Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
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Lukas Sieper | Deutschland DEU | Fraktionslose Mitglieder (NI) | 390 |
| 2 |
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Juan Fernando López Aguilar | Spanien ESP | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 354 |
| 3 |
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Sebastian Tynkkynen | Finnland FIN | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 331 |
| 4 |
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João Oliveira | Portugal PRT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 232 |
| 5 |
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Vytenis Povilas Andriukaitis | Litauen LTU | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 227 |
Alle Beiträge (57)
Geopolitische und wirtschaftliche Auswirkungen der neuen Trump-Regierung auf die transatlantischen Beziehungen (Aussprache)
Herr Präsident! Ja, meine Damen und Herren, man fühlt sich bei diesen Diskussionen heute fast an biblische Zitate erinnert, denn ein großes Heulen und Zähneklappern geht durch den Raum, genauso wie sicherlich durch die Europäische Kommission. Heulen und Zähneklappern? Ja, denn die Zeit von Justin Trudeau, von Olaf Scholz und sicherlich auch von Ursula von der Leyen neigt sich dem Ende zu. Die Zeit der Sozialexperimente findet ihr jähes Ende, und wir sehen auch, dass Wokismus, Gender‑Theorien, Klimawahn und weitere Geschichten keine Zukunft haben und die Sonne der Freiheit sich erhebt von Argentinien über die USA bis nach Österreich, bis zu uns hier eines Tages. Viele hier sind nicht in der Lage, das intellektuell zu begreifen, und so werden schon fleißig neue Narrative geschürt: Milei sei ein Verrückter, Donald Trump baue in Wahrheit an seiner Oligarchie in den USA, an der Herrschaft der Millionäre. Meine Damen und Herren, damit muss Schluss sein hier im Hause! Öffnen Sie sich dem Realismus, dem politischen Realismus, und sagen auch Sie Ja dazu, dass es den großen Wechsel des Pendels gab, dass es die große Wende nunmehr gibt hin zu wahrer Demokratie, hin zur Freiheit. Und lassen Sie die Sonne der Freiheit endlich auch bei uns scheinen. Öffnen Sie sich, meine Damen und Herren!
Europas Zukunft antreiben – Förderung der Fusionsindustrie für Energieunabhängigkeit und Innovation (Aussprache)
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Bis 2100 wird unser globaler Strombedarf auf das Siebenfache des gegenwärtigen ansteigen, freilich gesetzt den Fall, dass die Grünen nicht plötzlich ihren weltweiten Siegeszug der Deindustrialisierung antreten, wonach es gegenwärtig aber ja zum Glück nicht aussieht. Allein in der Bundesrepublik Deutschland erwarten wir bis 2050 eine Verdoppelung bis Verdreifachung der Nachfrage nach Elektrizität. Fusionsreaktoren scheinen da als probate Hoffnung und Ausweg zu sauberer, sicherer und günstiger Energie. Die Unionsfraktion sprach im Bundestag gar von einem künftigen Gamechanger. Doch, meine Damen und Herren, wie Ihnen vielleicht bewusst sein dürfte, lässt sich mit dem Prinzip Hoffnung keine seriöse Politik betreiben. Schon heute führen Flatterstrom und die nutz‑ wie planlose Zerstörung unserer über Jahrzehnte aufgebauten Strominfrastruktur inklusive eines Nerobefehls gegenüber deutschen Kern‑ und Kohlekraftwerken aus dem grünen Wirtschaftsministerium unter dem Kinderbuchautor Robert Habeck zu explodierenden Strompreisen mit Kollateralschäden bis nach Schweden und einer berechtigten Angst vor drohenden Blackouts, wie sie nicht einmal zu Zeiten der Ölpreiskrise in den 70ern bestand. Sie haben schon mit der Wasserstoffrichtlinie Ihren fehlgeleiteten planwirtschaftlichen Zugang zur Energiepolitik offenbart. Reale Probleme der Gegenwart mit möglichen Technologien der Zukunft beheben zu wollen, ist irre. Deswegen: Bitte lassen Sie uns in die Forschung zu Fusionsreaktoren investieren. Lassen Sie uns uns freuen, wenn die Technologie in 30 oder 40 oder 50 Jahren dann tatsächlich Früchte trägt. Doch machen Sie den Menschen dort draußen heute keine falschen Hoffnungen. Ihre Probleme – die erdrückenden Strompreise auf den Abrechnungen, der Verlust unserer industriellen Wettbewerbsfähigkeit – lassen sich heute nur durch moderne Kernkraftwerke als Garant unserer Grundlastfähigkeit lösen. Die Gamechanger, von denen die Union träumt, existieren also bereits. Man braucht nur den politischen Willen, sie zum Nutzen unserer Völker einzusetzen, wie dies in so vielen Mitgliedstaaten der Europäischen Union heute bereits geschieht.
