfahren bei der Auswahl des neuen Generalstaatsanwalts zu gewährleisten. Wir sehen auch, dass die Angriffe und die Kriminalisierung von Land- und Umweltschützern zunehmen. Wir Grünen verteidigen die Rechte der Bürger und nicht einer korrupten Elite, die Menschen und natürliche Ressourcen für ihren eigenen Profit opfert. Ich erinnere mich an Lolita Chavez, unsere Finalistin des Sacharow-Preises im Jahr 2017, die uns warnte, dass „verschiedene EU-Unternehmen die Rechte der Menschen in Guatemala verletzen“. Daher müssen wir die EU-Unternehmen auffordern, strenge Sorgfaltspflichten anzuwenden, um die Einhaltung der Menschenrechte sicherzustellen. Wir sollten den konstruktiven Dialog, den wir mit Guatemala und seiner Botschaft in Brüssel aufgebaut haben, fortsetzen. In diesem Dialog muss die EU die Demokratie, die Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten sowie die Rechtsstaatlichkeit fördern.
Transparenz- und Verwaltungsstandards – die Behandlung von Anträgen auf Zugang der Öffentlichkeit nach der Verordnung (EG) Nr. 1049/2001 (Aussprache)
Herr Präsident, Frau Kommissarin, vor mehr als 20 Jahren ist die Transparenzverordnung in Kraft getreten. Zwei Jahrzehnte später ist die Praxis, den Zugang der Öffentlichkeit zu Dokumenten zu gewährleisten, zwar von vornherein etabliert, aber diese Verordnung muss überarbeitet und an die heutige Realität angepasst werden, in der die Kommunikation über mehrere Kanäle erfolgt, ohne notwendigerweise eine Spur zu hinterlassen. Daher muss die europäische Verwaltung in Bezug auf diese neuen Materialien zur Rechenschaft gezogen werden, um transparente Verfahren und Praktiken als Schlüsselelement der Demokratie zu gewährleisten. Diese Verordnung sollte ausnahmslos für alle Einrichtungen der Europäischen Union gelten. Daher wird eine neue, viel umfassendere Definition des Begriffs „Dokument“ erforderlich sein, um sich an den Zeitgeist anzupassen. Dies ist eine Frage der Governance und des Vertrauens, insbesondere wenn es um Steuergelder geht. Und diese Praxis darf in Krisenzeiten nicht außer Acht gelassen werden, wenn die Kommission Verträge mit Pharmaunternehmen unterzeichnet, bei denen das Wohl der Bürgerinnen und Bürger gegenüber rein kommerziellen Interessen überwiegt.
Stärkung Europas im Kampf gegen Krebserkrankungen(Aussprache)
Frau Präsidentin, wir haben hier einen Bericht, der von meiner Kollegin Michèle Rivasi hart für die Grünen ausgehandelt wurde, der die Prävention in den Mittelpunkt dieses Berichts stellt und den Plan der Kommission zur Krebsbekämpfung widerspiegelt. Dieser Teil befasst sich nicht nur mit der Tabak-, E-Zigaretten-, Alkohol- und Lebensmittelpolitik, sondern auch mit Umweltaspekten wie Luftqualität und Exposition gegenüber krebserregenden Stoffen. Wir freuen uns auch, dass in dem Bericht die Unerschwinglichkeit in ganz Europa als eines der Haupthindernisse für den Zugang von Patienten anerkannt wird. Andererseits bedauern wir, dass der Bericht den Elefanten im Raum nicht anspricht: das Patentsystem, das Monopolmärkte für Unternehmen schafft und es ihnen ermöglicht, die Preise auf einem sehr hohen Niveau zu halten. Aber lassen Sie uns die Bemühungen des Berichts nicht untergraben. Wir haben die Aufnahme von „kein sicheres Niveau des Alkoholkonsums“ in den Bericht. Ich sehe jedoch, dass einige Kollegen wissenschaftliche Studien immer noch nicht anerkennen oder sogar neu formulieren Studien, um sie mit den Anforderungen der Industrie in Einklang zu bringen. Die WHO stellt klar, dass es kein sicheres Niveau des Alkoholkonsums gibt, daher ist die Aussage, dass nur schädlicher Konsum krebserregend ist, irreführend. Nach wie vielen Gläsern Wein können wir über schädlichen Konsum sprechen? Eins, zwei, drei? Ungefähr 1 von 20 Todesfällen weltweit ist das Ergebnis einer alkoholbedingten Krankheit. Bleiben wir bei der Wissenschaft und behalten den Bericht so, wie er ist. Wir brauchen auch eindeutig bessere Informationen über die Risikofaktoren für viele verschiedene Krebsarten und müssen uns an die Gesundheitswarnwerte halten. Ich möchte auch alle daran erinnern, dass wir das Verbot der Alkoholwerbung bei Sportveranstaltungen, bei denen diese Veranstaltungen hauptsächlich von Minderjährigen besucht werden, sowie das Verbot des Alkoholsponsorings von Sportveranstaltungen fordern. Zum Thema E-Zigaretten: In dem vorliegenden Bericht wird die Kommission aufgefordert, zu bewerten, welche Aromen in E-Zigaretten für Minderjährige und Nichtraucher besonders attraktiv sind, und vorzuschlagen, diese zu verbieten. Es gibt Tausende von Aromen in E-Zigaretten, die versuchen, sie übermäßig attraktiv zu machen, und es ist überfällig, dass regulatorische Maßnahmen gegen sie ergriffen werden müssen.
