Reden-Ranking
Seit 1. Juli 2024| Rang | Name | Land | Fraktion | Reden | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
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Lukas Sieper | Deutschland DE | Renew Europe (Renew) | 494 |
| 2 |
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Juan Fernando López Aguilar | Spanien ES | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 463 |
| 3 |
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Sebastian Tynkkynen | Finnland FI | Europäische Konservative und Reformer (EKR) | 460 |
| 4 |
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João Oliveira | Portugal PT | Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) | 290 |
| 5 |
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Vytenis Povilas Andriukaitis | Litauen LT | Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) | 276 |
Alle Reden (31)
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Das ist grundsätzlich eine richtige Debatte. Wir haben seit der letzten Woche eine neue Situation im Ministerrat. Wir haben eine Sperrminorität, angeführt von Deutschland, Bulgarien, Italien und Polen. Weitere Länder folgen: Tschechien ist jetzt dabei. Es ist jetzt an der Kommission, einen neuen Vorschlag zu machen. Allerdings ist es offenkundig – das wissen wir alle im Raum –, dass die Kommission Stand heute noch nicht in der Lage ist, diesen neuen Vorschlag zu machen. Von daher sind wir als EVP dagegen, jetzt am Mittwoch eine Diskussion zu führen auf der Grundlage von Spekulationen. Ich glaube, die Kommission sollte sich erst mal neu sortieren und gucken, was sie vorschlagen kann. Wir als EVP freuen uns auf die Debatte. Wir waren immer für Technologieoffenheit und gegen Verbote. Insofern gerne eine Debatte, nicht in dieser Woche und dann auch beim nächsten Mal mit der Entschließung, aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt.
CO2-Emissionsnormen für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge (Aussprache)
Datum:
14.02.2023 09:12
| Sprache: DE
Reden
Frau Präsidentin, sehr geehrter Herr Vizepräsident Timmermans, liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute können wir sie noch nehmen, die letzte Ausfahrt vor dem endgültigen Verbrennerverbot ab 2035. Heute haben wir die letzte Chance, diesen technologiefeindlichen Holzweg zu verlassen, den Grüne, Sozialdemokraten und Liberale eingeschlagen haben. Sie sind es, die hier eine Wette eingehen wollen und dabei alles auf eine Karte setzen. Dabei gibt es doch ganz klare Argumente gegen diesen Irrsinn. Für die notwendige Emissionsreduzierung im Verkehrssektor brauchen wir Innovationen und Platz für kluge Ideen, doch das Verbrennerverbot begrenzt diese so dringend notwendige Freiheit. Unser Vorschlag ist da besser: einen klaren, strikten Rahmen setzen und anschließend den Markt entscheiden lassen, welche Technologien es für die Zielerreichung braucht. Außerdem verkennt das Verbot die aktuelle Lage. Preisvorteile für die Endkunden war in den Verhandlungen das Lieblingsargument von Sozialdemokraten und Grünen. Aber die aktuelle Realität ist eine andere: hohe Strompreise, Inflation und auslaufende Kaufprämien. Alle Berechnungen zu Preisvorteilen sind nichtig. Und schließlich: Allein in Deutschland arbeiten 600 000 Menschen an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren – ihre Jobs sind nun gefährdet. Wir sehen nun schon die ersten Konsequenzen: das Versprechen von Liberalen, Grünen und Sozialdemokraten, neue Jobs werden entstehen –Batteriezellproduktion geht häufig nach Kanada oder nach Amerika. Und einige in der Europäischen Kommission hätten am liebsten munter weitergemacht. Sie wollten das Aus des Verbrenners bei LKW und Bussen. Auch dort kein Raum für Innovationen, kein Wettbewerb der besten Ideen – stattdessen erneut Verbote, als hätte man nichts gelernt. Nun scheint man aber auf den letzten Metern zur Vernunft gekommen zu sein, und das ist auch ein Erfolg derer, die sich bisher gegen diese Verbotspolitik gestellt haben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, setzen Sie heute noch einmal ein deutliches Zeichen, und stimmen Sie gegen diese Trilog-Einigung.
