25
Apr
2024
Ansehen
Rahmen für Maßnahmen zur Stärkung des europäischen Ökosystems der Fertigung von Netto-Null-Technologieprodukten (Netto-Null-Industrie-Verordnung) (Aussprache)
Herr Präsident Karas, ich freue mich sehr, dass ich diese Rede heute unter Ihrem Vorsitz halten darf, sehr geehrter Herr Kommissar, lieber Herr Berichterstatter Ehler! Zunächst möchte ich mich für die gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ausschüssen hier bedanken. Ich finde, der ist ein Aufbruchssignal an die Industrie in Europa. Wir treiben die Dekarbonisierung voran und investieren in Zukunftsbranchen wie Batterien, Solarstrom und Windenergie. Wir beschleunigen Planungsverfahren, bündeln die Umweltprüfung, ermöglichen neue Industriecluster und die Transformation angestammter Industriestandorte, und das alles, ohne dabei unsere hohen Umwelt- und Sozialstandards in Europa aufzugeben. Für mich war und ist immer klar und die Richtschnur: Die Transformation der Industrie darf nicht auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger oder der Umwelt passieren. Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Erst auf den letzten Metern ist es uns allerdings gelungen, in den Verhandlungen durchzusetzen, dass Atomenergie nicht gefördert werden darf. Das ist für mich zentral wichtig. Mit einer europaweiten Nuklearförderung hätten wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nicht zustimmen können. Es ist kein großes Geheimnis: Umweltschutz und Soziales sind leider nicht mehr die beste Priorität für viele. Das zeigt, wie wenig selbstverständlich das Offensichtliche ist. Klimasoziale Transformation gelingt uns nur mit den Menschen, nicht gegen sie. Sie gelingt uns nur mit Umwelt- und Klimaschutz und nicht ohne. Deswegen brauchen wir ein Europa, das auch in Zukunft in Industrie und gute Arbeitsplätze investiert und einen entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel führt.