16
Jun
2026
Ansehen
Eine Zukunft in der EU für die Westbalkanländer (gemeinsame Aussprache)
Frau Präsidentin, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen, Investitionen in Aussöhnung und gute bilaterale Beziehungen sind keine leichte Aufgabe. Mein eigenes Land, Österreich, brauchte 40 Jahre, um zuzugeben, dass wir Mit-‑-Täter des Nazi-Regimes waren, und es dauerte viele, viele Jahre, um in gutnachbarliche Beziehungen zu investieren, um unsere Beziehungen zu unseren Nachbarn wieder aufzubauen. Dies war keine leichte Übung, da der erste Schritt darin besteht, historisches Fehlverhalten zuzugeben – kein leichtes. Aber der zweite ist, auch deinen Nachbarn etwas Vergebung zu zeigen. So bauen wir gute bilaterale Beziehungen auf. Klar ist, dass der Minderheitenschutz Teil der europäischen Besitzstand und muss erfüllt werden. Die Aufnahme von Minderheiten – der Bulgaren und anderer – in die Verfassung ist eine klare Anforderung von Seiten der Europäischen Union. Nur um das klarzustellen: Angriffe auf Minderheiteninstitutionen oder Angriffe auf diplomatisches Eigentum sind ein absolutes No-Go. Ministerpräsident Mickoski war sehr klar. Er verurteilte es mit starken Worten. Der Täter wurde festgenommen und wird derzeit nach seiner Motivation befragt. So muss ein Staat reagieren, und ich denke, es ist gut, dass er öffentlich eine sehr klare Erklärung dazu abgegeben hat. Was nicht Teil des europäischen Besitzstand 100 % ähnliche Geschichtsbücher. Auch nach 80 Jahren österreichischer Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg ist dies nicht etwas, was wir mit unseren Nachbarstaaten zu erreichen versuchen oder erreicht haben. Ich würde es nie wagen, die Identität meines Nachbarlandes in Frage zu stellen. Niemals. Ich würde es nie wagen, die bulgarische Identität in Frage zu stellen, nur weil Sie 500 Jahre unter osmanischer Herrschaft waren. Diese Akzeptanz der Nachbarn untereinander ist eine Grundlage der Zusammenarbeit. Und was ich noch sagen möchte, ist, dass es auch an uns, der Europäischen Union, liegt, die Plattform zu unterstützen, den Dialog zu unterstützen, das Vertrauen wiederherzustellen, bei den kleinen Schritten zum Wiederaufbau guter bilateraler Beziehungen zu helfen, in diesem Fall zwischen Bulgarien und Nordmazedonien, aber das ist der Fall für die gesamte Region. Es liegt auch in unserer Verantwortung, Ressourcen auf den Tisch zu legen, Personal auf den Tisch zu legen und die Region bei der Aussöhnung in all den verschiedenen Angelegenheiten zu unterstützen. Auch hier haben wir eine Verantwortung. Ich möchte allen Schattenberichterstattern für die konstruktive Arbeit danken und weitermachen.