Wiederherstellung des Wettbewerbsvorteils der EU – Notwendigkeit einer Folgenabschätzung der Maßnahmen des Grünen Deals (Aussprache über ein aktuelles Thema)
Herr Präsident! Ja, meine Damen und Herren, versprochen wurden uns Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung, bekommen haben wir Deindustrialisierung, Verarmung und Vermögensabfluss. Insofern ist die Frage natürlich schon lustig, dass man sich jetzt mit einem Impact Assessment zu einem 1 800-Milliarden-Euro-Programm beschäftigt. Wir müssen dieses Assessment gar nicht für teuer Geld kaufen, wir können es hier heute mal machen. Denn die Bürger spüren die steigenden Preise für Strom, für Heizung und Benzin in ihren eigenen Geldbeuteln. Die Arbeitslosenzahlen steigen trotz aller Schönfärberei aus den entsprechenden Instituten kontinuierlich. Der Konsumklimaindex bricht ein, und die deutsche Wirtschaftsleistung z. B. dürfte im laufenden Jahr zum zweiten Mal in Folge sinken. Benzin und Diesel steigen aufgrund der Erhöhung der CO2-Bepreisung im kommenden Jahr erneut um jeweils 3 Cent pro Liter und werden seit 2021 künstlich um insgesamt gut 13 bzw. 14 Cent verteuert. Und vonseiten des BASF-Chefs hört man, dass man in Europa keinen Platz mehr finden könne, wo man Geld verdienen kann, und dass die europäischen Betriebe an der Nabelschnur ausländischer Märkte hängen würden. Doch unter dem Banner des Green Deal treten die apokalyptischen Reiter der Kommission weiter an, unsere Wirtschaft und Gesellschaft mit Lieferkettengesetzen, CO2-Grenzausgleichsmechanismen, Umverteilung und Dirigismus weiter zu drangsalieren. Der Green Deal ist in Wahrheit – und abseits der hohlen Phrasen aus dem Parlamentsgebäude – nichts weiter als die planvolle und gewollte Sabotage ehemals funktionierender Volkswirtschaften. Wen wundert's? Denn wer sich im realitätsfernen Elfenbeinturm mit Kommissaren und Mehrjahresplänen verschanzt, der steht dem sozialistischen Dirigismus natürlich schon semantisch näher als der Freiheit. Wer bislang vor der Realität des immer weitergehenden Wettbewerbsverlustes der europäischen Volkswirtschaften und des Aufschreis der Bürger die Augen und Ohren verschlossen hat, dem ist auch mit einem Impact Assessment nicht mehr zu helfen. Deswegen: Sparen Sie uns das Geld, sparen Sie sich die Zeit, reden Sie mit Arbeitnehmern, mit Angestellten, mit Unternehmern und Landwirten. Und kurzum: Machen Sie das, was Sie irgendwann einmal versprochen haben – fangen Sie an, für das Volk und nicht gegen das Volk zu arbeiten, und treten Sie den Green Deal in die Tonne, meine Damen und Herren!
Anstieg der Energiepreise und Bekämpfung der Energiearmut (Aussprache)
Herr Kollege, es wäre schön, wenn es so wäre. Ich denke, Sie bezeichnen uns hier drüben als Rechtsextreme. Wenn ich sagen darf: Für unsere Parteien wäre es sehr, sehr gut, wenn die Stromkonzerne ein bisschen auf unserer Seite wären. Denn tatsächlich setzen wir uns für günstigen Strom ein. Aber ich bin bei Ihnen. Sie waren das vorher mit dem Merit-Order-Prinzip. Ich sehe auch das als großes Problem. Da haben Sie völlig recht. Aber es bleibt dabei: Flatterenergie, grüner Strom ist zumindest in Deutschland – das zeigt die Empirie der vergangenen, ja, nicht nur Wochen und Tage, sondern auch der vergangenen Jahre – nicht günstiger als die konventionelle Energie, die wir vorher konventionell erzeugt haben. Das wissen wir seit Habecks Zeiten, als er uns eine Kugel Eis versprochen hat bzw. den Preis einer Kugel Eis. Es hat sich nicht bewahrheitet.
Anstieg der Energiepreise und Bekämpfung der Energiearmut (Aussprache)
Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Manchmal fragt man sich schon, wo man hier gelandet ist. Es ist eigentlich auch ein pathologischer Grad der Realitätsverweigerung, wenn man hier drin gerade hört: Green Deal, und grüne Energie sei günstige Energie. Meine Damen und Herren, der eine oder andere hat vielleicht nicht mitbekommen, dass wir in der vergangenen Woche in Deutschland fünf Tage Dunkelflaute hatten und dass es dann gar nicht so günstig ist, wie hier im Saale behauptet wird. Und Sie sagen: Das ist Shit. Es ist genau so; es ist eine Lüge zu sagen, grüne Energie wäre günstige Energie. Grüne Energie ist Flatterwind, und das ist Flatterstrom. Und die gesamte EU leidet gerade unter dem deutschen Sonderweg, der bis 2035 alleine 1 240 Milliarden Euro kosten wird. In diesem Sinne darf ich die Frage stellen: Ist grüne Energie wirklich die Zukunft? Das kann es nicht sein, meine Damen und Herren. Wir brauchen günstige Preise – das haben Sie, Kollegin, vielleicht nicht erkannt – für unsere Industrie. ZF, Thyssen, Continental bauen allein über 40 000 Stellen ab, und das ist auch Ihre Schuld. Das ist die Schuld der Grünen. Ich kann in diesem Sinne nur meine Worte an die Kommission richten: Lassen Sie endlich Vernunft in Deutschland einkehren und drängen Sie auf die Deutschen, dass wir wieder zurückfinden zur Kernkraft und zur Abkehr vom Green Deal.