Schutz von Tieren beim Transport - Schutz von Tieren beim Transport (Empfehlung) (Aussprache)
Frau Präsidentin, es war mir eine große Ehre, den Vorsitz im ersten Ausschuss zu führen, der sich ausschließlich dem Tierschutz widmet. Ich möchte allen Mitgliedern, Beratern und Sachverständigen für ihre harte Arbeit danken und fordere alle Mitglieder auf, für die ehrgeizigsten Empfehlungen zu stimmen, die möglich sind. Zeit ist hier ein entscheidendes Konzept. Wie viel Zeit müssen Tiere in Zukunft auf Lastwagen, auf Schiffen, in Flugzeugen verbringen, wissend, dass jede zusätzliche Stunde zu mehr Leid führt? Zeit ist auch ein wichtiges Thema, wenn es um den Zeitpunkt der Überarbeitung der Vorschriften geht, da keine Zeit zu verschwenden ist. Es ist wegen des Drucks der besorgten Bürger, dass wir diesen Ausschuss hatten, und sie wollen jetzt eine Veränderung sehen, oder zumindest so schnell wie möglich. Wenn sich die Überarbeitung verzögert, wird es fast unmöglich sein, sie vor den Wahlen im Mai 2024 abzuschließen, und dies wird eine große Enttäuschung für all diese Bürgerinnen und Bürger sein. Die Mitglieder dieser Wahlperiode sind eindeutig am qualifiziertesten, um an dieser Überarbeitung zu arbeiten, da sie so viel Zeit damit verbracht haben, die Fragen des Tiertransports zu analysieren. Wird die Kommission also diese wichtige Zeitfrage prüfen und das Datum des Vorschlags auf das erste Halbjahr 2023 vorverlegen, damit wir vor Ablauf dieses Mandats eine Überarbeitung vornehmen können? Die Zeit läuft für Millionen Tiere.
EU-weites Verbot des Einsatzes von Wildtieren in Zirkussen (Aussprache)
Herr Präsident! Stell dir vor, du lebst den größten Teil deines Lebens in einem Käfig. Wahrscheinlich wurdest du in Gefangenschaft geboren, aber du spürst noch immer die Wildnis in dir. Du sehnst dich danach, frei zu laufen, zu schwimmen und unter freiem Himmel zu schlafen. Aber so sieht dein Alltag nicht aus. Dein Tagesablauf ist den Menschen ausgeliefert, die dich in Gefangenschaft halten. Du wurdest in der Angst vor Bestrafung erzogen. Du musstest lernen, was du tun musst, um Schmerzen zu vermeiden. Abends, im grellen Scheinwerferlicht, wirst du gezwungen, aufzutreten, unter dem Geschrei, unter dem Gelächter der Menschenmenge um dich herum. Wie kann das im Jahr 2021 noch immer passieren? Es hat nichts Kulturelles, es hat nichts Pädagogisches, Wildtiere quer über den Kontinent zu schleppen und sie zur Unterhaltung zu missbrauchen. Diese Praxis sollte in allen Ländern der Vergangenheit angehören.