23
Mär
2022
Ansehen
Abstimmungen über Anträge auf Dringlichkeit (Artikel 163 GO)
Frau Präsidentin, im Namen unseres REGI-Ausschusses möchte ich mich für diese Dringlichkeitsabstimmung aussprechen, bei der es, wie Sie zustimmen werden, nicht um einen kleinen Fall geht, sondern um das Schrecklichste, Schrecklichste und Tragischste: Krieg, der heute in unsere Arbeit einfließt. Wir alle stellen vor, dass dieser Krieg in der Ukraine schwindelerregende Folgen für ganz Europa haben wird. Im Übrigen findet bereits vor unseren Augen eine der größten Bevölkerungsbewegungen in unserer jüngeren europäischen Geschichte statt. Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer, gefangen in den Bombenangriffen der russischen Armee und den sogenannten Kriegsverbrechen Wladimir Putins, haben den Weg des Exodus eingeschlagen. In weniger als drei Wochen sind bereits mehr als 4 Millionen Menschen vor den Bomben geflohen, um in der Europäischen Union Zuflucht zu suchen. Derzeit nimmt Polen 2 200 000 Flüchtlinge auf, Rumänien 500 000, Ungarn 300 000, die Slowakei 300 000 und Tschechien 300 000. Und wir alle wissen, dass der Druck zunehmen wird, wenn der Krieg andauert. Überall steigt der Bedarf an humanitärer Hilfe exponentiell, vor allem für Frauen und Kinder. Dies sind die Grundbedürfnisse – Nahrungsmittelhilfe, Gesundheit, Bildung und Wohnraum –, auf die wir unbedingt eingehen müssen. Für diese Länder, für die ukrainischen Flüchtlinge, für die europäischen Bürgerinnen und Bürger, die diese Aufnahmepflicht unter Bedingungen erfüllen, die hier von Brüssel aus manchmal unvorstellbar sind, müssen wir in dieser Debatte sagen, dass der Zusammenhalt präsent ist, dass wir alles tun und dass wir alles tun werden, was möglich ist, um den Staaten, Regionen und Städten, die an vorderster Front stehen, konkrete Unterstützung zukommen zu lassen. Dies ist das Ziel der von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen CARE-Verordnung, die unser REGI-Ausschuss unterstützt. Es ist unsere Pflicht und unsere Ehre, dies durch die Kohäsionspolitik zu erleichtern. Frau Präsidentin, verehrte Kolleginnen und Kollegen, zum Abschluss dieser Aussprache wird es meines Erachtens auch um die erneute Einheit unseres Parlaments gehen, um zu sagen, dass wir weder die ukrainischen Flüchtlinge noch die europäischen Bürger im Stich lassen, die den Werten der Geschichte treu bleiben und sich heute zu unserer historischen Pflicht der Brüderlichkeit, Solidarität und Menschlichkeit erheben.