Die Krise der Automobilindustrie der EU, mögliche Werksschließungen und die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und Arbeitsplätze in Europa zu erhalten (Aussprache)
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Jammern und Wehklagen aus den Chefetagen und seitens der Autofirmen – es ist gerade so, als ist man jetzt gerade erst zur Vernunft gekommen. Der Green Deal ist ja gar keine Wachstumsstrategie, sondern eine Strategie der Deindustrialisierung. Doch hier sei die Frage erlaubt: Wer hat sich denn über Jahre hinweg gemein gemacht mit dieser grünen Wohlstandsvernichtungspolitik? Es waren doch gerade die Chefetagen, auch bei VW, die zugelassen haben, dass eine Grüne – Autohasserin übrigens noch dazu – in den Aufsichtsrat aufgenommen wird, die Beifall geklatscht haben bei den Dieselfahrverboten in Innenstädten, die gesagt haben, die Strafzahlungen in Bezug auf die CO2‑Ziele, die werden wir schon irgendwie schaffen. Deswegen geht mein Appell heute nach draußen an die Chefetagen, an die Autobauer. Machen Sie sich wieder stark für Ihre wirtschaftliche Freiheit. Machen Sie sich wieder stark, das zu produzieren, worin Sie stark sind. Hören Sie auf mit woker Gesellschaftspolitik und hören Sie auf, diesen Kurs, der Sie in die Zerstörung führt, auch noch mit zu unterstützen.
Die Transparenz und das Targeting politischer Werbung (Aussprache)
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Ross und Reiter zu benennen, das ist wichtig für den Wiederaufbau der geschundenen Debattenkultur der letzten Jahre. Da gehe ich völlig d'accord mit den Vorrednern, obwohl ich grundsätzlich der Ansicht bin, dass der mündige Bürger in vielen Fällen selber dazu in der Lage ist, den Schluss hinzubekommen, von wem denn nun eine politische Message kommt. Viel schwieriger wird es doch in den Fällen, in denen Journalisten gar nicht so unabhängig sind, wie sie vorgeben zu sein, und in denjenigen Fällen, in denen NGOs, nämlich non-governmental organizations, eben zu hidden governmental organizations gemacht werden, weil sie von der Regierung mit Geld gefüttert und mit Rechten ausgestattet werden, oder gar, wenn Parteien durch Beteiligungen weitreichenden Einfluss auf die Medienlandschaft eines Landes erhalten. Der demokratische Super-GAU dann natürlich, wenn alle drei Akteure im quasi kollusiven Zusammenwirken gegen diejenigen Parteien agieren, die eben gerade nicht in der Regierung sind. Meine Damen und Herren, deswegen: Jawohl, wir wollen mehr Transparenz im laufenden Wahlkampf, und bei Korrektiv und dem roten Medienimperium der SPD in Deutschland beginnen wir.
Rahmen zur Gewährleistung einer sicheren und nachhaltigen Versorgung mit kritischen Rohstoffen (Aussprache)
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Es hätte wohl keiner hellseherischen Fähigkeiten in der Vergangenheit bedurft, um vorauszusehen, dass wir in der heutigen Zeit in eine Schieflage geraten, was die Versorgung mit kritischen Rohstoffen und Materialien angeht. Und stattdessen finden wir uns heute wieder und doktern doch nur an den Symptomen herum, wie in der Vergangenheit auch. Die Symptome, das ist das, was wir gerade sehen, aber die eigentlichen Ursachen, die liegen doch ganz woanders, nämlich in ideologieüberfrachteten Handelsabkommen, wie wir sie in der Vergangenheit bereits gehabt haben. Deswegen sollten wir doch so ehrlich zu unseren Managern und Angestellten, Arbeitnehmern und Arbeitern und all denen sein, die in der Industrie tätig sind, und sagen: Hier in diesem Hause, da geht nach wie vor Ideologie vor Industrie.
Rahmen für Maßnahmen zur Stärkung des europäischen Ökosystems der Fertigung von Netto-Null-Technologieprodukten (Netto-Null-Industrie-Verordnung) (Aussprache)
Frau Präsidentin! Endlich, endlich, könnte man meinen, macht die Politik ihre Arbeit: Bürokratieabbau, die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren und ein schneller Marktzugang. Danach dürsten doch unsere Unternehmen, insbesondere in der heutigen Zeit. Doch weit gefehlt: In diese Genüsse kommen nur Auserwählte. Mit dem vorliegenden Bericht werden Maßnahmen für Nischenbranchen geschaffen, die eigentlich für sämtliche Industrie- und Wirtschaftszweige selbstverständlich sein sollten. Und dann trifft einen beim Lesen all dieser Vergünstigungen noch eine Erkenntnis zwischen den Zeilen, nämlich diejenige, dass Großbritannien mit dem Brexit vielleicht doch eine richtige Entscheidung getroffen hat. Dort wird nämlich abseits der Brüsseler Hemmschuhe die Politik tatsächlich wieder an den eigenen Bedürfnissen orientiert. Klimaziele werden aufgeschoben, Verbrennerverbot und Heizungsdiktate gleich mit. Das schert hier niemanden. Hier wird weiter fleißig subventioniert, gesteuert und geplant. Die Schicksale von SolarWorld und Conergy sind lange her. Wir, die Kontinentaleuropäer, bekommen am Ende vielleicht tatsächlich unsere Netto-Null-Industrie – nur anders, als in diesem Bericht beschrieben.