Nachhaltige Schiffskraftstoffe (Initiative „FuelEU Maritime“) - Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (Aussprache)
Datum:
17.10.2022 20:49
| Sprache: DE
Reden
Sehr geehrter Herr Präsident, Frau Kommissarin Vălean, liebe Kolleginnen und Kollegen! Für die EVP habe ich zwei Gesetzesvorhaben aus dem Paket „Fit für 55“ verhandelt: die CO2-Flottengrenzwerte für Pkw und die Verordnung über den Infrastrukturausbau. Beide Vorhaben sind für mich zwei Seiten einer Medaille. Leider haben sich sowohl das Parlament als auch die Mitgliedstaaten mehrheitlich für das Verbrennerverbot bei Pkw ab 2035 ausgesprochen. Daran wird auch ein rechtlich unverbindlicher Erwägungsgrund nichts ändern. Lassen Sie es mich deutlich sagen: Ab 2035 wird kein Pkw mehr mit Verbrennungsmotor zugelassen werden können. Und ich halte diese Entscheidung immer noch, Herr Kollege Bloss, für rundweg falsch. Jetzt schon zu entscheiden, welche Technologie 2035 das meiste CO2 einspart und gleichzeitig erschwinglich ist für die Bürgerinnen und Bürger – was für eine Hybris! Grüne, Sozialdemokraten und Liberale stehen immer noch fest hinter dem Verbot und treiben es weiter voran. Von Einsicht aufgrund steigender Energiepreise keine Spur. Was heißt das alles für den Infrastrukturausbau? Vor allem eins: Wir brauchen mehr Tempo. Scheuklappen und Technologiefixierung helfen uns nicht. Grüne und Sozialdemokraten wollten das Prinzip Brechstange – keine Rücksicht auf den tatsächlichen Bedarf, nur starre Ziele, planwirtschaftlich, inklusive Strafsystem – und zusätzlich noch ohne Folgenabschätzung die Zuginfrastruktur einbeziehen. Ich glaube, das wäre schlechte Gesetzgebung. Unser Anspruch, liebe Kolleginnen und Kollegen, sollte bessere Rechtsetzung sein. Für uns alle ist klar: Wir müssen den Infrastrukturausbau in allen EU-Mitgliedstaaten voranbringen und nicht nur in einigen wenigen. Daher mein dringender Appell: Unterstützen Sie die Anträge der EVP! Sorgen Sie dafür, dass wir eine Infrastruktur bekommen, die den Bürgerinnen und Bürgern am Ende auch tatsächlich etwas nützt, und dass kein Geld verschwendet wird.
Lage der Europäischen Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (SME Union) (Aussprache)
Datum:
15.09.2022 11:25
| Sprache: DE
Reden
Frau Präsidentin, sehr geehrte Frau Kommissarin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Was ich heute vortrage, habe ich bereits in zahlreichen Reden oder Schreiben an die Kommission vorgebracht: keine Belastungen für den Mittelstand! An meinen Forderungen hat sich nichts geändert, an den ausweichenden Antworten der Kommission leider auch nicht. Zwar hat Frau von der Leyen gestern ein Hilfspaket angekündigt, viele unserer zentralen Anliegen ignoriert die Kommission aber weiterhin. Es gibt leider keine Umsetzung. Seit über drei Jahren warten wir auf die Benennung des KMU-Beauftragten – leider bisher nicht geschehen. Eigentlich sollte das One-in-one-out-Prinzip gelten, praktisch aber gilt: zwei neue Rechtsvorschriften rein, eine raus. Bis 2030 droht sogar: fünf rein, eine raus. Das geht so nicht! Einer Unternehmerin mit fünf Supermärkten in meiner Region drohen im nächsten Jahr Strommehrkosten in Höhe von einer Million Euro. Und auf diese Sorgen packt die EU weitere Vorgaben: die Nachhaltigkeitsberichterstattung, die Lieferketten-Richtlinie, neue REACH-Verschärfungen oder die absurden Vorgaben zu Pflanzenschutzmitteln. Produktion einschränken in einer Nahrungsmittelkrise – ich kann das niemandem erklären. Diese Bürokratie und diese Regeln nehmen dem Mittelstand die Luft zum Atmen – das geht so nicht! Aus den vagen Ankündigungen müssen jetzt endlich Handlungen werden. Wir brauchen echte Entlastungen, sonst sehe ich schwarz. Sonst gibt es bald keine Bäcker, keine Landwirte und keine Metallbauer mehr. Wir brauchen ein Belastungsmoratorium für den Mittelstand – jetzt!
