18
Mai
2026
Ansehen
Europäische Solidarität und ihre zentrale Bedeutung für die Sicherstellung des Zugangs zu Arzneimitteln in einer geopolitischen Ära im Umbruch (Aussprache)
Herr Präsident, Herr Kommissar, meine Damen und Herren, in einer Welt, die von geopolitischen Spannungen und strategischem Wettbewerb geprägt ist, ist der Zugang zu Arzneimitteln nicht mehr nur eine Frage der öffentlichen Gesundheit. Es ist eine Frage der europäischen Souveränität. Wir reden viel über Souveränität und wir reden in Bukarest, wir reden in Paris, in Warschau und in anderen europäischen Hauptstädten. Aber in Bezug auf die Medizin ist die Wahrheit einfach: Sie können nicht wirklich souverän sein, wenn Ihre Patienten auf Entscheidungen angewiesen sind, die in anderen Teilen der Welt getroffen werden. Sie sind nicht souverän, wenn Sie keinen Zugang zu Wirkstoffen haben. Sie sind nicht souverän, wenn Sie keine Produktionskapazität haben. Sie sind nicht souverän, wenn Ihre Patienten Monate oder Jahre auf Behandlungen warten, die bereits in anderen Teilen der Welt, manchmal sogar in anderen europäischen Ländern, verfügbar sind. Wahre Souveränität wird nicht im Fernsehen verdient, sie wird nicht durch Isolation verdient. Es wird durch Investitionen, Forschung, Industrie und gemeinsame Verhandlungsmacht aufgebaut. Und diese Macht kann nicht von einem Land mit ein paar Millionen oder sogar ein paar Dutzend Millionen Menschen besessen werden. Wir können es nur zusammen haben, in einem vereinten Europa. Für Rumänien ist diese Realität schmerzhaft. Rumänische Patienten gehören oft zu den letzten in der Europäischen Union, die von innovativen Behandlungen profitieren, und das muss sich ändern. Deshalb ist die Einigung, die letzte Woche durch das Gesetz über kritische Arzneimittel erzielt wurde, für das ich von Renew Europe verantwortlich war, wichtig. Europa beginnt endlich, den Zugang zu Arzneimitteln als strategische Priorität zu behandeln. Die neuen Maßnahmen werden die europäische Produktion kritischer Arzneimittel unterstützen, die Abhängigkeit von Drittländern verringern und Investitionen in strategische Projekte hier in der Europäischen Union ermöglichen. Eine freiwillige gemeinsame Beschaffung kann für jedes Land mehr Verhandlungsmacht und einen gerechteren Zugang für Patienten, auch in Rumänien, mit sich bringen. Das ist die Souveränität, die zählt, nicht der Slogan. Dies ist die Souveränität, die Medikamente ins Regal bringt, Behandlungen in Krankenhäusern und echte Chancen für Patienten. Es ist ein Europa, das kooperiert, das produziert, das seine Bürger schützt.