Vertrag über die Energiecharta – nächste Schritte (Aussprache)
Frau Präsidentin! und , da waren gerade eben schon wieder alle Stichwörter im Spiel. Meine Damen und Herren, wenn die Europäische Union, die normalerweise so vernarrt ist in internationale Organisationen, eine solche Organisation oder ein solches Gremium verlässt, dann sollten eigentlich alle Alarmlampen angehen. Für mich bedeutet der Ausstieg aus dem Energiechartavertrag nun den sichtbaren Ausdruck, dass wir uns mit dem Grünen Deal auch international in eine Sackgasse bewegen. Ein Element des Energiechartavertrags war auch der Freihandel im Energiebereich, und der Freihandel liegt nun unseren Kollegen hier in der linken Seite des Hauses ebenso wenig wie den Kollegen in der Kommission am Herzen, wenn wir uns die derzeitigen planwirtschaftlichen Ansätze im Rahmen des Grünen Deals anschauen. Deswegen bleibt es bei dem, was wir schon so oft gesagt haben: Der Grüne Deal muss sterben, damit wir leben können!
Verwirklichung des Grünen Deals: das Risiko, dass die EU auf dem Weg zum grünen Wandel auf Hindernisse stößt und ihre internationalen Verpflichtungen nicht einhält (Aussprache)
Frau Präsidentin! Ja, Herr Timmermans, Sie werden es nicht wissen, aber ich bin ja ein Menschenfreund, und ich gebe gerne auch mal gratis Wahltipps. Ich glaube, ich habe Ihre Umfrageergebnisse heute gesehen. Wir stehen ja in Deutschland gerade bei 22 %, Sie bei um die sechs, so etwa. Da gebe ich Ihnen gerne meinen Tipp. Und wir reden jetzt gerade darüber, welche Probleme der Grüne Deal in seiner Umsetzung jetzt haben könnte. Der Kollege López hat gerade auch fabuliert, dass es an uns Rechten liegen würde, die hier gerade Probleme verursachen bei der Umsetzung des Grünen Deals. Nein, das ist es eben nicht! Es ist die Lebenswirklichkeit! Meine Damen und Herren, uns ist hier abends ein Programm versprochen worden aus rosaroten Träumen, und aufgewacht sind die Menschen morgens in der Hölle – in der Hölle der Inflation, der Planwirtschaft, der Unfreiheit, der Preissteigerungen und nun heute auch mit einer weiteren Reduzierung der landwirtschaftlichen Anbauflächen, was natürlich zu weiterer Inflation im Lebensmittelbereich führen wird. Meine Damen und Herren, wir müssten uns diesen Realitäten stellen. Es ist Zeit, den Grünen Deal insgesamt infrage zu stellen. Lassen Sie ab davon, und kommen Sie wieder auf hohe Prozente. Ich will Ihnen ja nur helfen.
Lage der Europäischen Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (SME Union) (Aussprache)
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Die herausragende Bedeutung der kleinen und mittelständischen Unternehmen kam heute hier schon hervorragend heraus. Tatsächlich könnte man meinen, wenn man den Tagesordnungspunkt zur Lage der Europäischen Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (SME Union) hier auf der Tagesordnung liest, dass wir dieser Bedeutung hier auch gerecht werden wollen. Doch bei der Vorbereitung dieser Rede bin ich schon über den ersten kleinen Fauxpas gestolpert. Denn wenn ich auf der Kommissionsseite den KMU-Beauftragten bzw. die KMU-Beauftragte im konkreten Falle suche, dann steht dort „Seite nicht gefunden“. Das gleiche gilt auch für die E-Mail-Adresse der betroffenen Person. Insofern wird man hier der Bedeutung der KMU überhaupt nicht gerecht. Statt hier immer neue Pakete schnüren zu wollen wie ein Mittelstandspaket, da mag ich doch um eines bitten, nämlich die bestehenden Pakete einmal aufzuschnüren und diejenigen Dokumentations- und Zertifizierungspflichten, wie wir sie jetzt beispielsweise mit dem Lieferkettengesetz, aber insgesamt auch mit dem Grünen Deal haben, ein für alle Mal zu beenden, um endlich unseren KMU wieder den Freiraum zu geben, den sie wirklich benötigen.
