—
Erforderliche Bekämpfung des systemimmanenten Problems der geschlechtsspezifischen Gewalt in Europa (Aussprache)
Meine Damen und Herren, Frauenorganisationen schätzen, dass jedes Jahr mehr als 800.000 Frauen in Polen Gewalt erfahren. Leider wächst das Ausmaß dieses Phänomens immer noch. Diese Zahlen sind nicht nur kalte Fakten - hinter ihnen liegen Drama, Leid, Angst und manchmal das für immer verlorene Leben. Als Europäische Union müssen wir alle Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen unterstützen. Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, um Gesetze zu erlassen, die Opfer zu erziehen, zu unterstützen und die Täter zu bestrafen. Aber vor allem ist es notwendig, die Berichterstattung über Fälle von Gewalt gegen Frauen zu erhöhen, die immer noch dramatisch niedrig ist. Hier möchte ich die Bedeutung von sozialen Kampagnen wie den 16 Tagen geschlechtsspezifischer Gewalt hervorheben, die eine Schlüsselrolle bei der Sensibilisierung der Öffentlichkeit spielen. Dank solcher Initiativen können wir das Schweigen über Gewalt brechen, das oft verborgen und unterschätzt wird. Ich selbst unterstütze seit vielen Jahren in meiner Region, der Woiwodschaft Schlesien, viele Veranstaltungen zur Unterstützung von Frauen in diesem Bereich und organisiere solche Veranstaltungen mit. Aber Kampagnen sind nicht alles. Wir brauchen kohärente europäische rechtliche Lösungen und finanzielle Unterstützung für Programme zur Bekämpfung von Gewalt. Die Europäische Union sollte ihre Überwachung der Umsetzung des Übereinkommens von Istanbul verstärken und lokale Initiativen unterstützen, die Frauen in Not direkt helfen. Dass keine Frau in der Europäischen Union jemals wieder ohne Hilfe zurückgelassen wird.