3
Mai
2022
Ansehen
Abwehrbereitschaft der EU in Bezug auf Cyberangriffe nach der russischen Invasion in die Ukraine (Aussprache)
Herr Präsident, meine Herren Vizepräsidenten, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir spüren es doch: Es ist Zeit aufzuwachen. Cyberkriegsführung beherrscht zunehmend unseren Alltag. Cyberattacken finden nicht nur gegenüber Ländern im Krieg statt. Bisher wurden 40 Cyberattacken Russlands registriert: gegen das Stromnetz, die Trinkwasserversorgung, die Wasserversorgungsysteme, militärische Koordinierungseinrichtungen und gegen kritische Infrastruktur in vielen anderen Ländern. Wir benötigen aus diesem Grund eine gemeinsame EU-Cyberabwehr. Ich trete für eine gemeinsame Cyber-Defence-Einheit der EU ein. Und um konsequent und schnell gegen hybride Attacken und illegale Inhalte vorgehen zu können, braucht es eine Kompetenzausweitung der Europäischen Union in diesem Bereich, eine Stärkung der Kapazitäten des Europäischen Zentrums für Cyberkriminalität von Europol und eine verbesserte Zusammenarbeit nationaler Sicherheits- und Nachrichtendienste. Gleichzeitig müssen wir mehr in die Aufklärung und digitalen Kompetenzen unserer Bürgerinnen und Bürger investieren. Es geht darum, von klein auf zu lernen, unabhängig zu beurteilen, ob eine Information vertrauenswürdig ist oder nicht. Wir haben viel zu tun – gemeinsam.