Wasserkrise in Europa (Aussprache)
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Meine allerersten Glückwünsche heute gehen an die Republik Frankreich zum Bau sechs neuer Kernkraftwerke, der da beschlossen worden ist. Und Sie finden sich damit natürlich in guter Gesellschaft, denn wir haben immerhin 30 bis 45 neue Kernkraftwerke, die in der EU gebaut werden sollen. Nun gehöre ich ja nicht zu der Klimasekte, wie wir sie hier links finden, aber das finde ich doch wieder als CO2-Reduktionsmaßnahme ganz passend. Die Franzosen finden sich also in guter Gesellschaft, ich hier im Hause in etwas schlechterer, denn ich bin umgeben von Kollegen, die schon an der Änderung der Zeitumstellung scheitern, aber gleichzeitig denken, hier aus dem Plenarsaal heraus das Weltklima verändern zu können. Meine Forderung ist eine ganz einfache: Lassen wir doch diese Hybris und setzen wir einen Teil des Kapitals von über 1 Billion Euro – für den Grünen Deal vorgesehen – jetzt für Wassermanagement ein. Das betrifft ja nicht nur die Bekämpfung von Trockenheiten, die eben jetzt schon in der heutigen Zeit eintreten, sondern natürlich auch Hochwasserereignisse, Hochwasserschutzmaßnahmen. Das Geld ist jetzt erforderlich. Wir müssen nicht kämpfen gegen den Klimawandel in 100 Jahren, wir müssen kämpfen gegen die Extremwetterereignisse heute.
Europa zum Investitionsstandort machen (Aussprache)
Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Make Europe the place to invest! Ich hatte das ursprünglich für eine kleine humoristische Einlage an diesem Nachmittag gehalten, insbesondere wenn ich mir die jüngsten Aussagen unseres deutschen Wirtschaftsministers, Herrn Habeck, in Bezug auf mögliche Gasengpässe anschaue, der da meinte, bevor die Leute frören, würden wir unsere Industrie drosseln oder gar abschalten. Er bezog sich dabei auf eine europäische Verabredung; das wäre auch interessant zu wissen, um was es da genau ging. Meine Frage, die ich mir stelle, ist: Wie wollen Sie denn künftigen Unternehmen klarmachen, was für ein toller Ort die EU für Investitionen ist, wenn die auch nur ein einziges Mal mit denjenigen reden, die hier schon investiert haben? Sie haben unseren Unternehmen doch ein Korsett an Strafzahlungen und Subventionen übergestülpt, das ihnen doch gar keinen Raum zum Atmen lässt! Sie sind mit Ihrem Grünen Deal nicht nur für Flatterstrom, sondern auch für die Flatterpolitik der letzten Monate verantwortlich. Und Sie haben sich von der Technologieneutralität schon lange verabschiedet. Abschottungspolitik und Protektionismus sind keine Tabuthemen mehr. Dann seien Sie doch so ehrlich und streichen Sie endlich auch Marktwirtschaft aus Ihrem Phrasenvokabular. Sie wollen gar keine Investoren im Sinne freier Unternehmer. Sie wollen Erfüllungsgehilfen für den Plan – sagen Sie es doch, Kombinate und Staatsunternehmen böten sich an! Die Kommissionsvertreter hier zu meiner Rechten sitzen deswegen auch völlig falsch. Sie wären hier auf der Linken weitaus besser aufgehoben, und zwar ganz weit links. Meine Damen und Herren, „die Ursula in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.“ So könnte es bald schon wieder tönen, außer vielleicht bei einem, und das ist der Wähler. Wenn ich mir heute die Umfrageergebnisse in Deutschland anschaue, insbesondere auch zu meiner Partei, dann könnte sich bald der Wind wieder drehen. Dann könnten wir in absehbarer Zeit wieder mündige Verbraucher und mutige Unternehmer sehen, die die Zügel an sich nehmen. Macher und Schaffer und nicht die Gemachten und Geschafften vom Klimawahn und von der Besserwisserei, wie sie gerade im Berlaymont zu Hause sind.
Verringerung der Methanemissionen im Energiesektor (Aussprache)
Herr Präsident, Damen und Herren! Die grüne, gute 11 Millionen Dollar schwere NGO Clean Air Task Force scheint trotz Dementi seitens der grünen Berichterstatterin Paulus die Basis für die Kompromissänderungsanträge zum vorliegenden Bericht mit geschrieben zu haben. Das wird auch gestützt durch ein Treffen zwischen der Abgeordneten und der in Rede stehenden Lobbyorganisation, durch entsprechende Berichte von Politico und dem Magazin The European Conservative und nicht zuletzt durch die Einträge im Metatext der Kompromissanträge selber. Meine Damen und Herren, der Lobbyismus und der intransparente Einfluss von NGOs auf den Gesetzgebungsprozess müssen endlich ein Ende haben. Die sich sonst so jovial bürgernah gebenden Grünen sind nicht bürger- oder gar volksnah, sie sind in Wahrheit Zöglinge und Spießgesellen einer undurchsichtigen NGO-Industrie – übrigens die einzige Industrie, die ihnen wirklich am Herzen liegt. Sie vertreten nicht die Interessen derjenigen, die sie gewählt haben. Sie vertreten die Interessen einer kleinen, gut, wenn auch kaum durchschaubar bezahlten Elite und definieren mit diesen wohlsituierten Weltverbesserern Ziele, denen sie ganze Völker und Industriezweige unterwerfen wollen, bis uns am Schluss der letzte Cent aus der Tasche gesaugt worden ist. Mit dieser Heuchelei muss jetzt hier ein für alle Mal Schluss sein! Zwangsläufig wird im Rahmen der Methanstrategie auch die Landwirtschaft ins Fadenkreuz genommen und damit noch weiter drangsaliert werden. Wenn Sie also gedacht haben, die Methanstrategie, die Elektromobilität, kurzum: der Grüne Deal wären Teil einer Deindustrialisierungskampagne im Rahmen eines Morgenthau-Plans 2.0, dann liegen Sie völlig falsch. Dieser Plan hätte uns zumindest die Landwirtschaft gelassen.
