19
Okt
2023
Ansehen
Generationenwechsel in landwirtschaftlichen Betrieben der Zukunft in der EU (Aussprache)
Herr Präsident! Der Kommissar ist nicht mehr hier – macht nichts. In der biologischen Landwirtschaft sehen wir, dass 21 Prozent der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter unter 40 Jahren sind, während wir in der konventionellen Landwirtschaft gerade einmal 12 Prozent Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter unter 40 Jahren haben. Das zeigt eindeutig, dass ein freundlicher Umgang mit Tieren, eine Landwirtschaft ohne chemisch-synthetische Pestizide, eine Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet, wesentlich attraktiver ist für die junge Generation, um Höfe zu übernehmen. Vielleicht sollten wir die gesamte europäische Landwirtschaft mehr in Richtung agrarökologischer und umweltfreundlicher Methoden entwickeln. Ich denke, das würde helfen, mehr junge Leute für den Beruf zu begeistern. Aber insbesondere sind es die gebildeten Frauen, die den ländlichen Raum verlassen – gebildete Frauen, die, wenn im Nebenerwerb notwendig, im ländlichen Raum kaum Jobs finden, wo es Infrastrukturmängel gibt, Mängel in den Bereichen öffentlicher Verkehr, Kindergärten, Schulen, Zugang zu Schulen, aber auch zur Altenpflege. Das ist das, was Frauen die Arbeit in der Landwirtschaft erschwert: gleichzeitig Obsorgeaufgaben in der Familie zu übernehmen und viel Verantwortung in der Landwirtschaft. Und schlussendlich der Zugang zu Land: Es gibt viele junge Leute, die gerne arbeiten wollen, die gerne Landwirtschaft beginnen wollen. Dazu müssen wir uns überlegen, ob wir nicht mit unserer Förderpolitik hauptsächlich die größeren und größer werdenden Betriebe unterstützen und ob wir nicht in der Gemeinsamen Agrarpolitik eine stärkere Unterstützung von Kleinbetrieben brauchen, um das Bauernsterben zu beenden und junge Generationen auf dem Land zu halten.