20
Mai
2026
Ansehen
Rekrutierung von Kindern durch die organisierte Kriminalität (Aussprache)
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, die Rekrutierung von Kindern durch kriminelle Organisationen ist kein Randphänomen mehr, sondern eine etablierte und sich ständig weiterentwickelnde Strategie. Dies zeigt sich an dem, was heute in Florenz passiert ist, wo ein 15-jähriger Tunesier nach Online-Kontakten mit Daesh-Kreisen wegen internationalen Terrorismus verhaftet wurde. Das ist die Bestätigung eines Paradigmenwechsels: Es gibt nicht mehr nur Rekrutierung in der Nachbarschaft, heute reicht ein Smartphone. Kriminelle Organisationen betreten soziale Netzwerke, verschlüsselte Chats und Online-Videospiele. Ein Junge wird nicht mehr angesprochen, er wird profiliert, kontaktiert und angeworben. Der Mechanismus ist immer derselbe: Zuerst das Versprechen von leichtem Geld, dann Identität, dann Zugehörigkeit. So wird kriminelle Loyalität aufgebaut. Aus diesem Grund muss die Antwort europäisch, unmittelbar und konkret sein. Denn heute geht es nicht nur um Sicherheit: Die bestimmung, ob der erste klick eines teenagers ihn in seine zukunft oder in ein kriminelles netzwerk führt, wird fast unmöglich.