Wiederaufnahme der Sitzung
Frau Präsidentin! Wir hatten hier gestern ein recht durchwachsenes Stimmungsbild zur Gebäudeeffizienzrichtlinie, und deswegen hätte ich einen Antrag nach Artikel 59 der Geschäftsordnung. Wir haben das Chaos gesehen, das sich jetzt gerade im Rat ausbreitet in Bezug auf die Abschaffung des Verbrennungsmotors. Wir sehen auch jetzt schon den Widerstand zweier Mitgliedstaaten gegen die Gebäudeeffizienzrichtlinie, und wir sehen den erheblichen Widerstand auch hier im Hause fraktionsübergreifend gegen den Zwangscharakter der entsprechenden Maßnahmen. Ich stelle deswegen den Antrag, diesen Vorschlag an den Ausschuss zurückzuüberweisen.
Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Neufassung) (Aussprache)
Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Der Vorschlag zur Energieeffizienz von Gebäuden beweist, dass es keinen Rückzugsort vor den Ideen der Brüsseler Weltverbesserer gibt. Nun muss also das Eigenheim, das letzte Refugium vor dem Gender- und Klimawahn, dran glauben. Ab 2028 soll EU-weit die Pflicht für den Einbau von Photovoltaikanlagen in allen Neubauten, ab 2032 in sämtlichen Häusern kommen. Öffentliche Gebäude sollen gar schon ab 2027 emissionsfrei sein. 15 % von Stellplätzen sollen für Fahrräder reserviert, pro fünf Stellplätzen eine Ladesäule für Batteriekutschen errichtet werden. In den nächsten zehn Jahren müssen alleine in Deutschland 16 Millionen Häuser mit neuen Fassadendämmungen, Dächern, Fenstern und Heizungen ausgestattet werden. Es lebe das emissionsfreie Wohnen in der Thermoskanne – Schimmel und Brandschutzprobleme inklusive! Garniert werden soll das Ganze neben staatlichem Zwang zur Umsetzung übrigens mit Zuschüssen in Höhe von 150 Milliarden EUR. Immerhin 330 EUR pro Einwohner. Das sollte zumindest für ein isoliertes Klofenster reichen.
Ausführungen von einer Minute zu Fragen von politischer Bedeutung
Frau Präsidentin! Der Automobilzulieferer Schaeffler hat 1300 Stellen aufgrund des Umstieges auf die Elektromobilität gestrichen. Borgers ging gar ganz pleite und ist momentan in Insolvenz. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen, denn laut einer Studie der Beratungsfirma Horváth leiden drei Viertel unserer Zulieferer unter den massiv gestiegenen Energie-, Rohstoff- und Produktionskosten. Die gesamte Automobilindustrie ist allein in Deutschland für 400 Milliarden Euro Jahresumsatz verantwortlich und beschäftigt mehr als eine Million Menschen. In dieser gesamten Problematik und trotz dieser Bedeutung, die die Automobilzulieferindustrie insbesondere für unseren Wirtschaftsstandort hat, werfen wir genau dieser Industrie noch weitere Knüppel zwischen die Beine, indem wir eben gerade jetzt gnaden-, sinn- und nutzlos auf die E-Mobilität einschwenken und uns dazu verpflichten, hier einzusteigen. Das führt zu massiven Problemen, und wir können sagen, dass das eben nicht nur für meine eigene Region und Ingolstadt, sondern für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland für massive Probleme sorgen wird.