Verbindliche nationale Jahresziele für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen (Lastenteilungsverordnung) - Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) - CO2-Emissionsnormen für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge (gemeinsame Aussprache – Fit für 55 (Teil 2))
Datum:
07.06.2022 15:20
| Sprache: DE
Reden
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrter Herr Vizepräsident Timmermans, liebe Kolleginnen und Kollegen! Hat die Automobilindustrie in Europa noch eine Zukunft? Über nicht mehr, aber auch nicht weniger entscheiden wir heute. Viele von Ihnen denken jetzt an die großen Automobilkonzerne, vergessen daher aber die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, insbesondere in der Zulieferindustrie. Leider werden über eine halbe Million Menschen ihre Arbeit verlieren. Und wer ist für diesen sozialen Kahlschlag verantwortlich? Sozialdemokraten, Grüne und einige Liberale in diesem Haus wollen aus ideologischen Gründen das Verbot des Verbrenners. Klar ist, das ist greifbar und das lässt sich in eine Schlagzeile vermarkten, allerdings sieht die Realität anders aus: Emissionen werden nur vom Verkehr in die Energieproduktion verlagert – egal. Der starre Fokus auf das Elektroauto bringt uns neue Abhängigkeiten, zum Beispiel von China – egal. Und Hunderttausende Jobs stehen auf dem Spiel – egal. Als EVP können wir diesen Weg nicht mitgehen. Daher haben wir Änderungsanträge eingereicht, die Klimaschutz und Technologieoffenheit zusammenbringen. Das heißt konkret, und da bitte ich, genau zuzuhören: nahezu vollständige Elektrifizierung der Neuwagen ab 2035, aber auch eine Tür für andere CO2-neutrale Technologien. Wir brauchen ambitionierte Reduktionsziele und Flexibilität für den Markt und die Kunden. Kurzum, wir brauchen keine Verbote. Daher bitte ich Sie: Unterstützen Sie unsere Änderungsanträge – ein Reduktionsziel von 90 % und ein freiwilliges Anrechnungssystem für synthetische Kraftstoffe. Ich glaube, dann verbinden wir Klimaschutz und Realismus in der Politik, wie es der Vizepräsident gerade angesprochen hat.
Herr Präsident, sehr geehrte Frau Kommissarin Vălean, liebe Kolleginnen und Kollegen! Worüber reden wir heute eigentlich? Über Transportarmut. Mobilität wird unerschwinglich, für viele Menschen schlicht nicht bezahlbar. Es gibt in Europa 18 Millionen Berufspendler – über die Hälfte von ihnen nutzt das Auto für den täglichen Weg zur Arbeit. Besonders betroffen sind Menschen in der ländlichen Region, im ländlichen Raum. Was sind die Ursachen für diese Entwicklung? Der Preis natürlich. Aber die entscheidenden Treiber sind vor allem Steuern und Abgaben. Beispiele für einen Liter Benzin: 65 Cent in Deutschland, 71 Cent in Griechenland und 72 Cent in Italien. Ja, wir wollen den Wandel. Wir wollen CO2-Neutralität bis 2050. Das wollen wir aber nicht auf dem Rücken der Menschen, die ihr Auto brauchen, um ihr Einkommen zu sichern. Mobilität muss bezahlbar bleiben. Hier im Parlament sind es vor allem die Grünen und die Sozialisten, die immer neue Steuern und Gebühren und einen möglichst hohen CO2-Preis fordern. Hinterher rufen sie dann nach einem sozialen Ausgleich und Umverteilung. Ich bin dafür, dass wir dieses Problem endlich an der Wurzel packen. Das heißt: Zurückhaltung bei der dauernden Einführung neuer Abgaben, Steuern und Belastungen; maßvolle, pragmatische Regulierungen, die soziale Auswirkungen berücksichtigen. Wenn wir das beherzigen, müssen wir nicht im Nachhinein wieder kostspielig über den Umweg sozialer Fonds die von uns geschaffenen Nachteile wieder ausgleichen. Individuelle Mobilität muss für alle bezahlbar bleiben. Vielen Dank und frohe Weihnachten!