Umsetzung der aktualisierten neuen Industriestrategie für Europa: Anpassung der Ausgaben an die Politik (Aussprache)
Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Vor genau drei Jahren war ich vor den Werkstoren der Firma Audi in meiner Heimatregion Ingolstadt und habe damals schon darauf hingewiesen, dass an die 200 000 Arbeitsplätze im Automobilbereich bei uns in Deutschland auf dem Spiel stünden, insbesondere natürlich im Zuliefererbereich. Damals war überhaupt nicht abzusehen, dass wir heute, drei Jahre später, vor der schwersten industriellen und konjunkturellen Krise unserer Generation stehen könnten. Wir sind konfrontiert mit Kollegen wie von Frau Hahn hier, die sich ernsthaft erdreisten und sagen, Unternehmen müssten ja nicht in Insolvenz gehen, sie müssten nur aufhören zu arbeiten. Das sagt ein deutscher Wirtschaftsminister. Diese Leute setzen sich jetzt dafür ein, die Probleme, die gerade zu unserer Krise geführt haben, noch zu verschärfen. Meine Damen und Herren, es ist logisch, und es ist sehr gut, dass wir uns darum kümmern, unsere Wertschöpfungsketten resilienter zu machen, dass wir Abhängigkeiten reduzieren wollen, dass wir auch Rohstoffe diversifizieren wollen. Das war eine Diskussion, die vor einigen Jahren auch in den USA geführt worden ist. Damals wurde hier noch gelacht. Jetzt versuchen wir uns vor genau dem gleichen Beispiel. Wir werden sehen, ob es am Schluss gelingt. Aber die entscheidende Frage sind doch, und das haben die meisten Vorredner hier ja richtig erwähnt, die Energiepreise. Die deutsche Wirtschaft sagt eindeutig, die Energiepreise sind dadurch zu senken, dass wir uns eben breiter aufstellen in der Stromproduktion und dass wir endlich das Merit-Order-Prinzip zu Grabe tragen. Das hat hier heute noch niemand erwähnt. Wir müssen das Merit-Order-Prinzip begraben, und das ist natürlich auch ein ganz wesentlicher Bestandteil des Green Deals. Deswegen stellt sich natürlich die Frage: Hat der Green Deal überhaupt noch eine Zukunft? Ich meine, meine Damen und Herren, noch bevor wir an der Realität scheitern werden, was unweigerlich bevorsteht, sollten wir den Green Deal jetzt beenden. Wir sollten das Merit-Order-Prinzip jetzt beenden. Wir sollten uns in der Stromproduktion breiter aufstellen, Technologieneutralität wahren, auch in Richtung nukleare Energie.
Richtlinie über erneuerbare Energien (Aussprache)
Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kollegen! Es ist teilweise schon schockierend zu sehen, wie hier heute an der Lebenswirklichkeit vorbeigeredet wird, auch im vorliegenden Bericht. Wir hatten in den vergangenen zehn Jahren 30 % Preissteigerung bei Elektrizität, 50 % mehr als im vergangenen Jahr. Wir haben Abschlagszahlungen mittlerweile, die 200 bis 600 % höher sind als im letzten Jahr im Energiebereich. Das Problem der Teuerung, das war gerade hervorgebracht durch die fehlgeleitete Energiewende, das war gerade hervorgebracht durch zu viel grüne Energie, die eben unsere Netze belastet, die eben Flatterstrom bedeutet im Endeffekt. Dieses Problem beheben wir jetzt gerade nicht dadurch, dass wir uns für noch mehr grüne Energie einsetzen. Deswegen meine Bitte und Aufforderung an Sie: Es sind nicht die Lobbys der Solarenergiefirmen, es sind nicht die Lobbys der Windenergiefirmen, die Sie hier gewählt haben. Es sind Leute zu Hause, Wähler, die ihre Wohnung heizen müssen, die ihren Kindern was am Herd zu essen kochen müssen und die sich schlicht und ergreifend darüber informieren wollen und schaffen wollen, ihre Rechnungen zu bezahlen. Das sind die Leute, die Sie hergebracht haben, setzen Sie sich für die ein.
Gesetz über digitale Dienste - Gesetz über digitale Märkte (Aussprache)
Herr Präsident! Meine Damen und Herren, ich kann diese positive Kritik kaum nachvollziehen. Wenn ich mir den Gesetzestext anschaue, dann sehe ich häufig den feuchten Traum, den wahr gewordenen feuchten Traum so manchen Fetischisten des Obrigkeitsstaates. Uns mag die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung nicht gelungen sein. Die Digitalisierung des Blockwartwesens in Form des „trusted Flaggers“ allerdings, die scheint uns vorliegend zu gelingen. Sie wollen in Krisenzeiten den öffentlichen Diskurs einschränken, demokratische Rechte einschränken. Ich frage Sie, was sind denn diese Krisenzeiten? War eine solche Krise die Flüchtlingskrise 2015? War eine solche Krise die berechtigte Kritik von Abertausenden von Menschen an zu früh auf den Markt geworfenen Impfstoffen? Meine Damen und Herren, der vorliegende Entwurf ist in weiten Teilen mündiger Bürger unwürdig. Man mag sogar so weit gehen: Das ist die späte Rache Mielkes an der westlichen Meinungsfreiheit. Meine Damen und Herren, wer ein wahrer Demokrat ist, der stimmt diesem Text in dieser Form so nicht zu.
Die Zukunft der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Afrika (Aussprache)
Frau Präsidentin! Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren! Nun, zielgruppenbasiert wurde der vorliegende Vorschlag ja auch verkauft als mögliches Instrument gegen die zunehmende Aktivität unserer globalen Konkurrenten aus Russland, der Türkei und natürlich auch aus China, und das wohlgemerkt – das haben wir gerade schon gehört – unter Ausschluss irgendwelcher neokolonialen oder gar kolonialen Anklänge. Nun, die Frage ist doch: Dort, wo früher grimmig dreinschauende Kolonialherren ihre Knute geschwungen haben, da schwingen eben heute Greta Thunberg und Carola Rackete ihre Knuten – das eben in entsprechenden Worthülsen, wie wir sie heute zur Genüge gehört haben. Und es droht gar noch mehr: Es droht ein Bumerang für uns zu werden, und es droht natürlich auch ein Draufzahlgeschäft für die Europäische Union selbst zu werden, wenn wir uns anschauen, dass Massenmigration hier eben Tür und Tor geöffnet werden wird und dass auch der Text in keinem Wort davon spricht, straffällig gewordene Migranten wieder zurückzuführen. In diesem Sinne – es bleibt wie so häufig: Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint.
Der REPowerEU-Plan: Europäische Solidarität und Energiesicherheit angesichts der Invasion der Ukraine durch Russland, einschließlich der aktuellen Unterbrechungen der Gaslieferungen an Polen und Bulgarien (Aussprache)
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Wenn der letzte Neubau mit Solarmodulen chinesischer Fertigung vollgepflastert ist und auch in Bayern und andernorts die 10H-Regelung endlich gefallen ist, dann werden auch wir hier vielleicht bemerken, dass uns das alles nichts nutzt. Meine Damen und Herren in der Kommission, vielleicht steigen Sie endlich mal von Ihrem Elfenbeinturm herunter. Wir brauchen keine ständigen Kompetenzerweiterungen zu Ihren Gunsten unter dem Deckmantel immer neuer Krisenbewältigungen. Die Frau Kommissionspräsidentin gibt es ja ganz offen zu: Auch die jetzige Situation, der Gasboykott in Polen und Bulgarien, ist nichts weiter als eine Initialzündung für den Green Deal – und der Zündfunke übrigens für 300 Milliarden Euro Steuergeld. Wir brauchen keine Mann-auf-dem-Mond-Projekte und Initialzündungen für Projekte, die schon beim Start zum Scheitern verurteilt sind und bestenfalls Geld in die Taschen unserer chinesischen Konkurrenten spülen. Wir brauchen bezahlbare, sichere Energie, und das geht letztlich nur mit weniger Ideologie und einem diversifizierten, technologieoffenen Energiemix europaweit zugunsten aller Länder und Bürger. Wir müssen nicht eine Abhängigkeit durch eine weitere ersetzen, wie es gerade der Fall ist. Echte Solidarität, meine Damen und Herren, bedeutet eben auch die Forderung nach einer umfassenden und sofortigen Energiesicherheitswende.
Die Energie der EU – Gemeinsames europäisches Vorgehen für eine erschwinglichere, sicherere und nachhaltigere Energie (Aussprache)
Frau Präsidentin! Frau Kollegin Paulus, zu Ihren Worten gerade eben: Wir brauchen eine starke Solarindustrie in Europa. Wozu das geführt hat, das haben wir beim letzten Mal gesehen. Das war ein Milliardengrab. Es hat so nicht funktioniert, wie Sie sich das Ganze vorstellen. Meine Damen und Herren, es gehört schon eine gehörige Portion Dreistigkeit – viele hier im Raum würden sagen Mut – dazu, dass wir hier als besonderes Zeichen besonderer Weitsicht erst ideologische Luftschlösser wie den Grünen Deal aufbauen, nun von der Realität eingeholt werden und dann zurückrudern und diesen ganzen Aktionismus auch wieder als Weitsicht verkaufen wollen. Ein kleines Beispiel: Das Kohlekraftwerk Moorburg bei Hamburg hat uns 3 Milliarden Euro gekostet, wurde 2015 eingeweiht, hat genau fünf Jahre produziert und soll nun wieder stillgelegt werden und ist bestenfalls noch in der Reserve vorhanden. Ich glaube, es wäre wichtiger gewesen, in der Vergangenheit ein offenes Ohr für die Kritiker dieses ganzen Zustandes zu haben statt offener Zeitslots für Selfies mit irgendwelchen Influencern. Das würde ich mir nunmehr auch für die Zukunft wünschen. Haben Sie Verständnis für die Kritiker, haben Sie ein offenes Ohr für das, was hier bisher passiert ist, und rudern Sie zurück von diesem fehlgeschlagenen Green Deal.
Makrofinanzhilfe für die Republik Moldau (Aussprache)
Herr Vorsitzender, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kollegen! Es besteht doch gar kein Zweifel daran, dass wir denjenigen Staaten, die hier uneigennützig humanitäre Hilfe leisten, auch Unterstützung zukommen lassen müssen. Gleichwohl darf ich doch auch darauf hinweisen, welche Zeichen wir mit der Makrofinanzhilfe aussenden. Es geht doch hier – und das kam heute auch schon heraus – auch zumindest darum, den Eindruck einer künftigen EU -Mitgliedschaft zu erwecken. Davor möchte ich nur warnen. Ich glaube, wir sollten die Mittel, die wir jetzt an Moldawien schicken – auch vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Flüchtlingskrise –, die wir gerne von mir aus noch erhöhen können, zielgerichtet einsetzen und eben nicht im Rahmen einer Makrofinanzhilfe. Denn das trägt letztlich auch die Frucht, dass wir eben falsche Signale aussenden in Richtung Moldau. Und das hat auch dahingehend überhaupt keinen Sinn, da wir sagen: Dieses Land ist nach wie vor auf dem Korruptionsindex weltweit auf Platz 105 und hatte seit 2012 überhaupt keine Verbesserung in diesem Ranking. Insofern: Lassen Sie uns Hilfen gewähren! Lassen Sie uns auch die humanitäre Situation berücksichtigen, aber doch bitte zielgerichtet und nicht im Rahmen der Makrofinanzhilfe.